Plagiatsverdacht

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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H.- P.
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Re:

von H.- P. (20.02.2012, 18:57)
Das ist eine ernste Angelegenheit, der man mit aller Strenge nachgehen muss. Morgen findet vielleicht ein anderer seine Texte bei einem „Plagiator“. Solidarität unter Kolleginnen und Kollegen sollte -Fasching hin oder Fastnacht her - in diesem Falle eigentlich selbstverständlich sein!

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Oukej
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Re:

von Oukej (25.02.2012, 21:07)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat
"Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden muss (§ 51 UrhG in Deutschland, siehe unten)."

So darf man wahrscheinlich einige Sätze oder Bilder in einem fremden Buch kopieren und die Quelle dazu schreiben und überhaupt nicht beim Autor oder Verlag um die Erlaubnis bitten.

mtg, verzeihe, dass ich dich mit deinem Namen nenne.
Einen berühmten Buchautor kann ich doch nicht mit mtg ansprechen.
Und das hier ist nicht nur dein Faden, sondern jeder sollte hier seine Probleme anzeigen und keinen neuen Faden dafür erstellen.

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Isautor
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Re:

von Isautor (25.02.2012, 22:02)
Bilder? Ich kann mich nicht erinnern, dass das Zitatrecht was mit Bildern zu tun hat.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (26.02.2012, 00:08)
Oukej hat geschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat
"Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden muss (§ 51 UrhG in Deutschland, siehe unten)."

So darf man wahrscheinlich einige Sätze oder Bilder in einem fremden Buch kopieren und die Quelle dazu schreiben und überhaupt nicht beim Autor oder Verlag um die Erlaubnis bitten.


Du solltest weiterlesen:

Wikipedia - Zitat hat geschrieben:
Kleinzitate
dürfen weiterreichend verwendet werden. Der Zitierzweck muss erkennbar sein. Das Zitat muss also in irgendeiner Beziehung zu der eigenen Leistung stehen, beispielsweise als Erörterungsgrundlage. Der Umfang des Zitats muss dem Zweck angemessen sein.

Bildzitate
sind rechtlich am schwierigsten zu handhaben. Bildzitate sind einerseits als Großzitate (im wissenschaftlichen Bereich) gerechtfertigt, andererseits aber nach herrschender Lehre auch als Große Kleinzitate möglich.


Und was das "Große Kleinzitat" bei Bildzitaten betrifft, heißt es:

Wikipedia - Bildzitat hat geschrieben:
In wissenschaftlichen (und populärwissenschaftlichen) Werken ist nach § 51 UrhG das Großzitat zulässig.

Seit langem ist aber auch das große Kleinzitat, das vom Gesetzeswortlaut bis 31. Dezember 2007 nicht gedeckt war (Nr. 2: zulässig ist es, Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk anzuführen), in der Rechtsprechung anerkannt.

Voraussetzung ist, dass das Bild nicht verändert wird und eine korrekte Quellenangabe erfolgt. Das Landgericht Berlin erließ eine einstweilige Verfügung (Beschluss, Photonews 4/2000, 12), die ein Schwarzweiß-Foto aus dem Buch Odessa betraf, das vom Tagesspiegel leicht beschnitten und blau eingefärbt worden war. Die Veröffentlichung wurde der Zeitung untersagt: Ein Zitat erfordere einen Zitatzweck und eine Auseinandersetzung mit dem Bild im Text, wobei das Bild nur unverändert und mit zutreffender Quellen- bzw. Urheberangabe veröffentlicht werden darf.


Also anonyme Bilder oder Bilder nur mit der Quellenangabe "gefunden auf Webseite 'www.xyz.com' " dürfte nicht ausreichend sein. Verkleinern, vergrößern, beschneiden, einfärben usw. überschreitet bereits die Zitat-Grenzen.
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Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (26.02.2012, 08:27)
Oukej hat geschrieben:
Genügt es Dir, wenn dort steht:
„Einige Angaben sind aus dem Buch: Endlich mal was Positives von Matthias Gerschwitz übernommen.“
Oder muss sich der Mann unbedingt bei Dir erlauben?



