Dienstschluss

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Lesenager
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Dienstschluss

von Lesenager (09.06.2012, 19:13)
Im Januar 2013 ist eine überarbeitete Neuauflage erschienen.

ISBN 9783848254811
Zuletzt geändert von Lesenager am 22.01.2013, 19:20, insgesamt 5-mal geändert.

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ricochet
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Re:

von ricochet (23.06.2012, 21:41)
Hallo Lesenager,


gratuliere zum Buch. Das interessiert mich, ich habe es bestellt. Rückmeldung mit evt. Rezension auf amazon nach der Lektüre - okay?


rico
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Lesenager
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Re:

von Lesenager (24.06.2012, 11:56)
Hallo Rico,

ich freue mich über Dein Interesse an meinem Buch.
Wenn Du nach der Lektüre eine Rezension schreiben würdest, wäre ich ebenfalls sehr erfreut, und für den Fall, dass es Dir gefallen hat, umso mehr.

Viel Erfolg mit Deinen Büchern und einen schönen Sonntag noch.
Zuletzt geändert von Lesenager am 28.10.2012, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.

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ricochet
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Eine äußerst merkwürdige Geschichte

von ricochet (22.07.2012, 09:41)
Hallo Lesenager,


ich habe soeben bei amazon eine Rezension mit drei Punkten eingestellt:

http://www.amazon.de/Dienstschluss-Fran ... 663&sr=1-1

Victor, der Held der Geschichte, ist Fahrer einer U-Bahn. Statt gegen Ende seiner Dienstzeit die Bahn auf das Abstellgleis zu führen landet er aus unerfindlichen Gründen in einer Art Paralleluniversum. Im Bestreben, wieder in sein eigenes zurückzufinden, gerät Victor von einer skurrilen Situation in die andere, bis ihm am Ende (wieder aus unerfindlichen Gründen) doch die Rückkehr gelingt. Er stürzt in sein ursprüngliches Universum zurück, eine moderne Variante von Alice' Sturz in den Brunnen aus 'Alice im Wunderland'.

Ich konnte mich rasch in den Protagonisten einfühlen. Der Text ist spannend, atmosphärisch sehr dicht und hat sehr gute erzählerische Qualitäten. Hervorragend wird der permanent bedrohliche, irritierende Grundcharakter dieses Universums beschworen, in dem wir nie sicher sind, was als nächstes kommt. Das sprachliche Niveau hat mich angenehm überrascht. Ahrens bedient sich einer modernen, kultivierten und dennoch verständlichen Sprache, abseits der häufigsten Stilmarotten und sonstigen Albernheiten. Und doch gelingt es ihm, so etwas wie einen persönlichen Stil zu entwickeln. So möge es sein.

Und nun die Gegenargumente:
1.
a Gewisse kleinere Mängel wie Rechtschreibfehler, Füllwörter und dergl. zeugen von einem mangelhaft durchgeführten Lektorat bzw. Korrektorat. Außerdem verirrt sich der Autor ab und zu in überlangen Sätzen.
b Ca. 160 Textseiten in Gegenwart geschrieben statt im Imperfekt empfand ich als mühsam zu lesen. Es hat seinen Grund, warum Präsens zumeist nur für Kurzgeschichten verwendet wird.
c Acht leere linke Seiten, weil konsequent jedes Kapitel auf einer rechten Seite begonnen wird bei einem Gesamtumfang von 175 Seiten sind mir ärgerlich.
d Die beschreibenden Textteile sind gelegentlich im Vergleich zur Handlung etwas zu ausladend.

In Summe gebe ich für diese Kritikpunkte (nur) einen halben Punkt Abzug (weil man andererseits auch wieder die Kirche im Dorf lassen soll. Für sich alleine gesehen sind das nur Marginalien).

