Buch auf Rechnung

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hwg
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Re:

von hwg (19.12.2007, 06:57)
Gegen Vorauskasse bestelle ich grundsätzlich nichts mehr.
Es ist mir früher mehrmals passiert, dass ich einem Autor
für sein Buch den Betrag überwiesen, das Exemplar jedoch
trotz mehrmaligem Schriftverkehr nie gesehen habe.

Einmal ist ein Buch aus einem Kleinverlag zerfleddert ange-
kommen. Das Hin- und Hersenden hat dann mehr gekostet
als das Büchlein.

Seitdem kaufe ich Bücher nur mehr in
der Buchhandlung, dort weiß ich sofort, was ich in Händen
habe. Außerdem bezahle ich per Monatsrechnung ohne
irgendwelche zusätzlichen Kosten.

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (04.01.2008, 09:41)
Goodbye!
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roland_lange

Re:

von roland_lange (04.01.2008, 10:19)
Hallo ...
... und zunächst ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Also, ich verkaufe die meisten Bücher, CD's und Notenhefte über meine Homepage und habe auch die Bezahlung gegen Rechnung im Programm. In den zurückliegenden 5 Jahren habe ich, soweit ich mich erinnere, eine einzige Rechnung in den Wind schreiben müssen.
Prinzipiell würde ich auch säumige Zahler "verfolgen" wollen, habe es aber nie ernsthaft in Betracht gezogen, wegen des "Kosten-Nutzen-Faktors".
Es hat jedoch oft Besteller gegeben, die die Zahlungsfrist, auch nach schriftlicher Mahnung, nicht eingehalten haben. In all diesen Fällen habe ich die Telefonnummer ermittelt (sofern sie bei der Bestellung nicht angegeben war) und mich persönlich gemeldet. Das hat immer wahre Wunder gewirkt.
Was übrigens die Bestellungen aus der Schweiz angeht - die haben da das Franken-Euro-Problem und die Geld-Transaktionen verschlingen oft mehr Gebühren, als die Ware selbst kostet (bei Kleinbeträgen). Also, die Schweiz ist für mich auch ein "heißes Pflaster" und Bestellungen der Eidgenossen behandele ich immer so, dass ich vorher persönlich Kontakt aufnehme und die Zahlungsmodalitäten genau abkläre. Hat bisher immer geklappt.

Gruß
Roland

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (04.01.2008, 10:24)
Es bleibt immer ein Risiko, auf Rechnung zu versenden. Ich gebe allen regelmäßigen Bestellern die Chance, Rechnungskunde zu werden, wenn sie mich überzeugt haben. Bislang mußte ich im Höchstfalle mal vier Wochen auf mein Geld warten.

Ich war im früheren Berufsleben als öffentlicher Vollstrecker und Fachdozent für Vollstreckungswesen tätig. Von daher kenne ich alle Wege, sich aus der Verantwortung zu ziehen bzw. jemanden in die Pflicht zu nehmen und die Forderung beizutreiben.

Dem normalen Autoren würde ich immer raten, in die Rechnung den Eigentumsvorbehalt aufzunehmen. Dann ist die Ware einklagbar und auch abholbar. So wird es auch in jedem vernünftigen Existenzgründerseminar erklärt. Niemals würde ich auf Mahnungen verzichten, egal wieviel das kostet. Die Mahnkosten und Verzugszinsen erhöhen den Wert, falls es mal zum Vollstreckungsverfahren kommt.

Der Mahnbescheid ist im Übrigen mit keinen großartigen Kosten verbunden und wirkt ungemein. Wenn der Besteller bereits reichlich insolvent ist und im Schuldnerverzeichnis seines Wohnort-Amtsgerichts steht, wirkt eine angedrohte Anzeige wegen Betruges sehr oft Wunder.

Schwarze Listen sind, sofern sie öffentlich geführt werden, in Deutschland verboten. Allerdings ist es nicht verboten, einen Bekannten aus dem Wohnort des Schuldners mal vorbei zu schicken und Ermittlungen anzustellen. Da wir dank Internet ein hübsches Netzwerk an bekannten Menschen haben, wäre es ein Leichtes, engagierte Menschen mal an der Tür klingeln zu lassen.

