Einbauen eines fremden Gedankenguts erlaubt?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Jariba
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Einbauen eines fremden Gedankenguts erlaubt?

von Jariba (09.03.2012, 17:34)
Hallo erstmal!

Ich bin etwas deprimiert...nachdem ich ein bisschen im Forum rumgestöbert
habe und bis jetzt auf keinen Beitrag gestoßen bin, der mir etwas helfen
konnte, erhoffe ich mir nun von euch eine Antwort.

Beim Schreiben habe ich mir die Frage gestellt, ob es mir als Autorin erlaubt
ist meine Protagonisten Witze erzählen zu lassen, die ich selbst nicht erfunden
sondern von diversen Internetseiten habe?
Handelt es sich dann um eine Verletzung von irgendwelchen Urheberrechten??

Wäre für eine Antwort sehr dankbar :cry:

Lg,
Jariba

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SandraR
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Re:

von SandraR (09.03.2012, 18:30)
Wenn ein Protagonist einem anderen Protagonisten einen Witz erzählt, lautet die Antwort nein. Wenn aber das Buch zur Hauptsache aus Witzen besteht die dazu noch nicht deine sind, lautet die Antwort klar "tut man nicht".
Bei einem einzigen Witz könnte man trotzdem im Vorwort sich ja bei der Webseite bedanken von der man den Witz hat!
Witze auf ihren ursprünglichen Erfinder zurück zu führen dürfte sehr schwer sein, auf der anderen Seite, warum sollte man den Witz eines anderen klauen und dann auch noch mehr als einen?
Nimm einen alten Witz, modernisiere ihn und schon hast du einen eigenen Witz!
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

Jariba
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Re:

von Jariba (09.03.2012, 19:22)
Hallo Sandra!

Danke für deine Antwort!
Ich würde dich noch gerne fragen, ob ich nicht nur Witze sondern auch Sprüche so
umschreiben könnte, dass ich sie dann als "meine" bezeichnen könnte?
(natürlich würde ich niemals 1:1 übernehmen! Das fände ich selbst schon als Diebstahl)
Es ist ja so, dass mein Protagonist einen Zyniker verkörpert und ich selbst bin nicht in der Lage
mir zynische Sprüche aus dem Finger zu saugen...

Lg,
Jariba

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (09.03.2012, 19:30)
Jariba hat geschrieben:
Hallo Sandra!

Danke für deine Antwort!
Ich würde dich noch gerne fragen, ob ich nicht nur Witze sondern auch Sprüche so
umschreiben könnte, dass ich sie dann als "meine" bezeichnen könnte?
(natürlich würde ich niemals 1:1 übernehmen! Das fände ich selbst schon als Diebstahl)
Es ist ja so, dass mein Protagonist einen Zyniker verkörpert und ich selbst bin nicht in der Lage
mir zynische Sprüche aus dem Finger zu saugen...

Lg,
Jariba


Du wirst hier wohl kaum jemanden finden, der dir hierzu eine rechtsverbindliche Auskunft geben wird. Wo kein Kläger, da kein Beklagter. Es wird immer dann schwierig, wenn jemand sich selber in dem Geschriebenen eines anderen wiederfindet. Nur, wie soll der jenige beweisen können, dass das gesagte tatsächlich von ihm oder ihr stammt. Letztendlich kommt es doch auf die Form und den Umfang an. Geht es um einen einzelnen Satz, um einen Monolog oder evtl. auch um einen umfangreicheren Dialog, z.B. aus einem Film oder Hörspiel?

