Hallo Sachbuchautoren

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


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SandraR
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von SandraR (16.05.2012, 13:42)
Isa, wir drücken Daumen und Pfoten thumbbup
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mtg
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Re:

von mtg (16.05.2012, 13:50)
Liebe Leute,

wenn Isa schreibt, dass sie eine Zusage erhalten hat, dann ist das eine Zusage und noch kein Vertrag. Erst im Vertrag stehen alle die genannten Dinge drin - und dann kann Isa immer noch handeln, schachern oder ablehnen.

Oder natürlich zusagen. :-)

Und was Tantiemen/Honorar etc. bei Sach-/Fachbüchern angeht: Nur weil einer mal schlecht bis gar nicht verhandelt hat, darf man das nicht gleich pauschalisieren. Autoren bei klassischen Verlagen erhalten grundsätzlich Geld. Nur: Wenn jemand es partout nicht haben will, wird es der Verlag niemandem hinterherwerfen ...

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Dorothea Minkels
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Beruf und Berufung

von Dorothea Minkels (16.05.2012, 14:40)
In meinem Bekanntenkreis sind Wissenschaftler, die ihren lukarativen Beruf aufgegeben haben, um für die Forschung zu schreiben.
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Perchta
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Re:

von Perchta (16.05.2012, 15:01)
Siegfried hat geschrieben:
BoD-Bücher sind Nischenprodukte. Und größtenteils sind es schlechte Nischenprodukte.


Zugestanden und unwidersprochen ^_^. Aber da vermischst du meines Erachtens zwei völlig verschiedene Punkte. Qualität und zu kleine Zielgruppe haben doch nichts miteinander zu tun?
- Die BoD-Bücher, die Nischen bedienen, können so gut sein, wie sie wollen - die werden nie bei Thalia und Hugendubel liegen, weil sie dafür zu selten nachgefragt werden.
- Und die BoD-Bücher, die Mainstream wären (die meisten Romane - z.B. Ankes oder Isas Buch), können auch so gut sein, wie sie wollen. Sie werden trotzdem nie bei Hugendubel oder Thalia liegen. Weil keine Plakatwände an der gesamten Bahnsteiglänge aller größeren bundesdeutschen Bahnhöfe mit Werbung zugepflastert werden, weil keine Rezensionen bei den großen Tageszeitungen und im Spiegel gekauft werden und weil die Rabattierung für die großen Filialisten viel zu schlecht ist.

Siegfried hat geschrieben:
Wenn ich Aussagen wie diese lese ...
[...]
... dann denke ich immer: Dann freut euch doch! Denn in gar nicht allzu ferner Zukunft wird das große Verlagssterben einsetzen - und parallel dazu das Sterben der Buchläden.


Ich weiß jetzt nicht, inwiefern ich mich über das Schicksal so vieler Kollegen - das noch dazu leicht mein eigenes werden könnte - freuen soll? - Ich erlebe derzeit quasi live mit, wie unser (größerer) Konkurrent hier vor Ort ums Überleben ringt und zu was für Einsparungen die gezwungen sind. Und wie das bei den Kunden ankommt! Das ist alles unglaublich häßlich.

Siegfried hat geschrieben:
Wenn - was allgemeiner Konsens ist - dem E-Book die Zukunft ist [...]

Ist es das?


Dorothea Minkels hat geschrieben:
In meinem Bekanntenkreis sind Wissenschaftler, die ihren lukarativen Beruf aufgegeben haben, um für die Forschung zu schreiben.

Die werden aber dann doch wohl gewußt haben, was auf sie zukommt? Wer im Wissenschaftsbereich tätig ist, ist doch mit den Gegebenheiten wissenschaftlicher Veröffentlichungen vertraut?
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (16.05.2012, 17:29)
Perchta hat geschrieben:
Qualität und zu kleine Zielgruppe haben doch nichts miteinander zu tun?


