Autorenvertrag - Grundlegendes

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Siegfried
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Re: Wer zahlt?

von Siegfried (06.01.2012, 16:16)
Ulli hat geschrieben:
Natürlich bezahlt der Autor den Druck, nicht BoD.


Sorry, wenn ich mich da wieder einmische, aber ich habe das grundsätzlich anders gelernt.

Kein Unternehmer zahlt für irgendwas. Der Einzige, der alles bezahlt, ist der Endverbraucher. Er bezahlt alle Rohstoffe, alle Arbeitsstunden, alle Energie, alle benutzten Gerätschaften.

Ein Unternehmer zahlt nur, wenn er am Geschäftsjahresende Verlust einfährt. Dann reduziert sich sein Eigenkapital und dann - und nur dann - hat er einen Kapitalabfluss.

Sämtliche Kosten, die in einem Unternehmen auftreten, werden von einem vernünftigen Unternehmer auf die Kostenträger, also seine Produkte umgelegt. Das fängt bei der Materiallieferung an und hört beim Gehalt für die Chef-Sekretärin nicht auf. Alles, was der Unternehmer investiert, holt er sich vom Endverbraucher zurück. Das ist das Grundprinzip des Unternehmertums.

Nur wenn das Produkt sich nicht verkauft und der Unternehmer darauf sitzen bleibt, bezahlt der Unternehmer dafür. Um sein Produkt preisgünstig anbieten zu können, bietet sich natürlich eine Kostenverlagerung an. Im Normalfall bedeutet dies eine Kostenbeteiligung derjenigen, die irgendetwas zum Produkt beisteuern. Der Lieferant zahlt dafür, dass sein Produkt in das Endprodukt einfließt - und kassiert nur dann, wenn sich Verkaufserlöse einstellen. Kostenverlagerung, Risikoverlagerung. Das ist hier die grundsätzliche Denke.

Ich stelle mir immer vor, der Erdbeerbauer zahlt dafür, dass seine Erdbeeren in einem 150-Gramm-Joghurt-Becher eines Groß-Herstellers für Molkereiprodukte landen, die täglich frisch an die Supermärkte ausgeliefert werden. Da scheint diese Geschäftsidee absurd - bei Büchern wird sie akzeptiert. cheezygrin

Vielleicht ändern sich ja irgendwann auch die Produktionsbetriebe in Deutschland (Auto, Maschinenbau, Lebensmittel) und fordern von den Zulieferern entsprechende Kostenbeteiligungen. Sind das dann noch Produktionsunternehmen, die in ihre eigene Produktpalette investieren? Ändert sich da nicht der Begriff "Unternehmer" schlechthin?
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Ulli
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Abbitte

von Ulli (06.01.2012, 16:36)
mtg hat geschrieben:
... vielleicht zukünftig drei Mal lesen?


Hallo Matthias,

jetzt bin ich aber schwer erleichtert. Ich hatte Dich tatsächlich so verstanden, dass Du die DKZV in Schutz genommen hättest, was Du – ich habe die Passage jetzt vorsichtshalber fünfmal gelesen – eindeutig nicht getan hast.

Daher entschuldige ich mich hiermit in aller Form.

Ich wollte Dir selbstverständlich ebenso wenig zu nahe treten wie Perchta, schon weil ich Euer beider Beiträge in aller Regel als Gewinn für dieses Forum sehe. Wie es scheint, hatte mich einfach der Aufbau Deines letzten Absatzes (Konjunktiv + 2x Abkürzung im Fließtext + doppelte Verneinung) heute intellektuell überfordert, insbesondere da ich Deinen Ausführungen nur teilweise beipflichten kann. Ich werde mich aber als Konsequenz und zum Schutz aller potentiell noch zu Unrecht Anzugreifenden nach diesem Beitrag für heute zurückziehen.

Bitte gestatte mir aber, eines noch festzuhalten: Für Aggressivität habe ich grundsätzlich weder etwas übrig noch auch nur Verständnis, ganz egal, ob es ums Austeilen oder ums Einstecken geht. Daher ist auch der von Dir herausgegriffene Satz meines letzten Beitrags ebenso als pure Replik zu verstehen wie sicherlich der erste Deines vorangegangenen Beitrags.

So, damit müsste ich jetzt erst mal alle Klarheiten beseitigt haben

Nochmals freundliche Grüße

Ulli

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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (06.01.2012, 17:01)
WK hat geschrieben:
Erläuterungen zu meinem letzten Post

Hintergrund ist ein Buch, das nur aus einem Dialog mit ein paar Erklärungen zum Umfeld besteht.

