Der Geist, den ich nicht rief

Präsentiert euren Roman, Thriller, Fantasy-, Science-Fiction-, Romance-Titel oder euer Kinderbuch.


Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3797
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Der Geist, den ich nicht rief

von Monika K. (06.03.2012, 17:35)
Der Geist, den ich nicht rief (oder: Spukt es bei BoD?)

Als der Zusammenbau meines neuen Spielzeugs beendet war, wusste ich nicht so recht, was ich eigentlich damit machen sollte. Und ich tat, was alle tun: Ich suchte mir einen Ort, an dem sich Gleichgesinnte herumtreiben, die aus den gleichen Gründen dort sind.
Nachdem ich also ein wenig durch die Gänge, Flure und Korridore des BoD-Forums gestreift war und in fast alle unverschlossenen Zimmer meine Nase gesteckt hatte, gab ich mein Spielzeug an der Garderobe ab, holte mir einen Generalschlüssel für den Rest der Burg, ging in eines der Zimmer, hängte meine Schüchternheit über eine Stuhllehne und setzte mich, um ein wenig mit den Anwesenden zu plaudern. Irgendwann müssen mir ganz gedankenlos die magischen Worte „...einfach viel zu teuer...“ herausgerutscht sein, denn plötzlich stand ein Geist vor mir. Dass es sich um einen solchen handeln musste, erkannte ich sofort daran, dass ihn außen mir niemand sehen konnte. Es war eine weibliche Erscheinung, die mit lieblicher Stimme sprach:
„Holde Monika! Da, wo ich herkomme, ist alles besser: Blühende Landschaften, niedrige Kosten, saftige Wiesen, moosfreier Schattenrasen, hohe Gewinne und ein Springbrunnen mit Eierlikör. Jeden Abend finde ich ein Schokoladentäfelchen auf meinem Kopfkissen, und dienstags und donnerstags zwischen 10 und 11 Uhr spielen die Gartenzwerge Akkordeon.“
Ich war völlig überrumpelt, obwohl ich als eingefleischter Charles-Dickens-Fan natürlich weiß, dass jeder Geizhals früher oder später von einem Geist entführt wird. Ich dachte sofort: Ja, is denn heut scho Weihnachten? Und in meiner Verwirrung antwortete ich lediglich:
„Hm. Och. Nö. Danke. Eigentlich finde ich es ganz schön hier. Außerdem habe ich mein Spielzeug schon abgegeben.“
(Die Garderobiere will nämlich 300 Euro, wenn man sie mit Sonderwünschen in ihrer Mittagspause stört.) Das war wohl eindeutig die falsche Antwort, denn – plopp – war der Geist verschwunden. Seither frage ich mich: Was wäre geschehen, wenn ich „Supi! Wo solls hingehn?“ gerufen hätte? Und wo genau liegt dieser sagenhafte Ort? Ich dachte eigentlich immer, dass Geister tagsüber in Kabelschächten, Zwischendecken und Wandschränken mit unauffindbaren Schlüsseln leben. Und da ist es doch immer so staubig!
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (06.03.2012, 18:00)
Liebe Monika,

du bist echt fix! Allein dein Glaube - oder ist es nur die Annahme? - Geister würde leben, lässt mich nachsichtig den Kopf schütteln.
Gut, andere glauben noch ganz andere Dinge, insofern ...

Ich verrate dir mal eines: Geister leben nicht! Sie sind durch und durch durchtrieben, treiben ihr undurchsichtiges Unwesen indem sie sich verwandeln. Manche Geister zeigen sich in Gestalt eines Buttons, oder verfügen über einen solchen: Das sind die ganz Schlimmen.

Knutsche niemals einen Geist - wer weiß, ob es vorher ein Frosch war!

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Thomas Becks
Beiträge: 2747
Registriert: 04.09.2007, 17:47
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Der Geist, den ich nicht rief

von Thomas Becks (06.03.2012, 18:16)
Monika K. hat geschrieben:
Was wäre geschehen, wenn ich „Supi! Wo solls hingehn?“ gerufen hätte?

Aus einer ehemaligen Nordic Cocooning Sportlerin wäre ein Eierlikörjunkie geworden.
cheezygrin
Zuletzt geändert von Thomas Becks am 07.03.2012, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.

ThomasF
Beiträge: 803
Registriert: 17.10.2011, 09:42

Re:

von ThomasF (06.03.2012, 18:28)
Liebe Monika, bei den Geistern ist zwischen den gerufenen und den ungerufenen zu unterscheiden. Die gerufenen Geister kommen nicht immer, wenn man sie ruft. Sie sagen sich: „Da könnte ja jeder rufen.“ Hingegen die ungerufenen Geister auch dann da sind, wenn – wie nicht anders zu vermuten – wenn man sie nicht gerufen hat. Ich kannte da mal einen Geist oder eine Geistin? Auf jeden Fall war die Erscheinung weiblich, aus dem Morgenland, wunderschön und 1.212 Jahre alt, aber das ist eine andere Geschichte …

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3797
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (06.03.2012, 19:44)
@Haifischfrau
Stimmt! Geister leben nicht. Sie wohnen eigentlich auch nicht in Zwischendecken, außer sie kauern sich in die Astlöcher. Aber irgendwie klingt „Ich dachte eigentlich immer, dass die zwei zwergenhaften Geister tagsüber zwar im Zwischenraum zwischen der Zwischendecke und der eigentlichen Z(w)immerdecke wohnen.“ auch nicht wirklich professioneller. Aus mir wird nie eine richtige Schriftstellerin! :cry: Bleibt mir nichts anderes übrig, als meine eigenen Threads zu kapern. Auch gut. thumbbup

@Thomas Becks
Uffz. Da habe ich ja noch mal Schwein gehabt! Ich bin nämlich Abstinenzlerin. Nicht aus idiologischen Gründen, aber da Alkohol ja bekanntlich die Zunge löst...

@ThomasF
Der Geist ging mir einfach nur auf den Geist.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (06.03.2012, 22:34)
Aber Monika,
ob Blutfluss oder nicht in den Venen der Geister hat doch nichts mit Schriftstellerei zu tun. So eine, die so denkt, bin ich nicht. Es ist wegen der Geister; also ich finde, man sollte sie nicht unnötig reizen. So eine bin ich nämlich auch nicht.
So eine, aber anders, ist nämlich Isautor.

An deiner Stelle würde ich im Rahmen der schriftstellerischen Karriere ruhig noch ein bisschen übertreibend experimentieren, eben nur nicht dahingehend, dass Geister leben, wohnen, hausen etc.

Irgendwie sind mir diese Wesen unheimlich (das ist ja auch so gedacht), ich denke dann gleich an Geisterfahrer, Geisterstädte (Städte voller Geister?) und auch an Geist(er)heiler.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Nicolas Fayé
Beiträge: 1480
Registriert: 15.11.2009, 15:56
Wohnort: Aix-la-Chapelle

Re:

von Nicolas Fayé (07.03.2012, 07:39)
Also ich denke da eher an geistige Getränke. cheezygrin Ein prosit auf die Geister thumbbup
Viele Grüße von Nicolas

Geduld ist eine Tugend
http://www.romanzeit.de
---------------------------------------------------

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3797
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (07.03.2012, 17:11)
Manche Geistliche sind mir auch unheimlich.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Zurück zu „Buchvorstellung: Belletristik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.