Drecksbuch oder so

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bela_spencer
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Drecksbuch oder so

von bela_spencer (10.07.2011, 18:54)
Titel: Drecksbuch oder so
Autor: Roman Müller

Verlag: BoD
ISBN: 978-3-8423-6606-0
Seiten: 136
Preis: 8,90

Der Autor über das Buch:

Uwe ist arbeitslos und lebt in einer Kleinstadt, an deren Marktplatz er sich täglich mit Gleichgesinnten trifft und einige Flaschen Bier leert. Mit diesen Gleichgesinnten - die dem ein oder anderen Leser aus welchem Grund auch immer eventuell bekannt vorkommen könnten - durchlebt er den grauen Alltag. Sie alle leben in den Tag hinein und beschäftigen sich nur mit dem, was sie kurzfristig interessiert und bewegt.

Der Roman ist in jeglicher Hinsicht absolut experimentell: Er ist experimentell, weil ein roter Faden fehlt, der sich durch das gesamte Werk hindurchzieht, denn im Vordergrund steht durchweg der Alltag mit seinen kleinen Problemen. Er ist experimentell, weil er eine Mischung aus Satire und Nonsens ist. Er ist experimentell, weil er auf einen Titel setzt, der skurriler kaum sein könnte. Und ebenso experimentell ist alleine schon das Cover.

"Drecksbuch oder so" setzt auf Humor, der selbst innerhalb des Romans immer wieder wechselt. Im einen Moment Nonsens, im nächsten bissige politische Satire und plötzlich werden selbst große Schriftsteller auf den Arm genommen - und was auch immer passiert, selbst, wenn es nichts ist: Eine Pause gibt es nicht und es wird auch mit Sicherheit nirgends Halt gemacht. Nicht einmal vor der Religion.

Klappentext:

Seit Uwe seine Arbeitsstelle am Fließband verloren hat, durchlebt er den grauen Alltag in einem Leben ohne Arbeit. Dass ihn nun auch noch eines Morgens seine Freundin verlässt, stellt nur ein weiteres Ereignis in seinem erfolglosen Leben dar.
Was ihm bleibt, sind seine langjährigen Bekanntschaften - einer Schar völlig ungleicher Charaktere, die den Großteil ihrer Zeit am Marktplatz verbringt und dort die kleinen und winzigen Probleme des täglichen Lebens meistert. So durchlebt auch Uwe seine ganz eigene Welt - ohne allzu häufig die Bierflasche aus der Hand zu legen und immer mit einem Drang zum Verrückten.

Inhalt:

Tja, mein Roman ist nun endlich veröffentlicht... er wird absolut Geschmackssache bleiben, wusste aber vielen Leuten schon zu gefallen. :)

Ach ja, um die Frage "Wie kommst du auf SO einen Titel?" schon zu beantworten:
In meiner Schulzeit (die kürzlich geendet ist :P) war ich in einer Satire-Schülerzeitung aktiv, die ebenfalls einen recht ausgefallenen Titel hatte. Auf Sponsorensuche sagte uns ein Laden mit der Begründung ab: "Der Titel hat sowas Negatives. Ich würde ja auch kein Buch kaufen, das Drecksbuch oder so heißt." - Zu Hause angekommen, wusste ich dann endlich, wie ich den Roman nennen sollte, an dem ich gerade arbeitete...

Gruß bela_spencer
Dateianhänge
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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (11.07.2011, 08:58)
Herzlichen Glückwunsch, Titel und Cover machen neugierig. thumbbup thumbbup thumbbup
Es gibt kein größeres Laster als Tugend im Übermaß.
www.marlenegeselle.de

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käferchensmama
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cooles Cover

von käferchensmama (14.07.2011, 19:45)
Das Cover macht ECHT neugierig. So einfach und merkwürdig, dass man interessiert ins Buch hineinblicken möchte. Und genau diese Reaktion will man ja als Autor ( bzw als Verlag) auch eigentlich erzielen...
Gratuliere!

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Adrenaline
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Re:

von Adrenaline (14.07.2011, 23:34)
Gefällt mir. Das mit dem Schubladendenken ist echt ein Problem. Jeder will das Genre hören, ist es ein Roman? Kurzroman? Fantasy? Fiction? Was nun?
Experiment finde ich gut. Keinen roten Faden auch. Das Leben hat keinen roten Faden und kein happy end...
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Rita.H
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Re:

von Rita.H (15.07.2011, 12:44)
Hört sich interessant an. Sicherlich wird sich mach einer in diesen Problemen wiederfinden.

Viel Erfolg! thumbbup

LG. Rita
www.ritahajak.de
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»Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt sich aus den Dingen etwas zu machen«
Thomas Mann

bela_spencer
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Re:

von bela_spencer (18.07.2011, 17:48)
Vielen Dank für die positiven Reaktionen. :D

Ja, das mit dem Cover und Titel war eine Sache, über die ich mir länger Gedanken machen musste. Aber letztendlich dachte ich zum einen "Ganz oder gar nicht", was das "Experiment" anging, und auf der anderen Seite fällt es so in der Masse (hoffentlich) leichter auf... :)

In den nächsten Tagen werde ich vermutlich mal eine Leseprobe veröffentlichen - muss aber erst mal die Leute, die es schon gelesen haben, nach einer geeigneten Stelle fragen... ;)

bela_spencer
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Re:

von bela_spencer (14.08.2011, 15:42)
So, leider mit etwas Verspätung, aber hier ist sie: Die Leseprobe ;D

