Hallo Sachbuchautoren

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


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Monika K.
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Re:

von Monika K. (15.05.2012, 16:10)
Das Problem ist doch eigentlich, dass die Masse der schlechten BoD-Bücher den Ruf von BoD dermaßen ruiniert hat, dass die Autoren der paar guten BoD-Bücher inzwischen ebenfalls darunter leiden müssen. Ich weiß ja nicht, wie andere den Begriff "Diskriminierung" definieren, aber ich verstehe darunter eine pauschale Verurteilung ohne Einzelprüfung.

Ich will mein Buch dabei gar nicht zu der diskriminierten Minderheit zählen und finde es auch gut und ehrlich, dass Siegfried und Nicolas sich offensichtlich ebenfalls nicht zu Unrecht verurteilt fühlen. angle:

Wenn man sich bei den Buchvorstellungen hier im Forum so umsieht, bekommt man das kalte Grausen - mit ein paar Ausnahmen. Deshalb finde ich es legitim, wenn Buchhändler bei Bestellwünschen über die Besonderheiten von BoD-Büchern aufklären und auf die Gefahr von möglichen Qualitätsmängeln hinweisen. Nicht in Ordnung sind in meinen Augen Schikanen, alberne Ausreden und fehlende Motivation bei der Buchsuche. Das verärgert den Kunden doch nur.
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(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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SandraR
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Re:

von SandraR (15.05.2012, 17:26)
Wenn 12 Leute in der Buchhandlung X dein Buch bestellen, glaub mir dann liegt es nachher auch auf Lager. Mit Bod hat es gar nicht so viel zu tun, sondern mit Großverlagsmafia. Randhomhouse, Bertelsmann liegen nicht zufällig immer im Eingang von Buchhandelsketten.
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Perchta
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Re:

von Perchta (15.05.2012, 17:56)
SandraR hat geschrieben:
Wenn 12 Leute in der Buchhandlung X dein Buch bestellen, glaub mir dann liegt es nachher auch auf Lager.


Meine Rede, Sandra thumbbup .

Leute, ihr tut ja gerade so, als würde uns Buchhändler interessieren, was in den Teilen steht, die wir verkaufen. Das war vielleicht vor langer, langer Zeit mal so. Unser jetziger Lehrling hat in der Berufsschule nicht einmal mehr Literaturkunde - das Fach wurde abgeschafft.
Mal abgesehen davon, daß in den meisten Buchhandlungen doch sowieso überwigend mit angelernten Kräften und Aushilfen gearbeitet wird.

SandraR hat geschrieben:
Mit Bod hat es gar nicht so viel zu tun, sondern mit Großverlagsmafia. Randhomhouse, Bertelsmann liegen nicht zufällig immer im Eingang von Buchhandelsketten.


Mit der Großverlagsmafia (wieviele Verlagsgruppen gibt es eigentlich noch in Deutschland? drei? Holtzbrinck, Bertelsmann und Bonnier, wobei letztere ursprünglich schwedisch ist, meines Wissens) und nicht minder mit Amazon und den Groß-Filialisten, mit Thalia, Weltbild-Hugendubel und Co.

Die großen Buchhandelskonzerne kaufen zentral ein, nicht jede Filiale für sich. Eine Bekannte, die bei Hugendubel in München gearbeitet hat, hat vor fünfzehn Jahren schon erzählt, daß sie nur sehr eingeschränkt überhaupt "frei" bestellen durften. Der überwiegende Anteil der Ware mußte aus dem Zentrallager geordert werden. Kann man sich ausmalen, wie das inzwischen wohl aussieht.
Und mit dieser schieren Masse setzen die Filialisten den Verlagen das Messer auf die Brust. Rabatte von 50% - das ist Wahnsinn und treibt die Verlage an den Rand dessen, was sie überhaupt leisten können.

Trotzdem steht Thalia wie Hugendubel das Wasser bis zum Hals. Thalia hat etliche Filialen wieder geschlossen, die übrigen verkaufen jetzt Schokolade neben den Büchern. Und das Hugendubel-Stammhaus am Münchener Salvatorplatz macht demnächst zu. Die Großen haben sich mit den Expansionen in den letzten Jahren gehörig übernommen. Jetzt stellen sie fest, daß die ganzen schönen neuen Häuser in 1A-Lage auch bezahlt werden müssen - und die Bekleidungshäuser, die mit ihnen um diese Lagen buhlen, können mit ganz anderen Gewinnmargen arbeiten, als es im Buchhandel möglich ist. Da ist momentan ganz sicher kein finanzieller Spielraum für Experimente.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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SandraR
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Re:

von SandraR (15.05.2012, 18:20)
Hüstel einige der Großverlage gehören alle einem und dem selben Randemhouse :cry: Nur kleine Buchhandlungen können frei entscheiden und die sind bekanntlich nicht sonderlich überlebensfähig. Zudem verkaufen Verlage nun mal die Ware die der Mehrteil der Bevölkerung kaufen will. Wer braucht so viele Krimis? Aber es scheint sich zu verkaufen. Die Auswahl finde ich persönlich online mittlerweile wesentlich besser als im Buchshop um die Ecke.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (15.05.2012, 18:52)
Dann muss ich also gar kein schlechtes Gewissen haben, kann weiterhin meinen Schrott bei BoD veröffentlichen und kann ungehindert meiner Selbstverliebtheit frönen? Denn es macht gar keinen Unterschied und sorgt höchstens für moderate Preise? Danke, Petra und Sandra, Ihr habt meinen Tag gerettet. thumbbup

