Rabatte an Buchhändler

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mtg
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Re:

von mtg (08.01.2012, 08:59)
Mick Baxter hat geschrieben:
Ich habe in Zweifel gezogen, daß ein nicht MWSt-pflichtiger Kleinverleger diese geltend machen kann.

Das hat hier keiner behauptet.
Mick Baxter hat geschrieben:
Die im Rechenbeispiel genannten 10 Euro sind der Verkaufs-Preis, also inklusive MWSt.

Das ist die Butter im Supermarkt auch. Wenn Du sie weiterverkaufst, schlägst Du auch keine MwSt drauf, oder?
Mick Baxter hat geschrieben:
Nimmt der Kleinverleger die als Rechnungsgrundlage, kassiert er einen Anteil der MWSt, den er nachher nicht an das Finanzamt abführt.

Verkauft der Kleinverleger ein Buch an den Endkunden, nimmt er auch € 10,00, ohne MwSt. abführen zu können. Er hat aber auch keine separat ausgewiesene MwSt. bezahlt, die er gegenrechnen könnte.
Mick Baxter hat geschrieben:
Das erscheint mir nicht den Erwartungen unserer Finanzämter entsprechend.

Erscheint Dir das so oder ist das so? Siegfried hat wenigstens Fakten geliefert.
Mick Baxter hat geschrieben:
Das Rechenbeispiel erklärt also nichts, was nicht vorher klar war. Es setzt nämlich voraus, daß der Kleinverleger den Brutto-Preis zugrunde legt.

Siegfried, Nicolas und mir war das vorher schon kalr. Nur Dir offensichtlich nicht.
Mick Baxter hat geschrieben:
Mein Vertrieb erwartet von mir, daß ich den Mehrsteueranteil aus dem VK rausrechne.

Sprachst Du in diesem Thread irgendwo nicht von einem »seriösen« Vertrieb? Ich würde das mal mit meinem Steuerberater besprechen ...
Mick Baxter hat geschrieben:
Das kann ein Händler genauso handhaben (oder 40 % Rabatt fordern, was zumindest leichter zu rechnen ist).

Rabatte und MwSt. sind zwei Paar Schuhe ...

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SandraR
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Re:

von SandraR (08.01.2012, 11:38)
VK=100 Prozent Händler=./. 3- Prozent Nachlass, darin enthalten 7 Prozent Märchensteuer= Realer Händlernachlass= 23 Prozent

Ist doch nicht so schwer!
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (11.01.2012, 08:55)
Mick Baxter hat geschrieben:
Die im Rechenbeispiel genannten 10 Euro sind der Verkaufs-Preis, also inklusive MWSt.

mtg hat geschrieben:
Das ist die Butter im Supermarkt auch. Wenn Du sie weiterverkaufst, schlägst Du auch keine MwSt drauf, oder?

Ich bin ja auch kein gewerblicher Händler. Im übrigen unterliegt Butter nicht der Preisbindung, die im Fall von Büchern ja eine große Rolle spielt. Sonst würde der Buchhändler einfach den für erforderlich gehaltenen Gewinn auf den EK draufschlagen und so die nicht geltendzumachende MWSt. ausgleichen.
Mick Baxter hat geschrieben:
Das erscheint mir nicht den Erwartungen unserer Finanzämter entsprechend.

mtg hat geschrieben:
Erscheint Dir das so oder ist das so? Siegfried hat wenigstens Fakten geliefert.

Er hat demonstriert, daß er die Grundrechenarten beherrscht. Das beeindruckt mich nicht sonderlich. Fakten, wieso der Kleinverleger Brutto-Preise berechnen darf, hat er nicht geliefert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.01.2012, 11:38)
Mick Baxter hat geschrieben:
Er hat demonstriert, daß er die Grundrechenarten beherrscht.


Danke! cheezygrin

Mick Baxter hat geschrieben:
Das beeindruckt mich nicht sonderlich.


Schade. :cry:

Mick Baxter hat geschrieben:
Fakten, wieso der Kleinverleger Brutto-Preise berechnen darf, hat er nicht geliefert.


