In 8 Wochen ein Roman-Manuskript schreiben

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (28.06.2011, 18:52)
Die Figuren sind sehr schön gezeichnet, Siegfried. Das kann richtig lustig werden, wenn man mit ihnen spielt. Wie stellst Du Dir die Arbeit vor? Dass jeder in eine Rolle hüpft? Hast Du schon eine Lösung?


bela_spencer hat geschrieben:
Nunja, sowas wie den "Tatort" oder die anderen Krimireihen würde ich jetzt auch als relativ trashig bezeichnen. :P

Dass Trash was Schlimmes ist, würde ich auch niemals behaupten. Du hast natürlich völlig Recht wenn du schreibst, dass das unterhält und sich deswegen gut verkauft. Was dem Ganzen aber fehlt, ist eben das Potenzial, sich auch wirklich bei den Lesern im Kopf festzusetzen und ihnen was mitzugeben - und wenn man bei all deinen Beispielen bleibt, dann fällt mit Sicherheit auf, dass sie das eben nicht tun. Reine Unterhaltung, wie du es selbst geschrieben hast, aber dann gehts im Endeffekt darum, wem was eher zusagt. ;)

Kurzum: Trash ist nix Schlimmes und ist oft wohl doch erwünscht - den ganzen Tag mit anspruchsvoller Literatur zu verbringen hält ja kein Mensch im Kopf aus. Zumal mein eigener Roman ja auch trashiger kaum sein könnte... :D

Trash machen ist schon was Schlimmes. Das ist wie wollen, aber nicht können. Der einzige gewollte Trash-Film ist für mich Pulp Fiction. Manche lieben ihn. Ich nicht.
Gruß
Thomas

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (28.06.2011, 19:02)
Thomas Becks hat geschrieben:
Die Figuren sind sehr schön gezeichnet, Siegfried. Das kann richtig lustig werden, wenn man mit ihnen spielt. Wie stellst Du Dir die Arbeit vor? Dass jeder in eine Rolle hüpft? Hast Du schon eine Lösung?


Vermutlich geht das mit dem Schreiben nur, wenn man die Szenen mit einer klaren Angabe zur »Point Of View« belegt. Szene 1 - der erste Einbruch - wird aus Sicht des Einbrechers geschildert (evtl. mit stark neutralem Einschlag). Das wäre dann Aufgabe des Mitschreibers A.

Szene 2 wäre aus Sicht Kathrins zu erzählen. Das wäre dann Aufgabe von Mitschreiber B.

Es wird sicherlich auch Szenen geben, wo die Perspektive von Sabine oder Wiki auftaucht. Oder von Bea (die Einbrecherin). Das wären dann Aufgaben für die Mitschreiber C und D ... und wieder A. cheezygrin

Wichtig ist eine genaue Abstimmung, was in den Szenen erzählt werden darf und was nicht. Und ein halbwegs einheitlicher Stil - ich tendiere bei so einem Unterhaltungsroman zu relativ kurzen Sätzen, wenig Beschreibung des Settings bzw. des Innenlebens der Figuren, dafür aber umso mehr Handlung und Dialog. Unterhaltungsromane leben nun mal von Handlung und Dialog. cheezygrin ... ach ja ... und sinnlich schreiben! Eine Figur im Roman »sieht« nicht nur, sie hört auch, riecht, fühlt, schmeckt ...
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (28.06.2011, 19:25)
Ein paar Basisinformationen zum Handlungsablauf:

Kurz nach dem ersten Einbruch gibt es einen zweiten bei der »Swiss Commercial Bank«. Die hat ein Penthouse auf dem Dach ihres Hochhauses, das offiziell als Übernachtungsmöglichkeit für wichtige Geschäftspartner dient - in Wahrheit wird das Penthouse als Edel-Puff genutzt, um fette Geschäftsabschlüsse zu feiern oder um sperrige Geschäftspartner eine »besondere Dienstleistung« zukommen zu lassen. Kathrin und Sabine finden das natürlich schnell heraus - was Sabine zu einigen saftigen Kommentaren veranlasst. Außerdem ist das Penthouse videoüberwacht (»nur um ein wenig Druck ausüben zu können, wenn unser Geschäftspartner später mal Probleme machen sollte«). So bekommt die Polizei erste Bilder vom Einbrecher.

