Book on Demand Autoren schlechter als andere?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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SandraR
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Re:

von SandraR (08.01.2008, 13:31)
Als Buchreihe gefaellt mir an BoD dass ich auch mal einen Autor auflegen kann (oder Uebersetzen) bei dem mir klar ist, er ist ausdruecklich nicht Massenfaehig. Er schreibt zu schwierig, Kunst mit glaenzenden Metaphern, die aber die liebe Masse gaehnen lassen wird.
Bei BoD kann ich eben auch mal was verlegen, was ich bei einem richtigen Verlag aus wirtschaftlichen Gruenden unterlassen muesste.
Wieviele Leute kaufen sich Buecher zum Thema Nanotechnologie aus reinem Interesse? Wohlverstanden Leute die keine Physiker sind, die sich aber einfach fuer Entwicklung interessieren. Oder ueber Hirnforschung? Solche Buecher sind zum Teil schwer zu finden und sie sind schwer zu finden, weil sich eben die Masse dafuer nicht interessiert.
Mir ist als Leser vollkommen egal, bei welchem Verlag ein Buch erschien, ob BoD oder Zuschuss oder Heine, mir geht es um das Thema und den Inhalt finde ich dann gut, oder eben nicht.
Ist der Inhalt gut, werde ich den Autoren im Auge behalten und auch das naechste Buch kaufen, wenn nicht probiere ich den naechsten Autoren zum Thema X aus.
Wieviele der Klassiker wuerden Heute eine Chance haben als Newcomer? Goethe im Konjunktiv wuerde wohl kein Verlag heute verlegen, wenn Goethe Jahrgang 1970 waere. Die Liste laesst sich nach meiner Meinung endlos fortsetzen.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

Laura
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Re:

von Laura (08.01.2008, 14:17)
PvO hat geschrieben:
dass viele Leser offenbar der Meinung sind

Das ist ein weiterverbreiteter Irrglauben. Dem Leser ist es egal, wie das Buch entstanden ist. Ich hab's schon mal gesagt. es ist wie im Restaurant, dort ist dem Gast auch egal, ob sein Essen auf Gas Elektro oder Holz gekocht wurde, Hauptsache es schmeckt.
Diese Diskussionen werden doch nur zu ca 99% in diversen Foren von Schreibinteressierten Kollegen geführt. Ich wage zu behaupten, dass der Durchschnittleser gar nicht weiß, was BOD überhaupt bedeutet.
Was über Lektorat gesagt wurde, stimmt auch nur zum Teil. Ich hab für einige meiner Bücher Lektoren privat engagiert. Glaubt ja nicht, dass die Fehlerfrei sind. Traurig aber wahr.


Das sehe ich genauso. Gruß Laura

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Claire
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Re:

von Claire (08.01.2008, 16:19)
Dali sagte einst zu seinen Lehrern an der Kunstakademie: "Wer sind Sie eigentlich, dass Sie sich anmaßen, über meine Werke zu urteilen?" (Gut, dass brachte ihm den Ausschluss ein, aber seine Kunst hat sich durchgesetzt!)

Im Verlagswesen ist es nicht anders. Auch da sitzen Leute, die meinen, sie hätten die Weisheit für sich gepachtet. Dass die sich auch schon ganz gemein vertan haben, ist ein offenes Geheimnis. Ich darf an Autoren wie Sartre oder Steinbeck erinnern (um nur einige zu nennen), deren erste Manuskripte auch abgelehnt wurden. Gut, sie haben dann nachher nur den Literaturnobelpreis bekommen, also - was soll's. Vielleicht wären die auch ganz froh gewesen, wenn sie eine Möglichkeit wie BoD gehabt hätten. Steinbecks erster Roman erschien 1929. Erste Erfolge hatte er erst 1935 mit "Tortilla Flat". Bis dahin war er auch ein "No-Name".
Die "richtigen" Verlage nehmen auch nicht nur gute Manuskripte an, wie manche noch glauben. Die Masse an grottenschlechten Promi-Biographien ist ja wohl mehr als Beweis. Das Problem ist, dass da aber der Erfolg vorprogrammiert ist. Einen - natürlich nur aus Versehen - erfolgreichen No-Name-Autor kann man immer noch "freikaufen", was schlussendlich günstiger ist, als im Vorfeld zu investieren.

Ich, für meinen Teil, habe mein Buch nicht bei BoD veröffentlicht, weil ich meine, dass es nie bei einem "richtigen" Verlag angenommen worden wäre, sondern weil ich die angestaubte Maschinerie umgehen wollte. Wäre es anders, hätte ich lieber in Schuhe investiert.

