Ich lasse durch ein Lektorat mein Werk nicht verbiegen!

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.11.2011, 17:49)
editiert
Zuletzt geändert von Haifischfrau am 03.08.2012, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
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hawepe
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Re:

von hawepe (29.11.2011, 18:01)
Hallo Richard,

Richard Bercanay hat geschrieben:
Ich finde das Kriterium »Hat das Thema Relevanz?« schon problematisch.


Siegfrieds Aufstellung betrifft ein Verlagslektorat. Und da spielt das natürlich eine Rolle.

Wenn es danach geht, kommen nur populäre Themen als Buch raus und kritische Bücher werden beiseitegeschoben mit dem Verweis: Keine Relevanz!


Keine Relevanz möglicherweise für die Zielgruppe des jeweiligen Verlags. Relevanz an sich gibt es nicht, sondern sie hat mindestens eine zweiwertige Valenz. Sie kann immer nur in Beziehung zu jemandem existieren.

Die Frage der Relevanz ist auch immer eine Ansichtssache, und Ansichtssachen sind keine objektiven Kriterien.


Natürlich. Wäre es anders, müsste sich kein Verlag Gedanken machen, ob er ein bestimmtes Manuskript veröffentlichen soll oder nicht, sondern er könnte die Entscheidung anhand objektiver Kriterien vornehmen.

Beste Grüße

Heinz

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hawepe
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Re:

von hawepe (29.11.2011, 18:06)
Hallo Carsten,

CeKaDo hat geschrieben:
Na, dann gebe Gott, dass ich mal an einen Lektor gerate, der diese Liste kennt. Bislang sind mir keine solchen begegnet.


Ich weiß zwar nicht, wieviel du bislang für ein Lektorat gelöhnt hast, aber trotzdem wage ich die Behauptung, dass du nur zwei Nullen dranhängen musst, um ein Lektorat zu erhalten, wie es Siegfried beschrieben hat.

Das Problem von BoD-Autoren ist eben, dass sie sich kein teures Lektorat leisten wollen und vermutlich meistens auch nicht können. So bleiben nur mehr oder weniger kräftige Abstriche von Siegfrieds Liste.

Natürlich sollte man das auch immer kommunizieren, wenn man Lektoratsdienstleistungen anbietet. Um gar nicht erst falsche Erwartungen zu wecken, weise ich z.B. bereits auf meiner Webseite darauf hin.

Beste Grüße

Heinz

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (29.11.2011, 18:48)
In meinem Falle ist es das "können".

Mein Gehalt für die berufliche Tätigkeit gibt mir leider keine Möglichkeit, Geld für andere Dinge zu bezahlen, als das Überleben und kleinere Investitionen in mein Hobby "Buch schreiben und präsentieren".

Ich hatte kürzlich in eine gerichtliche Diskussion meine Einkünfte einwerfen müssen und dabei spielten auch meine Einkünfte als "sehr stark verbreiteter Autor mit eigenem Büro" eine Rolle. Das habe ich zum Anlass genommen, einmal absolut alle Ausgaben auf den Cent genau den Einkünften gegenüber zu stellen. Das Ergebnis war, dass mich mein Hobby monatlich 57,34 € durchschnittlich kostet.

Würde ich dann auch noch die Kosten eines Lektors für inzwischen rund tausend Buchseiten hinzurechnen, stünde meine Ernährung und die Fahrt zur Arbeit auf dem Spiel. Wobei ich dann natürlich nicht erwarten kann, dass ein durchgeführtes Lektorat automatisch auch meine Verkaufszahlen erhöht. Das wäre m.E. Augenwischerei.

So bleibt es, wie es bei vielen On Demand Autoren ist: Selbst gemacht und von nicht lektorierter Qualität.

Möchte jemand gegen eine Umsatzbeteiligung von 10 bis 50 Cent pro verkauftem Buch nach obigen Richtlinien lektorieren? Dann herzlich willkommen!

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.11.2011, 19:19)
Hallo Carsten,

für nur rund 60 € monatlich seinem Hobby zu frönen halte ich für eine sehr günstige Angelegenheit - im Vergleich zu Muckibude, zum Tennisclub oder was weiß ich.