Zur "Vorgeschichte": Hauptprotagonist Uwe steckt mit seinen Kumpels in scheinbar großen Problemen - daher suchen sie Beistand, den sie in der Kirche finden wollen. Die Stelle habe ich gewählt, da sie meines Erachtens zwei wichtige Humor-Formen aus meinem Buch vereint - Satire auf prominente Persönlichkeiten sowie schlichte Gags, lediglich das Nonsens-Element kommt hier weniger zum Tragen. Dann hoff ich mal, dass es euch gefällt. ;)

Der Mann auf der Bühne bat die Leute nun, eine bestimmte Seite in diesem Buch aufzuschlagen. Anschließend begannen sie alle zu singen, während irgendein seltsames Instrument zu hören war. Uwe kannte den Klang dieses Instrumentes nicht, auch konnte er es nirgendwo entdecken. Vielleicht war es auf der Etage über ihm.
Nun saßen sie beisammen in ihrer Reihe und keiner hatte irgendeine Ahnung, was sie denn nun tun sollten. Die Texte konnten sie natürlich nicht auswendig und nachträglich die Bücher zu holen, wäre ein sinnloses Unterfangen gewesen, da mindestens die Hälfte von ihnen nicht lesen konnte. Die Lösung kam zuerst aus Gerhards Mund, der sich an ein Karnevalslied erinnerte und dies statt des eigentlichen Gesangs anstimmte. Glücklicherweise kannte jeder in der Reihe das Lied, weshalb sich zum Chor der älteren Leute nun bald auch ein ohrenbetäubendes Gegröle gesellte. Die Leute drehten sich erneut genervt und kopfschüttelnd zu ihnen um. Manchmal wurde Uwe das Gefühl nicht los, dass er und seine Freunde hier unerwünscht waren.
Schließlich verstummte irgendwann das fremde Instrument, weshalb auch alle Besucher mit dem Singen aufhörten. Dann begann erneut der Mann vorne, der aus irgendeinem Grund etwas bleich geworden war, zu reden. Uwe hörte nicht zu, doch er tat es allen anderen gleich, als sie schließlich aufstanden. Dann redete der Mann vorne weiter. An irgendeiner Stelle fingen nun die anderen Leute ebenfalls an, etwas zu reden. Uwe war sehr verwirrt, denn sie taten das, ohne ein Buch oder Ähnliches in der Hand zu halten, wo sie den gemeinsamen Text hätten ablesen können. Da es ihm und seinen Freunden sehr schwer fiel, einigermaßen gerade zu stehen, war Uwe letztendlich froh darüber, dass sie sich wieder setzen konnten.
Als es nun wieder an dem Mann auf der Bühne war, mit monotonem Gerede auf ein Neues zu langweilen, ahnte Uwe noch nicht, dass diese Rede nun deutlich länger dauern sollte als alle vorigen. Dabei warf er sogar mit Namen um sich, die Uwe noch niemals gehört hatte. Anscheinend waren das ebenfalls irgendwelche Prominente in der Umgebung, schien ihre Bekanntheit doch vorausgesetzt.
Irgendwie kam der Mann vorne sogar auf die Quantenphysik zu sprechen. Doch eines im selben Satz verstand Uwe nicht. „Was ist eine Kirche?“, fragte Uwe daher an Klaus gewandt. Doch der antwortete nicht, er schien aus irgendeinem Grund wieder sehr gereizt zu sein.
Uwe schnappte nur vereinzelte Worte auf. Jetzt war plötzlich die Rede von einem Jesus – auch so jemand, den anscheinend jeder kennen sollte. Die Leitung dieses Sonntagmorgens schien dem Mann auf der Bühne jedoch zunehmen zu entgleiten. Denn die Zwischenrufe – die natürlich alle aus Uwes Reihe stammten – häuften sich und wurden immer lauter.
„Jesus war auch nur Student! Lange Haare, wohnte mit 30 noch bei seinen Eltern und wenn er mal was getan hat, war’s ein Wunder!“, brüllte irgendwann Hans in die Rede hinein, als der Mann vorne wieder den Namen erwähnt hatte. Uwes Reihe brach danach in lautes Gelächter aus. Uwe selbst lachte auch mit. Aber eigentlich hatte er das, was Hans gesagt hatte, gar nicht verstanden.
„Rede gefälligst nicht so schlecht über ihn, immerhin hat er das Deo erfunden! Denn es steht geschrieben ‚Jesus brach das Brot und verteilte es unter den Armen‘!“, brüllte irgendwer aus Uwes Reihe. „Deswegen spricht man ja auch von Deologie!“ Das Gelächter wurde nur noch lauter.
„Ich bin Jesus, du dumme Sau!“, schrie nun Klaus hysterisch als Antwort auf Hans‘ Zwischenruf. Deswegen also schien er die ganze Zeit bereits sehr gereizt zu sein. Ununterbrochen hatte man hier über ihn geredet, ohne dass er einverstanden gewesen war. In diesem Fall hielt Uwe es sogar für verständlich, dass Klaus die Nerven nicht behalten konnte – auch wenn er sich nun nicht mehr sicher war, ob er ihn noch Klaus nennen sollte. Ich wusste gar nicht, dass Klaus das Deodorant erfunden hat, dachte sich Uwe. Aber was war das eigentlich?
Allgemeine Ratlosigkeit schien sich in dem großen Gebäude nun auszubreiten. Die fremden Leute, die auf den Bänken verstreut saßen, drehten empört ihre Köpfe und tuschelten unentwegt miteinander. Der Mann auf der Bühne hatte seine Rede längst unterbrochen und schaute verzweifelt in die Menge, während er versuchte, sich allen Umständen zum Trotz zusammenzureißen und mit seinem Text fortzufahren. Das verwunderte Uwe sehr. Waren sie etwa tatsächlich die ersten, die sich so verhielten? Das war doch in jeder Kneipe normal, auch wenn Uwe schon länger in keiner mehr gesessen hatte.

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