Wiki findet heraus, dass es bereits vor ein paar Wochen ähnliche Einbrüche in Paris und London gegeben hat. Jedes Mal bei einer Bank bzw. Versicherung in der obersten Etage. Gestohlen wurden immer kleine Kunstgegenstände, nie wertvolle Bilder oder ähnliches. Bei jedem Einbruch wurde eine Jade-Figur gestohlen, die ein Tier zeigt. Wiki findet schließlich heraus, dass es dem Einbrecher um genau diese Jadefiguren geht. Es sind die Figuren des legendären Jadekaisers Yu-Di aus China (um 2000 v. Chr.).

Die zwölf Jadefiguren zeigen die Tiere des chinessichen Horoskops: Ratte, Büffel, Tiger, Hase (bzw. Katze), Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein. Die Legende besagt, dass das chinesische Volk dem Herrscher folgt, der bei einer Sonnenfinsternis in China im Besitz aller 12 Figuren ist und damit den aktuellen Herrscher stürzt. Die nächste Sonnenfinsternis in China findet am 20. Mai 2012 statt. Offenbar versucht da jemand, die Legende wahr werden zu lassen.

Da sich in Frankfurt noch eine dritte Jadefigur befindet, wollen Kathrin und Sabine dem Einbrecher eine Falle stellen. Das Unternehmen gelingt um ein Haar. Der Einbrecher kommt - aber nicht über die Gebäudefassade geklettert, sondern mit einem lautlosen Hängegleiter aus der Luft (zur Info: Hängegleiter nutzen Thermik, um Höhe zu erreichen. Großstädte produzieren in der Nacht erhebliche Thermik, wenn sie die tagsüber gespeicherte Wärme an die Umgebungsluft abgeben. Ein Hängegleiter mit einem Piloten, der ein Nachtsichtgerät trägt, kann dadurch problemlos Flughöhen von über 1.000 m und Flugstrecken von mehreren Dutzend Kilometern erreichen). Der Zugriff scheitert, weil Kathrin wegen ihrer Höhenangst nicht eingreifen kann. Der Einbrecher entkommt.

Die Presse berichtet über den dubiosen "Fledermaus-Einbrecher" und gibt auch Informationen über die beiden Kommissare preis. Bea entschließt sich zu einer Verzweiflungstat. Sie lauert Sabine auf und bringt sie in ihre Gewalt (dabei muss sie sehr trickreich vorgehen, denn Sabine weiß sich zu wehren!). Dann schickt Bea eine Nachricht an Kathrin: Sabines Leben im Austausch gegen die dritte Jade-Figur - auf dem Dach des Bankgebäudes! (Bea will Kathrins erkennbare Schwäche der Höhenangst ausnutzen). Kathrin lässt sich notgedrungen auf den Deal ein.
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (28.06.2011, 20:09)
Siegfried hat geschrieben:
Vermutlich geht das mit dem Schreiben nur, wenn man die Szenen mit einer klaren Angabe zur »Point Of View« belegt. Szene 1 - der erste Einbruch - wird aus Sicht des Einbrechers geschildert (evtl. mit stark neutralem Einschlag). Das wäre dann Aufgabe des Mitschreibers A.

Szene 2 wäre aus Sicht Kathrins zu erzählen. Das wäre dann Aufgabe von Mitschreiber B.

Es wird sicherlich auch Szenen geben, wo die Perspektive von Sabine oder Wiki auftaucht. Oder von Bea (die Einbrecherin). Das wären dann Aufgaben für die Mitschreiber C und D ... und wieder A. cheezygrin

Wichtig ist eine genaue Abstimmung, was in den Szenen erzählt werden darf und was nicht. Und ein halbwegs einheitlicher Stil - ich tendiere bei so einem Unterhaltungsroman zu relativ kurzen Sätzen, wenig Beschreibung des Settings bzw. des Innenlebens der Figuren, dafür aber umso mehr Handlung und Dialog. Unterhaltungsromane leben nun mal von Handlung und Dialog. cheezygrin ... ach ja ... und sinnlich schreiben! Eine Figur im Roman »sieht« nicht nur, sie hört auch, riecht, fühlt, schmeckt ...