Meiner Meinung nach haben sie etwas miteinander zu tun. Nischenprodukte haben im Handel nur dann eine Chance, wenn sie eine bestimmte Qualität bieten. Das nennt sich dann wohl "Spezialistentum". Es gibt mit Sicherheit in Deutschland eine Handvoll Verlage, die bestimmte Nischen bedienen und dabei sehr genau darauf achten, dass entsprechende Qualität geliefert wird.

Zweites Problem: BoD-Autoren haben rundweg keine Vorstellung davon, für wen sie eigentlich schreiben (meist für sich oder aus Spaß an der Sache) und - und nun wird es dramatisch - für wen sie veröffentlichen. Vielen ist es schlicht egal, also legen sie keine Sorgfalt an den Tag, etwa indem sie den Leser als "Kunden" betrachten, sondern arbeiten mit einer "Friss oder stirb"-Mentalität. Diese Autoren interessieren sich nicht dafür, wer das Buch kauft - Hauptsache, dass jemand überhaupt kauft. Das Produkt bekommt damit sowohl beim fachkundigen Publikum wie auch beim Handel ein Negativ-Image. Darunter leiden dann auch die wenigen guten Bücher.

Ich persönlich bin der festen Auffassung, BoD-Bücher ohne diesen Stempel, aber als On-Demand-Produkt aus einem kleinen, aber feinen Verlag mit entsprechender Qualitätskontrolle, hätten ein deutlich besseres Standing gegenüber dem Handel.

Perchta hat geschrieben:
- Die BoD-Bücher, die Nischen bedienen, können so gut sein, wie sie wollen - die werden nie bei Thalia und Hugendubel liegen, weil sie dafür zu selten nachgefragt werden.
- Und die BoD-Bücher, die Mainstream wären (die meisten Romane - z.B. Ankes oder Isas Buch), können auch so gut sein, wie sie wollen. Sie werden trotzdem nie bei Hugendubel oder Thalia liegen. Weil keine Plakatwände an der gesamten Bahnsteiglänge aller größeren bundesdeutschen Bahnhöfe mit Werbung zugepflastert werden, weil keine Rezensionen bei den großen Tageszeitungen und im Spiegel gekauft werden und weil die Rabattierung für die großen Filialisten viel zu schlecht ist.


Nein, nicht wegen der fehlenden Plakatwände, sondern weil das Image nicht stimmt. BoD selbst hat das ja auch erkannt und diese Vito von Eichborn Edition aufgelegt. Warum wohl? Um sich von der Masse abzugrenzen und in diesem Bereich ein bestimmtes Image aufzubauen, das Qualität garantiert.

Perchta hat geschrieben:
Ich weiß jetzt nicht, inwiefern ich mich über das Schicksal so vieler Kollegen - das noch dazu leicht mein eigenes werden könnte - freuen soll? - Ich erlebe derzeit quasi live mit, wie unser (größerer) Konkurrent hier vor Ort ums Überleben ringt und zu was für Einsparungen die gezwungen sind. Und wie das bei den Kunden ankommt! Das ist alles unglaublich häßlich.


Mir ging es um die hier präsentierte Meinung, wie schlecht der Präsenzhandel generell ist. Buchläden leiden an Qualität (womit wir wieder beim Thema wären), bilden schlecht aus (Streichen des Literaturteils aus der Ausbildung), beraten schlecht, müssen sich mit Schokoladen- und Kaffeeverkauf über Wasser halten, erkennen den Unterschied zwischen Neuerscheinung und Verramschen nicht mehr ... Ja, wenn es so schlimm um den Buchhandel steht, dann gehört er eingestampft. Wenn dann noch der Hype ums E-Book dazukommt, wo Autoren ihre Verkäufe nicht durch entsprechend gute Bücher steigern, sondern einfach nur durch besseres Marketing als die schreibende Konkurrenz ... Ja, wenn das die Zukunft ist, dann gehört der Buchhandel eingestampft.