Die Fakten:

Nach §19 UStG werden Unternehmen, die im Vorjahr weniger als 17.500 Euro Umsatz erzielt haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erzielen werden, als "Kleinunternehmen" eingestuft.

Ein solches Kleinunternehmen kann sich entscheiden, ob es USt berechnet oder nicht. Diese Entscheidung gilt dann aber grundsätzlich, bis die o.g. Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Ein Hin und Her - einmal eine Rechnung mit, einmal eine Rechnung ohne USt - ist nicht erlaubt. Eine Entscheidung gegen die USt bedeutet aber auch, dass man bei allen Einkäufen die in Eingangsrechnungen ausgewiesene USt (buchhalterisch: Vorsteuer) nicht vom Finanzamt zurückerhält (keine Vorsteuerabzugsberechtigung).

Wer auf die USt-Berechnung verzichtet, muss dies dem Rechnungsempfänger in seinen Rechnungen durch einen entsprechenden Hinweis deutlich machen: "Der Rechnungsbetrag enthält gemäß §19 UStG keine Umsatzsteuer."

Ein Kleinunternehmer kann auf die Befreiung von der USt freiwillig verzichten, d. h. obwohl er nur geringe Umsätze macht (Grenzen s. o.), schlägt er auf jede Ausgangsrechnung die erforderliche USt auf bzw. darf sich die in Eingangsrechnungen enthaltene USt gutschreiben. Einige Kleinunternehmer machen das, um sich nicht als Klein(st)unternehmen zu outen.

Folge ist, dass man nun monatlich eine Umsatzssteuererklärung beim Finanzamt abliefern muss (Meldung jeweils bis zum 10. des Folgemonats). Wenn man ein verständnisvolles Finanzamt hat, kann man wegen der geringen USt-Beträge diese Meldung auch auf einen längeren Zeitraum strecken, u. U. macht man nur einmal im Jahr eine USt-Erklärung.

Verzichtet man auf die USt-Befreiung, legt man sich damit auf fünf Jahre fest. Dadurch will der Staat sogenanntes "Umsatzsteuer-Hopping" verhindern: Umsatzssteuerpflicht im Gründungsjahr = viele Eingangsrechnungen mit hoher Vorsteuerrückzahlung durch das Finanzamt; Umsatzsteuerbefreiung in den ersten Folgejahren = kein USt-Aufschlag auf die Verkaufspreise.

Sinnvoll ist die USt-Befreiung vor allem beim Verkauf an Privatkunden, da hier der Endpreis faktisch dem Nettopreis entspricht. Dramatisch wird das allerdings. wenn die Umsatzgrenzen durchbrochen werden und die Pflicht zur USt besteht. Dann werden die Produkte für den Privatkunden plötzlich 19% oder 7% teurer (bzw. es gibt bei unveränderten Preisen einen entsprechenden Gewinneinbruch).

Beim Handel mit Wiederverkäufern, die ihrerseits vorsteuerabzugsberechtigt sind, kann eine USt-Befreiung von erheblichem Nachteil sein. Aber das ist dann wieder eine Sache der Grundrechenarten. cheezygrin

Genug Fakten zum Thema "Wieso darf ein Kleinverleger Brutto-Preise berechnen?"
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Jenselina
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Re:

von Jenselina (11.01.2012, 14:54)
Mein Buch bei Amazon:

Endkunde zahlt 12,80 plus pauschal 3 € Versand
Gesamt zahlt Kunde damit 15,80 €
Amazon behält ein 4,51 €
Überweist mir 11,29 €

Ich versende dafür das Buch + trage die Versandkosten von ca. 1 €.

Ich bekomme also bezogen auf die 15,80 € 71 % und Amazon 29%.

4,51 € sind mächtig viel Provision. Allerdings muß ich fairerweise sagen, dass Frau Amazon mit der Abwicklung auch viel Arbeit hat. Sie schreibt mir jedesmal eine lange Mail wenn ein Kunde bestellt hat - und das sogar nachts. cheezygrin

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (11.01.2012, 20:59)
Siegfried hat geschrieben:
Genug Fakten zum Thema "Wieso darf ein Kleinverleger Brutto-Preise berechnen?"