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SandraR
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Re:

von SandraR (09.03.2012, 19:35)
Du hast im Roman einen Zyniker und bist selber nicht zynisch? Mein Tipp, dann lass es, auch wenn dies zynisch ist.
Mit den Figuren muss man sich als Autor identifizieren können. Wenn Du selber nicht zynisch bist, wie willst du dich mit einem Zyniker identifizieren können? So oder so, käme es nicht identisch rüber. Vor allem weil Zyniker zwar blöde Sprüche machen aber Witze, nö Witze erzählen Zyniker nicht. Der Witz für einen Zyniker ist das Leben selber.
Mein Rat, such dir einen Zyniker der dir quasi den Zyniker diktieren kann angle:

Edit meint noch, Adrian es handelt sich auch nicht um die Frage nach einer rechtsverbindlichen Auskunft! Ewig dieser bescheuerte Kommentar geht mir echt auf den Sack (den ich nicht habe). Nichts zur Frage beitragen aber ungefragt solch einen blöden Kommentar hinterlassen. Es ging um einen Witz und nicht um einen Monolog! Siehe Einstiegsfrage!
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

Jariba
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Re:

von Jariba (09.03.2012, 20:15)
SandraR hat geschrieben:
Du hast im Roman einen Zyniker und bist selber nicht zynisch? Mein Tipp, dann lass es, auch wenn dies zynisch ist.
Mit den Figuren muss man sich als Autor identifizieren können. Wenn Du selber nicht zynisch bist, wie willst du dich mit einem Zyniker identifizieren können? So oder so, käme es nicht identisch rüber. Vor allem weil Zyniker zwar blöde Sprüche machen aber Witze, nö Witze erzählen Zyniker nicht. Der Witz für einen Zyniker ist das Leben selber.
Mein Rat, such dir einen Zyniker der dir quasi den Zyniker diktieren kann angle:


Vielleicht hast du Recht, nur ich liebe Herausforderungen ... angle:
Ein Autor, der einen Psychothriller schreibt, muss ja auch nicht selbst ein
Serienmörder sein, um über solches Genre zu schreiben. cheezygrin
Nja, aber ich denke du hast Recht und ich lasse lieber die Finger davon.
Danke für deine Hilfe! thumbbup


@Sir Adrian Fish:

Glücklicherweise habe ich nicht vor ganze Dialoge zu übernehmen, würde
ja auch nicht wollen dass es jemand bei mir macht! :twisted:


Lg!
Jariba

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (09.03.2012, 20:37)
Jariba hat geschrieben:

Ein Autor, der einen Psychothriller schreibt, muss ja auch nicht selbst ein
Serienmörder sein, um über solches Genre zu schreiben.


Das stimmt. Aber er sollte in der Lage sein, sich in die Denkweise eines Serienmörders hineinzuversetzen, um die Figur überzeugend agieren zu lassen.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass das ganz ähnlich ist wie in der Schauspielerei: Man muss die Rolle "leben". Dabei kann man die Tipps der Schauspieler auch für die Arbeit als Autor anwenden. Ich persönlich finde das Method Acting sehr hilfreich. Ich mache dazu leichte Entspannungsübungen und versetze mich dabei in die Figur, aus deren Sicht ich die Geschichte gerade schreibe. Dabei erinnere ich mich an Szenen in meinem eigenen Leben, oder ich denke an Menschen, die die für mein Buch gewünschte Handlungsweise tatsächlich an den Tag legen. Das klingt jetzt sicher verrückt und abgedreht, aber das ist tatsächlich mein Ernst und keine Veralberung.

Allerdings hat das alles (zumindest bei mir) auch seine Grenzen. Ich könnte mich sicher nicht in einen Mörder hineindenken. Allerdings gibt es ja Krimiautoren, die sich mit Strafgefangenen unterhalten, bevor sie ihre Bücher schreiben. Such Dir einen Zyniker und unterhalte Dich viel mit ihm. Durch das Zuhören lernt man ganz langsam, so zu denken wie sein Gegenüber. Allerdings kostet das viel Zeit. Einfacher wäre es schon, darauf zu verzichten. Da hat Sandra schon recht.

Gruß, Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Jariba
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Re:

von Jariba (11.03.2012, 11:56)
Monika K. hat geschrieben:
Jariba hat geschrieben:

Das klingt jetzt sicher verrückt und abgedreht, aber das ist tatsächlich mein Ernst und keine Veralberung.