LG Claudia
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El Creeco
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Re:

von El Creeco (08.01.2008, 22:57)
Hallo,
danke für die vielen Antworten. :? . Das Forum, das ich meine, war allerdings kein Schreiber, sondern für Leser. Aber wahrscheinlich ist das (fast) dasselbe. :P
Ich finde es halt nicht unbedingt fair, wenn Leute diese Ansicht vertreten. Das Problem bei den BoD Büchern ist doch meist der, dsas sie nicht m Laden stehen und entsprechend präsentiert werden. Viele Leute die ich kenne, wählen jedoch nach diesen Kriterien ein Buch aus.
Fertig präsentiert, ansprechendes Cover, und einfach zugreifen. Warten wollen die Wenigsten.
Gut finde ich von BoD, dass die Möglichkeit besteht, eine Leseprobe zuzufügen. Ich habe selbst schon einige Titel von BoD gekauft, (mit entsprechender Wartezeit, auf die ich allerdings immer vorbereitet bin :P ), cheezygrin , und diese hab ich mir aufgrund der Inhaltsangabe und Leseprobe ausgewählt. Etwas ungeschickt finde ich, wenn nicht mal ein Klappentext dasteht, wie es einige Leute handhaben. Anhand eines Titels würde ich niemals ein Buch kaufen, von dem ich nicht mal weiß, um was es darin geht, bzw. wie der Stil des Autors ist.
Das mit den Rechtschreibfehlern ist leider wahr, zudem bin ich der Meinung, dass kaum einer hier ein Buch alleine richtig setzen kann.
Das Layout ist nich ganz einfach. Doch bin ich der Meinung, dass ein Buch, wenn die Rechtschreibung einigermaßen stimmt und der Inhalt gut und flüssig geschrieben ist, (was leider nicht immer der Fall ist), doch lesenswert sein kann. :? book:
Liebe Grüße
El Creeco
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Martin Horvath
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Re:

von Martin Horvath (08.01.2008, 23:08)
Ich habe mal gelesen das die Autorin von Harry Potter bei zehn Verlagen abgeblitzt ist bevor einer Interesse an einer Veröffentlichung bekundete. Da sieht man wie sehr sich Lektoren bei der Bewertung von Manuskripten irren können.

Grundsätzlich muss man sich mal die Frage stellen was ein Autor erreichen will. Wenn man nur zum Spass schreibt, sein Werk gedruckt sehen will und sich zufrieden gibt es an Freunde und Bekannte zu verkaufen ist BoD wohl das richtige. Wenn man aber als Autor in der Literaturszene Fuß fassen will, sollte man es besser bei einem richtigen Verlag versuchen. BoD ist im Grunde Eigenverlag, und Eigenverläger hatten noch nie einen guten Ruf.

LG
Martin Horvath

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El Creeco
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Re:

von El Creeco (09.01.2008, 00:02)
Hallo,
da hast du sicher Recht. Das Problem ist nur, dass es vielen hier mit Sicherheit ebenso wie mir geht, dass die Unterlagen nach spätestens einer Woche, teils ungeöffnet wieder zurückkommen. Und was bleibt einem da anderes übrig? Was ich toll finde, ist z.B. dass BoD inzwischen fast mehr Werbung macht, als so mancher Verlag, z.B. mit den Novitäten, oder dem Magazin.
liebe Grüße El Creeco book:
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Laura
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Re:

von Laura (09.01.2008, 09:44)
Bei dieser Diskussion stellt sich dann wieder die Frage: Was ist besser, BoD oder Kleinverlag. Und diese Frage ist schwer zu beantworten. LG Laura

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (09.01.2008, 09:49)
Liebe Alle,

um aber mal wieder eine Lanze für BoD - bzw. das entsprechende Veröffentlichungsverfahren - zu brechen:

Mir war es wichtig, mein Buch in einer bestimmten Form zu einem bestimmten Zeitpunkt zu veröffentlichen. BoD Norderstedt erschien mir der geeignete Partner - dass ich es hier nicht mit einem klassischen Verlag zu tun habe, wusste ich vorher, ebenso dass ich akzeptieren muss, Teil einer Masse von Autoren zu sein, die alle das gleiche Ziel verfolgen wie ich.

Natürlich bin ich mit manchen Dingen (z.B. der aktuellen Diskussion über Lieferzeiten) auch nicht einverstanden. Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, mein Ziel mit BoD erreicht zu haben.

Beste Grüße
Matthias

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (09.01.2008, 11:06)
"BoD Autoren schlechter als andere?"
So darf man die Frage m.E. nicht stellen, weil es ja den "BoD-Autor" nicht gibt, sondern viele, sehr individuelle.