Ja, das könnte gehen. Für die Szenen könnte man jeweils die Namen als Überschrift nehmen. Immer im Wechsel. So macht das auch Jodi Picoult.
Dann fehlen uns nur noch die Autoren C und D. Vielleicht machen wir mal ein bisschen Werbung in der Promispielecke. cheezygrin
Gruß
Thomas

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Perchta
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Re:

von Perchta (25.07.2011, 06:02)
Ich habe mir einfach mal die Freiheit genommen, die wichtigsten Passagen zusammenzukopieren, falls doch noch jemand Interesse an diesem Projekt haben sollte.

Logline samt Polizei-Personal (Rest folgt, sobald es vorliegt)

Logline
Kathrin Hölzle, Frankfurter Hauptkommissarin, muss mitten in der Nacht ihre Höhenangst überwinden, als sie auf dem Dach eines Frankfurter Hochhauses ihre Kollegin Sabine Tenhagen aus der Gewalt eines Einbrechers befreien muss. Gemeinsam können die beiden Polizistinnen verhindern, dass die Diebin wertvolle Kunstgegenstände aus den Büros der Frankfurter Hochfinanz stiehlt.

Charaktere
Kathrin Hölzle
Ende Dreißig, seit fast 15 Jahren bei der Polizei, derzeit als Hauptkommissarin im Einbruchs-Dezernat in Frankfurt/Main tätig. Kommt gebürtig aus der Gegend um Heilbronn, ist aber noch vor ihrer Einschulung mit ihren Eltern in einen Vorort von Frankfurt/Main gezogen. Nach der Schule war sie ein Jahr im Ausland, ehe sie an die Polizeischule wechselte. Bislang lief ihre Karriere kontinuierlich durch. Im Kollegenkreis gilt sie als umgänglich, gewissenhaft, manchmal mit dem Hang, sich zu sehr am Gesetzestext zu orientieren. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin, auch weil sie meint, mit ihrer Arbeit eine persönliche Schuld zurückzahlen zu können (siehe auch »Geheimnis«)
»Privatleben«
Privat lebt Kathrin Hölzle allein in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung, ist aber seit zwei Jahren fest liiert (ihr Freund arbeitet bei der »Deutschen Zentrale für Tourismus« im Frankfurter Westend).
»Geheimnis«
Kathrin schleppt seit Jugendzeiten ein Geheimnis mit sich herum, das sie mit allen Kräften verstecken will. Als sie 15 war, musste sie miterleben, wie auf einem Jahrmarkt ein Betrunkener in der Gondel eines Riesenrads übermütig herumturnte und dabei in die Tiefe stürzte. Kathrin erlebte dieses Unglück aus der Gondel direkt nebenan – und sie gibt sich unterschwellig die Mitschuld am Tod dieses Mannes, da sie ihn zusammen mit zwei Freundinnen noch zusätzlich angefeuert hatte. Aus diesem Ereignis resultiert eine Höhenangst bei Kathrin, die verhindert, dass sie sich ab dem 3. Stockwerk einem Blick in die Tiefe aussetzen kann. Es treten bei ihr Schweißausbrüche auf, Schwindelgefühle bis hin zum Fast-Kreislauf-Kollaps, Bewegungsstarre und verzerrte räumliche Wahrnehmung. Sie meidet daher Einsätze in größerer Höhe und schiebt, falls so ein Einsatz unvermeidlich ist, Kollegen vor. Ein paar Mal wurde sie auf ihre körperlichen Reaktionen angesprochen, schob dann aber das schwüle Wetter oder Menstruationsbeschwerden ("Sie wissen doch, dieses verdammte monatliche Frauenleiden") vor. Sollte ihre Höhenangst bekannt werden, muss sie befürchten, dauerhaft in den Innendienst versetzt zu werden.