Das berücksichtigt aber nicht den Fakt der Buchpreisbindung. Die normale Regelung sieht ja vor, daß der Händler die Mehrwertsteuer auf den Netto-VK draufschlagen kann. Durch die Buchpreisbindung legt allerdings auch der nicht MWSt.-pflichtige Kleinverleger den Brutto-VK fest (da netto und brutto gleich sind). Gibt es für diesen Widerspruch irgendwo eine gesetzliche Handhabung?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.01.2012, 01:15)
Mick Baxter hat geschrieben:
Das berücksichtigt aber nicht den Fakt der Buchpreisbindung. Die normale Regelung sieht ja vor, daß der Händler die Mehrwertsteuer auf den Netto-VK draufschlagen kann. Durch die Buchpreisbindung legt allerdings auch der nicht MWSt.-pflichtige Kleinverleger den Brutto-VK fest (da netto und brutto gleich sind). Gibt es für diesen Widerspruch irgendwo eine gesetzliche Handhabung?


Siehe Preisbindungsgesetz.

Nachfolgender Paragraph gilt für alle Händler, die Bücher an Endverbraucher verkaufen, also für den ganz regulären Buchhändler mit seinem Laden an der Straßenecke, für den Mega-Online-Anbieter Amazon und für den Autor bzw. den Verlag, der Direktverkäufe tätigt:

    §3 Preisbindung

    Wer gewerbs- oder geschäftsmäßig Bücher an Letztabnehmer verkauft, muss den nach § 5 festgesetzten Preis einhalten. Dies gilt nicht für den Verkauf gebrauchter Bücher.

Die Frage ist, wer den Preis festlegt, zu dem ein Buch an den Endverbraucher gebracht werden soll. Auch dies regelt das Buchpreisbindungsgesetz:

    § 5 Preisfestsetzung

    (1) Wer Bücher verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises.


Der Verleger bzw. der Importeur legt also fest, zu welchem Preis inkl. der vorgeschriebene USt das Buch verkauft werden darf. Hierbei ist es völlig egal, ob der Verleger oder Importeur umsatzsteuerplfichtig ist oder nicht. Es gilt die Aussage: "Diese Buch wird zum Preis von X Euro inkl. der vorgeschriebenen USt. verkauft." An diesen Preis haben sich alle Endverkäufer zu halten.

Ausnahmen gelten nur
- für den Eigenbedarf des Buchhändlers bzw. dessen Angestellten,
- für den Eigenbedarf des Autors, wenn er vom Verlag kauft
- für Lehrer, wenn das Buch für einen Einsatz im Unterricht geprüft wird
- wenn das Buch beschädigt ist (Mängelexemplar)
- bei Räumungsverkauf eines Buchladens, sofern das Buch nicht remittentenfähig ist

Die Preisbindung dauert 18 Monate ab erstes Erscheinen (§ 8 BuchPrG)

Das alles hat aber nichts damit zu tun, zu welchem Preis und in welcher Preisstruktur der Verlag dem Buchhändler das Buch liefert.

Ein umsatzsteuerbefreiter Verlag gewährt einem Buchhändler einen Rabatt gewähren auf den Brutto-Laden-VK. Die Höhe des Rabatts ist wahlfrei. Wichtig ist nur, dass der Verlag in der Rechnung an den Buchhändler keine USt ausweisen darf. Dies bedeutet, dass der Buchhändler tatsächlich die Endsumme der Rechnung bezahlen muss und dieser Betrag auch den Kosten für den Buch entspricht.

Bei einer Rechnung mit USt überweist der Buchhändler zwar auch die Endsumme, holt sich aber die gezahlte USt vom Finanzamt zurück. Der Einkaufspreis ist hier also nicht der Rechnungs-Endpreis, sondern der Rechnungs-Nettopreis ohne USt.

