Bücher auf Kommission

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Daddy
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Bücher auf Kommission

von Daddy (01.12.2011, 19:21)
Hallo zusammen,

seit zwei Jahren habe ich eines meiner Bücher (Kriminalroman mit Lokalcharakter) in einer orstansässigen Buchhandlung auf Kommission liegen. Der Verkauf ist nicht sehr überragend, liegt wohl auch an der Platzierung im Geschäft.

Nun habe ich auf Grund einer Werbeanzeige für mein neues Taschenbuch erfreulicherweise eine recht ordentliche Nachfrage. Heute kam ein Anruf der Buchhandlung, dass sie das neue Taschenbuch gerne ins Sortiment aufnehmen würden.

Sollte ich dieses nun wieder auf Kommission geben, so müsste ich wohl wie üblich 30 bis 40 % vom Verkaufspreis abdrücken. Das heißt für mich allerdings, dass ich mindestens eine Kleinauflage von 100 Stück bestellen muss, um noch einen kleinen Obulus zu erhalten, ansonsten geht's maximal Null auf Null. Wenn ich Anlieferung und Zeit dazu rechne (was ich normalerweise nicht in Betracht ziehe), bleibt mir ein Minus :(

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Kommission unter diesen Umständen ja oder eher nein?
Grüße aus dem Donau-Ries

Daddy


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kasapv
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Re:

von kasapv (01.12.2011, 19:38)
Meiner bescheidenen Meinung nach, kann dir da keiner bei der Entscheidung helfen.

Geht es dir um grösstmöglichen Gewinn? Erfreust du dich einfach daran, wenn deine Bücher verkauft und somit wahrscheinlich auch gelesen werden? Wobei, selbst wenn du auf grösstmöglichen Gewinn aus bist, kann es ja als Werbeaktion/ -investition genommen werden, wenn diese eine Buchhandlung eine angenehme Menge von deinen Büchern absetzt, was ja auch deinen Bekanntheitsgrad steigert und sich in steigenden Verkaufszahlen niederschlagen könnte, die sicher nicht nur an diese Buchhandlung gebunden sind. Allerdings wirst du nie wissen, was gewesen wäre, wenn du das nun machst oder eben nicht. Da wird immer ein Vergleich fehlen.

Das ist so eine der Entscheidungen, die in jedem Fall (mit oder ohne Komissionsware) zu mehr oder minder Einnahmen führen kann.

Zur Not eine Münze werfen. Wie man's macht, macht man's eh falsch und ist erst hinterher schlauer. Erfahrung ist das, was man bekommt, nachdem man sich entschieden hat, obwohl man es gerade vorher hätte gebrauchen können.

cheezygrin

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AnnetteH
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Re:

von AnnetteH (01.12.2011, 19:55)
Ich würde es machen.

Wenn mich schon eine Buchhandlung darauf anspricht, wäre es für mich gar keine Frage. Ich kann mir vorstellen, dass es erst einmal eine Anlaufzeit braucht, aber dass dann die Nachfrage wächst und Deine Bücher so viel Bekanntheitsgrad erreicht haben, dass sie auch über das Internet bestellt werden.

Ich würde es für eine gute Grundlage für meinen Erfolg als Autorin halten, wenn eine örtliche Buchhandlung meine Bücher (plural!) verkaufte.

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Latika
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Re:

von Latika (01.12.2011, 20:06)
EDIT: unbeabsichtigter Doppelpost blink3
Zuletzt geändert von Latika am 01.12.2011, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Latika
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Re:

von Latika (01.12.2011, 20:06)
Ich würd's auch machen.

Mein Buch liegt auch in der örtlichen Buchhandlung (läuft sogar sehr gut), allerdings nimmt der Buchhändler nur 40 Cent vom Verkaufspreis, so dass es sich für mich immer noch lohnt.

Solange du nicht wirklich im Minus liegst, würde ich es als Erfolg ansehen. Die Entscheidung liegt allerdings bei dir.