Sabine Tenhagen

Anfang Dreißig, Oberkommissarin im Einbruchs-Dezernat Frankfurt/Main, direkte Mitarbeiterin von Kathrin Hölzle, zu der sie ein sehr gutes Verhältnis hat. Stammt gebürtig aus Siegen (Siegerland, NRW). Direkt nach Ende ihrer Schulzeit ist sie nach Offenbach gezogen, um mit einer Freundin zusammen eine Boutique zu eröffnen (was sich dann aber schnell zerschlagen hat). Sie jobbte eine Zeit lang in diversen Kneipen und Restaurants, u. a. in F-Sachsenhausen und Rüdesheim. Durch einen Polizisten, mit dem sie eine paar Monate zusammen war, kam sie auf den Gedanken, sich für den Polizeidienst zu bewerben. Sabine ist temperamentvoll bis aufbrausend, verliert gelegentlich im Umgang mit Verdächtigen und Zeugen die Linie und muss dann von Kathrin oder einem anderen Kollegen gebremst werden.
»Privatleben«
Sabine ist derzeit mal wieder rettungslos verliebt und glaubt, endlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Dieser Zustand tritt etwa alle sechs Monate ein. Und weil Sabine so von ihrem Freund überzeugt ist, will sie natürlich sofort mit ihm zusammenziehen – was dazu führt, dass sie in ihrer Wohnung ständig auf gepackten Koffern sitzt. Meist enden diese Beziehungen nach einigen Monaten in einem handfesten Krach und führen bei Sabine zu einer »Ex und hopp«-Mentalität: »Wenn der nicht, dann eben ein anderer!«.
»Geheimnis«
Kurz nachdem Sabine nach Offenbach umgezogen war, wurde sie Opfer einer versuchten Vergewaltigung. Ein Mann bedrängte sie eines späten Abends am Ufer des Mains und versuchte, sie in ein Gebüsch zu zerren. Da Sabine physisch unterlegen war und auch keinerlei Selbstverteidigungskenntnisse hatte (heute ist sie in der Lage, mit nahezu jedem Mann fertig zu werden), drehte sie in ihrer Not den Spieß einfach um und wurde ihrerseits gegenüber dem Mann sexuell aggressiv – was den dann zur Flucht veranlasste. Dieses Ereignis hat sich bei Sabine so tief eingebrannt, dass sie dieses aggressive Verhalten in bestimmten Momenten immer wieder zeigt. Bei ihren Kollegen ist sie wegen ihrer direkten Äußerungen – manche nennen das einfach »loses Mundwerk« - ziemlich berüchtigt.

Viktor Casabra (genannt »Wiki«)
Viktor ist mit 27 Jahren das jüngste Mitglied im Team von Kathrin Hölzle. Erst vor ein paar Wochen ist er offiziell »verbeamtet« und zum Kommissar ernannt worden. Viktor ist ein waschechter Frankfurter, der in Niederrad aufgewachsen ist. Wegen seines sensationellen Allgemeinwissens wird Viktor vorzugsweise für die Recherche eingesetzt – was Viktor nicht auf Anhieb weiß, findet er innerhalb kürzester Zeit im Internet. Daher rührt auch sein Spitzname »Wiki“, was keine Abkürzung von »Viktor« ist. Viktor ist gegen den Willen seiner Familie zur Polizei gegangen (»Da verdient man nichts, und außerdem ist es brandgefährlich!«). Viktor träumt davon, einmal richtig »Action« im Außendienst miterleben zu dürfen, doch halten ihn die Kollegen mit ständigen Rechercheaufträgen im Büro fest. Es gibt aber auch einige Kollegen, denen die Allwissenheit Viktors mächtig auf die Nerven geht. Gegenüber Kathrin Hölzle ist Viktor absolut loyal.
»Privatleben«
Er hat keins. Viktor büffelt für die Karriere. Er will alles richtig machen, allein schon, um seiner Familie zu beweisen, dass er ein guter Polizist ist und seine Entscheidung gegen den Familienwillen korrekt war. Darunter leidet sein Privatleben sehr heftig. Das Pfund, mit dem Viktor wuchern kann, ist sein phänomenales Gedächtnis. Was er einmal gelesen hat, bleibt in seinen Hirnwindungen verankert.
»Geheimnis«
Viktor ist heftig, aber heimlich in Sabine verknallt, wagt aber nicht, sich ihr gegenüber zu öffnen. Insbesondere ihre aggressive Form der Sexualität törnt ihn mächtig an.

