Das wohlstrukturierte Mittelalter

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Mario Arndt
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Re:

von Mario Arndt (04.03.2012, 21:54)
@Nicolas Fayé:
Du verweist auf folgende Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudoisidor

Laut Wikipedia (dein eigener Link) ist diese kirchenrechtliche Fälschung im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entstanden. Aber lt deiner eigenen Theorie gab es diese Zeit gar nicht. Ergo kann auch nichts da entstanden sein, ausser - es gab diese Zeit.

Man sollte keine Argumente anführen, die der eigenen Theorie widersprechen.

:lol:
Hältst Du das für Logik? :lol:

Das Argument widerspricht überhaupt nicht meiner Theorie!

Ich erklär's Dir:
1) Die entsprechenden Schriftstücke existieren zweifellos.
2) Sie sind auch als Fälschungen nachgewiesen.
3) Nur die zeitliche Einordnung bleibt zu klären.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (04.03.2012, 22:25)
W.Waldner hat geschrieben:
Überall sitzen Menschen, die völlig unfähig sind, an der herrschenden Lehre zu zweifeln. Die kämen da niemals auch nur annähernd auf die Idee, irgendetwas in Frage zu stellen, was eine allgemein anerkannte Vorstellung ist.


Sag ich doch! thumbbup

Da gibt es Hunderttausende, die der herrschenden Lehre folgen, Marxismus sei eine realisierbare Gesellschaftsform. Sie sind so sehr von dieser Vorgabe überzeugt, dass sie Oppositionelle einsperren oder sofort physisch und dauerhaft dem Genpool der Menschheit entziehen. cheezygrin Diese Leute sind völlig unfähig, an der Lehre des Meisters zu zweifeln. Die kämen nie auf die Idee, irgendetwas in Frage zu stellen, was in diesen dicken blauen Büchern steht (ich habe die auch oben auf dem Dachboden in einem Regal stehen book: - aber ich habe irgendwann gewagt, die darin stehenden Thesen anzuzweifeln. Böser Fehler, oder? cheezygrin )

Mein Lehrer in der Schule hat mir (und einigen anderen) zwei Jahre vor dem Abitur dies beigebracht:

Wenn irgendjemand euch gegenüber behauptet, im Besitz der Wahrheit zu sein, zweifelt alles an, was er von sich gibt!

Bisher bin ich mit diesem Rat sehr gut durchs Leben gekommen! cheezygrin
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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (05.03.2012, 06:20)
Mario Arndt hat geschrieben:
@Torsten Buchheit:
Die genannten Datierungsmethoden sind unter der Prämisse der Richtigkeit der jetzigen offiziellen Chronologie entstanden. Sie liefern daher zirkelschlüssige und in vielen Fällen widersprüchliche Ergebnisse. Näheres dazu hier:
http://www.chrono-rekonstruktion.de/?page_id=34


Tertiärliteratur. Außerdem: In diesem Artikel wird nur behauptet, aber nicht bewiesen.

Als Referenzen werden lediglich zwei Artikel eines einzigen Autorenpaars (Blöss und Niemitz) genannt.

Das ist ein wenig dünn.

Wer das Stichwort "Dendrochronologie" bei Google eingibt, stellt fest, daß es ziemlich viele Leute gibt, die sich damit befassen. Können die sich alle so irren?
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Ikarus
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Re:

von Ikarus (05.03.2012, 08:18)
Die Wikipedia (leider auch immer öfter unzuverlässig) sagt, dass es für Deutschland lediglich einen vollständigen Jahrringkalender gibt, den Hohenheimer. Zitat aus der Diskussion: Der tolle Hohenheimer Jahrringkalender wird leider nur für eng umschriebene wissenschaftliche Projekte extrem segmental zur Verfügung gestellt, da zum einen die Interpretation extrem schwierig ist, zudem die Gefahr kommerziellen Missbrauchs besteht oder vorgeschoben wird. Da sind wir wieder: Die Wissenschaftler sitzen auf ihren Forschungsergebnissen. Ja, das ist teilweise berechtigt.

Jahrringkalender gelten nur für begrenzte Gebiete mit annähernd gleichem Klima. Schon in einem Gebiet mit Mikroklima brauchst du einen (zeitlich begrenzten) separaten Kalender.

Torsten muss ich jetzt auf sein verächtliches "Tertiärliteratur" festnageln: Die heutige Geschichtsschreibung beruht zu einem großen Teil auf Tertiär-Literatur. Das ist das, was ich den Historikern vorwerfe: Mangelhafte Quellenkritik und die Einschränkung des Zugangs zu Originalquellen.

