Dieses Wort ist keine Literatur

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derhagen
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Re:

von derhagen (14.01.2008, 23:55)
Zu deinem zweiten Absatz Leilah,

muss ich leider sagen, das dieses auch im Bereich der Journallie, der Moderatoren, Schauspieler und Redakteure zutrifft - "Künstler" (mag man diese so bezeichnen, sind doch meist Rampensäue)

Zum Topic - ja es gibt Wörter die literarisch nicht den Wert erfüllen - alle Wörter ohne Ausdruck und Sinn - und jegliche sinnlose, nicht konstruktive Kritik - im mündlichen, wie schriftlichen.

Und endlich auch von mir: "Standing Ovation" für Vera - der Mehrzeiler ist "geil"

LG
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DerHagen
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Judith
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Re:

von Judith (15.01.2008, 00:37)
Toll, Vera! thumbbup

Nom hat geschrieben:
nötigenfalls teile ich mit dir, Bärentante, das Preisgeld smart2 )


Ich bekomme auch ein Drittel. Auch ich liebe "Und"-Satzanfänge. :P

Grüßle,
Judith
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Fabula

Dieses Wort ist keine Literatur

von Fabula (15.01.2008, 07:39)
Danke für die Ermunterung. Jetzt ärgere lich mich, dass ich diesem Typ überhaupt so viel Aufmerksamkeit gewidmet habe.
Aber eure netten Beiträge sind ein Trostpflaster, sogar noch mit Reimen versehen.
Danke
Regina

dbs

Re: Dieses Wort ist keine Literatur

von dbs (15.01.2008, 10:55)
Fabula hat geschrieben:
Nach einer Lesung unserer hiesigen Autorengruppe sagte mir einer unserer Mitstreiter:
"Du hast das Wort 'endlich' in deinem Text benutzt. Das ist keine Literatur."
Ich war sprachlos .


Ich auch!

Denn ...

Ein Richter, der nicht strafen kann,
Gesellt sich endlich zum Verbrecher.

(Goethe, Faust Teil2)

Ich sehe schon, wie sie sich scharen,
Sich schwankend sondern, traulich paaren;
Zudringlich schließt sich Chor an Chor.
Herein, hinaus, nur unverdrossen;
Es bleibt doch endlich nach wie vor
Mit ihren hunderttausend Possen
Die Welt ein einzig großer Tor.

(s.o.)

Ich wusste schon immer: Goethes Faust ist keine Literatur! cheezygrin

LG
Siegfried

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (15.01.2008, 11:35)
Ich kann meinen Vorschreibern nur beipflichten und sagen:

So ein Blödsinn! In meinem Buch habe ich mehrere endlich verwendet, sowie auch Und am Anfang des Satzes.

Bei anschließendem Lektorat wurde keines dieser Wörter geschrichen.

Schön, dass wir uns endlich einmal alle einig sind. thumbbup



LG, Rita

Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (23.01.2008, 10:52)
Liebe Regina,

als ich Pliekolus schrieb, wurde mir die Stilfibel empfohlen. Es ist ein etwas älteres Buch und gibt Ratschläge zum Schreiben von Briefen, Aufsätzen und längeren Texten.

Tatsächlich gab es in diesem Ratgeber auch einige Stellen, die bestimmte Wörter bei Romanen "sanft" verboten. Zum Beispiel Superlative und Modewörter. Es war kein Gesetz, aber mein Pliekolus wurde besser, als ich einige Wörter entfernte, die der Ratgeber aufzählte.

Hier einige Beispiele von unbeliebten Wörtern in Romanen: prima, super, genial, toll, eigentlich, natürlich, tatsächlich, echt, wirklich, direkt, irgendwie, Baby, Know How, Basis, cool, geil, dass, ...

Einige dieser Wörter geben Superlative an, einige sind in Fremdsprache, einige sind Modewörter, einige Wörter sind zu schwammig in ihrer Bedeutung. Umgeht man sie, gibt man dem Text etwas mehr Tiefe, verwendet man sie trotzdem, wird man auch nicht gehenkt.

Beispiel:
- der Himmel war irgendwie blau (Der Leser fragt sich, na wie blau denn jetzt?)

- der Techniker hatte das richtige Know How (der Leser könnte sich fragen, was bedeutet Know How?)

- der Wald sah wirklich echt toll aus (so sieht ihn der Autor, aber der Leser kann sich darunter nichts vorstellen. Der Autor will dem Leser seine Meinung überstülpen: echt, Leser, du musst mir das jetzt glauben!)

- der Kuchen schmeckte geil (ja, so spricht der Autor und der Leser empört sich)

- sie stand direkt neben dem Schrank (und wo steht sie dann? links rechts? schwammig!)

- der Teddy fiel in die Pfütze, dass das Wasser nur so spritzte (zu viel DASS stören die Vorstellungskraft beim Lesen. Jedenfalls auch bei mir. Hier sollte der Satz so umgebaut werden, dass das DASS entfernt werden kann. z.B. Als der Teddy in die Pfütze fiel, spritzte das Wasser nur so. Oder so ähnlich.

Also, es gibt tatsächlich einige unbeliebte Wörter, die man sicher trotzdem verwenden kann. Ich verzichte darauf, weil sie meinen Text wirklich verschlechtert haben.

Das Wort ENDLICH ist mir allerdings nicht als Böse-Wort in Erinnerung geblieben.

Lieben Gruß Jacqueline

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Adriana
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Re:

von Adriana (23.01.2008, 11:20)
Hallo Regina,

ein Schriftsteller schreibt - zehn Leute leben davon, dass sie ihn verreißen. Und damit ihnen die Marmelade auf den Frühstücksbrötchen erhalten bleibt, erfinden sie solchen Quatsch.
Wenn Literatur wirklich nur was zum Lesen wäre und nichts, wo man angeblich überflüssiger Wörter und Wortarten rausschmeißen muss, wären die Herrschaften nämlich arbeitslos :lol: :lol: :lol:

Leilah hat geschrieben:

Nach fast 20 Jahren im schreibenden und komponierenden Bereich muss ich leider sagen, dass der Kultursektor in weiten Teilen von Missgunst und Intrigen durchsetzt ist. Da gibt es nur wenige echte Freundschaften und Solidarität, sondern mindestens genau so viel Mobbing wie in jedem normalen Büro.


Schlimmer (jetzt muss ich doch mal unser Büro verteidigen angle: )

Liebe Grüße,

Adriana.

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