Nebenfiguren aus dem Bereich der Polizei

Staatsanwalt,
mehrere Kollegen im Dezernat bzw. der Sonderkommission (zeitweilig abgestellt für den aktuellen Fall)

Weiterer Roman-Charakter

Bea Matten
Mitte 20. Im Erzgebirge aufgewachsen. Exzellente Sportlerin im Free-Climbing-Bereich. Vor vier Jahren in Frankreich zum Buildering (Fassadenkletterei) gekommen. Lebt und trainiert heute in der Schweiz. Gilt in der deutschen Szene als die »große Unbekannte«, da sie nur sehr sporadisch bei Wettbewerben oder Veranstaltungen auftritt (wo sie dann aber sehr überzeugend ihre Kletterkünste zeigt und nahezu jeden männlichen Konkurrenten schlägt). In Frankreich hingegen ist sie für bezahlte illegale Kletteraktionen an Hochhäusern bekannt.
Bea benötigt dringend Geld, denn ihr erster Versuch, aus ihrer Kletterleidenschaft ein berufliches Standbein zu machen, scheiterte, als sie von einem Geschäftspartner ausgetrickst wurde und sie mit erheblichen Schulden in der französischen Schweiz Bankrott machte. Diese Pleite war von langer Hand geplant, denn wenig später tauchte ein Mittelsmann auf, der ihr ein Angebot machte, das sie nicht ablehnen konnte: 10 Millionen Euro für sechs kleine Jadefiguren, die sie aus den obersten Etagen verschiedener Hochhäuser stehlen sollte. Der Pferdefuß: Das Geld gibt es nur für alle sechs Figuren!
Was keiner weiß: Bea Matten ist nicht nur eine hervorragende Kletterin, sondern kann auch perfekt umgehen mit Gleitschirmen und Hängegleitern.

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Der Anfang:

1. Akt

Eröffnungsszene
Ein Einbruch bei einem Versicherungsunternehmen. Der Einbrecher lässt sich mit einem Seil vom Dach eines vielstöckigen Hochhauses herab und dringt durch die Außenfenster in das oberste Stockwerk ein. Der Einbrecher durchsucht zielsicher die Vorstandszimmer. An den Wänden teure Bilder, in den großen Büros wertvolle Skulpturen. In einer Glasvitrine finden sich ein paar kleine Figuren, etwa faustgroß. Der Einbrecher steckt sie in einen mitgebrachten Stoffbeutel und verschwindet, wie er gekommen ist: Durch das Außenfenster mit dem Loch.

Folgeszene
Am Tag danach. Kathrin Hölzle und Sabine Tenhagen sind mit dem Spurensicherungsteam bei der Versicherung. Sie versuchen herauszufinden, wie der Einbrecher in das Gebäude gelangen konnte (nicht weiter problematisch, da das Fenster ein entsprechendes Loch aufweist), wie der Täter aufs Dach gelangen konnte und vor allem: Was der Täter gestohlen hat. Denn das teure Originalbild von Picasso hat er im Rahmen gelassen. Die Spurensicherung findet auf dem Dach etwas. Kathrin und Sabine müssen nach oben. Kaum betritt Kathrin das Dach, treten erste Symptome ihrer Höhenangst auf. Sabine sieht sich völlig sorglos die Stellen an, wo der Einbrecher Spuren hinterlassen hat. Ein Mann der Spurensicherung meint, der Täter müsse an der Rückseite de Gebäudes die Fassade hochgeklettert sein. Sabine findet das alles »total abgefahren«!

(Der 1. Akt ist hier noch nicht beendet!)

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Das Ende der Handlung

4. Akt

Showdown
Bea Matten hat Sabine mit einem langen Seil gefesselt an den Rand des Hochhaus-Daches gestellt. Ein Stoß, und Sabine würde in die Tiefe stürzen. Kathrin erscheint auf dem Dach, in der Hand die von Bea zum Austausch gegen Sabine geforderte Jadefigur. Kathrin stellt Bea zur Rede. Ob diese Jadefigur das Leben eines Menschen wert sei. Bea erzählt von den 10 Millionen Euro, die von dieser einen Figur abhängen, und dass sie alles dafür tun würde. Kathrin kämpft mit ihrer Höhenangst. Bea fordert sie auf, näher zu kommen und die Jadefigur zu übergeben. Kathrin weigert sich und erzählt von ihrer Höhenangst. Bea lacht sie aus. So etwas kennt sie nicht. Kathrin geht runter und kriecht auf allen Vieren auf Bea zu. Dabei fordert sie, dass Bea Sabine endlich freilassen soll. Bea weigert sich und tänzelt nervös von einem Bein auf das andere. Kathrin sieht das und beginnt von dem Betrunkenen zu erzählen, wie er damals in der Gondel des Riesenrads auch so hin und her getänzelt ist. Kathrin, mittlerweile flach auf dem Bauch liegend, erreicht Bea. Die verlangt endlich die Übergabe der Jadefigur. Kathrin schätzt in Bruchteilen von Sekunden die Lage ein. Dann wirft sie die Jadefigur seitlich an Bea vorbei – über die Kante des Daches hinaus. Bea hechtet danach, bekommt die Figur zu fassen, verliert aber für einen Moment das Gleichgewicht. Dabei prallt sie gegen Sabine. Ein Schrei aus zwei Kehlen und beide Frauen, Sabine und Bea, kippen in den Abgrund. Blitzschnell greift Kathrin nach dem Ende des Seils und schlingt es um den Fuß einer Antennenbefestigung. Das Seil strafft sich ruckartig – aber noch immer ist der leiser werdende Schrei einer Frau zu hören.