Nein, tut es nicht! Ich denke, jeder Autor muss in der
Lage sein sich in seinen Protagonisten hineinversetzen zu können!
Ansonsten wäre er nicht in der Lage ne Geschichte zu schreiben.
(jedenfalls gefühlsmäßig)

Leider kenne ich keinen Zyniker, mit dem ich eni bisschen quatschen könnte cheezygrin
(nja, ein damaliger Lehrer von mir ist ein extrem begeisteter Zyniker,
aber mit dem will ich nicht quatschen :lol: )

Jedenfalls, Sandra hat Recht und ich belasse es lieber, bevor ich irgendeinen
Blödsinn schreibe book:

Danke für deine Antwort!
Jariba

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Oukej
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Ois ízy

von Oukej (11.03.2012, 15:53)
Es wird viel Unsinn in diesem Forum erzählt.
Keiner hat Ahnung, aber er gibt sofort eine Antwort auf jede Frage.
Jemand hat hier schon gestanden, wenn wer nichts zu tun hat, geht er in Diskussionsforen um Leute zu ärgern und beleidigen.
Deswegen falls uns die Antwort auf eine Frage gefällt, können wir es glauben.
Falls uns die Antwort nicht gefällt und es nicht glauben, wird es wahrscheinlich Unsinn sein.
Wenn jemand eine Sammlung von 1000 Witzen publizieren will, klar kann er die Witze überall abschreiben und muss nicht 1000x vergeblich danach forschen, wer die 1000 Autoren der Witzen waren, um sich bei ihnen zu erlauben.
Und falls jemand ein Wissenschaftsbuch schreibt mit 200 Zitaten, muss er auch nicht
200x bei 200 Autoren um Erlaubnis bitten. Falls ihm der Autor bekannt wird, kann er den Autor zum Zitat schreiben ohne ihn zu fragen.
Nur falls zu viel von einem Autor abgeschrieben wäre, bittet man den Autor oder einen Verlag um Erlaubnis.
Und das gilt auch für übernommene Fotos. Falls der Autor bekannt ist, schreibt man ihn hin.
Sonst schreibt man zum Foto „Autor unbekannt“. Falls man zwei oder mehr Bilder von einem Autor oder aus einer Webseite nimmt, dann sollte man sie fragen, falls sie noch lebendig sind.
Falls man ein Foto von gelöschter Webseite publiziert, muss man nicht mehr fragen, denn man weiss nicht wo.
Und man kann auch ein Foto oder fremden Text verändern und dann muss man nicht und kann man nicht mehr die Autoren dazu schreiben.

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Isautor
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Re: Ois ízy

von Isautor (11.03.2012, 16:27)
Oukej hat geschrieben:
Es wird viel Unsinn in diesem Forum erzählt.
Keiner hat Ahnung, aber er gibt sofort eine Antwort auf jede Frage.
Jemand hat hier schon gestanden, wenn wer nichts zu tun hat, geht er in Diskussionsforen um Leute zu ärgern und beleidigen.


Redest du von dir selbst?

Oukej hat geschrieben:
Deswegen falls uns die Antwort auf eine Frage gefällt, können wir es glauben.
Falls uns die Antwort nicht gefällt und es nicht glauben, wird es wahrscheinlich Unsinn sein.


Auch das klingt nach dir.