Außerdem:
Ich z.B. bin "BoD-Autor", aber auch "Heyne-Autor" (werde im Juni schon den 3. Roman dort veröffentlichen).
Ich werde auch weiterhin gewisse Projekte "solo" bei BoD machen. Projekte, von denen ich weiß, dass sie mit Publikumsverlagen nicht oder nur schwer machbar sind, ich aber eine klare Vorstellung von der Vermarktung habe.
Das bringt zwei entscheidende Vorteile für mich:
1. dass diese Projekte überhaupt realisiert werden
2. für mich unterm Strich mehr Gewinn bleibt

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Judith
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Re:

von Judith (09.01.2008, 11:28)
Hallo Gerd,

mein nächstes Projekt - die nächsten Hannah-Geschichten - werde ich auch von vorneherein über BoD veröffentlichen und gar nicht den klassischen Verlagen anbieten. Zwar werde ich über ein paar hundert Verkäufe nicht hinauskommen, aber es geht flott und spart manchen Stress. Außerdem sind den Verlagen die Geschichten zu "normal", obwohl Mütter, Väter und Kinder begeistert sind.

Grüßle,
Judith
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Claire
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Re:

von Claire (09.01.2008, 12:07)
Martin hat Folgendes gechrieben:
Ich habe mal gelesen das die Autorin von Harry Potter bei zehn Verlagen abgeblitzt ist bevor einer Interesse an einer Veröffentlichung bekundete.

Und die Auflage des ersten Bandes bestand ursprünglich aus 500 Exemplaren.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich meine Bücher bisher nur nach Autoren und Inhalten ausgesucht, aber nie nach Verlagen. Ich weiß nicht, wie das anderen geht.

Ich werde meinen nächsten Roman "Prinzessin", für den ich sogar schon Vorbestellungen von "Cäcilia"-Lesern habe, auch wieder über BoD veröffentlichen. Es geht einfach schneller und ist unkomplizierter für mich.

LG Claudia
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hawepe
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Re:

von hawepe (09.01.2008, 13:13)
Hallo Claudia,

Claire hat geschrieben:
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich meine Bücher bisher nur nach Autoren und Inhalten ausgesucht, aber nie nach Verlagen. Ich weiß nicht, wie das anderen geht.


Es passiert ohne weiteres, dass ich auch mal ganz spontan in eine Buchhandlung gehe, um einfach nur mal zu schauen (und meistens auch mit einem neuen Buch nach Hause zu gehen).

Da die meisten Buchhandlungen zumindest die Taschenbuecher nach Verlagen ordnen, bleibt mir gar nichts anders uebrig, als entsprechend zu suchen. Und da weiss ich eben, dass ich bei Goldmann gar nicht erst zu suchen brauche, aber dagegen bei Aufbau, DTV und Fischer.

Vielleicht entgeht mir dadurch mal die eine oder andere Perle, aber alle kann ich mir sowieso nicht leisten :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (09.01.2008, 13:28)
Auch ich orientiere mich nicht nur, aber auch an Verlagen, vor allem bei
Neuerscheinungen.

Um mal etwas "Werbung" zu betreiben - der Verlag
Wagenbach beispielsweise macht aus meiner Sicht hervorragende Bücher. Seine "Zwiebel", eine ansprechend gestaltete Gratis-Mini-Broschüre, verführt geradezu zum Bücherkauf.

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PvO
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Re:

von PvO (09.01.2008, 15:17)
Wenn mal eine Leseratte zu euch sagt: ich hab gerade das und das Buch gelesen...hmmm. Dann fragt mal: von welchem Verlag? Ich garantiere, dass die Masse das nicht weiß. Ich könnte auch nicht sagen, von welchem Verlag das Buch kommt, das ich gerade lese.
Oder anders ausgedrückt: fragt, ob sie wissen, was ein BOD ist.

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (09.01.2008, 16:05)
Peter, ich stimme Dir voll zu. Das wäre so ähnlich, als wenn Leute sagen "Ich schaue mir nur Filme von der Produktionsfirma XY an." Und das ist mehr als höchst unwahrscheinlich...

BOD-Autoren sind nicht per se schlechter. Das Prinzip BOD ermöglicht es lediglich auch weniger geeigneten Autoren, sich in Buchform zu äußern. Das wiederum ist auch nicht schlecht - nur wird der Markt zeigen, ob er ein Buch annimmt. Dass der Buchhandel an einer Vor-Selektion nicht unschuldig ist, wissen wir. Da ist eben der Einsatz der BOD-Autoren gefragt. Die Hände in den Schoß zu legen und sich über das Unverständnis der Buchhändler, Journalisten und potenziellen Käufer zu beschweren, reicht da einfach nicht.

Ergo: BOD-Autoren müssen rühriger und kreativer in der Vermarktung ihrer Bücher sein, weil ihnen bei der Distribution kein Verlag zur Seite steht. Aber das wiederum ist auch eine Chance. Man muss sie nur ergreifen.

Den nötigen Erfolg dabei wünscht allen Beteilgten
Matthias

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