Gleiches gilt für die Klagen über die mafiösen Wettbewerbe der diversen Verlagsgruppen. Wenn jemanden im Geschäftseingang die Stapel der Neuerscheinungen von den vier großen Verlagsgruppen, das Bepflastern der Schaufenster für immer die selben Autoren, die aggressive Werbung für den Monats-Bestseller stört ... ja, dann soll er doch glücklich sein, dass die gesamte Verlagsbranche derzeit gegen den Eisberg knallt und sich einen Riss einfängt, der zwangsläufig zum Untergang führt. Ich persönlich bin der festen Auffassung, dass wir die Branche "Verlag", so wie wir sie bisher kennen, in wenigen Jahren vergessen können. Das gedruckte Buch wird generell zur Nische - und Verlage sind für das Direktmarketing von Autoren absolut überflüssig. Womit dann auch die Plakate in den Schaufenstern und die Buchstapel im Ladeneingang verschwunden sind - zur Freude vieler ...

Wer es nicht glaubt, möge die Zahl der freiberuflichen Lektoren über die letzten 10 bis 15 Jahre vergleichen. Der Kostendruck im Verlag ist enorm!

Befragt man heute Verlage, werden entscheidende Veränderungen genannt. Der Produktzyklus hat sich drastisch verkürzt - und damit auch die Lebensdauer eines Buches (heute muss ein Buch seine Kosten in deutlich kürzerer Zeit einspielen als früher). Das Online-Marketing stellt ebenfalls völlig neue Herausforderungen.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (16.05.2012, 17:56)
Meine zwei Cents:

1. Lassen wir mal eben die Qualität des "Innenlebens" des Buchs außer Acht und schauen wir auf den Klappentext (das wird der Buchhändler möglicherweise auch tun, um sich ein Bild zu machen und die Absetzbarkeit des Buchs einzuschätzen). Dorothea, mit Verlaub - es geht nur um den Klappentext - dein Klappentext ist viel zu lang, mit langen, unübersichtlichen und komplizierten Sätzen, leider auch mit Worthülsen. Im Museumsshop schauen die Leute nicht stundenlang ins Buch, sondern der Klappentext muss sie ansprechen.

2. Das Thema Verlage: ich bin gerade mit meinem Fachbuchverlag in Kontakt um evt. ein 2003 erschienenes und schon länger vergriffenes Buch neu aufzulegen (die erste Version ist woanders erschienen - darum geht es jetzt aber nicht). Neu auflegen würde auch eine sehr umfassende Überarbeitung bedeuten und in der Folge die verlagsseitige Notwendigkeit, ein Lektorat zu erstellen. Klare Antwort des Verlags: unter 16,90 € VKP ist das nicht zu machen. Das ist für mich ein Hinweis, dass Verlage sehr wohl an der Qualität ihres Produkts interessiert sind, dass sie ihr Angebot nach außen wirklich vertreten wollen; die Mitarbeiter dort sind alle hochqualifiziert.
Dieser Preis dürfte meine Zielgruppe abschrecken, insofern muss ich eine Alternative ausdenken.

Und generell: kein Lektor und kein Verlag hat das Recht, gegen den Willen des Autors eine Änderung am Text vorzunehmen. Dass man als Autor gut beraten ist, die Änderungsvorschläge gut zu überdenken, ist eine andere Geschichte.

Es gibt durchaus Buchläden, auch große, in denen bod-Bücher ausliegen. Als Beispiel wurden schon weiter oben Bücher von Matthias genannt.

M.W. sind Verlage, die von ihren Autoren die kostenpflichtige Abnahme einer Anzahl Exemplare verlagen und keine Marge zahlen, DKZV
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Perchta
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Re:

von Perchta (16.05.2012, 18:46)
Siegfried, meines Erachtens verwechselst du Ursache und Wirkung. Die Verfallstendenzen im Buchhandel und im Verlagswesen sind ja bereits Folgeerscheinungen. Folgeerscheinungen der immer höheren Konzentration und von gewaltigen Fehlentscheidungen an den Konzernspitzen. Daß die Verlage verschwinden, das glaube ich nicht. Sie werden sich aber in ihrem Charakter extrem verändern, und Bücher werden darin nur noch eine sehr kleine Rolle spielen (aber das tun sie zum Teil ja schon heute nur noch eingeschränkt). Da stimme ich dir jederzeit zu.

