Kinderbuch - Fragen

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Antje266
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Kinderbuch - Fragen

von Antje266 (09.10.2011, 21:53)
Hallo an alle,

ich weiß nicht, ob es diese oder ähnliche Fragen es schon mal hier gibt/gab. Gefunden habe ich jedenfalls nichts dazu. Eigentlich schreibe ich eher Jugendbücher. Doch nun habe ich mich dazu entschlossen, ein Märchen für Kinder zum Vorlesen ab 6 Jahre zu schreiben. Folgende Fragen würden mich interessieren:

1. Müssen oder sollten Kinderbücher Bilder haben?
2. Wie einfach sollte der Text sein? Was verstehen Kinder schon?
3. Wie sollte ein Vorwort/eine Einleitung aufgebaut sein?
4. Welche Schriftart ist empfehlenswert?
5. Wer hat sonst noch Tipps, was bei einem Kinderbuch zu beachten ist?

Damit habe ich leider nicht so die Erfahrung, möchte aber nun aus einem Märchen, das ich mal für Kinder geschrieben hatte, nun ein Buch machen und nehme es als Vorlage. Schön wäre es, wenn ich hier Kinderbuchautoren finden würde, die mir schreiben könnten, auf was man so achten sollte.

Liebe Grüße
"Zwischen gestern und morgen"
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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (09.10.2011, 22:20)
Hallo Antje,

als Mutter kann ich dir den Tipp geben, Kinder nicht zu unterschätzen.
Sechsjährige als Zielgruppe - das ist das Alter, wo die Kinder schon beginnen, selber zu lesen. Da kommen Vorlesebücher oft nicht mehr so gut an, übrigens auch bei den Eltern nicht, die greifen hier lieber zu Erstlesebüchern.
Du solltest überlegen, ob du ein Buch machen willst, das zum Erstlesen geeignet ist (d.h. weniger Text, keine komplizierten Wörter, leicht fassliche Sätze).

Kinderbücher sind in den allermeisten Fällen bebildert. Das macht Sinn. Wenn du ein Vorlesebuch machen willst: gerade dabei sind die Bilder wichtig, denn die Kinder schauen sich gern im Buch etwas an, während sie den Text vorgelesen bekommen. Die Bilder werden übrigens während des Vorlesens haargenau geprüft, ob sie auch mit der Handlung kompatibel sind. :D

Was Kinder in dem Alter schon verstehen, nun, das hängt sehr stark vom Kind und von der Fähigkeit der Eltern, zu erklären, ab. Eine generelle Aussage wird man hier nur schwer machen können. Ein Test mit einer Textprobe an Kindern im Freundes- und Bekanntenkreis könnte dir weiterhelfen.

Vorwort/Einleitung: braucht das Kinderbuch nicht zwangsläufig. Es sei denn, du hast einen speziellen Inhalt, den du den Eltern damit nahebringen möchtest. Ansonsten ist das überflüssig.

LG, Anke

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (09.10.2011, 22:20)
Ich bin sehr für Bilder. Ich liebe Bilder in Büchern (und Comics). Und beim Vorlesen ist es toll, wenn man seinen Kindern auch mal ein Bild im Buch zeigen kann. Schließlich sollen sie ja auch mal lesen lernen, und wenn da im Buch nur eine Buchstabenwüste ist, sind sie überhaupt nicht motiviert.

Viele Grüße

Torsten
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SandraR
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Re:

von SandraR (09.10.2011, 22:36)
Die Schrift muss bei Kinderbüchern für Kinder ab 6 deutlich größer sein als für ältere Kinder. Bilder gehören sicherlich rein, aber weniger als bei Büchern für 4 Jährige.
Der Sprachschatz muss eingeschränkt sein, kleine Kinder haben nicht die gleichen Sprachkenntnisse wie 10 jährige.
Es gibt Durchschnitte wie viele Wörter der Wortschatz eines 6 jährigen hat. Mein Rat wäre Pädagogen für das Vorschulalter zu fragen.
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Antje266
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Re:

von Antje266 (09.10.2011, 22:43)
@ Anke: zunächst einmal danke ich dir für deine Antwort. Nun, ich möchte im Grunde ein Märchenbuch erstellen. Ich weiß, dass Kinder in dem Alter anfangen, selber zu lesen. Meine Nichte ist 6, aber schon in der 2. Klasse. Sie wurde mit 5 1/2 Jahren eingeschult. Für sie soll das Buch auch sein. Das Problem ist nur, dass sie weiter weg wohnt und ich mir ihre Bücher, die sie hat, nicht ansehen könnte. Außerdem soll das Buch eine Überraschung für sie sein. Nur weiß ich auch, dass das nicht die Regel ist. Von daher hänge ich irgendwie in der Luft. Kinderbücher für Kinder zum selber lesen zu erstellen, ist für mich unheimlich schwer, weil ich so einfach gar nicht denken kann. Deswegen habe ich an ein Vorlesebuch gedacht. Ab 6 Jahre soll das Buch schon sein, wenn nicht eher für ältere. Einiges habe ich nun schon geschrieben. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Sätze immer schwerer werden. Deswegen habe ich gefragt. Eine Textprobe in einem Freundes- Bekanntenkreis macht nur Sinn, wenn ich auch einen mit Kindern hätte. Habe ich leider nicht. Was das Vorwort/die Einleitung betrifft, habe ich derzeit noch keinen Inhalt.

@ Torsten: Danke für deine Antwort. Ja, dann werde ich mal sehen, wie ich das mit Bildern überhaupt machen werde. Zuerst sollte ich jedoch den Text schreiben. Bilder in Büchern finde ich auch gut.

LG
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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (09.10.2011, 22:51)
Ich denke, daß der Wortschatz von Kindern unterschätzt wird. Meine beiden Töchter haben schon im Kindergartenalter Wörter verwendet, die die Omas nicht kannten.

Du kannst natürlich in beliebig viele Kinderbücher reinschauen, die bei Amazon angeboten werden und eine Blick-ins-Buch-Funktion haben. Orientiere dich am besten an den Verkaufslisten und such dann Vorlesebücher für 6jährige.
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Tito
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Re:

von Tito (09.10.2011, 22:51)
Hallo!!! Also:

1. Ja, wäre schon schön! Ich denke gerade an das Abenteuer des kleinen Prinzen, da waren auch ein paar Bilder dabei, ich glaube wenn man das ganze ohne Zeichnungen macht, wird es vor allem für Kleinkinder oft langweilig. Zumindest so ein paar kleine Zeichnungen sollten nicht fehlen thumbbup
2. Das würde ich natürlich in den Kontext mit den Zeichnungen setzen. Umso mehr Bilder du hast, desto einfacher "darf" aber muss nicht die Sprache sein. Ich würde dir auch gerne der Stelle den kleinen Prinzen empfehlen oder schau mal in ein paar alte Disneybücher, ich glaube diese Sprache ist für Kinder besonders gut verständlich und anschaulich, versuche womöglich komplizierte Begriffe wie Hypotenusenquadrat, planck'sche Wirkungsquantum (...) zu vermeiden.
3. Im Ernst, ich glaube Kinder interessieren sich nicht für ein Vorwort des Autors, ich habe zumindest immer getrost diese Seiten weggeblättert, möchtest du trotzdem eines machen, dann halte es auf jeden Fall knapp und erzähle warum du zu dieser Geschichte gekommen bist, was du persönlich mir ihr verbindest, setze ein paar Sinnesbilder, auf die der Leser von selbst im Buch zurückgreifen kann.
4. Ich empfehle Dir: Tunga; Comic Sans MS oder Arial, wobei natürlich jede Schriftart geht, wenn du groß genug schreibst - außer altdeutsche Schrift!!!
5. Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen Bezug zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu nehmen (Liebe, Freude, Lachen) und die Welt der verklemmten Erwachsenen, also genau das, woraus dieses BoD-Forum von Autoren besteht (mit wenigen Ausnahmen, z.B. Sandra love1), zu abstrahieren und farbenfroh zu schreiben. Natürlich kann das auch in Kontext gesetz werden mit deinen Bildern. Versuche über die Einfachkeit der Sprache und des Sinnes den Kindern etwas beizubringen. Ich wünsche Dir viel Erfolg!!! LG Titus

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Tito
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Re:

von Tito (09.10.2011, 22:56)
SandraR hat geschrieben:
Die Schrift muss bei Kinderbüchern für Kinder ab 6 deutlich größer sein als für ältere Kinder.
- guck mal an der Stelle in dein Telefonbuch rein, diese Größe sollte ausreichen cheezygrin