Bei Thalia setze ich mich bei einem Einkaufsbummel gerne mal kurz hin. Bücher kaufe ich bei Amazon und in einem kleinen Buchladen, dessen Besitzerin tatsächlich selbst gerne liest, was in diesem Gewerbe heutzutage anscheinend keine Grundvoraussetzung mehr ist. Sollte Thalia eine der zwei Filialen schließen müssen, würde das meinem Lieblingsbuchladen sicherlich sehr helfen. Als Kunde muss man sich eben gut überlegen, wo man einkauft. (Und wo man sich nur hinsetzt.)
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Perchta
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Re:

von Perchta (15.05.2012, 19:44)
Monika K. hat geschrieben:
Danke, Petra und Sandra, Ihr habt meinen Tag gerettet.


Gern geschehen.

Ein bißchen Einblick, wie heutzutage in einem Sachbuchverlag gearbeitet wird, gibt dieses Interview. War bestimmt hier schon mal verlinkt, aber ich hab's nicht mehr gefunden.

Und unter uns Krankenschwestern: die Verlage drehen zur Zeit echt am Rad. Melden heute, der Titel werde nicht mehr erscheinen, und morgen liegt er bei dir auf dem Tisch. Titel, die vor einem Monat groß in der Vorschau angekündigt wurden, werden abgesetzt, dafür sind plötzlich welche "bereits erschienen", von denen der Vertreter beim letzten Besuch noch nicht mal was wußte. Gestern bin ich in einem "Kunden-Servicecenter" (sic!) mit einem ganz gewöhnlichen Routine-Vorgang abgekanzelt worden, ich solle das gefälligst schriftlich abmachen, man habe schließlich Telefondienst und keine Zeit.
Das Schärfste war letzte Woche eine offizielle Anzeige im Börsenblatt, wo ein Verlag eine Ladenpreisänderung meldete (das ist wegen Preisbindung ja ein ziemliches Tamtam und muß dem Buchhandel bekanntgegeben werden; dazu gibt es eigens eine Beilage im Börsenblatt). Ich überprüfe den Titel bei uns im System und stelle fest: das ist eine bestellte Neuerscheinung - und das Ding ist noch gar nicht erschienen! Chaos pur.

Im Moment macht es, denke ich, den wenigsten Kollegen, die bei den großen Verlagen sitzen, wirklich Spaß.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (15.05.2012, 20:36)
Perchta hat geschrieben:
Ein bißchen Einblick, wie heutzutage in einem Sachbuchverlag gearbeitet wird, gibt dieses Interview. War bestimmt hier schon mal verlinkt, aber ich hab's nicht mehr gefunden.

Hm... Ja... Ich erinnere mich. blink3
http://www.bod.de/autorenpool/der-klass ... 14792.html
Es hatte mich zu einer kleinen Nähkästchenplauderei verleitet, die mir natürlich prompt eine strenge Rüge einbrachte. Ich arbeite deshalb momentan an meiner Ausdrucksweise und werde mir also in Zukunft die viele Tipperei sparen und andere Leute nur noch pauschal mit Matschbirnen vergleichen, denn das scheint hier niemanden zu stören. zwinker::
Perchta hat geschrieben:
Im Moment macht es, denke ich, den wenigsten Kollegen, die bei den großen Verlagen sitzen, wirklich Spaß.

Vielen Fachbuchautoren macht das momentan auch keinen Spaß. Aber glaub mir nichts, denn ich bin ja bekanntlich inkompetent. cool5
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Dorothea Minkels
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Mein BoD-Buch zum Neuen Museum in Berlin nicht im Shop

von Dorothea Minkels (15.05.2012, 23:53)
Könnt Ihr Euch das vorstellen, das mein bei BoD gedrucktes Sachbuch mit dem Gesamtkonzept des "Neuen Museums" in Berlin, nach dem Doktoranten 20 Jahre lang vergebens geforscht haben, nicht im Museumsshop im Haus verkauft wird, weil es angeblich keine Kunden dafür gibt?
Ich hatte Ihnen ein Exemplar in Kommission angeboten.
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SandraR
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Re:

von SandraR (16.05.2012, 04:18)
Ja, weil der Umfang des Buches vermutlich nicht attraktiv wirkt. Einzelne Themen als Editionen würden vermutlich mehr Erfolg bringen. Jeder Verlag würde dir das Mamutwerk dementsprechend überarbeiten.
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Dorothea Minkels
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Begründung warum BoD auf der Website?

von Dorothea Minkels (16.05.2012, 07:13)
Hallo Sachbuchautoren,
bedingt durch meine Erfahrungen erwäge ich, auf meine Internetseite unter "Über mich" folgenden Text zu schreiben:

"Meine Bücher veröffentliche ich bei BoD, weil
1. Kein Verlagsmitarbeiter inhaltliche Veränderungen im Text vornimmt,
2. ich einen fairen Anteil am Verkauf jeden Buches habe.