Den totalen Siegeszug des e-Books sehe ich übrigens noch immer nicht. (Oder wie ein Hersteller von Bibliothekssoftware kürzlich zu einem Kollegen gesagt hat, als der ihn auf das Thema e-Books ansprach: "Das sitze ich aus.") Mir will es immer noch nicht in den Kopf, weshalb ich für eine Sache, die ich ohne Strom erledigen kann, ein elektrisches Gerät benutzen soll. Geht mir mit Zahnbürsten ganz ähnlich.
Das e-Book wird einen gewissen Marktanteil haben, ja. Aber das ist es. Und das kostenlose Self-Publishing-Angebot von Amazon dient meines Erachtens sowieso nur dazu, hierzulande ganz aggressiv den Markt kaputt zu machen, die Preise zu verderben und damit die Verlage unter Druck zu setzen. Das Problem wird sich irgendwann von selbst erledigen. So oder so.

Nach dem e-Book kommen schon die nächsten Dinge, gerade im Fachbuchbereich. Software-Module im Abonnement, Arbeitsumgebungen in der "Cloud" oder wie immer sich das schimpft. Dabei ist der Buchhändler alter Schule tatsächlich völlig überflüssig.

Was die Qualitätsdiskussion angeht: Ich kann nur feststellen, daß BoD-Titel exakt dieselben Probleme haben wie Titel aus Kleinverlagen. Auch die wirst du nur in absoluten Ausnahmefällen bei den Filialisten finden. Die Preise sind dafür zu hoch und die Rabatte zu schlecht.

Interessehalber: Ist die Vito von Eichborn-Edition bei Thalia tatsächlich im Sortiment?

BoD-Autoren haben rundweg keine Vorstellung davon, für wen sie eigentlich schreiben (meist für sich oder aus Spaß an der Sache) und - und nun wird es dramatisch - für wen sie veröffentlichen.


Dem kann ich nun allerdings nicht mal im Ansatz widersprechen. Guilty as charged, fürchte ich. :(
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SandraR
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Re:

von SandraR (16.05.2012, 19:33)
Perchta kannst du 50 Bücher mit in den Autobus nehmen um zu lesen? Eben cheezygrin eBooks und gedruckte Bücher werden für unterschiedliche Anlässe ein unterschiedliches Medium sein.
Verlage wird es auch weiterhin geben, schon deswegen weil Verlage effektiver werben als die meisten Bod Autoren. Es gibt Ausnahmen hier, aber dies sind auch die Zufriedenen und Langlebigen. Der Rest sucht nach Schuldigen, weil dies einfacher ist als einfach zuzugeben, dass man vielleicht einfach keine Ahnung hat und deswegen auch Beratungsresistent ist. Dazu noch mangelnde Energie beim Werben und schon sucht man, wo es einen Buhmann gibt an den man sein Scheitern delegieren kann.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (16.05.2012, 20:24)
Zum Punkt "E-Book ist die Zukunft" ein Artikel im "Buchreport" vom 28.02.2012

Ungebremster Sinkflug

In den USA haben die Verleger ihre Bilanz für 2011 präsentiert. Die Freude über den rasant wachsenden digitalen Sprössling kann nicht die Sorge über die Print-Einbrüche wettmachen.

Nach Angaben der Association of American Publishers (AAP) wuchsen die E-Book-Erlöse im gesamten Jahr 2011 um 117% auf 970 Mio Dollar (ohne Religions-Titel). Demgegenüber verzeichneten zahlreiche Print-Formate teilweise deutliche Einbrüche:

Die Erlöse mit Taschenbüchern (allgemeines Programm) sanken um 36% auf 431 Mio Dollar; im Dezember lag der Verlust sogar bei 41%.
Auch Hardcover- und Paperback-Titel büßten auf Jahressicht (17,5% bzw. 15,6%) Umsatz ein.
Zu den Gewinnern zählen die religiösen Bücher (bei denen Print- und digitale Formate zusammengefasst werden), deren Erlöse um 8,4% zulegten.
Deutliche Zuwächse gab es auch bei Hörbuch-Downloads, die Umsätze stiegen um rund ein Viertel. Bei Hörbücher auf physischen Datenträgern sanken die Umsätze dagegen um 8,1%.