Und Siegfried: Jetzt versuchst du dich in den Besitz der Wahrheit zu stellen, weil du Zweifel an der herrschenden Meinung ablehnst. Albernheiten sind überhaupt kein wertvoller Diskussionsbeitrag. Schade, in der deutschen Sprache kennst du dich hervorragend aus.

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SandraR
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Re:

von SandraR (05.03.2012, 08:22)
Natürlich irren die sich, wenn es anders nicht in das eigene Weltbild passt. Es gibt auch Leute die noch immer entsetzt sind, dass die Erde keine Scheibe ist und wir letztlich zu den Säugetieren gehören.

Ja, ja wir sind nicht die Krönung der Schöpfung sondern eher die Katastrophe der Schöpfung angle:
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.03.2012, 11:12)
Zwei kurze Anmerkungen:

Ikarus hat geschrieben:
Die Wikipedia (leider auch immer öfter unzuverlässig)


Und?
Korrigierst du die unzuverlässigen Beiträge in Wikipedia, wenn dir einer auffällt?
Genau das ist das Grundkonzept von Wikipedia: Ein offenes System, in das jeder seine Belege einbringen kann.
Das Problem: Die eigenen Beiträge werden von der Öffentlichkeit kritisch betrachtet und ggf. abgelehnt (äh ... hatten wir das nicht irgendwo gerade in der Diskussion? cheezygrin )

Ikarus hat geschrieben:
Und Siegfried: Jetzt versuchst du dich in den Besitz der Wahrheit zu stellen, weil du Zweifel an der herrschenden Meinung ablehnst.


Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil! cheezygrin
Ich stelle den Zweifel ganz nach vorne. Und zwar so lange, bis eine Begründung hinreichend ist, aus einem Schein ein Ist zu machen. Und selbst dann bleibt der Zweifel erhalten.

Aber auch hier ein Problem: Es wird nicht das bestehende Ist angezweifelt, indem Argumente vorgebracht werden, wie dieses Ist zum Einsturz gebracht werden kann, sondern ein selbstentwickeltes Ist wird als wahr propagiert und dann mit - für meinen Geschmack - sehr dünnen Argumenten unterfüttert. An diesem Ist darf dann aber wieder nicht gezweifelt werden (siehe Verlauf dieser Diskussion).

Das Verbot des Zweifels ist inhärenter Bestandteil jeder Verschwörungstheorie, weshalb diese religiöse Charaktereigenschaften haben und daher kritische Diskussionen nahezu unmöglich machen. Verschwörungstheorien sind keine Frage der Beweisführung, sondern des Glaubens.
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H.- P.
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Re:

von H.- P. (05.03.2012, 11:24)
Für einen pragmatischen Menschen wie mich, der bisher davon ausgegangen ist, dass die Beschreibung der deutschen (europäischen) Geschichte auf gesicherten Fakten und Daten beruht, fällt es... na ja, sagen wir einmal schwer, dieser Diskussion zu folgen. Die Vielzahl der vorgebrachten Argumente verwirrt eher, als sie nützt.

In Zeiten, in denen es möglich ist, die klimatischen Veränderungen unseres Planeten im Polareis nachzuweißen, es der Wissenschaft möglich ist, uns mit der Tatsache zu überraschen, der „Ötzi“ habe an hohen Cholesterinwerten gelitten, wartet ein Autor mit seiner Erkenntnis auf, man habe einige Jahrhunderte Geschichtsschreibung schlichtweg manipuliert. (So habe ich das jedenfalls verstanden und sehe es als gewagte These an)

Zusätzlich drängt sich die Frage auf: Aus welchen Gründen soll dies geschehen sein und wer hätte einen Nutzen davon?

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (05.03.2012, 11:30)
Siegfried hat geschrieben:
Mein Lehrer in der Schule hat mir (und einigen anderen) zwei Jahre vor dem Abitur dies beigebracht:

Wenn irgendjemand euch gegenüber behauptet, im Besitz der Wahrheit zu sein, zweifelt alles an, was er von sich gibt!

Bisher bin ich mit diesem Rat sehr gut durchs Leben gekommen! cheezygrin

Opportunisten kommen immer sehr gut durchs Leben.

Euer Lehrer hätte Euch vor der herrschenden Lehre warnen müssen, die von allen als unbezweifelbare Wahrheit verkündet wird.

