Titel schon vorhanden

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (03.08.2012, 21:32)
Liebe Elke,
auch von mir die Bestätigung: dass der Thread ausuferte, ist ausschließlich dem Troll zuzuschreiben.
Ich denke nicht, dass du in dem Fall, dass du den Titel verändern müsstest, auch den Inhalt umschreiben müsstest. Der Inhalt sollte unverändert bleiben. Vielleicht findest du einen Titel, der trotzdem das wiedergibt, was du sagen willst.
lg
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M. Berti
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Re:

von M. Berti (03.08.2012, 22:03)
Liebe Elke,
Ich fand deine Idee den anderen Verlag an zu schreiben ehrlich gesagt sehr gut, das würde ich persönlich wohl in deiner Stelle tun :roll:

Wenn es denen überhaupt nicht recht ist, kannst du den Titel dann immer noch ändern. Eine neue ISBN kostet bei BOD ja nicht die Welt.
Und so lange hast du es Gott sei Dank noch nicht am Markt als dass es jetzt sooo schlimm wäre wenn du dann mit neuem Titel nochmal neu durch startest, so ärgerlich es auch wäre.

Deine Leseprobe hat mich sehr berührt. Ich werd mir das Buch auf jeden Fall kaufen.

Ich selbst werde meinen Titel so belassen weil er sich von den anderen eigentlich komplett unterscheidet. Hoffe ich zumindest :?

liebe Grüße M.

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (03.08.2012, 23:28)
ElkeN hat geschrieben:
Mein Buch heißt "Ich mach' Dich tot!" mit dem Zusatz "Spätfolgen einer missbrauchten Kindheit".

Und jetzt? Habt ihr einen Rat für mich?

Liebe und sehr verunsicherte Grüße,
Elke


Hoi,

nur mal so im Allgemeinen noch: Also, ich denke, der Untertitel ist falsch. Eine Kindheit kann nicht missbraucht sein; es gibt missbrauchte Kinder, aber keine missbrauchte Kindheit. Außer das Kind selbst hätte die Kindheit missbraucht, sozusagen im negativen Sinne "zweckentfremdet". Aber das ist ja nicht gemeint.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (04.08.2012, 01:21)
Sehr ich anders, Klonschaft, ich finde, dass man das so sagen kann, als Titel. Eine missbrauchte Kindheit ist nun mal mehr, als Missbrauch in der Kindheit.

Haifischfrau
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ElkeN
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Re:

von ElkeN (04.08.2012, 09:13)
Guten Morgen und dankeschön euch allen nochmal für eure Rückmeldungen und den Zuspruch.

Immer noch denke ich, dass es am besten wäre, den Verlag des anderen Buches anzuschreiben. Ich habe allerdings auch Angst. dass die Leute dort mir dann umgehend einen Strick aus meiner Offenheit drehen könnten, muss da nochmal in mich gehen...

Martina, ich finde es gut und mutig, dass du dein Buch so lässt wie es ist und ich drücke dir die Daumen für viel Erfolg und keinen Ärger.

Klonschaft, der Untertitel mag falsch klingen, ich habe aber lange darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass er genau das ausdrückt, was ich sagen möchte. Es fängt ja schon mit dem Begriff "Missbrauch" an. Der ist nicht ganz korrekt, denn wenn es den Miss-brauch eines Kindes gäbe, müsste es auch einen Ge-brauch geben. Dennoch ist der Begriff "Missbrauch" oder auch "sexueller Missbrauch" in den meisten Köpfen fest verankert. Ich könnte auch von "sexualisierter Gewalt" reden, das verstünden aber viele Menschen nicht sofort.
Kinder können missbraucht werden, Kindheiten können auch missbraucht werden. Das ist dann der Fall, wenn man ein Kind kein Kind sein lässt. Wenn man die Kindheit eines Kindes für seine Zwecke nutzt - oder eben missbraucht.

Um nochmal zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Ich warte noch auf die Antwort der Anwältin. Falls da wegen Urlaubs nichts kommt, werde ich wohl den anderen Verlag anschreiben. Ich sage euch dann, was dabei herausgekommen ist.

Euch allen ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
Elke

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (04.08.2012, 09:18)
Hallo,

meiner Meinung nach ist der Titel "missbrauchte Kindheit" sehr treffend. Nicht das Kind missbraucht seine Kindheit, sondern der Täter.
Ich finde die Begrifflichkeit sogar sehr gut ausgewählt, weil sie deutlich macht, dass es sich bei Missbrauch nicht um "einzlene Geschehen"während der Kindheit handelt, sondern um ein zentrales Trauma, welches die ganze Kindheit überschattet. In seiner Dimension und Bedeutung wird durch die Tat in meinen Augen die gesamte Kindheit vom Täter missbraucht.

Viele Grüße
Cornelia

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (04.08.2012, 09:22)
Hallo,

ich sehe gerade, Elke hat kurz vor mir geantwortet.

Ich kann deine Bedenken, den Verag anzuschreiben gut verstehen, ich hätte auch etwas Sorge "schlafende Hunde zu wecken", sie erst auf die Idee zu bringen, dass du einen abmahnbaren Fehler gemacht hast.