Welche Gründe hinter den Print-Einbrüchen stehen, darüber wird in den USA seit Monaten diskutiert. Zum einen werden die Kannibalisierungs-Effekte durch E-Books ins Feld geführt, andererseits die Auswirkungen der Borders-Pleite sowie das schwache gesamtwirtschaftliche Umfeld, das den Konsumenten zum Sparen zwinge, als Faktoren genannt.


Frage: Braucht man den Präsenzhandel für E-Books?

Frage: Braucht man bei E-Books Verlage, wenn der Vertrieb ausschließlich online abläuft?

Meine Meinung: Buchhandel und Verlagswesen stehen vor einem riesigen Umbruch. Verlagsleistungen wie etwa Korrektorat, Lektorat, Satz usw. werden sich auf die freiberufliche Ebene verlagern. Gleiches gilt für das Marketing.
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Perchta
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Re:

von Perchta (17.05.2012, 03:36)
Zum Thema e-Books: Deutschland ist nicht die USA, wo es in manchen Landstrichen kilometerweit überhaupt keine Gelegenheit mehr gibt, einen Printtitel zu erwerben.
Ja, die Printbücher werden anteilsmäßig zurückgehen. Nein, sie werden nicht verschwinden, auch langfristig nicht. Aber das haben wir doch oft genug durchgekaut, oder? Dafür müssen wir ja nicht Dorotheas Thread zweckentfremden.

Daß man für e-Books keine Buchhändler braucht, ist klar. Aber Buchhandel, wie er heutzuage abläuft, besteht oft ohnehin nur noch daraus, die Stapel auf den Tischen ordentlich aufzufüllen. Die Frage ist, ob man den noch braucht? Der Buchhandel "alter Schule", der noch auf den Kunden zugeht und fragt: "Was würden Sie denn gerne lesen?", gegenüber dem Buchhandel neuer Schule, der den Kunden nonverbal anweist: "Da, lies das, machen alle anderen schließlich auch", dieser Buchhandel hat erstaunlicherweise bisher den Großangriff von Amazon wie von den Filialisten überlebt. Trotz niedrigerer Drehzahl, trotz niedrigeren Umsätzen, trotz höheren Lageraufkommens. Ich denke, der wird auch das e-Book überleben.

Daß die Verlage das Spiel verlieren, sehe ich auch noch nicht. Ihre vordringlichste Aufgabe war ja immer die des vielzitierten "Vorlegens", also des Geldgebers. Welcher angehende Autor kann sich leisten, für Lektorat, Satz und Marketing erst einmal Unsummen auf den Tisch zu legen? - Daß da inzwischen intern vieles an "Subunternehmer" weitergegeben wird, weil man glaubt, auf diese Weise Kosten sparen zu können, ist eine ganz typische Erscheinung. Passiert doch in allen Branchen, oder? (Ich habe im letzten Jahr schon zweimal erlebt, daß ein Titel kurz nach Erscheinen komplett zurückgerufen werden und der Verlag sämtliche Exemplare kostenlos ersetzen mußte - so etwas war mir zuvor noch nie untergekommen. Über die Kosten, die dieses Outsourcing verursacht hat, will ich gar nicht spekulieren.)

SandraR hat geschrieben:
Perchta kannst du 50 Bücher mit in den Autobus nehmen um zu lesen?


Gegenfrage: Was soll ich mit 50 Büchern in einem Bus? Was soll ich überhaupt mit 50 Büchern auf einmal? - Ich muß da gerade an die Kurzgeschichte von Thomas Eschbach denken, die Siegfried hier mal verlinkt hatte. Da war es ja auch so, daß es neben den "Nicht-Veröffentlichungen" die Bestseller-Stapelware gab, zum Lesen und Vergessen. Davon sind wir gar nicht so weit weg, wenn da Buch um Buch wegkonsumiert wird und einem Titel im Laden keine sechs Wochen mehr zur Verfügung stehen, bevor er remittiert wird.