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Re:

von SandraR (10.10.2011, 07:02)
Beim Buchsatz gibt es für Kinderbücher ganz klare Standards Tito. Wenn du natürlich so ein armes Kind warst, dem nur das Telefonbuch zum lesen gegeben wurde... cheezygrin
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Re:

von fasanthiola (10.10.2011, 10:16)
SandraR hat geschrieben:
Beim Buchsatz gibt es für Kinderbücher ganz klare Standards Tito. Wenn du natürlich so ein armes Kind warst, dem nur das Telefonbuch zum lesen gegeben wurde... cheezygrin


und zu den standarts gehört die comic sans ganz sicher nicht ;-) schriften mit kapitälchen sind leichter lesbar (zb garamond), denn sie helfen dem auge, die zeile zu halten. große schrift, etwas kürzere sätze, da sich den kindern der sinn eines satzes oft erst nach dem punkt erschließt. sie haben jedes einzelne wort erfasst, dann lesen manche kinder noch mal den ganzen satz und dann begreifen sie.
bilder unterstützen das verständnis und helfen, den inhalt zu behalten, weil man die bilder später, auch ohne den text zu lesen, ansehen kann und sich an das gelesene erinnert.

hier wurde bereits ein paarmal die meinung vertreten, man dürfe kinder nicht unterschätzen. dem stimme ich absolut zu. ich habe 9 jahre lang einen kindergarten geleitet und den kindern auch sehr anspruchsvolle sachen vorgelesen.
wenn man nämlich gut vorlesen kann, die texte auch mal unterbricht, um zb mit den kindern über den inhalt zu diskutieren (ja, diskutieren! das meine ich genau so! ich habe es geliebt!!!) dann nehmen die kinder jeden text begierig auf.
und was deine nichte angeht, für die du das buch als überraschung schreiben willst: sie wird so begeistert von dir sein, dass sie sich sogar durch einen zeitungstext wühlen würde. sie wird das buch auch dir zuliebe lesen wollen. das kind eines bekannten hat sich mit sieben jahren die griechischen heldensagen vorgenommen! und karl may! warum? weil sein geliebter opa ihm die bücher geschenkt hat mit der bemerkung, das seien als kind seine lieblingsbücher gewesen und er liebe sie heute noch.

wenn du keine kinder im bekanntenkreis hast, dann frage doch mal in einem kindergarten nach. du brauchst dein märchen gar nicht selbst vorzulesen, gib es den erzieherinnen und setze dich nach hinten. beobachte die kinder, hör dir ihre bemerkungen an. anschließend unterhältst du dich mit den erzieherinnen darüber.
ich bin mir sicher, du wirst nicht abgewiesen.

gruß
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SandraR
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Re:

von SandraR (10.10.2011, 10:46)
Und ganz WICHTIG! Kinderbücher kaufen Erwachsene angle: es muss also unbedingt den Eltern gefallen.
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Vivanini
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Re: Kinderbuch - Fragen

von Vivanini (10.10.2011, 11:53)
Antje266 hat geschrieben:
Hallo an alle,


1. Müssen oder sollten Kinderbücher Bilder haben?
2. Wie einfach sollte der Text sein? Was verstehen Kinder schon?
3. Wie sollte ein Vorwort/eine Einleitung aufgebaut sein?
4. Welche Schriftart ist empfehlenswert?
5. Wer hat sonst noch Tipps, was bei einem Kinderbuch zu beachten ist?



Liebe Grüße



Hallo Antje,

mein Jüngster (noch 6 ein Zweiti :wink: ) meint Bilder sind wichtig. cheezygrin

Bei den restlichen Fragen rate ich dir mal dir ein Bild in einer Buchhandlung zu machen.
Da dann aber eher zu Büchern speziell für die Klassenstufe als für die Altersstufe ansehen.

Aber da du auch ein spezielles Kind für dein Buch als Empfänger hast, solltest du Ihre Vorlieben auch kennen.
Ich denke da so an die Fragen:
Tut sich die Kleine schwer mit dem Lesen? (dann lieber größere Schrift und viele Bilder und leichteren Wortschatz)
Oder liest sie alles was ihr unter die Finger kommt? (dann kann es auch etwas kleiner und weniger Bilder sein und der Wortschatz darf dann auch etwas komplizierter sein)
Die Schriftart würde ich an dem der Lesebücher der Zweitklässler angleichen. Ich hab bei Niclas gemerkt, dass Buchstaben, die anders geschrieben werden, ihn irritieren. Das große I (i) und das kleine l (L) sorgen da immer für fragende Blicke. (siehe auch hier smart2 )


Es ist also gar nicht so einfach.
Wenn du aber Bedarf an Testpersonen hast, mein Jüngster probiert bestimmt gerne mal deine Texte.
Und wenn du Bedarf an Lesebüchern der Zweitklässler hast, kann man da bestimmt auch was machen. cheezygrin
LG Anja

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Ein Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.
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