Das reicht nicht als Angabe. Die jeweiligen Zitate müssen kenntlich gemacht werden, und die Fundstelle muss genau angegeben werden. (Seitenzahl)

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Torsten Buchheit
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Re: Plagiatsverdacht

von Torsten Buchheit (26.02.2012, 08:59)
mtg hat geschrieben:
1) Habt Ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

2) Wieviel »Übernahme« aus Euren Texten haltet Ihr für akzeptabel?

Für Meinungen bin ich dankbar.


1. Nein. Abschreiben ist in gewisser Weise auch ein Kompliment für den Ursprungsautor. Aber die Erfahrung hatte ich noch nicht.

2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung. Das steht auch vorne so drin in den Büchern. Im Bedarfsfalle wird diese Genehmigung von mir recht großzügig erteilt.

Lieber Matthias, ich würde es hier genauso machen wie du: Buch besorgen, Ausmaß der Übereinstimmung feststellen, Anwalt. In Absprache mit dem Anwalt vielleicht auch an die Lokalpresse (welch ein Wortspiel angesichts des Buchthemas) gehen (= kostenlose Reklame für dein Buch, siehe Axolotl Roadkill und der Ursprungsroman Strobo).

Ich würde außerdem die betreffenden Passagen in Googe eingeben, um zu überprüfen, ob diese auch noch an anderer Stelle irgendwo im Internet auftauchen, erstens, um zu überprüfen, ob der Plagiator sie noch weiter verwendet hat, zweitens, um der gegnerischen Seite das (aus Musikrechtsstreiten recht bekannte) Argument zu verbauen, du hättest deinerseits bereits irgendwo plagiiert.

Viele Grüße

Torsten
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SandraR
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Re:

von SandraR (26.02.2012, 10:36)
Und bitte erzähl uns das Ergebnis. Auf alle Fälle viel Glück!
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Streusalzwiese
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Re: Plagiatsverdacht

von Streusalzwiese (26.02.2012, 12:24)
Torsten Buchheit hat geschrieben:
2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung. Das steht auch vorne so drin in den Büchern.



So etwas kann man hineinschreiben. Aber muss sich ein Zitierwilliger auch daran halten?

Streusalzwiese
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Re: Plagiatsverdacht

von Streusalzwiese (26.02.2012, 12:34)
Torsten Buchheit hat geschrieben:
2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung.


Wie funktioniert das?

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Torsten Buchheit
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Re: Plagiatsverdacht

von Torsten Buchheit (26.02.2012, 17:08)
Streusalzwiese hat geschrieben:
Torsten Buchheit hat geschrieben:
2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung. Das steht auch vorne so drin in den Büchern.



So etwas kann man hineinschreiben. Aber muss sich ein Zitierwilliger auch daran halten?


Das steht da nur als kleine Erinnerung. Den Rest regelt das Urheberrecht.
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Torsten Buchheit
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Re: Plagiatsverdacht

von Torsten Buchheit (26.02.2012, 17:11)
Streusalzwiese hat geschrieben:
Torsten Buchheit hat geschrieben:
2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung.


Wie funktioniert das?


Recht gut.

Wenn jemand was aus meinen Büchern abdrucken will, fragt er mich schriftlich um Genehmigung, dann bekommt er von mir die Genehmigung, wenn ich damit einverstanden bin, ansonsten bekommt er sie nicht.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?
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Streusalzwiese
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Re: Plagiatsverdacht

von Streusalzwiese (26.02.2012, 17:55)
Torsten Buchheit hat geschrieben:
Streusalzwiese hat geschrieben:
Torsten Buchheit hat geschrieben:
2. Aus meinen Büchern darf überhaupt nichts übernommen werden ohne meine Genehmigung. Das steht auch vorne so drin in den Büchern.



So etwas kann man hineinschreiben. Aber muss sich ein Zitierwilliger auch daran halten?


Das steht da nur als kleine Erinnerung. Den Rest regelt das Urheberrecht.