Mir vorliegender Autorenvertrag:
'4.1 Der Autor räumt BoD für alle bekannten Nutzungsarten die räumlich
und inhaltlich unbeschränkten Rechte zur Verwertung der BoD-Titel
für die Laufzeit des jeweiligen Buchvertrages ein. Die Rechtseinräumung
erstreckt sich auf die Verwertung der Nutzungsrechte sowohl
durch BoD selbst als auch durch entgeltliche oder unentgeltliche
(auch teilweise) Vergabe von Rechten an Dritte und umfasst insbesondere
die folgenden exklusiven Rechte:'
Bekannte Nutzungsrechte sind nirgends vorher aufgeführt. Insbesondere heißt nicht ausschließlich.

'd) das Bearbeitungsrecht, d.h. das Recht, die BoD-Titel unter Wahrung
der nicht abdingbaren Urheberpersönlichkeitsrechte zu kürzen,
zu bearbeiten oder in sonstiger Weise umzugestalten,....
..
f) Das Vortragsrecht, d.h. das Recht, die BoD-Titel in nicht bühnenmäßiger
Form beliebig oft vorzutragen, einschließlich des
Rechts, den Vortrag auf beliebigen Bild-, Ton- oder sonstigen
Datenträgern aufzuzeichnen und diese auf alle vertragsgegenständlichen
Nutzungsarten im Rahmen dieses Vertrags zu nutzen,
z.B. als Hörbuch;'

Die Antwort am Messestand Leipzig, ob Hörbuch mit Film oder DVD gleichzusetzen sind, war: 'Ja'.
Eine nicht bühnenmäßige Form kann in diesem Fall vorliegen, wenn in einem Film ein zusätzliches Umfeld geschaffen wird.
Wohlgemerkt: kann. Wenn die Zusatzrechte-Abtretung auf ein Unabdingbares gestrichen werden würde, gäbe es kaum Diskussionen.

Gruß
WK


Also in meinem Autorenvertrag behandelt Punkt 4 ausschliesslich den Ladenpreis im allgemeinen und die Buchhandelsrabatte.
Nichts von dem, was du das aufgezählt hast, findet sich in meinem Autorenvertrag und auch nicht in den Buchverträgen.

Die Nutzungs- und Verbreitungsrechte sind bei mir in § 2 geregelt und weiter oben von mir wörtlich gepostet.

Es scheinen also verschiedene Autorenverträge zu existieren. Meiner ist vom 17.11.2009 und bisher nicht geändert worden, wobei ein Autorenvertrag auch nicht mal so einfach bei Neuauflage oder nenen Büchern geändert werden darf, da dieser Vertrag die grundlegende Zusammenarbeit zwischen den Geschäftspartnern (hier: BoD und Autor) regelt und nicht die Bedingungen eines einzelnen Werkes. Dafür ist der Buchvertrag da, der für jedes Buch einzeln abgeschlossen wird.
Viele Grüße von Nicolas

Geduld ist eine Tugend
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SandraR
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Re:

von SandraR (06.01.2012, 17:22)
Nicolas, ich denke es ist sinnlos. Zitat WK "das Bearbeitungsrecht, d.h. das Recht, die BoD-Titel unter Wahrung
der nicht abdingbaren Urheberpersönlichkeitsrechte zu kürzen,
zu bearbeiten oder in sonstiger Weise umzugestalten" Zitat beendet!

Anders formuliert, nicht alle wollen verstehen, dass ihr Buch eigentlich BOD nicht wirklich interessiert und deswegen wird BOD natürlich weder den Titel noch den Inhalt des Buches verändern.

Wenn jemand nicht verstehen will was BOD ist, dann kann man gerade so gut Beiträge an seine Wohnzimmerwand schreiben.

Wenn die Herrschaften dann keinen Erfolg haben ist klar wer der Übeltäter ist angle: Dabei entsprechen die Verträge den üblichen Verträgen wie auch von den Schriftstellerverbänden vorgeschlagen. Dafür müsste man aber mal einen Blick rein werfen.
Ich nenne es Syndrom verkanntes Genie! :roll:
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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (06.01.2012, 17:50)
SandraR hat geschrieben:
Wenn jemand nicht verstehen will was BOD ist, dann kann man gerade so gut Beiträge an seine Wohnzimmerwand schreiben.