Schlussszene
Unten vor dem Gebäude der Bank stehen Polizei- und Rettungswagen mit wild zuckenden Blinklichtern. Oben auf dem Dach wird Sabine mit aller Vorsicht auf eine Trage gelegt. Sabine flucht wie ein Kesselflicker und macht Kathrin für alles verantwortlich. Denn der abrupte Ruck beim Sturz über die Dachkante hat ihr vier Rippen gebrochen; außerdem hat sie jetzt schwere Quetschungen am Oberkörper und den Armen. Das würde monatelang keinen Sex bedeuten – wie soll sie das ihrem neuen Freund erklären? Kathrin nimmt die Vorwürfe lächelnd hin, immerhin hat sie mit ihrer schnellen Reaktion auf dem Dach ihrer Kollegin das Leben gerettet. Wiki kommt auf das Dach und blickt sehnsuchtsvoll Sabine nach, als sie durch die Tür in das Gebäudeinnere geschoben wird. Er seufzt. Dann berichtet er Kathrin, dass man unten zwar die tote Bea gefunden hat, aber von der Jadefigur keine Spur. Vermutlich ist die Figur beim Aufprall unten in Tausend Stücke zersprungen. Vermutlich, bestätigt Kathrin und blickt vom Dach in die Tiefe, jetzt völlig ohne Angst. Dann ergänzt sie: Oder da unten hat jemand gestanden und gewartet.

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Ein paar Basisinformationen zum Handlungsablauf:


Kurz nach dem ersten Einbruch gibt es einen zweiten bei der »Swiss Commercial Bank«. Die hat ein Penthouse auf dem Dach ihres Hochhauses, das offiziell als Übernachtungsmöglichkeit für wichtige Geschäftspartner dient - in Wahrheit wird das Penthouse als Edel-Puff genutzt, um fette Geschäftsabschlüsse zu feiern oder um sperrige Geschäftspartner eine »besondere Dienstleistung« zukommen zu lassen. Kathrin und Sabine finden das natürlich schnell heraus - was Sabine zu einigen saftigen Kommentaren veranlasst. Außerdem ist das Penthouse videoüberwacht (»nur um ein wenig Druck ausüben zu können, wenn unser Geschäftspartner später mal Probleme machen sollte«). So bekommt die Polizei erste Bilder vom Einbrecher.

Wiki findet heraus, dass es bereits vor ein paar Wochen ähnliche Einbrüche in Paris und London gegeben hat. Jedes Mal bei einer Bank bzw. Versicherung in der obersten Etage. Gestohlen wurden immer kleine Kunstgegenstände, nie wertvolle Bilder oder ähnliches. Bei jedem Einbruch wurde eine Jade-Figur gestohlen, die ein Tier zeigt. Wiki findet schließlich heraus, dass es dem Einbrecher um genau diese Jadefiguren geht. Es sind die Figuren des legendären Jadekaisers Yu-Di aus China (um 2000 v. Chr.).

Die zwölf Jadefiguren zeigen die Tiere des chinessichen Horoskops: Ratte, Büffel, Tiger, Hase (bzw. Katze), Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein. Die Legende besagt, dass das chinesische Volk dem Herrscher folgt, der bei einer Sonnenfinsternis in China im Besitz aller 12 Figuren ist und damit den aktuellen Herrscher stürzt. Die nächste Sonnenfinsternis in China findet am 20. Mai 2012 statt. Offenbar versucht da jemand, die Legende wahr werden zu lassen.