Letztlich liegt die gesetzliche Handhabe im Zusammenspiel der genannten §§ des Buchpreisbindungsgesetzes mit § 19 UStG.
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (12.01.2012, 02:00)
Siegfried hat geschrieben:
Nach §19 UStG werden Unternehmen, die im Vorjahr weniger als 17.500 Euro Umsatz erzielt haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erzielen werden, als "Kleinunternehmen" eingestuft.
Super Siegfried!
Das hast Du gut erklärt! Die Umsatzsteuer kann man gut in Kauf nehmen, da man sich beim Finanzamt letztendlich auch für die Erträge bis 17500 € offenbaren muss. Ob mit oder ohne Umsatzsteuer.

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (12.01.2012, 02:58)
Siegfried hat geschrieben:
Der Verleger bzw. der Importeur legt also fest, zu welchem Preis inkl. der vorgeschriebene USt das Buch verkauft werden darf. Hierbei ist es völlig egal, ob der Verleger oder Importeur umsatzsteuerplfichtig ist oder nicht.
...
Wichtig ist nur, dass der Verlag in der Rechnung an den Buchhändler keine USt ausweisen darf.

Die USt "nicht ausweisen" kann aber sowohl bedeuten, daß man das Brutto einfach zum Netto erklärt, oder daß man den im VK enthaltenen USt-Anteil rausrechnet und tatsächlich nur den Netto-Anteil des VK dem Händler in Rechnung stellt. Wo gibt es eine gesetzliche Verordnung, die das tatsächlich im Sinne der ersten Variante regelt?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.01.2012, 03:30)
Mick Baxter hat geschrieben:
Die USt "nicht ausweisen" kann aber sowohl bedeuten, daß man das Brutto einfach zum Netto erklärt, oder daß man den im VK enthaltenen USt-Anteil rausrechnet und tatsächlich nur den Netto-Anteil des VK dem Händler in Rechnung stellt. Wo gibt es eine gesetzliche Verordnung, die das tatsächlich im Sinne der ersten Variante regelt?


Ich schrieb doch: Zusammenspiel von BuchPrG und §19 UStG

Der Verlag bestimmt den Endpreis. Also den Preis, den der Endverbraucher zahlen muss. Dies ist die Regelung des BuchPrG. Ob sich in dem Preis Umsatzsteuer befindet oder nicht, wird nicht im BuchPrG festgelegt. Hier geht es ausschließlich um einen definierten Preis für das Buch.

Ist der Buchhändler unsatzsteuerpflichtig nach §19 UStG, steckt in dem Buchpreis 7% USt. Diese 7% muss der Händler ans Finanzamt abführen.

Rechnung an Kunden:
Buch netto 9,35 Euro
+ 7% USt 0,65 Euro
Buch brutto 10,00 Euro
(Buchhändler führt 0,65 Euro ans Finanzamt ab)

Ist der Buchhändler umsatzsteuerbefreit nach §19 UStG, dann geht der gesamte Betrag, den der Händler vom Kunden für das Buch bekommt, an den Händler.

Rechnung an Kunden:
Buch netto 10,00 Euro
keine USt wegen §19 UStG
Buch brutto 10,00 Euro
(Buchhändler führt nichts ans Finanzamt ab)

Hinweis: Es ist kein anderer Preis als 10,00 Euro möglich, weil der vom Verlag vorgegeben wird (§5 Abs.1 BuchPrG)


Gleiches gilt für die Geschäftsbeziehung zwischen Verlag und Buchhändler, hier sogar zweiseitig.

Beispiel 1: Buchhändler und Verlag sind beide umsatzsteuerpflichtig.
Der Verlag verkauft das Buch an den Buchhändler zu einem Preis, der USt enthält. Der Händler zahlt den vollständigen Betrag. Der Verlag behält die Nettosumme und führt die USt an das Finanzamt ab.
Der Buchhändler macht seine Vorsteuerabzugsberechtigung geltend und holt sich die gezahlte USt vom Finanzamt zurück. In Wahrheit hat der Buchhändler für das Buch nur die Nettosumme bezahlt.