2. Victor hat ein Geheimnis, nämlich einen schuldhaft verursachten Unfall, bei dem seine Tochter Tanja ums Leben gekommen ist. Diese Begebenheit geschah vor 17 Jahren in Victors realer Dimension und wird als Rückblende in vier oder fünf Teilen in den Hauptplot eingestreut. Handwerklich zwar perfekt abgehandelt, d. h. anfangs nur Andeutungen,von Mal zu Mal erhält der Leser mehr Einblicke in das Geschehen, die durchaus Spannung erzeugen, die Rückblenden erfolgen zum richtigen Zeitpunkt, etc. Aber: Wozu? Und das ist auch schon das Hauptproblem der Erzählung. Es türmen sich die Fragen, die nicht beantwortet werden. Ist die Frau, die auf dem Klappentext etwas vollmundig mit einem Engel verglichen wird, wirklich eine Terroristin? Wer ist der geheimnisvolle Max Steiner, der Victor einlädt und seinen Freunden vorstellt?
Beim Lesen dachte ich mir: Wehe, wenn der Autor seine Geschichte nicht ordentlich auflöst. Ich will wissen, warum der furchterregende Hund Victor hilft und welche Funktion er in der Geschichte hat. Immerhin finde ich einen Rottweiler, der gottverlassen in einem Versorgungsschacht der U-Bahn steht und durch ein Stück Kuchen (kein Hundekuchen, sondern Bäckereiware!) zum lebensrettenden Freund wird, erklärungsbedürftig. Ich will wissen, warum ein mythologischer Vogel, an den in diesem Universum selbst keiner glaubt, ausgerechnet Victor von einer Stadt zur anderen führt.
Und fatalerweise passiert genau das: Die Geschichte wird nicht aufgelöst, zumindest hat sich eine Auflösung mir nicht erschlossen. Das Ende ergeht sich in merkwürdigen Andeutungen und hat mir nicht geholfen, sondern mich vielmehr kopfschüttelnd hinterlassen..
Dadurch geraten Victors Erlebnisse in diesem, sagen wir mal anderen Universum, zu einer losen Aneinanderreihung skurriler Situationen, denen der rote Faden fehlt. Es finden sich Elemente aus einem Agenten-Thriller genauso wie aus Horror und sonstiger Fantastik. Schade, schade. Dafür gebe ich eineinhalb Punkte Abzug.

Der Autor hat unbestritten großes erzählerisches Talent, aber diese Erzählung ist es (noch) nicht.


Soweit die Rezension. Für uns BoDler im Forum hier möchte ich noch ergänzen: Hinsichtlich der sprachlichen Qualitäten, inkl. Rechtschreibfehler und dergl. liegt der Text weit über dem Durchschnitt, der bei BoD veröffentlicht wird. Es ist mir ein Anliegen das festzuhalten, weil ich doch unter 1 / a einschlägige Mängel festgestellt habe. Von diesen Schönheitsfehlern sollte sich niemand abschrecken lassen, das Buch zu kaufen. Das Problem ist der Plot.
Ein Plot entsteht dann, wenn die Informationen in einem Text kausal zusammenhängen. Bsp.:
Der Könign starb. Zwei Jahre später starb auch die Witwe. Plot? Nein!!!
Aber:
Der Könign starb. Aus Gram darüber starb auch die Witwe zwei Jahre später. Plot? Ja, weil die Informationen kausal zusammenhängen.

Dieser mangelnde kausale Zusammenhang (zerfaserter Plot) ist das Problem des Buches.

Trotzdem wünsche ich dem Autor viel Erfolg und vor allem Erkenntnisse, die er bei seinem nächsten Buch bestimmt umsetzen wird.



LG

rico
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Re:

von Lesenager (22.07.2012, 16:14)
Hallo ricochet,

vielen Dank für die Rezension.

Ich bin erfreut, dass sich jemand die Mühe macht, sich mit meinem Buch auseinanderzusetzen.
Sehr interessant finde ich, wie Du die Geschichte empfunden hast und sie deutest.

Nochmals tausend Dank und viel Erfolg mit deinen Büchern.

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Prof. Elsenbrink
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Re:

von Prof. Elsenbrink (22.07.2012, 17:06)
Hallo rico,

ich möchte Dir an dieser Stelle mal ein Kompliment für Deine Rezensionen und sonstigen "Manöverkritiken" zu diversen BoD-Büchern machen.

Deine Kritiken sind stets sachlich, fundiert, nachvollziehbar begründet und konstruktiv. Vorbildlich! thumbbup

Es ist mir regelmäßig eine Freude und Bereicherung, sie zu lesen.