Es ist wirklich schwierig. Aber ich denke eine Absprache mit dem Verlag wäre nicht schlecht.

Viele Grüße
Cornelia

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mtg
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Re:

von mtg (04.08.2012, 09:30)
Klonschaf hat geschrieben:
Eine Kindheit kann nicht missbraucht sein; es gibt missbrauchte Kinder, aber keine missbrauchte Kindheit.

Es gibt eine verlorene Jugend - es gibt das geborgene Alter ... und daher gibt es sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch (leider!) auch eine missbrauchte Kindheit.

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ElkeN
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Re:

von ElkeN (04.08.2012, 09:42)
Hallo Cornelia,

du hast die Problematik richtig erkannt und beschrieben, dafür danke ich dir sehr! Ein Kind, dass sexuellen Missbrauch erlebt, ist für sein ganzes Leben geschädigt. Diese missbrauchte Kindheit hinterlässt tiefe Narben in der Seele des Kindes, die immer wieder aufbrechen, ein Leben lang.

Und auch die zweite Problematik bringst du mit den "schlafenden Hunden" auf den Punkt. Ich habe keinen Ahnung, ob der Verlag aggressiv reagieren wird oder nicht. Es wird wohl in "Versuch macht kluch" ausarten. :wink:
Liebe Grüße,

Elke

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ElkeN
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Re:

von ElkeN (04.08.2012, 09:47)
Liebe Haifischfrau, ich habe vorhin vergessen dir zu antworten. Wenn ich den Text lassen würde, dürfte der Titel dann aber nicht mehr diesem Text ähnlich sein, oder? Meine seit gestern brainstormende Familie kam auf "Dann mach ich Dich tot!", was zwar als Titel etwas lang ist, aber wenigstens den Sinn erhält. Zudem ist es nicht genau das, was der alte Mann gesagt hat. Würde dem Leser an dieser Stelle nicht der Unterschied auffallen?

Puh...
Liebe Grüße,

Elke

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ElkeN
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Re:

von ElkeN (04.08.2012, 09:48)
Danke, Matthias, genauso sehe ich das auch.
Liebe Grüße,

Elke

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mtg
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Re:

von mtg (04.08.2012, 10:00)
Liebe Elke,

Du musst doch Deinen Text nicht ändern, wenn Du den Titel änderst! Natürlich kann der Text so bleiben.

Das Markenrecht - unter das auch der Titelschutz fällt - sieht vor, dass Titel eine Alleinstellung haben und unterscheidbar sein müssen. Nun hast Du das Prioblem, dass sich das ältere Buch (ich habe gerade mal bei Amazon nachgeschaut) mit durchaus vergleichbaren Erlebnissen befasst ... so dass eine Verwechslungsgefahr gegeben ist. Dazu sind Eure Autoren-Initialen noch gleich ... Mann-o - mann ...

Es wäre die Frage zu stellen, inwiefern »Ich mach Dich tot« mittlerweile zu einer umgangssprachlichen Formulierung geworden ist, die keine Alleinstellung besitzt - ähnlich wie bei mir mit »Endlich mal was Positives«. Hier ist es der Untertitel, der die einklagbare Unterscheidung bringt.

Vielleicht kannst Du noch am Untertitel bzw. an einer Formulierung, die heißt »Ich mach Dich tot – xyz« - also am xyz feilen ...

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (04.08.2012, 10:18)
Na ja, es gibt leider eine durch Missbrauch gekennzeichnete Kindheit - aber eine missbrauchte Kindheit sagt mMn etwas anderes aus, obwohl ja das Erstere gemeint ist.

Aber die Hauptsache ist ja, dass jeder weiß, wie es gemeint ist.


Ansonsten: ... ein bisschen unrecht haben tut mir ja manchmal auch ganz gut, daher: Sei's, wie's ist ... ob so oder so, mir letztlich Jacke wie Hose.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (04.08.2012, 10:26)
Bei dem Titel denke ich an den Film "Der Totmacher":

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Totmacher

Die Formulierung "Ich mach dich tot" ist möglichweise doch recht verbreitet. Möglicherweise könnte der Titel in "Ich mach' Dich tot, wenn Du jemandem was erzählst" geändert werden, hier ist ein Unterschied zu dem anderen Buch deutlich erkennbar.

Und Neuauflage mit neuer ISBM kostet dich nur 39 Euro.
Heiteres Gartenlexikon - Heiteres Heimwerkerlexikon - Irgendwas mit Wuppertal - Im Dutzend witziger

http://www.NIMMSmitHUMOR.de
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (04.08.2012, 10:44)
Torsten, deine Idee ist gut, aber dein Titelvorschlag ist zum einen zu lang, zum anderen irgendwie nicht ganz stimmig. In der Sache ist diese Aussage natürlich richtig, aber es ist unwahrscheinlich, dass ein Täter einem Kind gegenüber so spricht (@ all: ich möchte jetzt keine Diskussion anzetteln, warum und wieso ich das meine!).

Ehe in diese Richtung: "ich mach dich tot, wenn du was sagst", oder als Titel vielleicht den Satz umdrehen: "Wenn du was sagst, mach ich dich tot".

@Elke: du kannst mich gerne per PN anschreiben.

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