Ein Vollstreckungsbescheid als Folge des Mahnbescheides kostet, wenn überhaupt, nur geringe Gebühren und berechtigt dann zur Beitreibung. Die Gebühren des Gerichtsvollziehers richten sich nach der Höhe der Forderung und die zahlt der Schuldner. Der Vorteil ist eine detaillierte Aufklärung über die Vermögens- und Lebenssituation des Schuldners und eine vollstreckbare Forderung für die nächsten 30 Jahre. In den wenigsten Fällen kommt es dazu allerdings, weil spätestens dann gezahlt wird.

Wem das alles zu aufwändig ist, der sollte weiterhin Bücher verschenken und solchen Menschen mit ihrem Fehlverhalten dadurch Recht geben.

Wie oben schon erwähnt, im Zeitalter von ebay sind die Menschen Vorkasse gewohnt. Ich würde auch, wenn der Verkauf über eine Website läuft, GiroPay oder PayPal anbieten, auch wenn es Gebühren kostet. Das Risiko der Nichtzahler mindert sich damit auf annähernd Null.

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PvO
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Re:

von PvO (04.01.2008, 10:34)
Und du meinst ernsthaft, wenn es sich um Beträge um die 15 Eus handelt, dass da jemand all dieses Maßnahmen ergreift?
Ich habe bis jetzt nur ein Buch nicht bezahlt bekommen und verschicke immer mit Rechnung.

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (04.01.2008, 10:45)
Goodbye!
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matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (04.01.2008, 10:47)
Andreas T. hat geschrieben:
CeKaDo hat geschrieben:
...Der Mahnbescheid ist im Übrigen mit keinen großartigen Kosten verbunden und wirkt ungemein. Wenn der Besteller bereits reichlich insolvent ist und im Schuldnerverzeichnis seines Wohnort-Amtsgerichts steht, wirkt eine angedrohte Anzeige wegen Betruges sehr oft Wunder....

Aber wie verhält es sich, wenn ein deutscher Autor bei einem säumigen Kunden aus der Schweiz an sein Geld kommen will?


Bevor ich mir den Schlamassel antue, verschicke ich nur gegen Vorkasse. Ausnahme: Menschen, die ich gut kenne. Aber selbst manche Freunde vergessen oft, dass man ihnen das Buch nicht geschenkt hat.....

Matthias

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (04.01.2008, 10:55)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (04.01.2008, 12:18)
Obwohl ich ja geschrieben hatte, dass ich nur gegen Vorkasse verschicke, habe ich vor Weihnachten zwei Ausnahmen gemacht. Da hätte Bankweg + Postweg nicht mehr ausgereicht. Und die beiden Leute waren sehr bemüht, schnell zu überweisen. Einer schickte mir sogar einen Screenshot seiner Online-Überweisung zu.

Ich werde es so belassen. Wie auch Matthias sagt, durch ebay sind die Leute Vorkasse gewöhnt, keiner stört sich dran, jeder wird es verstehen. Aus bestimmten Gründen werde ich aber auch mal Ausnahmen machen.

Ins Ausland habe ich bisher nur einmal verschickt, das war nach Spanien. Dauerte alles etwas länger, hat aber auch geklappt. Und Sohnemann der Frau in Spanien ist hin und weg von den Hannah-Geschichten. cheezygrin Es gab allerdings eine "Beschwerde": Da Hannah sich abends einen Kakao macht, möchte er jetzt auch immer Kakao vor dem Schlafengehen. :wink:

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (04.01.2008, 13:26)
Nur gegen Vorkasse zu versenden ist tatsächlich der beste Schutz. Von mir erhalten auch nur besonders vertrauenswürdige Menschen das Buch gegen Rechnung.

Vollstreckung gegen ausländische Bürger im Ausland funktioniert ähnlich wie im Inland. Der Weg bis zum Vollstreckungsbescheid ist gleich. Dann allerdings weichen die Maßnahmen erheblich ab. Problematisch ist es in der Schweiz, daß sie nicht zur EU gehört und damit wahrhaftig jenseits aller Abkommen zu stehen scheint. Verschiedene Abkommen sichern jedoch grundsätzlich die Ansprüche.

