Aldi, Lidl, Geox, Pepe Jeans, Markennamen & CO verwenden

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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SandraR
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Re:

von SandraR (20.09.2011, 17:05)
Abgemahnt wird im Regelfall vor allem im Internet. Abgemahnt wird auch weil so viele Bürger so schnell kuschen!
Ich habe vor vielen Jahren auch mal als Redakteur eines Rundfunksenders gearbeitet und zwar hatte ich ein Politmagazin, Abmahnungen wären auch als verantwortlicher Redakteur meine Sache gewesen und nicht die des Rundfunksenders. Es wird nur dort abgemahnt, wo Rechtsanwälte das Gefühl haben es mit leichter Beute zu tun zu haben.
Gerade der Aufruf zu Selbstzensur bereitet Abmahnanwälten doch erst den Weg zu den Opfern. Auch bei Abmahnungen gilt, auf keinen Fall zahlen!
Außer man hat zB. ein Bild im Internet geklaut und es weiter verbreitet.

Das Beste was einem Sachbuchautoren passieren könnte wäre der Versuch einer Abmahnung. Man stelle sich vor ein armes Hascherl, dass lediglich ein Buch über Einkaufsschnäppchen schrieb wird wegen einem positiven Bericht abgemahnt! Da gäbe es sicherlich Presse die sich darüber freuen würde.

Was geileres könnte ihr nicht passieren und das Sachbuch würde zum Bestseller. Also ich sehe hier die Bedenkenträgerei am falschen Ort!

Auch Marken verscherbeln ihre Kollektionen aus der letzten Saison an Grossabnehmer und die wiederum verkaufen sie zu einem günstigeren Preis. Du kannst also ruhig auch die Marke xxx zum Schnäppchenpreis yyy erwähnen. Ein Einkaufsberaterbuch ist genau das ein Beraterbuch.

Aus journalistischer Sicht würde ich ihr schon aus einem einfachen Grund nicht empfehlen anzufragen:) fragt sie an, hat es etwas von "Schleichwerbung". Unabhängig kann sie nur sein, genau...ohne anfragen.
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manuela3
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Re:

von manuela3 (20.09.2011, 17:37)
SandraR,
Dein letzter Beitrag hat mir gut gefallen. Wegen zwiespältiger Meinung habe ich heute den Versuch gestartet den ein oder anderen anzufragen und habe betont, dass ich die Firma ausschließlich "in diesem positivem Zusammenhang" erwähnen möchte, weil es sonst mehr wie ein Fantasiegebilde klingt. Es sollte nur auf den Fakten beruhen bla bla...
Da bekomme ich doch tatsächlich von Fa. Geox eine "Absage".. vielmehr eine kurze Nachricht, dass sie NICHT ERWÄHNT WERDEN MÖCHTEN... ok, heißt für mich irgendwie auch, dass sie zwar nicht möchten, aber ich scheinbar doch die Wahl habe... Sorry, aber ohne Nachdruck auf darauffolgende Folgen hinzuweisen klingt es für mich, als ob sie selbst wüßten, dass sie nichts dagegen tun könnten, falls ich sie dennoch erwähne. Vielleicht interpretiere ich es falsch, aber so kommt es definitiv rüber!!

Liebe Grüße
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

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Manu
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Re:

von Manu (21.09.2011, 12:55)
SandraR hat geschrieben:
Das Beste was einem Sachbuchautoren passieren könnte wäre der Versuch einer Abmahnung. Man stelle sich vor ein armes Hascherl, dass lediglich ein Buch über Einkaufsschnäppchen schrieb wird wegen einem positiven Bericht abgemahnt! Da gäbe es sicherlich Presse die sich darüber freuen würde.


Sorry Sandra, aber das ist naiv. Ich erinnere nur an eine Abmahnwelle von Jack Wolfskin gegen DAWANDA Handarbeiterinnen vor ca. 2 Jahren. Diese hatten Pullover und Kissen mit Pfoten gestrickt/genäht (waren nicht mal dem JW-Logo ähnlich), siehe hier. Da hätte sich auch keiner vorstellen können, dass es wegen so "kleiner" Hobbyarbeiten zu einem solchen Aufwand kommen würde. Die Presse hat vielleicht eine Zeitlang darüber geschrieben, aber trotzdem sind die Handarbeiterinnen auf den Abmahnkosten sitzengeblieben.
Also nochmal: besser, sich über einen Anwalt beraten zu lassen und nicht herumspekulieren, ob ein "ich möchte nicht genannt werden" nicht doch ein eindeutiges "NEIN" bedeutet.