Da sich in Frankfurt noch eine dritte Jadefigur befindet, wollen Kathrin und Sabine dem Einbrecher eine Falle stellen. Das Unternehmen gelingt um ein Haar. Der Einbrecher kommt - aber nicht über die Gebäudefassade geklettert, sondern mit einem lautlosen Hängegleiter aus der Luft (zur Info: Hängegleiter nutzen Thermik, um Höhe zu erreichen. Großstädte produzieren in der Nacht erhebliche Thermik, wenn sie die tagsüber gespeicherte Wärme an die Umgebungsluft abgeben. Ein Hängegleiter mit einem Piloten, der ein Nachtsichtgerät trägt, kann dadurch problemlos Flughöhen von über 1.000 m und Flugstrecken von mehreren Dutzend Kilometern erreichen). Der Zugriff scheitert, weil Kathrin wegen ihrer Höhenangst nicht eingreifen kann. Der Einbrecher entkommt.

Die Presse berichtet über den dubiosen "Fledermaus-Einbrecher" und gibt auch Informationen über die beiden Kommissare preis. Bea entschließt sich zu einer Verzweiflungstat. Sie lauert Sabine auf und bringt sie in ihre Gewalt (dabei muss sie sehr trickreich vorgehen, denn Sabine weiß sich zu wehren!). Dann schickt Bea eine Nachricht an Kathrin: Sabines Leben im Austausch gegen die dritte Jade-Figur - auf dem Dach des Bankgebäudes! (Bea will Kathrins erkennbare Schwäche der Höhenangst ausnutzen). Kathrin lässt sich notgedrungen auf den Deal ein.



Was ich mir noch nicht wirklich zusammenreimen kann, ist das Finale. Wie gelangt Bea mit der gefangenen Sabine wieder auf (dasselbe, wenn ich recht verstanden habe?) Bankgebäude vom letzten Einbruchsversuch? Das wird doch offensichtlich bewacht, andernfalls gäbe es keinen Grund für Beas Überzeugung, nur über Sandra und Kathrin an die Figur zu gelangen.
Und die plötzliche Gewaltbereitschaft Beas geht mir etwas zu abrupt. Von einem Einbruch zum Mord ist ein großer Schritt. Warum ist sie so verzweifelt? Könnte man evtl. ein Telefonat mit ihrem Auftraggeber einbauen, der sie bei Mißerfolg selbst bedroht? Oder schon zuvor andeuten, daß sie wenig Skrupel hat, indem sie schon bei den ersten Einbrüchen körperliche Gewalt anwendet?

Ansonsten hätte ich in Akt 1, Szene 3 mit einer Büroszene am nächsten Morgen weitergemacht: Kathrin und Sabine berichten von dem Fassadenkletterer und wundern sich mit Wiki über die Beute, ein paar kleine Figuren ganz unterschiedlicher Herkunft und Qualität, von Meißener Porzellan bis Ägyptische Tonfiguren. Viktor will sich schlau machen, sowohl was den Einbrecher als auch was die Figuren angeht. Gerade in dem Moment läutet das Telefon. Ein erneuter Einbruch, wieder bei einer Bank, wieder in einem Hochhaus. Diesmal ist es das Penthouse auf dem Hauptfirmensitz der Swiss Commercial Bank. Kathrin und Sabine lassen alles stehen und liegen und brechen auf.
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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (25.07.2011, 08:20)
Wann ist denn wieder NaNoWriMo? cool5

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Sören
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Re:

von Sören (25.07.2011, 10:41)
Aaaaaaalsooo. Nun hab ich mich hier durchgerungen, den ganzen Thread zu lesen. Die Idee an solches , einen Gemeinschaftskrimi auf die Beine zu stellen nicht schlecht.
Nur habe ich ein kleines Problem. Ich kann nicht so schnell lesen.
Der Handlungsablauf (der ja scheinbar noch nicht so ganz fest steht) ist mir jetzt geläufig.
Ich würde mich daran beteiligen und alles aus der Sicht eines Obdachlosen schreiben, der in Frankfurt unter einer Brücke zu Hause ist und alles beobachtet.
Er meldet sich bei der Polizei zwar als Zeuge, aber aufgrund seines Alkoholkonsums, lässt sein Gedächnis ihn hin und wieder in Stich, so dass er sich fragt, ob es nun real war, was er gesehen hat, oder ob es nur seine Fantasie war, die ihm irgendwelche Bilder untergejubelt hat?
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Perchta
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Re:

von Perchta (25.07.2011, 18:05)
Valerie J. Long hat geschrieben:
Wann ist denn wieder NaNoWriMo?