Viele Grüße
Thomas

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Adriatic
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Re:

von Adriatic (22.07.2012, 18:34)
Geht mir genauso thumbbup
Coccobello (Roman) - Eine Reise in einem alten VW-Bus durch die Toskana

Adria-Express (Roman) - Eine Reise mit der Bahn durch Italien

Autoreninformation:
www.gerritfischer.de

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ricochet
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Re:

von ricochet (22.07.2012, 18:35)
@ Lieber Lesenager,

ich hoffe, du bist mir nicht böse wegen der drei Sterne, aber mit einer Gefälligkeitsrezension ist dir nicht gedient. So habe ich mich um eine sachliche und korrekte Rückmeldung bemüht. Das war im Falle von "Dienstschhluss" keine einfache Aufgabe, aber wenn ich sehe, wie konstruktiv du meine Hinweise zur Kenntnis nimmst, hat es sich gelohnt. Ich habe Zeit, Geld und Hirnschmalz investiert und das alleine schon ist, wie ich finde, ein Freundschaftsdienst. Den habe ich dir gern erwiesen.
Ich bin felsenfest überzeugt, deine Schreibe wird sich verbessern und ich freue mich schon auf deine nächsten Texte. thumbbup


@ Lieber Thomas,

herzlichen Dank für deine freundlichen Worte. Das ist Balsam für meine Seele. Ich habe schon harsche Kritik einstecken müssen, weil ich nicht nur das Angenehme rückmelde, sondern auch das Schmerzliche. Unabhängig davon, dass es selbstverständlich auch mir mehr Freude bereitet, Lob rückzumelden, geht es doch (mir wenigstens) nicht darum, dem Autor / der Autorin eine Freude zu machen. Jede Kritik hat aus meiner Sicht nur den Sinn, die Schreibe weiter zu entwickeln. Ich meine, einzig und allein auf diese Weise können wir Schreiberlinge uns gegenseitig helfen (so wie der Blinde dem Lahmen cheezygrin cheezygrin )
Bedauerlicherweise gibt es immer wieder Schreiberlinge, die außer Huldigungen nichts entgegennehmen wollen. Wie schön, dass wir beide nicht zu ihnen gehören.

LG


rico
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ricochet
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Re:

von ricochet (22.07.2012, 18:41)
@ Ariatic,


willkommen im Club!

LG


rico
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Adriatic
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Re:

von Adriatic (22.07.2012, 19:34)
ricochet hat geschrieben:
Jede Kritik hat aus meiner Sicht nur den Sinn, die Schreibe weiter zu entwickeln. Ich meine, einzig und allein auf diese Weise können wir Schreiberlinge uns gegenseitig helfen (so wie der Blinde dem Lahmen cheezygrin cheezygrin )
Bedauerlicherweise gibt es immer wieder Schreiberlinge, die außer Huldigungen nichts entgegennehmen wollen. Wie schön, dass wir beide nicht zu ihnen gehören.

LG
rico


Eine konstruktive Kritik ist Gold wert. Ich kann nicht verstehen, dass es Autoren gibt, die daran nicht interessiert ist. Lob ist leichter zu bekommen als konstruktive Kritik.

Es ist ja nicht so, dass die Kritik nicht da wäre, wenn man sie nicht äußert. Wenn den Lesern etwas nicht so gut gefällt, dann sollte das im ureigensten Interesse des Autors sein, davon zu erfahren.

Im Übrigen ist in diesem Falle die 3-Sterne-Bewertung dennoch eine Werbung für das Buch und wirkt auf mich wie eine Kaufempfehlung. Das ist doch super.
Coccobello (Roman) - Eine Reise in einem alten VW-Bus durch die Toskana



Adria-Express (Roman) - Eine Reise mit der Bahn durch Italien



Autoreninformation:

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Re:

von Lesenager (22.07.2012, 20:35)
Hallo ricochet

Böse wegen „nur“ drei Sterne? Eine sachlich begründet Kritik gehört zu unserem Handwerk, wie das Salz in der Suppe. Ich weiß es wirklich sehr zu schätzen, dass Du dir die Mühe gemacht hast, und vor allem die Zeit genommen hast, dich mit meinem Buch zu beschäftigen. Das ist nicht selbstverständlich.

LG

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Re:

von Lesenager (31.01.2013, 12:17)
Danke für die Hinweise über PN.
Das war von mir sehr unglücklich umgesetzt worden, dass ich die ursprüngliche Buchvorstellung mit dem Hinweis auf die überarbeitete Neuauflage ersetzt habe. Die Information hätte ich natürlich als neuen Beitrag am Ende posten müssen. Das hole ich hiermit nach.

Überarbeitete Neuauflage: Januar 2013
Titel: Dienstschluss
Autor: Frank Ahrens
ISBN: 9783848254811

Eine Leseprobe gibt es unter anderem bei Amazon:
http://www.amazon.de/Dienstschluss-Fran ... 491&sr=1-2

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von Lesenager (14.01.2014, 13:43)
Hallo liebe Forenmitglieder und Gäste,

jetzt gibt es auch zu meinem Buch eine Seite bei Facebook:

https://www.facebook.com/pages/DIENSTSC ... 1883356842

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