Stattdessen hat er Euch vor den Einzelnen gewarnt, die sich der herrschenden Lehre zu widersprechen trauen und eine andere "Wahrheit" vertreten. Bei denen solltet ihr dann alles bezweifeln, was die an Argumenten nennen.

Aber der herrschenden Lehre solltet ihr nicht kritisch begegnen.

Wieder ein schönes Beispiel dafür, dass die folgsamsten Schafe sich für die kritischsten Geister halten, weil sie doch keinem trauen, der sie aus der Herde weglocken will. :lol:
Trugschlüsse der Volkswirtschaftslehre

Warum die Geldpolitik 1929-33 die Weltwirtschaftskrise verursacht hat

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (05.03.2012, 11:54)
H.- P. hat geschrieben:
In Zeiten, in denen es möglich ist, die klimatischen Veränderungen unseres Planeten im Polareis nachzuweißen, es der Wissenschaft möglich ist, uns mit der Tatsache zu überraschen, der „Ötzi“ habe an hohen Cholesterinwerten gelitten...

Ein kleiner Lesetipp:

Die Ötztal-Fälschung Anatomie einer archäologischen Groteske

http://www.amazon.de/Die-%C3%96tztal-F% ... 010&sr=1-1

Ob nun der Gletschermann wirklich ein Gletschermann ist, oder eine südamerikanische Mumie, die an eine Stelle gelegt worden ist, wo nicht nur in den letzten Jahrzehnten überhaupt kein Gletscher war, sondern kurz darauf Reinhold Messner auf einer seit Monaten geplanten Wanderung vorbeikam, soll in diesem Artikel nicht entschieden werden, wenn auch eine spezifische Anschauung dazu geführt hat, diesen Artikel zu schreiben. Hier soll lediglich thematisiert werden, daß zur Geschichte wird, was plausibel und glaubwürdig genug ist, als Geschichte tradiert zu werden – und nicht das, was hinter dieser Kulisse tatsächlich passiert ist. Immerhin ist es Messner schon einmal passiert, daß er aufs Kreuz gelegt worden ist: Bereits 1986 fragten sich die Produzenten der Fernsehserie „Verstehen Sie Spaß?“, wie sie ihn im Rahmen ihrer Sendung hereinlegen könnten. Ausgehend von der schweizerischen Redensart: „Du hast wohl einen Kiosk auf dem Matterhorn!“ arrangierten sie einen richtigen Kiosk, der auf einer in einjähriger Vorarbeit am Matterhorn installierten Plattform montiert werden sollte. Eine Illustrierte veranstaltete ein Preisausschreiben mit dem Hauptgewinn, von Reinhold Messner auf das Matterhorn geführt zu werden. Der Gewinner, nicht sehr bergfest, wurde gegen einen Alpinisten ausgetauscht. Am Vorabend der Tour wurde dann mit einem Hubschrauber ein richtiger Zeitungskiosk auf das Matterhorn gebracht, in dem ein Kamerateam auf die beiden Bergsteiger wartete.

Zumindest zeigt diese Geschichte, daß Messner möglicherweise auch am Hauslabjoch Ziel eines Juxes gewesen sein könnte, denn sein Erscheinen dort war seit einiger Zeit geplant. Es wäre schon ein gewaltiger Gnadenakt der Gletscher, pünktlich zum Erscheinen des meinungsbildenden und öffentlichkeitswirksamen Yeti-Exegeten eine 5300 Jahre alte Gletschermumie freizugeben und ihm geradezu vor die Füße zu legen. Eine Woche vorher, und die Mumie wäre verwest; eine Woche später, und Messner hätte sie nicht sofort in Augenschein nehmen können. Was ist eine Woche im Vergleich zu 5300 Jahren?

http://www.symptome.ch/vbboard/andere-b ... chung.html

Der Ötzi ist ein gutes Beispiel, wie "Wissenschaft" arbeitet. Ich habe das Buch über die Ötzi-Fälschung mit Begeisterung gelesen, es ist auch noch gut geschrieben, wurde aber kein Erfolg und schnell verramscht.

Aber so geht es den Autoren, die mit den besten Beweisen, die man sich nur wünschen kann, von der herrschenden Lehre abweichen. Und seien diese Geschichten noch so absurd wie beim Ötzi.
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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (05.03.2012, 12:37)
Ötzi jetzt auch noch eine Fälschung? aus Südamerika? Mit europäischer DNS?