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mtg
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Re:

von mtg (21.09.2011, 13:21)
manuela3 hat geschrieben:
Dein letzter Beitrag hat mir gut gefallen.

Das ist leider kein juristisches Kriterium ...

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SandraR
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Re:

von SandraR (21.09.2011, 15:37)
Ich möchte nicht genannt werden ist "nein". Allerdings sagt außer der Abmahnverschreckfraktion niemand die Autorin müsse alle Firmen anschreiben, weil das nämlich quatsch ist! Tut sie dies, wird es Firmen geben die natürlich ablehnen, und zwar a) sie ist in keinem Verband zB. Journalistenverband etc. b) Sie ist unbekannt c) gäbe es schon die Frage nach ihrer Objektivität. Man kann der Autorin noch Vorschlagen sich einen kleinen Job bei einer Zeitung zu suchen und Mitglied in einem Journalistenverband zu werden, da wissen alle so einfach geht das mit dem Abmahnen nicht. Pressefreiheit und dazu gehören auch Sachbücher kommen vor Abmahnen.
Wer hier naiv ist und wer nicht lassen wir lieber mal offen Manu! Die Geschichte bei den Katzen sind eine ganz andere Chose. Dort geht es um das schon erwähnte "Bildliche gestalten". Ich denke mal 35 Jahre Journalismus in allen Facetten, lassen sicherlich nicht auf Naivität schließen.

Dieses sich andauernd den Mund verbitten lassen, dass ist nicht nur Naiv sondern zeugt von Unkenntnis des Grundgesetzes.
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Horatius
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Re:

von Horatius (21.09.2011, 17:16)
Was hast denn jetzt das Grundgesetz damit zu tun?
Ist die Abmahnung erstmal im Haus, ob nun gerechtfertigt oder nicht, muss reagiert werden.

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Manu
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Re:

von Manu (21.09.2011, 17:47)
Es kann wohl kaum von Unkenntnis der Grundrechte die Rede sein, wenn man empfiehlt, sich Rechtssicherheit durch juristische Beratung einzuholen.

Es soll jeder nach seiner Façon veröffentlichen und ggf. dafür die Konsequenzen tragen. Punktum.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (21.09.2011, 18:53)
Ich stelle mir die Sache mal ganz plastisch (!) vor:
Manuela3 hat 1 Jeans der Firma XYZ für 20 € erstanden, die sonst im Laden 200 € kostet (und noch vieles andere mehr, ähnlich günstig);
Variante 1: sie fragt bei XYZ nach, ob sie die Firma und deren Fabrikate in diesem Zusammenhang nennen darf. Antwort: nein! Warum? Weil die Firma wenigstens den Großteil ihrer Produkte zum höheren Preis verkaufen und nicht als Ramschladen dastehen will.

Vairante 2: sie fragt nicht, nennt die Firma etc. Und irgendwie / Irgendwann findet sich die Firma mit ihren Produkten in dem Buch genannt (die Welt ist klein!). Firma klagt, weil sie hier eine Negativwerbung ("kauft nicht die teuren Sachen!") wittert und die Autorin kommt bestensfalls davon, indem ihr Buch nicht mehr verkauft werden darf. Aber wenn Firma XYZ den Eindruck hat, dass ihr durch dieses Buch Verluste drohen ... dann könnte es auch anders ausgehen.

So ist die Lage der Dinge.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Adriatic
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Re:

von Adriatic (21.09.2011, 19:16)
Hallo Manuela,

wäre es denn eine Lösung, dass du in einem Vorwort auf die Problematik hinweist, dass die realen Markennamen aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden dürfen, und du daher die Marken verändert hast.