Oukej hat geschrieben:
Wenn jemand eine Sammlung von 1000 Witzen publizieren will, klar kann er die Witze überall abschreiben und muss nicht 1000x vergeblich danach forschen, wer die 1000 Autoren der Witzen waren, um sich bei ihnen zu erlauben.
Und falls jemand ein Wissenschaftsbuch schreibt mit 200 Zitaten, muss er auch nicht 200x bei 200 Autoren um Erlaubnis bitten. Falls ihm der Autor bekannt wird, kann er den Autor zum Zitat schreiben ohne ihn zu fragen.
Nur falls zu viel von einem Autor abgeschrieben wäre, bittet man den Autor oder einen Verlag um Erlaubnis.
Und das gilt auch für übernommene Fotos. Falls der Autor bekannt ist, schreibt man ihn hin.
Sonst schreibt man zum Foto „Autor unbekannt“. Falls man zwei oder mehr Bilder von einem Autor oder aus einer Webseite nimmt, dann sollte man sie fragen, falls sie noch lebendig sind.
Falls man ein Foto von gelöschter Webseite publiziert, muss man nicht mehr fragen, denn man weiss nicht wo.
Und man kann auch ein Foto oder fremden Text verändern und dann muss man nicht und kann man nicht mehr die Autoren dazu schreiben.


Ich stimme dir zu!! Das solltest du unbedingt so machen. Schreibe ab, plagiiere! Du musst niemanden fragen, einfach mal drauf los! Man muss keinen fragen und keine Quellen nennen. Das ist so ein Blödsinn. Interessiert keine Sau!

Es soll auch Leute geben, die wollen das Urheberrecht umgehen und deshalb reden sie sich ein, dass der ganze Aufwand der Quellensuche nicht nötig ist. Hab ich gehört!
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.03.2012, 18:25)
Ein Beispiel zum Thema „Zapfenstreich“ zur Unterscheidung zwischen Sprücheklopper und Zyniker:

Witz A:
Der Sprücheklopper sagt:
„Wulff? Ha! Leck mich – ich bin eine verzauberte Briefmarke!“
(Den Spruch bringt er seit drei Wochen zu allen Leuten, die nicht bei drei auf den Bäumen sind.)

Witz B:
Der Zyniker sagt:
„Ich finde es an der Zeit, dass dem Kerl mal kräftig heimgeleuchtet und der Marsch geblasen wird. Bei normalen Leuten reicht ein Trompeter mit einer Kerze, aber bei dem braucht man halt einen ganzen Fackelzug mit Militärkapelle“
(Der Spruch ist streng themengebunden, und er kann ihn drei Tage später in die Tonne treten oder höchstens noch als lahmes Beispiel in einem Forum verwenden.)

Zum Frage des Urheberrechts:

Bis vor einer Weile hätte ich die Aussage unterschrieben:
Bei Witzen ist es wie bei Märchen oder Kochrezepten. Der Urheber kann nur schwer beweisen, dass der Witz tatsächlich von ihm ist.

Witz A kreist seit Jahren im Internet und Witz B ist dermaßen naheliegend, dass da einfach jeder drauf kommen kann. Man findet ihn zwar sicher auch massenhaft im Internet oder sogar im Fernsehen, aber das heißt nicht, dass immer alles abgeschrieben sein muss. Die meisten Produktionsfirmen sind inzwischen dazu übergegangen, bei einer Mehrfacheinreichung einfach alle betroffenen Gagwriter zu bezahlen. Oder der Witz wird nicht genommen, weil er so platt ist, dass ihn jeder bei dem Thema sofort macht.

Allerdings habe ich inzwischen meine Meinung geändert, denn neuerdings weht ein rauer Wind im Witzgeschäft: Mario Barth ließ sich den Spruch „Nichts reimt sich auf Uschi“ als Marke eintragen. Blöd war nur, dass Anfang der 90er ein Bühnenprogramm durch die Lande zog. Name: Nichts reimt sich auf Uschi.
Wer sich für den ganzen Kübel Häme interessiert, der seitdem dem o.g. Herrn über den Kopf geleert wurde, kann das hier nachlesen (nach unten scrollen):
http://www.kalkofe.de/

Was man insgesamt daraus schließen kann, weiß ich leider nicht. Ich selbst würde jedenfalls nie versuchen, mit einem Gag Geld zu verdienen, bei dem ich mir nicht absolut sicher bin, dass er auf meinem Mist gewachsen ist. Doch selbst dann kann ich noch in Verdacht geraten, weil ich eben nicht so originell war, wie ich dachte.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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