Ich zweifle im Stillen weiter. Und zwar an den ganzen Verschwörungstheorien, die hier ausgebreitet werden. Ich nehme mir weiter das Recht zu zweifeln und klemme mich jetzt aus der Diskussion raus. Das Ganze wird mir schlicht zu fundamentalistisch.

Tipps für weitere Zweifel an den herrschenden Erkenntnissen:
- Die Titanic war die Olympic (Gegenteil ist zwar bewiesen, aber was solls).
- Die Erde ist gerade mal 8000 Jahre alt.
- Dinosaurier lebten zeitgleich mit den Menschen und sind in der Sintflut ersoffen.
- Die Pyramiden sind Landeplätze für Raumschiffe (habe ich mal aus Stargate geklaut).
- Ausserirdische sind unter uns und beherrschen unsere Gedanken.

Bei Bedarf gerne weitere Tipps. cheezygrin
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Stoff
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Re:

von Stoff (05.03.2012, 12:39)
Nicolas Fayé hat geschrieben:
Ötzi jetzt auch noch eine Fälschung? aus Südamerika? Mit europäischer DNS?

Ich zweifle im Stillen weiter. Und zwar an den ganzen Verschwörungstheorien, die hier ausgebreitet werden. Ich nehme mir weiter das Recht zu zweifeln und klemme mich jetzt aus der Diskussion raus. Das Ganze wird mir schlicht zu fundamentalistisch.

Tipps für weitere Zweifel an den herrschenden Erkenntnissen:
- Die Titanic war die Olympic (Gegenteil ist zwar bewiesen, aber was solls).
- Die Erde ist gerade mal 8000 Jahre alt.
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Bei Bedarf gerne weitere Tipps. cheezygrin

Genau! Füllen wir die herrschende Leere! Bild
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (05.03.2012, 12:44)
Wenn Mario Arndt seiner Theorie glauben würde, müsste in seinem Buch statt: © 2012, © 1312 stehen. Tut es aber nicht. Mario Arndt akzeptiert also das Jahr 2012 und ist damit für mich kein überzeugter Katastrophist. Als Mario auf Illig angesprochen wurde, wirkte er gereizt. Warum nur? Mario setzt doch noch einen über Illig, indem er in seinem Buch statt von 300- gleich von 700 erlogenen Jahren schreibt.
Würden wir heute im Jahr 20.000 leben, wären es wohl 7000 erlogene Jahre, Hauptsache viele müssen es sein.
Wie geht das? Wie kann jemand so was behaupten? Historiker darf sich jeder nennen, der sich wissenschaftlich oder publizistisch mit Historie befasst.
W. Waldner muss ich zum Teil recht geben, bei meiner Recherche, zu Hexenänneken, stieß ich auch auf viele Ungereimtheiten, Nachplappereien und dreiste Behauptungen.
Die Geschichte ist ein Eldorado für Verschwörungstheoretiker. Leider. Geschichte hat es schon deshalb schwer, weil sich nicht jeder dafür interessiert. Für solche fragwürdigen Thesen interessieren sich die Leute schon eher. Die Menschen brauchen schließlich Action.
Gut, wenn wir nun erst 1312 haben, wann war dann die Renaissance?

Wer sich für Geschichte interessiert, weiß, dass die Häuser im Frühmittelalter selten aus Stein waren, daher die geringen Funde, hier! Im romanischen Raum sieht das jedoch schon wieder ganz anders aus.
Ich wollte eigentlich gar nichts dazu schreiben. Nun ist es raus.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.03.2012, 13:17)
W.Waldner hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Mein Lehrer in der Schule hat mir (und einigen anderen) zwei Jahre vor dem Abitur dies beigebracht:

Wenn irgendjemand euch gegenüber behauptet, im Besitz der Wahrheit zu sein, zweifelt alles an, was er von sich gibt!

Bisher bin ich mit diesem Rat sehr gut durchs Leben gekommen! cheezygrin

Opportunisten kommen immer sehr gut durchs Leben.

Euer Lehrer hätte Euch vor der herrschenden Lehre warnen müssen, die von allen als unbezweifelbare Wahrheit verkündet wird.

Stattdessen hat er Euch vor den Einzelnen gewarnt, die sich der herrschenden Lehre zu widersprechen trauen und eine andere "Wahrheit" vertreten. Bei denen solltet ihr dann alles bezweifeln, was die an Argumenten nennen.