Was haltet Ihr davon?
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (16.05.2012, 07:19)
Ich bin ein fleißiger Besucher von allen möglich Museen. Die Shops sind meistens die reinsten Trödelläden mit Schmuck, Schlüsselanhängern, Spielzeug und sonstigem Tand und Tinnef. Bücher zu den Themen der Ausstellungen gibt es natürlich auch und natürlich Ausstellungskataloge. Aber vor den Bücherregalen hält sich der Andrang immer sehr in Grenzen. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir auch nur sehr selten ein Buch zum Thema kaufe, denn das sind meistens sehr stolze Preise.

Dein Buch ist ja eigentlich auch eher für Wissenschaftler und weniger für Museumsbesucher geeignet. Deshalb würde ich an Deiner Stelle im Museumsshop anfragen, ob Du dort Flyer auslegen darfst. Ansonsten würde ich im Internet nach Foren und Newsgruppen suchen und dort gezielt werben. Man kann auch Professoren über ihre Institute anschreiben und einen Flyer beilegen. Durch die zweckgebundenen Studiengebühren haben manche Institute tatsächlich Überschüsse in den Bücherkassen und kaufen vielleicht ein paar Exemplare (nach gründlicher Prüfung) für die Uni-Bibliothek.
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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (16.05.2012, 08:03)
Dorothea Minkels hat geschrieben:
Hallo Sachbuchautoren,
bedingt durch meine Erfahrungen erwäge ich, auf meine Internetseite unter "Über mich" folgenden Text zu schreiben:

"Meine Bücher veröffentliche ich bei BoD, weil
1. Kein Verlagsmitarbeiter inhaltliche Veränderungen im Text vornimmt,
2. ich einen fairen Anteil am Verkauf jeden Buches habe.


Was haltet Ihr davon?


Klingt ziemlich euphemistisch: ... weil "Kein Verlagsmitarbeiter inhaltliche Veränderungen im Text vornimmt"

Also damit hast du dich so indirekt als Genie (oder schlicht größenwahnsinnig) geoutet, weil es außerhalb deiner Vorstellungskraft liegt, dass deine Werke der inhaltlichen Überarbeitung bedürfen ... hm, und die Rechtschreibung und Grammatik hast du eh im Sack.


Aber leider ist das Zeitalter der Universalgenies längst vorbei ...

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mtg
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Re: Begründung warum BoD auf der Website?

von mtg (16.05.2012, 08:16)
Dorothea Minkels hat geschrieben:
Hallo Sachbuchautoren,
bedingt durch meine Erfahrungen erwäge ich, auf meine Internetseite unter "Über mich" folgenden Text zu schreiben:

"Meine Bücher veröffentliche ich bei BoD, weil
1. Kein Verlagsmitarbeiter inhaltliche Veränderungen im Text vornimmt,
2. ich einen fairen Anteil am Verkauf jeden Buches habe.


Was haltet Ihr davon?


Nichts.

1. bedeutet, dass Dein Buch weder inhaltlich lektoriert noch korrigiert wurde
2. bedeutet, dass klassische Verlage Halsabschneider sind.

Ein recht und billig denkender Mensch wird sich denken »Mööönsch, die hattet aba notwendich!« ... und sich totlachen.

Sorry für die direkte Aussage - aber Fragen verlangen nach Antworten.

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SandraR
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Re:

von SandraR (16.05.2012, 08:47)
Ebenfalls nichts. Dem Leser ist es egal wer dein Buch druckt! Damit outest du dich höchstens damit, dass Du offensichtlich dich schämst selber zu verlegen. Dh. für den Leser kein Verlag wollte dich haben
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (16.05.2012, 09:43)
Liebe Dorothea,

da ich dein Buch nicht kenne, kann ich bestenfalls darüber spekulieren, warum der Museumsshop dein Buch nicht ins Angebot nimmt.

Sich auf der Website hinsichtlich seiner Entscheidung für bod zu "erklären", halte ich nicht nur für überflüssig, sondern denke, dieser Schuss könnte nach hinten losgehen (Matthias hat dazu schon einiges geschrieben).
Den Leser interessiert nicht, wie hoch die Marge für den Autori ist.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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