Perspektiv-Wechsel in Romanen

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Isautor
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Re:

von Isautor (09.03.2012, 14:42)
Japp. Mein ich ja. Der Wechsel is nich dat Dingen, sondern dat Figürschn.
Seid gegrüßt,

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mtg
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Re:

von mtg (09.03.2012, 15:30)
Isautor hat geschrieben:
Im Idealfall indentifiziert man sich mit mehreren Romanpersonen und interessiert sich für jede Perspektive.

Das bezweifele ich aber sehr stark bzw habe es noch niemals erlebt. Die Figuren in einem Roman sind wie die Figuren in einem Film - good guys und bad guys. Man mag den einen oder anderen zwischendurch mal faszinierend oder spannend finden ... aber identifizieren kann man sich nur mit einer Person. Das hat etwas damit zu tun, dass man im Idealfall im Roman (oder Film) lebt - und das macht man nur als eine Figur.

Wer sich »mit mehreren Romanpersonen« identifiziert, gibt sich mit einer Beobachterposition zufrieden. Dann ist der Roman (Film) in meinem Verständnis nicht packend und ergo nicht gut.

Andreas Adlon
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Re:

von Andreas Adlon (09.03.2012, 16:05)
also ich habe eine Haupt/Identifikationsfigur.

Aber ich schlüpfe auch mal in andere Köpfe

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Isautor
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Re:

von Isautor (09.03.2012, 16:05)
Ich habe es schon erlebt. Ganz schlichtes Beispiel: Alm-Öhi und Heidi. Ich persönlich kann mich mit beiden gleichermaßen identifizieren. Der alte Mann, dem das Kind weggenommen wird, ist nicht weniger spannend, als das weggenommene Kind selbst. Ist beim kleinen Lord ähnlich.
Man muss aufpassen, was jemand unter "identifizieren" persönlich versteht, sonst kommt es bei solchen Debatten zu Missverständnissen.

Ich sags mal anders: Die Perspektive einer Figur sollte dem Leser niemals langweilig werden, egal, ob es der Gute, der Böse oder eine Nebenfigur ist. Langweilige Nebenfiguren, deren Schicksal als Seitenfüller dient, finde ich besonders unerträglich.
Eine schillernde Hauptfigur, neben der alle anderen uninteressant wirken, mag ich ebenfalls nicht.
Seid gegrüßt,



Isautor



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Siegfried
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Re:

von Siegfried (09.03.2012, 17:14)
Monika K. hat geschrieben:
Andreas Adlon hat geschrieben:

Mir ging es eher darum, ob es den Leser stört (ob da ein Lektor böse wird :twisted: ist mir erstmal Wurst)



Ach so. Entschuldigung. Da habe ich Deine Frage völlig falsch verstanden. Du möchtest also einfach nur eine Umfrage starten.

Also Hand hoch: Wen würde das stören? *Hand heb*
Jetzt Hand hoch: Wen würde das nicht stören?


Wen würde das stören? *Auch Hand heb*


@Monika K.

Dein Beispiel mit der Sekretärin ist genau das, was ich auch machen würde: Mir überlegen, ob ich den Perspektivwechsel überhaupt brauche bzw. ob ich die Reaktion der Nicht-Perspektivfigur anders darstellen kann, als zwangsläufig in ihre Persektive zu gehen. Dafür an dich ein thumbbup


Ansonsten @Andreas Adlon:

Ich ziehe meine Antwort zurück.

Du hast völlig Recht - keinen Leser interessiert es, welche Erzählperspektive benutzt wird und ob innerhalb einer Szene der Erzähler gewechselt wird.
Allerdings verstehe ich dann deine Ursprungsfrage nicht (außer der vermeintlichen Umfrage). Und die Antworten von lsautor und Sandra sind dann wohl auch für die Tonne.

In diesem Sinne: Lös deine Probleme zukünftig also selber!
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (09.03.2012, 17:41)
Andreas Adlon hat geschrieben:
(der Sekretärin würde man es vielleicht sogar ansehen, im Film)

(Im Roman auch, das ist die Kunst des Schreibens.)
cool5

Andreas Adlon
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Re:

von Andreas Adlon (09.03.2012, 18:01)
Siegfrid, ja vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt

Mir ging es um Eure, also unterschiedliche Meinungen. Da sind wir wieder bei der Frage der Sichtweise. Der eine sieht es als, Leser, der andere als Lektor oder eben aus der Sicht eines Menschen, der selbst Romane schreibt. Manche haben auch alle drei Brillen auf. Das alles ist völlig ok und ergibt unterschiedliche Aussagen.