Problematisch ist auch, daß deutsche Behörden grundsätzlich keine Zustellung ins Ausland übernehmen wollen. Somit liegt die Zustellungspflicht beim Gläubiger selbst. Eine Koordinierungsstelle übernimmt das zum Gebührensatz von m.W. 175 €!

Mit anderen Worten und kurz zusammengefasst: Es ist billiger, in die Schweiz zu reisen und den Schuldner aufzusuchen. Leider :(

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (04.01.2008, 16:21)
Goodbye!
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CeKaDo

Re:

von CeKaDo (04.01.2008, 17:09)
Das macht Sinn.

Ich muß dazu sagen, daß ich im Jahre 2003 meine erste Selbständigkeit nach knapp 9 Jahren beendet habe, weil mich einige große Auftraggeber nach Rechnungsstellung "wegen nicht genehmigter Haushalte" auf meinen Forderungen haben sitzen lassen. Das waren mir zuviele Außenstände, unter denen die ehrlichen Kunden leiden mußten, weil der Laden leerer wurde und die Lieferzeiten mangels Mittel immer länger wurden.

Heute kassiere ich sofort und treibe keinen Handel mehr. Aus Schaden wird man(n) zwar nicht reich, doch zumindest klug.

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Claire
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Re:

von Claire (05.01.2008, 10:30)
Judith hat Folgendes geschrieben:
Es gab allerdings eine "Beschwerde": Da Hannah sich abends einen Kakao macht, möchte er jetzt auch immer Kakao vor dem Schlafengehen.

Liebe Judith,

da hast du aber auch etwas ganz Schlimmes angerichtet! cheezygrin

Die wenigen Bücher, die ich bisher verkaufen konnte - mangels Masse - habe ich auch bezahlt bekommen. Entweder habe ich eine Rechnung mitgeschickt (den Eigentumsvermerk werde ich aber noch reinnehmen) oder habe bei Direktverkäufen eine Quittung ausgestellt.

LG Claire
LG Claudia
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Birgit Fabich
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Hurra - auch ein kleiner Wurm kann siegen!!!

von Birgit Fabich (21.11.2008, 21:13)
Um dem ganzen hier einen positiven Abschluss zu geben -
ich habe ein Inkassounternehmen beauftragt, das selbst für kleine Beträge sich die Mühe macht
und habe gestern die wunderbare Mitteilung bekommen,
dass mir mein Anteil überwiesen wird
(ist sogar mehr, als ich eigentlich bekommen hätte)
also werde ich wohl auch meine zweite nicht bezahlte Rechnung zur Bearbeitung weitergeben ...
Gruß Birgit (alias der kleine Wurm)
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
www.blix-derneueselbstverlag.de
www.geschichtenfuer.blogspot.com

Duval
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Re:

von Duval (22.11.2008, 09:16)
Kleiner Nachsatz zur Zahlungsmoral der bösen Schweizer

Mir ist auch schon zu Ohren gekommen, dass die Schweizer, (bin auch Schweizer), manchmal eine schlechte Zahlungsmoral haben.
Ich glaube ich weiss woher das kommt. Bei uns ist es üblich, dass man nur einmal im Monat seine Zahlungen erledigt. Das hat sich einfach so eingebürgert, und wird als normal empfunden.
Wenn man beispielsweise am 2. November ein bestelltes Buch erhält, dann bezahlt man dieses erst am 31. November. Wir werfen alle Rechnungen die sich im Laufe des Monates ansammeln, zuhause in eine Kiste, und marschieren mit diesen Rechnungen Ende Monat, manchmal auch später, zur Post oder zur Bank um sie zu bezahlen. Online-Banking macht kaum jemand. Dass jemand sofort bezahlt ist in CH absolut unüblich.
Egal welches Datum auf einer Rechnung aufgedruckt ist, egal welche Zahlungsfrist aufgedruckt ist, dieses wird in der Schweiz ignoriert, bis es Ende Monat ist.
Ich habe aus diesem Grund auch von BOD eine Mahnung erhalten. Fast alle von uns erhalten Mahnungen. Wenn eine Mahnung kommt, dann wird wieder abgewartet, bis es wieder Ende Monat wird, und dann bezahlt.
Ausnahme: Wenn es einen Rabatt oder Skonto bei sofortiger Zahlung gibt. Dann marschieren wir ausnahmsweise mal gleich am nächsten Tag zur Post.

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