Ich hatte mir aus genau diesem Grund tatsächlich die Anschaffung eines Readers überlegt. Für den ganzen "Einmal gelesen, nie wieder angefaßt"-Schrott, in meinem Fall die ganzen Histo-Krimis, die ich "ganz nett" fand und von denen ich beim Zuklappen des Buches schon sagen konnte, daß ich sie nie wieder anfassen würde. Da wäre es doch praktischer, wenn diese Schinken, da elektronisch, keinen Platz im Regal wegnehmen würden.
Noch einfacher wäre natürlich, das Zeug gar nicht erst zu lesen. Was auch das ist, wozu ich mich jetzt entschlossen habe. Und ich werde demnächst in meinem Regal mal ausmisten.

SandraR hat geschrieben:
Der Rest sucht nach Schuldigen, weil dies einfacher ist als einfach zuzugeben, dass man vielleicht einfach keine Ahnung hat und deswegen auch Beratungsresistent ist. Dazu noch mangelnde Energie beim Werben und schon sucht man, wo es einen Buhmann gibt an den man sein Scheitern delegieren kann.

Den Schuh möchte ich mir eigentlich nicht anziehen. Es ist sicher richtig, daß ich bei meinem Buch, von fehlender Zielgruppen-Sondierung über das eigentliche Schreiben bis hin zu fehlender Werbung, alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann. (Und in dieser Hinsicht bin ich sicher "beratungsresistent", weil ich das Verhalten, wie es vielleicht nötig wäre, zu widerlich finde, als daß ich es an den Tag legen könnte. Und weil ich an den Erfolg nicht glaube.) Aber das habe ich immer zugegeben, und ich suche auch wirklich nicht nach Schuldigen dafür, daß mein Buch nicht gekauft wird. Ich rede hier nur von Dingen, die mir täglich bei meiner Arbeit begegnen - das hat mit meinem Buch überhaupt nichts zu tun.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (17.05.2012, 11:02)
Siegfried hat geschrieben:
Zweites Problem: BoD-Autoren haben rundweg keine Vorstellung davon, für wen sie eigentlich schreiben (meist für sich oder aus Spaß an der Sache) und - und nun wird es dramatisch - für wen sie veröffentlichen. Vielen ist es schlicht egal, also legen sie keine Sorgfalt an den Tag, etwa indem sie den Leser als "Kunden" betrachten, sondern arbeiten mit einer "Friss oder stirb"-Mentalität. Diese Autoren interessieren sich nicht dafür, wer das Buch kauft - Hauptsache, dass jemand überhaupt kauft. Das Produkt bekommt damit sowohl beim fachkundigen Publikum wie auch beim Handel ein Negativ-Image. Darunter leiden dann auch die wenigen guten Bücher.

Tja, verehrter Siegfried, es hilft nichts! Du siehst ja, dass wir zu doof sind, um Deine zahlreichen und hilfreichen Ratschläge in die Praxis umzusetzen. Deshalb bleibt Dir nun nichts anderes übrig, als es uns vorzumachen. Anders wird das nichts, das siehst Du ja selbst. Schreib doch bitte für uns mal nebenbei den idealen 250-Seiten-BoD-Roman und veröffentliche ihn, denn gerade in der Belletristik sieht es ja ganz mau aus. Dann können wir dieses Bestseller-Muster mal neben unsere eigenen erfolglosen Machwerke legen und Schritt für Schritt im konkreten Vergleich endlich begreifen, was wir falsch gemacht haben. Vielleicht könntest Du ja in einem 50-seitigen Anhang unsere schlimmsten Fehler noch kurz erläutern und auf die entsprechenden Stellen in Deinem Roman verweisen, an denen Du es richtig gemacht hast. Natürlich ist mir klar, dass wir uns dann hier im Forum eine Weile mit etwas kürzeren Textbeiträgen von Deiner Seite begnügen und uns auf die Kernthemen der einzelnen Threads beschränken müssen, aber der anschließende Nutzen durch Deinen Roman wird uns diese Durststrecke sicherlich bald vergessen lassen. Immerhin können wir danach endlich aufhören, auf dem Dachboden nach Urgroßtante Agathes alten Liebesbriefen von einem verheirateten Reichsbahnschrankenwärter zu suchen, da wir ja dann selbst in der Lage sein werden, den idealen und endlich erfolgversprechenden Roman zu schreiben. Ich kann es kaum erwarten und danke Dir schon einmal im Voraus! Im Gegenzug bin ich gerne bereit, täglich die Statistik über den Amazon-Verkaufsrang Deines Bestsellers zu führen und hier im Forum zu veröffentlichen, damit wir alle endlich ein konkretes Ziel vor Augen haben, denn so kann das nun wirklich nicht mehr weitergehen! Das siehst Du doch sicherlich auch so und hast Dich nur nicht getraut, es einmal offen auszusprechen.