Ich gehe davon aus, dass du gewisse Muster in deinem Buch vorstellen willst, wie man Schnäppchen schlagen kann. Wichtig ist das jeweilige Vorgehen beim Kauf, nicht unbedingt, welche Marke genau sich dahinter verbirgt. Wichtig ist, dass der Leser dir glaubt, dass reale Käufe hinter den Beispielen stecken. Diese Authentizität muss im Vorwort ganz klar und deutlich hervorgehoben werden.

Wenn Geox nun Zalux heißt, wird der sich auskennende Kaufinteressent wissen, wer gemeint ist.

Mir ist klar, dass diese Lösung unbefriedigend ist. Aber ich habe den Eindruck, du steckst gerade in einer ziemlichen Zwickmühle.
Coccobello (Roman) - Eine Reise in einem alten VW-Bus durch die Toskana

Adria-Express (Roman) - Eine Reise mit der Bahn durch Italien

Autoreninformation:
www.gerritfischer.de

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (21.09.2011, 20:11)
Was, bitteschön, soll das bedeuten (Eingangsposting):

Schnäppchen schlagen


??? book:

Man kann ein "Schnippchen schlagen" (jemanden übertreffen / überbieten / übertrumpfen / schlagen / ausstechen) oder ein "Schnäppchen machen" (etwas vorteilhaft kaufen).

LG Sesh

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (22.09.2011, 15:08)
Meine 5 Cent:

Ich frage nicht nach, ob meine Heldin einen Mini* fahren darf, sie tut es einfach. Solange sie nicht über ihr Auto schimpft...

Mein Lektor hat allerdings darauf hingewiesen, dass die Markennamen unbedingt richtig geschrieben sein müssen.

"Aldi" ist falsch. Die Firma schreibt sich "ALDI" in Großbuchstaben, und dann gilt es noch zwischen ALDI Nord und ALDI Süd zu unterscheiden.


Edit sagt: * Das alte Austin-Modell. Das Remake müsste MINI heißen.

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guenther klein
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von guenther klein (22.09.2011, 16:02)
Mein Gott, das was ich befürchtet habe, wird wohl eintreten.

Werden Schuhe bei Inlet gekauft, die 50% billiger eingekauft wurden, als sie bei Outlet kosteten, bekommt man dann ein Problem, wenn andere Leser den gleichen Rabatt fordern.

guenther

Horatius
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Re:

von Horatius (22.09.2011, 16:59)
Man könnte sich auch mal an diese Autoren wenden. In diesem Buch wimmelt es nur so von Markennamen.

Die Schnäppchenjägerin: Roman [Taschenbuch]
Sophie Kinsella, Marieke Heimburger
http://goo.gl/cGFLx

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Lennox
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Re:

von Lennox (13.10.2011, 22:32)
Sorry, ich spreche nicht direkt das Problem des Thread an... aber...

Ich finde es echt erbärmlich, dass man so sehr aufpassen muss, was man schreibt. Wenn die Threadstarterin halt die Preise vergleicht, und findet, dass ein Laden abstinkt, dann ist das ihre Meinung. Und die darf man doch wohl vertreten, oder? Anscheinend nicht.
Diese inoffizielle "du darfst die Marke nur nennen, wenn du sie in den Himmel lobst"-Regel ist lächerlich. Aber es entspricht anscheinend der Realität.

In meinem Roman (!) wird beschrieben, wie verdammt fettig die Tische bei McDonalds sind. Sie sind meistens doch recht sauber, aber in dem Roman ist der Tisch halt verdammt fettig. Ich könnte mir nun in die Hose machen, weil man mich deswegen verklagen könnte - aber was soll's. Ich will gerne schreiben, was ich will. Sollen die Spinner mich doch holen.
Man erstickt förmlich vor lauter Regelbrocken. Es bleibt kaum noch Platz zum Atmen.

Ich kenne einen bekannten britischen Autoren, der in seinen Sachbüchern (!) behauptet, dass viele bekannte Politiker an satanistischen Ritualen und Kinderschändungen beteiligt sind. Er nennt auch Namen.
Mich wundert es, dass er noch nie Ärger bekommen hat. Vielleicht hat er ja Recht!? ;)

Alles in Allem: Big Brother is watching us.

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