LG Alicia

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (02.12.2011, 02:06)
Hallo,
ich würde eher Nein sagen. Hättest Du sowieso 100 auf Lager, sähe das anders aus. Ich hatte ungefähr den gleichen Fall. Ich alarmierte für "Orácoli" zu früh die Presse. Die Leute wollten kaufen und bekamen von den Buchhändlern als Antwort, dass der Titel nicht lieferbar sei. Daraufhin meldeten sich zwei Buchhändler bei mir, sie wollten meinen Roman in Kommission nehmen. Mein Buch kostet 11,90€. Wir haben uns auf 9 € geeinigt. Der Gewinn war okay für mich. Die beiden Buchhändler haben sich für die Bücher ins Zeug gelegt und 40 Stück verkauft. Nachbestellt wurde nicht, sie waren damit ausgepowert. Du hast leider "nur" eine Buchhandlung. Sag Ihnen, dass sie die Bücher ganz normal über Libri bestellen möchten. Mir persönlich liegt es nicht, mich alle halbe Jahre nach Verkaufszahlen zu erkundigen um Rechnungen schreiben zu dürfen. Ich werde es auch zukünftig nicht mehr machen. Wie gesagt; hat man 100 Bücher auf Lager, sieht das anders aus. Man will sie ja auch nicht verschenken.
Ich hatte 100. Tja, die erste Euphorie. :wink:
Gruß
Thomas

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Perchta
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Re:

von Perchta (02.12.2011, 02:51)
Dein Buch ist eine Art Regionalkrimi, ja? - Dann halte ich die Präsenz in der örtlichen Buchhandlung für unheimlich wichtig. Für Bücher mit regionalem Bezug spielt das Internet, nach allem, was ich gelesen habe, eine untergeordnete Rolle.

Ob das nun unbedingt auf Kommissionsbasis passieren muß, ist eine andere Geschichte. Hast du dem Buchhändler deine Situation mal vorgerechnet? Als Händler sollte er eigentlich verstehen, daß sich die Abmachung für dich nicht lohnt. Und er hat ja nun schon Erfahrungen aus deinem ersten Buch. In Kommission nimmt man ein Buch in erster Linie, weil man kein Risiko eingehen will - Spaß machen die halbjährlichen Abrechnungen dem Buchhändler doch sicher auch nicht? Inzwischen weiß er außerdem, mit welchen Umsatzzahlen in etwa zu rechnen ist, und kann auch über den Verlag oder übers Barsortiment entsprechend kalkulieren.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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SandraR
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Re:

von SandraR (02.12.2011, 10:43)
Direktbestellungen nehme ich nur entgegen wenn mindestens 25 Stück gekauft werden. Ansonsten soll beim Großhandel bestellt werden, dafür ist er da. Kommission? Sorry, gibt es nicht! Es verkauft sich alles auch so.

In Kommission würde ich nur guten Freunden das Buch geben. Wenn das Buch so schlecht ist, dass man es sonst nicht verkaufen kann, dann hilft auch Kommission nichts und wenn das Buch gut ist braucht man sich nicht anzubiedern.

Wenn Kommissionsware bei einem Buch mit Regionalbezug, dann besser nicht im Buchhandel. Sondern im Kaffeehaus am Marktplatz, oder einem Ort der direkt mit dem Inhalt des Buches zusammen hängt. Das wäre dann wenigstens noch witzig.
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Daddy
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Re:

von Daddy (02.12.2011, 18:48)
Hallo nochmal

und vielen Dank für eure Meinungen. Inzwischen hatte ich ein Gespräch mit der Buchhändlerin, wobei wir einen für beide Seiten akzeptablen Mittelweg gefunden haben. Ich denke doch, dass auch für eventuell zukünftige Projekte eine gute Aussicht besteht.

Euch allen weiterhin viele gute Ideen und Erfolg thumbbup
Grüße aus dem Donau-Ries



Daddy





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Max
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Re:

von Max (02.12.2011, 19:37)
Ich würde der Buchhändlerin -5- Bücher zur Verfügung stellen, die sie mir nach einer vereinbarten Zeit zurück gibt.
So hat die Buchhändlerin kein Risiko ,kann mein Buch verkaufen und ihre notwendige Marge verdienen und ich muß nicht Großmengen einkaufen.
Sie verdient durch den Großhandel und ich durch den Verkauf.
Also ein fairer Deal. Ich denke mal, so ähnlich werdet ihr euch auch geeinigt haben. :D
Dzien Dobry- ein Niederrheinkrimi
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skipteuse
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Re:

von skipteuse (04.12.2011, 15:08)
Ich habe mit "meinen Buchhändlern" auch einen Mittelweg gefunden - sehe das aber auch manchmal eher als "kostenlose Werbung. Durch die Komissionsmarge bleibt fast nix übrig ... aber es ist vor Ort - und verkauft sich immer wieder ein bisschen ...

Good luck!

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