Rechnung zu 1:
Buch netto 6,55 Euro
+ 7% USt 0,45 Euro
Buch brutto 7,00 Euro
Vorgeschriebener Brutto-Laden-VK 10,00 Euro
(USt ist ausgewiesen; Verlag führt 0,45 Euro an Finanzamt ab; Buchhändler holt sich 0,45 Euro beim Finanzamt zurück)

Beispiel 2: Buchhändler und Verlag sind beide umsatzsteuerbefreit.

Der Verlag verkauft das Buch zu einem Preis X, der Buchhändler bezahlt den Preis X - und Ende vom Spiel.

Rechnung zu 2:
Buch netto 7,00 Euro
keine USt wegen §19 UStG
Buch brutto 7,00 Euro
Vorgeschriebener Brutto-Laden-VK 10,00 Euro
(USt ist nicht vorhanden, daher auch nicht ausgewiesen; das Finanzamt bekommt nichts und zahlt nichts)

Beispiel 3: Der Buchhändler ist umsatzsteuerbefreit, der Verlag ist umsatzsteuerpflichtig.
Der Verlag verkauft das Buch an den Buchhändler zu einem Preis, der USt enthält. Der Händler zahlt den vollständigen Betrag. Der Verlag behält die Nettosumme und führt die USt an das Finanzamt ab.
Der Buchhändler darf sich jetzt die USt nicht vom Finanzamt zurückholen, weil er nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Das Buch kostet den Buchhändler also die volle Summe.

Rechnung zu 3:
Buch netto 6,55 Euro
+ 7% USt 0,45 Euro
Buch brutto 7,00 Euro
Vorgeschriebener Brutto-Laden-VK 10,00 Euro
(USt ist ausgewiesen; Verlag führt 0,45 Euro ans Finanzamt ab; Buchhändler kann nichts vom Finanzamt zurückholen)


Beispiel 4: Der Buchhändler ist umsatzsteuerpflichtig, der Verlag ist umsatzsteuerbefreit.

Der Verlag verkauft das Buch an den Buchhändler zu einem Preis, der keine USt enthält. In der Rechnung gibt es keinen Betrag oder Prozentsatz oder sonst etwas, das auf USt hinweist - im Gegenteil: In der Rechnung steht, dass gemäß §19 USt keine USt berechnet wird. Der Händler zahlt den vollständigen Betrag. Der Verlag behält die komlpette Summe für sich.
Der Buchhändler kann sich jetzt keine USt vom Finanzamt zurückholen, weil gar keine USt gezahlt worden ist.

Rechnung zu 4:
Buch netto 7,00 Euro
keine USt wegen §19 UStG
Buch brutto 7,00 Euro
Vorgeschriebener Brutto-Laden-VK 10,00 Euro
(USt ist nicht vorhanden, daher auch nicht ausgewiesen; Verlag führt nichts ans Finanzamt ab; Händler kann trotz Vorsteuerabzugsberechtigung nichts beim Finanzamt holen)

Nochmals: Die gesetzlichen Regelungen stehen im BuchPrG ( §§3, 5 und 8 ) und im §19 UStG
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (12.01.2012, 12:25)
Siegfried hat geschrieben:
Händler kann trotz Vorsteuerabzugsberechtigung nichts beim Finanzamt holen

Das "zurückholen" ist irreführend. Natürlich kann ein Unternehmer die Umsatzsteuer nicht einfach zurückholen. Er kann "nur" seine bezahlte Umsatzsteuer, die er für seinen Betrieb ausgegeben hat, gegenrechnen. Bei Sachwerten, die er später abschreiben kann, sieht das anders aus. Hier kann sich der Unternehmer später tatsächlich die Umsatzsteuer zurückholen. Wenn es sich z.B. um ein Fahrzeug handelt. Und wenn der Unternehmer dieses Fahrzeug auch privat nutzt, muss er ein Fahrtenbuch führen. Für die Privatnutzung muss er wieder die Umsatzsteuer abführen.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.01.2012, 13:19)
Thomas Becks hat geschrieben:
Das "zurückholen" ist irreführend. Natürlich kann ein Unternehmer die Umsatzsteuer nicht einfach zurückholen. Er kann "nur" seine bezahlte Umsatzsteuer, die er für seinen Betrieb ausgegeben hat, gegenrechnen.