60 € im Monat auszugeben UND zusätzlich eine Menge Arbeit zu investieren (beim Schreiben), halte ich für großen Idealismus. Es gibt ja Leute, die anstreben, vom Schreiben zu leben.

Als Hobbyschreiber ist es natürlich kaum vorstellbar, eben 1000 + fürs Lektorat auszugeben (es sei denn man lebt von einer saftigen Pension).
Du bist ja ein netter Mensch und hast gute Kontakte im Kollegenkreis - vielleicht sind hier ein paar Leute bereit, bei deinem Manuskript rüberzuschauen. Das ist kein Lektorat, aber immerhin mehr als "alles selber machen".

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Manu
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Re:

von Manu (29.11.2011, 20:06)
Haifischfrau hat geschrieben:
Hi Carsten, da muss ich doch fragen: was waren denn das für Lektoren?


haifischfrau


Eine kennst Du. Das waren die, die unsere Antho dann doch nicht wollten (Ääätschibäääätsch - wir machens eben selber :P )
Ich habe den Unterschied zwischen den beiden "Coming Out"-Versionen gesehen :shock::

@Siegfried
Vielen Dank, das war eine sehr gute Idee thumbbup

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.11.2011, 22:00)
Ja Manu, da hat Carsten wohl eine sehr unglückliche Erfahrung gemacht - ich kenne zwar nicht seinen aber ein anderen lektorierten Text von besagter Dame :twisted:

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Isautor
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Re:

von Isautor (29.11.2011, 22:14)
Und der Text war schlecht lektoriert, wie ich das verstehe.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
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Klopfer
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Re:

von Klopfer (29.11.2011, 22:36)
Nun ja, die Auflistung beschreibt quasi den Lektor, wie er sein sollte. Allerdings hat sich die berufliche Realität in der Verlagslandschaft in den letzten 20 Jahren deutlich geändert, und das hat Auswirkungen auf das Berufsbild des Lektors.

Ein fest bei einem Verlag angestellter Lektor ist heutzutage in erster Linie Produktmanager. Er muss entscheiden, ob aus einem Skript ein verkäufliches Buch werden kann und ob nötige Investitionen (unter anderem in die Verbesserung der Textqualität) sich auch rentieren würden. Ich habe mit einigen Lektoren geredet, und bei denen hat sich die direkte Arbeit am Text (vom reinen Lesen und groben Hinweisen auf problematische Aspekte abgesehen) zu einer Art Wochenendbeschäftigung gemausert, weil in den regulären Arbeitsstunden einfach keine Zeit ist, sich so sehr mit einem Text zu beschäftigen, insbesondere wenn wie seit einigen Jahren etwa bei einem Roman schon erwartet wird, dass dort 500+ Buchseiten gefüllt werden, weil die Buchkäufer den Anspruch haben, möglichst viel Papier für ihr Geld zu kriegen.
Auch deswegen haben Autoren, die von einem guten Literaturagenten vertreten werden, deutlich bessere Chancen auf einen Verlagsvertrag. Literaturagenten sind oft ehemalige Verlagslektoren und helfen dabei, die Texte ihrer Klienten zu polieren (schließlich müssen sie die ja verkaufen), sind also nicht nur ein Qualitätsfilter für den Verlag, sondern ersparen dem Verlag selbst auch eigene Lektoratskosten, sodass sich es für sie im Endeffekt auch dann rechnet, wenn sie mehr für die Veröffentlichungsrechte bezahlen müssen als wenn der Autor direkt mit dem Verlag verhandelt hätte.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (29.11.2011, 22:46)
Wo sind in dieser Diskussion jene, die immer sagen, ein Lektorat würde sie bzw. ihr Werk verbiegen?