November? Und wahrscheinlich wird bis dahin immer noch nur um den heißen Brei herum geredet. :lol:

@ Sören: Den Handlungsablauf hatte Siegfried eigentlich zumindest in groben Zügen entworfen (s.o.). Er hatte ja sogar schon angefangen, die ersten Szenen detaillierter auszuarbeiten.

An welcher Stelle hättest du deine Idee mit dem Obdachlosen als Zeugen denn einbauen wollen? Bisher sehe ich im Plot keine Stelle, an der ein unabhängiger Zeuge gebraucht würde.

Zunächst mal ist die Frage, inwiefern Siegfried als Initiator des Projekts inzwischen überhaupt noch Interesse hat. Ich habe vorhin erst gesehen, daß er das in einem anderen Thread verneint hat :( Dann ist die Sache ohnehin gestorben. Sorry, daß ich sie nochmal aufgewärmt habe.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.07.2011, 18:16)
Sören hat geschrieben:
Aaaaaaalsooo. Nun hab ich mich hier durchgerungen, den ganzen Thread zu lesen.


Wenn du dich schon durchringen musst, den Thread und damit die Idee und die Figurenzeichnung zu lesen, dann ist das kein guter Anfang bzw. Einstieg.

Sören hat geschrieben:
Ich würde mich daran beteiligen und alles aus der Sicht eines Obdachlosen schreiben, der in Frankfurt unter einer Brücke zu Hause ist und alles beobachtet.
Er meldet sich bei der Polizei zwar als Zeuge, aber aufgrund seines Alkoholkonsums, lässt sein Gedächnis ihn hin und wieder in Stich, so dass er sich fragt, ob es nun real war, was er gesehen hat, oder ob es nur seine Fantasie war, die ihm irgendwelche Bilder untergejubelt hat?


Welche aktive Rolle spielt der Obdachlose in der Geschichte? Was bewirkt er, wie beeinflusst er die Handlung? Gibt er der Handlung neue Wendungen? Was für eine Funktion hat er insgesamt?

@Perchta:
Es kann jeder diese Idee, dieses Konzept übernehmen. Das kannst du sein, das kann Thomas Becks sein, das kann Torsten Buchheit sein. Oder sonst wer. Ich habe für das derzeitigte Ergebnis schon viel zu viel Zeit, Arbeit und Aufwand da reingesteckt, als das ich da noch die Federführung mache. Die Rückmeldungen und die Ernsthaftigkeit sind mir einfach zu dünn.
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Perchta
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Re:

von Perchta (25.07.2011, 18:48)
Das ist extrem großzügig von dir, Siegfried, aber das würde ich in gar keinem Fall machen! Mich mit fremden Federn schmücken für ein Projekt, bei dem 95% der Arbeit ein Anderer geleistet hat? Ganz sicher nicht. So einen kleinen Funken Anstand habe ich schon noch im Leib.

Abgesehen davon denke ich nicht, daß ich das könnte. Ich kann gerne nach Kräften versuchen, mitzuarbeiten und mich einzubringen (falls jemand sich bereiterklärt, am Ende viele Füllwörter und Adjektive zu kürzen und meine zahllosen Nebensätze zu paratakten :D ). Aber ein derartiges Projekt zu organisieren? Dafür fehlen mir theoretische Kenntnisse, praktische Erfahrung und charakterliche Voraussetzungen.

Ich habe übrigens über die diversen "Überraschungen" nachgedacht, die laut deinem Entwurf in den einzelnen Akten passieren sollen, kann sie aber nicht wirklich plazieren. Ist die Überraschung im 1. Akt die Bedeutung der Jadefiguren? (Dann würde der erste Akt auch noch den gesamten zweiten Einbruch einschließen?) Oder sollte der Zusammenhang erst später in der Story klar werden? Die Überraschung im zweiten Akt Beas Auftauchen aus der Luft und die Enthüllung von Kathrins Geheimnis (für den Leser und die Antagonistin)? Und die im dritten Bea, die durch die Entführung Sabines die Initiative wieder an sich reißt?
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