Aber der herrschenden Lehre solltet ihr nicht kritisch begegnen.

Wieder ein schönes Beispiel dafür, dass die folgsamsten Schafe sich für die kritischsten Geister halten, weil sie doch keinem trauen, der sie aus der Herde weglocken will. :lol:


Du hast es schlicht nicht verstanden! cheezygrin

Wenn irgendjemand sagt: "So ist es und nicht anders", dann sollte man sehr kritisch mit dieser Aussage umgehen. Das betrifft sowohl Einzelne wie auch den Massenvorbetern.

Wenn hier jemand auftaucht und sagt, in der Menschheitsgeschichte fehlen 300 oder 700 Jahre, dann bedeutet das Kritik. Wenn hier jemand auftaucht und verkündet, die einzig brauchbare Gesellschaftsform ist der Kommunismus, bedeutet das Kritik.

Wenn unsere Regierung durch die Medien behauptet, wir müssen Griechenland finanziell retten, weil sonst der Untergang des Abendlandes bevorsteht, bedeutet das Kritik. Wenn Millionen von Menschen verkünden, der Glaube an Gott ist die einzige Rettung für das Seelenheil, bedeutet das Kritik.

Wenn die UNO verkündet, sie würde sich für die Menschenrechte und Frieden und Stabilität in der Welt einsetzen, bedeutet das Kritik. Wenn 200 Menschen auf dem Frankfurter Flughafen für eine Lohnerhöhung von 70% streiken und damit versuchen, den gesamten Flugbetrieb lahm zu legen, bedeutet das Kritik.

Truppen des Westens werden nach Afghanistan gebracht im Rahmen einer Friedensmission - das zwingt einen geradezu, diese Aktion kritisch zu hinterfragen.
Truppen des Westens werden aus wirtschaftlichen Interessen nach Afghanistan gebracht, weil eine Erdölpipeline quer durch das Land gebaut werden soll - das zwingt einen geradezu, diese These kritisch zu hinterfragen.
In beiden Fällen versucht jemand, uns eine Weisheit zu verkaufen. In beiden Fällen muss es erlaubt sein, diese "Weisheit" zu hinterfragen. Erstere darf man, weil man damit den Schulterschluss mit den Verschwörungstheoretikern bildet. Zweitere darf man nicht, weil man damit den "Glauben an die Wahrheit" der Verschwörungstheoretiker unterminiert. Schon seltsam!

Wenn die BILD schreibt, Wulff darf die 200.000 Euro "Ehrensold" nicht bekommen, dann muss das kritisch betrachtet werden.
Wenn Politiker im Fernsehen behaupten, Wulff muss die 200.000 Euro "Ehrensold" bekommen, weil das geltendes Recht ist, dann muss das kritisch betrachtet werden.

Genau das alles ist die Quintessenz dessen, was mir damals mein Lehrer beigebracht hat: "Warum ist etwas so, wie es ist? Wem nutzt es (cui bono)? Was will jemand mit seiner Aussage bezwecken? Was steckt in einer Aussage und was ist die Metaebene der Aussage? Vor allem aber: Wenn jemand sagt, er kenne die Wahrheit der Dinge, bezweifelt das immer!"

Nochmals ganz langsam zum Mitschreiben: Wenn mir jemand erzählen will, wo es langgeht - egal ob er das allein behauptet oder ob da eine Mega-Monster-Organisation dahinter steht -, das bedeutet bei mir vor allem immer Zweifel und Kritik. Und diese Zweifel und Kritik müssten dann diskutiert und ausgeräumt werden. Dann - und erst dann - bin ich bereit, die vorgestellten Thesen zu akzeptieren. Aber genau das, die Diskussion um die Zweifel und um die Kritik, findet bei vielen nicht statt. Anstelle von Antworten kommt Polemik. Warum ist das so? Weil es einfacher ist, als sich den Fragen und der Kritik zu stellen. Es könnte ja sein, dass das selbstgewählte und meist sehr bequeme Weltbild plötzlich nicht mehr funktioniert.