Das Urheberrecht erlaubt das Zitieren, auch ohne dass man den Autor um Erlaubnis fragen muss.

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (26.02.2012, 18:36)
Was ist wenn man ein Bild unter künstlerischen Kriterien verwendet- also wenn man es leicht/stark verändert- nur einen ausschnitt nimmt- anderes hinzufügt- theoretisch ist die Neuumsetzung eines bekannten Werkes ja schon ein eigenes selbstständiges Werk- heißt; wenn es unter künstlerischen Gesichtspunkten geschieht könnte man einer Kopie der Mona Lisa einen Schnautzer verpassen und sagen es sei ein neues "inspieriertes" Werk. Kennt sich jemand bei diesem Aspekt aus?

JEDER neue Strich oder jede Verfremdung muss doch akzeptabel sein denn jeder Künstler hat einen Bildfundus und zitiert immer wieder. (Inspirationsquellen können ja dennoch angegeben werden)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (26.02.2012, 19:13)
Kris. K. hat geschrieben:
Was ist wenn man ein Bild unter künstlerischen Kriterien verwendet- also wenn man es leicht/stark verändert- nur einen ausschnitt nimmt- anderes hinzufügt- theoretisch ist die Neuumsetzung eines bekannten Werkes ja schon ein eigenes selbstständiges Werk- heißt; wenn es unter künstlerischen Gesichtspunkten geschieht könnte man einer Kopie der Mona Lisa einen Schnautzer verpassen und sagen es sei ein neues "inspieriertes" Werk. Kennt sich jemand bei diesem Aspekt aus?


Bei der Mona Lisa ist das Urheberrecht erloschen. Denn da Vinci ist seit mehr als 70 Jahren tot. cheezygrin

Allerdings bezweifle ich, dass dich jemand mit Farbe und Pinsel an das Bild heran lässt - denn nur das wäre eine Veränderung des Bildes.

Alles andere ist eine Veränderung eines Abbildes der Mona Lisa - also eine Fotografie oder eine (gemalte) Kopie. Hier zählt wieder die Eigenleistung des jeweiligen Künstlers, also des Fotografen bzw. des (Nach-)Malers.

Im Prinzip ist dein Gedanke genau der, der in der Musikszene als "Sampling" läuft. Man nehme ein paar Sekunden aus einem anderen Musikwerk, bearbeite es elektronisch (indem das kurze Stück sich z. B. monoton wiederholt) und gibt es dann als eigenes Musikstück heraus (Beispiel: Die Bass-Line aus dem Musikstück "Under Pressure" von Queen & David Bowie wurde von Vanilla Ice als Motiv des Songs "Ice Ice Baby" benutzt).

Der BGH hat 2008 entschieden, dass solches "Sampling" ohne Erlaubnis des Urheberrechtsinhabers verboten ist. Gleiches dürfte also auch für deine Idee gelten, urheberrechtsgeschützte Bilder zu verändern.
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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (26.02.2012, 20:28)
Siegfried hat geschrieben:
Gleiches dürfte also auch für deine Idee gelten, urheberrechtsgeschützte Bilder zu verändern.



Wenn dem so wäre, hätte die gesamte Pop Art nie stattgefunden!

Beispiel:
Andy Warhols ikonenhaften, seriellen Bilder (meist Siebdrucke) von Liz Taylor, Elvis Presley und Marylin Monroe hätte es bei dieser Rechtsinterpretation nie gegeben.
Besonders heikel seine Serie von der Ermordung John F. Kennedys: die Familie hat alle Film- und Fotorechte aufgekauft und kassiert bei jedem Druck, bei jeder TV-Ausstrahlung (weiß ich durch ein konkretes Projekt).

Durch seine künstlersiche Arbeit hat Warhol aber etwas Neues geschaffen, das eine solche schöpferische Höhe besaß, dass es rechtens war.
Nicht einmal der Suppenhersteller Campell konnte verhindern, dass er dessen gesamtes, 32 Sorten umfassendes Dosensortiment portraitiert hat.

;-)

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