Ich kann mit Deinen Aussagen sehr gut leben, Siegfrid und bin auch froh über unterschiedliche Meinungen

Um auf den Ursprungspunkt zurückzukommen: Ich wollte wissen, ob diese Perspektiv-Dingens ein Leserproblem ist oder von Lektoren hochstilisiert wird (ein Fußballer hätte gesagt hochsterilisiert cheezygrin )

Versteht noch irgend jemand, was ich sagen will? dozey:

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SandraR
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Re:

von SandraR (09.03.2012, 18:23)
Nimm Krieg und Frieden, grob hast Du drei Erzählstränge, die Grafenfamilie Rostow vor allem Natscha, den Fürsten Wolkonski und Pierre Wesuwow. Aus der Sicht dieser drei Erzählstränge arbeiten auch die Perspektiven, also einmal Natascha, dann der Fürst und der gute alte Pierre. Von Zeit zu Zeit auch die Stimme des unbeteiligten Erzählers, sozusagen der Biograph.
Drei erlebende Perspektiven und eine erzählende neutrale Perspektive!

Edit meint noch, lies es, analysiere es und wenn du es dir dann zutraust, tue es.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.03.2012, 02:07)
Andreas Adlon hat geschrieben:
Siegfrid, ja vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt

Mir ging es um Eure, also unterschiedliche Meinungen. Da sind wir wieder bei der Frage der Sichtweise. Der eine sieht es als, Leser, der andere als Lektor oder eben aus der Sicht eines Menschen, der selbst Romane schreibt. Manche haben auch alle drei Brillen auf. Das alles ist völlig ok und ergibt unterschiedliche Aussagen.

Ich kann mit Deinen Aussagen sehr gut leben, Siegfrid und bin auch froh über unterschiedliche Meinungen

Um auf den Ursprungspunkt zurückzukommen: Ich wollte wissen, ob diese Perspektiv-Dingens ein Leserproblem ist oder von Lektoren hochstilisiert wird (ein Fußballer hätte gesagt hochsterilisiert cheezygrin )

Versteht noch irgend jemand, was ich sagen will? dozey:


Auf den Arm nehmen kann ich mich allein, werter Anders Adler! :twisted:
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (10.03.2012, 09:12)
Siegfried hat geschrieben:
Dafür an dich ein thumbbup


Vielen Dank.
(Super! Einer hat's tatsächlich gelesen und findet's sogar gut.)
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

SarahSarah
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Re:

von SarahSarah (10.03.2012, 11:31)
:( Wenn schon im Forum deine Frage nicht verstanden wird, wie sollen dich dann deine Leser verstehen? Mir scheint, du suchst nach einer Form, von der du selbst nicht weißt, wie sie aussehen soll. Vielleicht solltest du erstmal ein bisschen mehr und unterschiedlich lesen, dann siehst du schnell, was geht und was nicht.

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SandraR
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Re:

von SandraR (10.03.2012, 11:39)
Monika tröst und über das Köpfchen streich...ich habe es auch gelesen, finde aber dass es ja reicht wenn derjenige der Frage stellt darauf eingeht angle: weil natürlich hast du recht.
Genauso wie Sarah auch! Man lese etwas Weltliteratur und schaue nach wie es da gelöst wurde.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (10.03.2012, 11:45)
SandraR hat geschrieben:
Monika tröst und über das Köpfchen streich...ich habe es auch gelesen, finde aber dass es ja reicht wenn derjenige der Frage stellt darauf eingeht angle:


Ui, ui, ui! Sogar zwei Leser! thumbbup
Und natürlich hast du recht. So hatte ich das eigentlich auch gemeint. Also bitte jetzt nicht aus Mitleid mit mir einen Fan-Club gründen. Es geht mir auch so (zu) gut. angle:
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Isautor
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Re:

von Isautor (10.03.2012, 14:14)
Ich hab's auch gelesen *Fanclubgründ*.

Ich finde, um zu beurteilen, ob etwas geht oder nicht, sollte man das konkrete Textbeispiel vor sich haben. Regeln kann man brechen, wenn es an der Stelle gut ist.

Außerdem will ich mal einwerfen, dass Lektor nicht gleich Lektor ist. Ist ja auch nicht jeder Anlageberater und jeder Lehrer gleich gut. Deshalb sind für mich die Diskussionen "was sagt ein Lektor dazu" nicht mehr so brisant, wie am Anfang. Inzwischen ist mir lektorentechnisch einfach zu viel Kurioses begegnet. Der "Lektor" als Institution existiert für mich nicht mehr pauschal. Der Titel wird zu schnell vergeben. Eine bisher unveröffentlichte Autorin macht einfach einen auf Lektorin, weil die eigenen Bücher nicht laufen etc., man kriegt die abenteuerlichsten Verbesserungsvorschläge, denkt kurz nach, ob man wirklich so dumm ist, fragt andere Leute und nein ... das war einfach nix, gute Frau. Das ging mir jetzt ein paar Mal so und seitdem wackelt das Ehrfurchtsgebäude. Man muss den Einzelfall betrachten.

Und jetzt würd ich gerne noch was sagen, aber dann geht hier wieder die Post ab. Also halt ich die Klappe. :oops:
Seid gegrüßt,



Isautor



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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (10.03.2012, 16:53)
*Hand heb*

Ein Fan
8)
Isautor hat geschrieben:
Und jetzt würd ich gerne noch was sagen, aber dann geht hier wieder die Post ab. Also halt ich die Klappe. :oops:

Nun erzähl schon.
cool5

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