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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mtg
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Re:

von mtg (17.05.2012, 11:17)
Liebe Monika,

wenn von deiner Seite auch nur 0,1% an hilfreichen Ratschlägen - bezogen auf Siegfrieds praxisorientierte Tipps - käme, dann wäre Dein obiger Beitrag richtig lustig.

So ist er aber nur peinlich ... thumbdown:

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SandraR
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Re:

von SandraR (17.05.2012, 13:41)
Monikas praktische Ratschläge lassen zwar noch auf sich warten und sie ist auch ein kleines Schandmaul, aber ihr obiger Beitrag ist thumbbup

Wobei Monika, Siegfried hat mal eingeladen zu einem Projekt: Gemeinsam einen Schundroman in 30 Tagen schreiben. Den hier hat leider Siegfried recht, Schund verkauft sich besser. Die Frage ist nur, will man für diese Zielgruppe schreiben, den dies ist, wie Perchta schön formuliert hat, eben die Buchstapelfraktion im Eingangsbereich. Lies den Schmarrn, den lesen alle.

Perchta und eBooks, ich lese gedruckte Bücher im Regelfall in russisch, einfach deswegen weil ich auch in dem Lande lebe (und in Russland übrigens die Bücher viel billiger sind, Papier wird in Russland staatlich subventioniert). Zum Beispiel gerade eine französische Übersetzung, die ich als jemand der Belletristik eher weniger mag, super fand. Ins Deutsche wurde der Autor nie übersetzt. Wenn ich also deutschsprachige Bücher kaufe, sind eBooks für mich die Lösung. Ich muss keinen suchen, der mir die Bücher bis nach Russland schleppt. Ich bin Vielleser, wenn ich also schon am stöbern bin um den Reader aufzuladen, dann pack ich auch ein cheezygrin und da die Auswahl bei eBooks noch nicht überwältigend ist, kommt da auch das eine oder andere Buch rein, was ich mir gedruckt nie kaufen würde. Die kurze Distanz zwischen Handel und Download sorgt dafür, dass man eher noch ein paar Artikel dazu packt.
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Isautor
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Re:

von Isautor (17.05.2012, 16:17)
SandraR hat geschrieben:
Isa, wir drücken Daumen und Pfoten thumbbup


Das hat anscheinend geholfen. Es ist übrigens nicht mein persönliches Werk, sondern das meiner Mutter.
Das war jetzt ein echtes Phänomen! Die nehmen das Buch nicht nur, sondern sie nehmen es aufgrund des Gespräches und eines 6-seitigen Auszuges. Wegen des brisanten Materials muss meine Mutter das gesamte MS erst rausrücken, wenn der Vertrag von beiden Seiten unterschrieben wurde! So was hab ich noch nie gehört.
Marge wurde ausgehandelt, der Verlag bringt das Buch auch in englisch raus für den weltweiten Vertrieb, organisiert Fernsehauftritte, Vorträge auf Kongressen und schickt jetzt bald ein Filmteam, um eine DVD bei uns zu produzieren.

Wir können es nicht fassen! Wie feiert man so was?? wow3
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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SandraR
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Re:

von SandraR (17.05.2012, 16:19)
Flasche Champgner oder guten Rotwein und ein schickes Abendessen:) gratuliere!
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