Und ganz ehrlich: Die Argumente für eine durchgängige Geschichtsschreibung (rund um die Karolinger) erscheinen mir deutlich logischer als jene, die behaupten, alles sei gefälscht und erfunden worden. Zum großen Teil eben deshalb, weil bestimmte Fragen von mir einfach nicht beantwortet werden. Etwa die Parallelität von Ereignissen außerhalb Europas, die dann ja auch alle gefälscht, erfunden oder zumindest zeitlich deutlich verschoben sein müssten.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.03.2012, 13:27)
Nicolas Fayé hat geschrieben:
Tipps für weitere Zweifel an den herrschenden Erkenntnissen:
- Die Titanic war die Olympic (Gegenteil ist zwar bewiesen, aber was solls).
- Die Erde ist gerade mal 8000 Jahre alt.
- Dinosaurier lebten zeitgleich mit den Menschen und sind in der Sintflut ersoffen.
- Die Pyramiden sind Landeplätze für Raumschiffe (habe ich mal aus Stargate geklaut).
- Ausserirdische sind unter uns und beherrschen unsere Gedanken.


Äh ... Nicolas ... Hilfe! ...

Was davon ist denn falsch? Ich dachte, was du da schreibst, war alles richtig: Die Titanic war die Olympic, die Erde ist 8.000 Jahre alt, die Dinos sind ersoffen, die Pyramiden sind Landeplätze, und Außerirdische beherrschen unsere Gedanken!

Ist das etwa nicht so?

Ich müsste es doch eigentlich wissen - ich bin einer dieser Außerirdischen, der dir dein Hirn wegbrutzeln kann! Zzzooosssccchhhh!!! cheezygrin cheezygrin cheezygrin
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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (05.03.2012, 14:11)
Siegfried hat geschrieben:
Und ganz ehrlich: Die Argumente für eine durchgängige Geschichtsschreibung (rund um die Karolinger) erscheinen mir deutlich logischer als jene, die behaupten, alles sei gefälscht und erfunden worden. Zum großen Teil eben deshalb, weil bestimmte Fragen von mir einfach nicht beantwortet werden. Etwa die Parallelität von Ereignissen außerhalb Europas, die dann ja auch alle gefälscht, erfunden oder zumindest zeitlich deutlich verschoben sein müssten.

Damit befasst sich die Chronologiekritik auch seit jeher. Das ist nur ein sehr umfangreiches Thema, um es hier kurz darzustellen. Heinsohn hat schon längst vor dem Karlsthema die Fundschichten etwa der Sumerer angezweifelt und anders datiert, ebenso die Schichten in Ägypten, Israel und der Levante.

Auch wenn die meisten Darstellungen so tun, als wüssten wir genau, an welchem Tag der Erzengel Gabriel dem Mohammed welche Sure des Koran diktiert habe, dass es sich bei Mohammed um eine Erfindung handeln könnte, wird gerade sogar am Rande der Fachwissenschaft diskutiert. Danach wäre der Islam im syrischen Gebiet entstanden und später von den Persern aus politischen Gründen mit dem erfundenen Mohammed nach Mekka verlegt worden. Habe das selber allerdings nur am Rande mitgelesen.

Mekka ist ja nicht so weit vom ehemals römisch/christlichen Gebiet nach der offiziellen Geschichte entfernt. Mich wundert da schon, dass der Koran zum Christentum nichts klarer bringt, wenn das schon 300 Jahre der Glaube der Römer gewesen wäre. Bei einem Fabrikat gibt es gute Gründe, lieber nicht so deutlich zu werden, damit der Text unangreifbar bleibt. Aber auch das Neue Testament ist etwas merkwürdig schweigsam in der Beschreibung der orientalischen Welt und Gebräuche (mit Ausnahme der Heiligen Drei Könige).

Ansonsten werden Kamele nur erwähnt, weil sie nicht durch ein Nadelöhr passen würden.

Dabei lagen Jerusalem und Mekka sicher nicht ganz zufällig an der Gewürzhandelsroute nach Indien/Ceylon. Die Heiligen Städte waren also wahre Goldgruben und jede Pilgerfahrt muss den Gläubigen bei seiner Rückkehr zum reichen Pfeffersack gemacht haben.

Merkwürdigerweise schweigen da die Heiligen Schriften wie die Geschichtsbücher und man sollte gar meinen, dass weder Christen und Muslime noch Juden den lukrativen Gewürzhandel kannten und der Krieg um die heiligen Stätten immer nur wegen irgendwelcher Tempel und Reliquien geführt wurde.

Da scheint mir noch großer Forschungsbedarf. smart2
Trugschlüsse der Volkswirtschaftslehre



Warum die Geldpolitik 1929-33 die Weltwirtschaftskrise verursacht hat



Der preußische Regierungsagent Karl Marx

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