Welche Haltung habe diese Leute zur ganz vorne veröffentlichten Liste? Ist eine Bearbeitung des eigenen Textes bzw. eine Beantwortung der genannten Fragen tatsächlich ein "Verbiegen" des eigenen Werkes?
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (29.11.2011, 22:53)
@ Siegfried

Falls Du mich meinst: Zum einen habe ich mich zu einem Punkt geäußert, zum anderen habe ich nie gesagt, daß Lektoren mein Werk verbiegen, sondern daß ich von Leuten, deren Buch bereits in den Händen eines Lektors waren, gelesen habe, daß diese meinten, ihr Buch werde verbogen.

Entweder habe ich das hier oder bei Facebook gelesen: Da hat jemand geschrieben, daß ein Lektor sein Buch überarbeitet hat, und er dann beim Lesen das Gefühl hatte, daß der Text nicht mehr so richtig sein eigener sei.

Kanni ch nachvollziehen, denn ich hatte auch schon Texte, an denen andere redigiert hatten, und unter denen dann aber mein Name stand, allerdings in einem anderen Zusammenhang, nicht bei einem Buch.

Gelesen habe ich ebenfalls, daß manche Verlage auch beim Titel des Buches Vorgaben machen. Das war, glaube ich sogar in der BoD-Gruppe bei Facebook, in der ich das gelesen habe. Das finde ich auch ziemlich ärgerlich, denn wenn ich mein Buch »Der Minister und die Katze« nenne, fände ich es nicht so lustig, wenn der Verlag von mir fordert, es »Die Mafia-Katze« zu nennen, weil der Titel möglicherweise reißerischer klingt, zwar auch einen Bezug hat (auch in dem Vorfall, auf den sich der Krimi bezieht, wurde die Katze, die der Minister vor seiner Tür gefunden haben wollte, »Mafia-Katze« gennant), aber nicht meine Wahl wäre.

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kasapv
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Re:

von kasapv (30.11.2011, 03:56)
Was Klopfer schreibt, deckt sich weitgehend mit dem von mir auf der ersten Seite verlinkten Interview mit dem Cheflektor des KiWi-Verlags. Was ich auch besonders interessant fand, war die Aussage, die ab den verbleibenden 2,12 Minuten kommt. :wink:

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MichaelHA
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...

von MichaelHA (30.11.2011, 19:19)
CeKaDo hat geschrieben:
Das Ergebnis war, dass mich mein Hobby monatlich 57,34 € durchschnittlich kostet.


Das dürfte bei mir in recht ähnlichen Größenordnungen liegen.

Wenn sich Qualität immer durchsetzen würde, dann wären Carsten und ich in dieser Hinsicht gewiss weiter. Aber da oft der bereits bekannte Name und der Verlagsnimbus ein Hauptfaktor bei der Einkaufsentscheidung sind, kann ein BoD-Autor, dessen Werke ja i.d.R. beim Buchhandel noch nicht mal im Regal stehen, einfach nicht dagegen anstinken.

Beste Grüße

MichaelHA

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kasapv
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Re:

von kasapv (30.11.2011, 19:25)
Als Leser habe ich nie ein Buch nach dem Verlag ausgesucht. Nach Autor schon ein paar Male, aber überwiegend wähle ich Unterhaltungsliteratur nach Genre, Cover und Klappentext aus.

Das BoD Bücher von vielen Buchhandlungen nicht angenommen werden, ist natürlich ein grosses Hindernis.

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hawepe
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Re:

von hawepe (30.11.2011, 20:45)
Hallo kasapv,

kasapv hat geschrieben:
Das BoD Bücher von vielen Buchhandlungen nicht angenommen werden, ist natürlich ein grosses Hindernis.


Nun heißt es allerdings auch ausdrücklich "Books on Demand", und das schließt nun einmal eine Vorratsproduktion aus.

Aber ganz abgesehen davon, wieviele Bücher sind in einer mittelgroßen Buchhandlung im Durchschnitt vorrätig und wieviele Titel sind tatsächlich lieferbar? Lieferbar sind laut VlB rund 1,2 Millionen Titel, vorrätig sind im Durchschnitt vielleicht 30.000 bis 40.000 Titel.

99,99 Prozent der Verlagsautoren ergeht es also nicht anders als BoD-Autoren.

Beste Grüße

Heinz

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