Nicht? book: Habe ich anders gelernt.

Unternehmen A zahlt eine Rechnung an Unternehmen B (Bsp.: 1190 Euro = 1000 Euro netto plus 190 Euro USt).

B führt die 190 Euro ans Finanzamt ab.

A hat keine Einnahmen.
Saldo des USt-Kontos = 0 Euro;
Saldo des VSt-Kontos = 190 Euro.
Ergo Vorsteuerüberhang.
Konto-Abschluss zum Monatsende = Forderung gegenüber Finanzamt 190 Euro (lt. Datev Standardkontenrahmen SKR01 in Kontenklasse 15).
Meldung ans Finanzamt. Finanzamt überweist.
Ausbuchung nach Erstattung durch Finanzamt "Bank an Forderung ggü. Finanzamt"

Ist das kein "Zurückholen" von Geld, was man andernorts ausgegeben hat? Letztlich befinden sich die 190 Euro in einem Kreislauf (von A an B, von B an Finanzamt, vom Finanzamt wieder an A).
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (12.01.2012, 19:14)
Siegfried hat geschrieben:
Thomas Becks hat geschrieben:
Das "zurückholen" ist irreführend. Natürlich kann ein Unternehmer die Umsatzsteuer nicht einfach zurückholen. Er kann "nur" seine bezahlte Umsatzsteuer, die er für seinen Betrieb ausgegeben hat, gegenrechnen.


Nicht? book: Habe ich anders gelernt.

Unternehmen A zahlt eine Rechnung an Unternehmen B (Bsp.: 1190 Euro = 1000 Euro netto plus 190 Euro USt).

B führt die 190 Euro ans Finanzamt ab.

A hat keine Einnahmen.
Saldo des USt-Kontos = 0 Euro;
Saldo des VSt-Kontos = 190 Euro.
Ergo Vorsteuerüberhang.
Konto-Abschluss zum Monatsende = Forderung gegenüber Finanzamt 190 Euro (lt. Datev Standardkontenrahmen SKR01 in Kontenklasse 15).
Meldung ans Finanzamt. Finanzamt überweist.
Ausbuchung nach Erstattung durch Finanzamt "Bank an Forderung ggü. Finanzamt"

Ist das kein "Zurückholen" von Geld, was man andernorts ausgegeben hat? Letztlich befinden sich die 190 Euro in einem Kreislauf (von A an B, von B an Finanzamt, vom Finanzamt wieder an A).

Ist das so? Das wusste ich nicht.
Ich bin immer nur Umsatzsteuer-Empfänger. cheezygrin
Aber stimmt, ich hole ja auch meine Sprit Ust ab ...
dozey:

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (12.01.2012, 20:10)
Siegfried hat geschrieben:
Nochmals: Die gesetzlichen Regelungen stehen im BuchPrG ( §§3, 5 und 8 ) und im §19 UStG

Aber was du hier ausführst ist die Interpretation, wie diese gesetzlichen Regelungen, die den diskutierten Fall gar nicht explizit erwähnen, anzuwenden sind. Da hätte ich gerne verläßlichere Quellen als das Posting eines Anonymus in einem Internetforum.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.01.2012, 20:14)
Mick Baxter hat geschrieben:
Aber was du hier ausführst ist die Interpretation, wie diese gesetzlichen Regelungen, die den diskutierten Fall gar nicht explizit erwähnen, anzuwenden sind. Da hätte ich gerne verläßlichere Quellen als das Posting eines Anonymus in einem Internetforum.


Tipp eines Anonymus aus einem Internetforum:
Frag die für deinen Wohnort zuständige IHK. Oder einen Steuerberater deines Vertrauens. Oder den für dich zuständigen Finanzbeamten.

Die werden dir genau das Gleiche erzählen.

Ich bin raus aus der Diskussion. Fragen eines unzuverlässigen und lehrresistenten Anonymus beantworte ich nicht mehr. :twisted:


Nachtrag: Ich bin hier im Forum nicht anonym unterwegs - im Gegensatz zu dir.
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