Nö, du Sandra. Das lassen wir jetzt mal. Ich habe gerade erst Wohnzimmer und Arbeitszimmer frisch renoviert. Meine Frau würde mich killen, sollte ich die Idee des "Wohnzimmerwandschreibens" verwirklichen. cheezygrin

*Das bringt mich jetzt auf eine schöne Idee für eine Satire.*
Viele Grüße von Nicolas



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WK
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Re:

von WK (06.01.2012, 19:50)
SandraR hat geschrieben:

Wenn jemand nicht verstehen will was BOD ist, dann kann man gerade so gut Beiträge an seine Wohnzimmerwand schreiben.

thumbbup

Dabei entsprechen die Verträge den üblichen Verträgen wie auch von den Schriftstellerverbänden vorgeschlagen. Dafür müsste man aber mal einen Blick rein werfen.

book: book:
Du solltest lesen, um was es geht. Dann schreiben. Wer sind Vertragspartner und was ist die Aufgabe jeder Partei? Wenn ich ein Auto in die Werkstatt bringe und einen Kundendienst machen lasse, hat ein Vertragzusatz, dass die Werkstatt sich ein zwischenzeitliches Verleihen meines Autos an andere vorbehält, auch nichts zu suchen. Es mag vielleicht in Moskau so sein. Ich weiß es nicht.
Wenn die Herrschaften dann keinen Erfolg haben ...

Über Erfolg wurde hier gar nicht diskutiert.
Kopf hoch, noch ist nichts verloren.
WK
Wenn mir nichts mehr einfällt, schreibe ich.
http://www.w-portal.de/index.php/buecher-cd-v-w-kursch
Meine Rechtschreibung orientiert sich an der Version nach der nächsten Reform.

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Isautor
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Re:

von Isautor (09.01.2012, 16:42)
Ich habe Antwort von BOD. Ich darf ein Buch von mir als Theaterstück aufführen, denn im Vertrag steht, dass BOD

"... Das Vortragsrecht, d.h. das Recht, die BoD-Titel in nicht bühnenmäßiger
Form beliebig oft vorzutragen ..." für sich beansprucht.

Soll heißen, Bühne = Rechte liegen bei mir = Theater kein Problem. Also wieder mal alles halb so wild.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (11.01.2012, 09:13)
Daß es sich nicht um einen normalen Verlagsvertrag für Autoren handelt, zeigt ja schon dieser Passus
8. Vom Autor zu zahlende Vergütung
8.1 Der Autor vergütet BoD das Daten- und Systemmanagement für BoD- Titel zu den im Buchvertrag festgelegten Konditionen („Gebühr für Datenmanagement“).
...
8.3 Meldet der Autor Änderungen der Titeldaten nicht gemäß Ziffer 5.4 dieses Vertrags an BoD, so ist BoD berechtigt, dem Autor den durch die spätere Änderung der Titeldaten anfallenden Aufwand in Rechnung zu stellen.


Und was ist damit?
Der Autor tritt BoD ferner die gesetzlichen Vergütungsansprüche gem. §§ 44a ff. UrhG ab, soweit BoD sie durch eine Verwertungsgesellschaft, die Rechte von Verlegern und Urhebern gemeinsam wahrnimmt, wahrnehmen lässt (§ 63a Satz 2 UrhG). BoD nimmt die Abtretungen an.

Weiß jemand, was das konkret bedeutet? Bekommt der Autor keine Vergütungen von VG WORT und VG BILD/KUNST (das können in fünf Jahren schon mal 500–1.000 Euro pro Titel sein), die BoD einstreicht?

holz
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Re:

von holz (11.01.2012, 11:55)
Mick Baxter hat geschrieben:

Und was ist damit?
Der Autor tritt BoD ferner die gesetzlichen Vergütungsansprüche gem. §§ 44a ff. UrhG ab, soweit BoD sie durch eine Verwertungsgesellschaft, die Rechte von Verlegern und Urhebern gemeinsam wahrnimmt, wahrnehmen lässt (§ 63a Satz 2 UrhG). BoD nimmt die Abtretungen an.

Weiß jemand, was das konkret bedeutet? Bekommt der Autor keine Vergütungen von VG WORT und VG BILD/KUNST (das können in fünf Jahren schon mal 500–1.000 Euro pro Titel sein), die BoD einstreicht?



Doch, Autor bekommt seine Vergütungen.
Nach Inkrafttreten des neuen Satz 2 des § 63 UrhG einigten sich Urheber und Verleger, die Verteilungsquoten auf die frühere Regelung zurückzuführen.
Hintergründe und Infos dazu im Newsletter VG Wort:
http://www.vgwort.de/fileadmin/newslett ... r_0208.pdf

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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (14.01.2012, 16:58)
Welche Rechte verbleiben denn beim Autor? Wenn ich das Buch veröffentliche, selbst aber gerne Lesungen halten möchte, oder ein Hörbuch produzieren will, darf ich das dann "so einfach"? Im Konkreten geht es darum, dürfte ich z.B. ein eBook bei einem anderen Anbieter publizieren. Meiner Ansicht nach darf BoD mir die snicht verwehren solange ich die eBook-Option nicht gebucht habe.

Grüße

ZeroEnna

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