Textarbeit

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.05.2012, 13:16)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Isautor
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Re:

von Isautor (19.05.2012, 13:29)
Ok. Verstehe ich, denn der Wechsel zurück zu Sam stört mich auch mehr als der erste.
Was wichtig ist: Sam wünscht sich am allermeisten, Georges Sohn zu werden. Dass George vor der fremden Frau nicht dementiert, dass es sich um seinen Sohn handelt, ist für Sam sehr, sehr wichtig. Das ist quasi das Thema der ganzen Geschichte. George weiß davon nichts, also wie könnte man das lösen ohne Sams Perspektive? Er könnte höchstens später darüber nachdenken, wobei ich kein Fan von Rückblenden und "Revue passieren lassen" bin.
Komplett in Sams Perspektive zu bleiben, das könnte man machen. Dafür muss man halt auf andere Dinge verzichten, aber so ist das halt.
Seid gegrüßt,

Isautor

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Tanzmaus
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Re:

von Tanzmaus (19.05.2012, 18:36)
Hallo zusammen :)

Dann probiere ich das jetzt auch mal aus mit der Übung:

1. Personaler Erzähler:

Er sah sie an und konnte es nicht fassen. Ungläubig schüttelte er den Kopf, als wolle er aus einem Traum aufwachen, einem Albtraum. Aber nichts änderte sich.
,,Tom, ich muss jetzt gehen'', sagte sie und blickte nach unten.
Warum war da nicht eine einzelne Träne? Reichte es etwa nicht, dass er sie seit ihrer Geburt kannte, dass er für sie gesorgt, sie beschützt hatte?
Sie würde auswandern und er würde sie nie wieder sehen. Es war keiner dieser typischen Geschwister-Konflikte: Entweder man liebt sich, oder man hasst sich. Es war kompliziert, denn er Tom liebte seine Schwester; er schient sie aber nicht den Deut zu interessieren.
,,Auf Wiedersehen'', murmelte er und schluckte schwer.
Sie verschwand ohne ein weiteres Wort.
Das ist also der Dank, dachte Tom bitter.

2. Auktorialer Erzähler

Er sah sie an und konnte es nicht fassen. Ungläubig schüttelte er den Kopf, als wolle er aus einem Traum aufwachen, einem Albtraum. Aber nichts änderte sich.
Andrea musterte ihre Nägel und war mit den Gedanken schon längst in New York - sie würde aufsteigen, Karriere machen. Das Einkommen zählt, dachte sie sich.
,,Tom, ich muss jetzt gehen'', sagte sie und blickte nach unten. Sie kannte die Gefühlsausbrüche ihres Bruders nur zu gut. Selbst wenn eine Fliege ihren letzten Atemzug tat, begann er gleich zu flennen. Er hatte sich nicht geändert.
Warum war da nicht eine einzelne Träne?, überlegte Tom. eichte es etwa nicht, dass er sie seit ihrer Geburt kannte, dass er für sie gesorgt, sie beschützt hatte?
Sie würde auswandern und er würde sie nie wieder sehen. Es war keiner dieser typischen Geschwister-Konflikte: Entweder man liebt sich, oder man hasst sich. Es war kompliziert, denn er Tom liebte seine Schwester; er schien sie aber nicht den Deut zu interessieren.
,,Auf Wiedersehen'', murmelte er und schluckte schwer.
Sie verdrehte die Augen, ohne dass er es bemerkte. Doch sie war erleichtert. Endlich Freiheit, weg von seinem übergroßem Beschützerinstinkt.
Sie verschwand ohne ein weiteres Wort.
Das ist also der Dank, dachte Tom bitter.

3. Neutraler Erzähler

Er schüttelte ungläubig den Kopf.
,,Tom, ich muss jetzt gehen'', sagte sie und blickte nach unten.
,,Auf Wiedersehen'', murmelte er und schluckte schwer
Sie verdrehte die Augen und verschwand ohne ein weiteres Wort.


Ist die neutrale Perspektive wirklich nur so knapp? Gibt es eigentlich Bücher, die nur in dem Stil geschrieben sind? Weil mir kam es jetzt ehrlich gesagt sehr komisch vor, so zu schreiben, ohne Emotionen, ohne ,,Erklärungen''. book:

Viele Grüße,
Nicole :wink:

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.05.2012, 19:07)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Tanzmaus
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Re:

von Tanzmaus (20.05.2012, 14:54)
Ich schreibe nämlich momentan an einer ,,Tod''-Szene, sprich Motorradunfall. Werde sie dann einfach mal in beiden Perspektiven (neutral/personal) schreiben und gucken, was mir besser gefällt! :)

Tolle Übung! Werde mir die anderen auch direkt mal anschauen ;)

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Isautor
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Re:

von Isautor (21.06.2012, 23:01)
Für meinen aktuellen Thriller hatte ich gestern ein Horrorbuch zur Hand genommen, das ich vor Jahren mal gelesen hatte. Und da ist mir aufgefallen, dass es sehr viel in der neutralen Perpsektive geschrieben ist. Ganz erstaunlich und wenn man darauf achtet, wirkt es auch etwas neutral. Es wird fast nur gleichgültig beschrieben, was die Personen tun. Der nimmt den Rucksack und der andere das Telefon, der tut dies und das. Fertig.

Das ist mir früher nie aufgefallen und ich glaube, ich würde es so selber nicht machen. Wollte mich eigentlich an dem Buch orientieren, weil ich rausfinden wollte, wie der diese Szenen beschreibt, die ich so ähnlich auch habe. Aber diese Lösung kommt nicht in Frage.
Ich hätte gar nicht gedacht, dass solche Romane in der Neutralen erzählt werden können.
Seid gegrüßt,



Isautor



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