Amazon und Google sind gemein

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Jenselina
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Amazon und Google sind gemein

von Jenselina (05.10.2012, 22:34)
Hallo,

ich vermarkte selbst über Amazon. Das Ganze ist mittlerweile als grenzwertig zu bezeichnen und hart an der Grenze zur Abzocke.

Mein Buch kostet 12,80 €. Der Kunde zahlt 15,80 € weil Amazon ihm automatisch 3 € Versand berechnet. Amazon behält 4,51 € Provision ein.

Bei mir kommen also nur 11,29 € an. Davon muß ich dann das Buch und den Versand zahlen. Und nun kommt der Hit! Amazon bietet den Leuten an eine DHL Packstation als Lieferanschrift anzugeben. Natürlich kann ich Büchersendungen nicht an so eine Packstation senden, da sie der Postbote dort nicht einwerfen kann. Ich müsste daher 4,10 € in ein DHL-Päckchen investieren.

Ein Beschwerdebrief an Amazon ergab, dass man das Problem kennt, hat aber selbst offenbar einen Sondervertag mit DHL und versende die Bücher daher auch an Packstationen zu preiswertem Geld.

Man wird verarscht wo es nur geht. Ich storniere daher jede Bestellung die an eine Packstation geht mit dem Hinweis "Lieferadresse unzustellbar".

Natürlich führt das zu unschönen Reaktionen beim erwartungsvollen Kunden, denn aufgrund eines normierten Allerweltstextes übermitteln sie diesem dann offenbar zwei Botschaften:

Seine Anschrift wäre nicht ok und mit seiner Zahlung würde was nicht stimmen. Die Kunden sind damit mehr als ratlos...

Alles in allem mal wieder zum mächtig Aufregen.

Auch der andere US Gigant Google macht mir Ärger. Keine Ahnung wo die mittlerweile alles die Gogglewerbung einblenden und weclcer kasachische Viehhirte zum Klicken animiert wird. Früher hatte ich erträgliche Werbekosten von etwa 3 € pro Buch. Nun wären es etwa 20 €...

Meine Konkurrenz die auch Metalldetektoren verkauft hat ebenfalls Kosten von ca. 100 € pro verkauften Gerät :shock:: . Die US Giganten nehmen uns aus wo es nur geht. Die Zeche zahlt der Endkunde in Form von extremen Preisen.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (05.10.2012, 22:46)
Jens(elina), du hast es dochso gewollt :twisted:
Wir haben uns hier den Mund fusselig geredet und dir Ratschläge erteilt, wie du das Buch versandkostenfrei zum Kunden kriegst, aber du wolltest deinen eigenen Weg gehen.

haifischfrau
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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (05.10.2012, 22:53)
Ja, stimmt.
Heiteres Gartenlexikon - Heiteres Heimwerkerlexikon - Irgendwas mit Wuppertal - Im Dutzend witziger

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Jenselina
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Re:

von Jenselina (05.10.2012, 22:58)
Ich gönne denen die 40% nicht. Schau mal. Ich schreibe ein Buch, 50% sind Druckkosten, 40% kassiert der Handel und nur 10% bleiben bei mir.

Sorry, aber das kann es doch nicht sein!

30% Druckkosten, 30% der Handel 40% für mich als Autor. Das wäre ein fairer Deal!

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Perchta
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Re:

von Perchta (05.10.2012, 23:24)
Jens, um mal ernst zu werden: erzähl die Sache von der Fairness mal der chinesischen Näherin, die für ein paar Pfennige das angefertigt hat, was du auf dem Leib trägst. Oder frag' den Bauern in Südamerika, wieviel von den paar Cent, die du für die Import- und Luxusware Kaffee bezahlt hast, tatsächlich bei ihm hängen bleibt. Daß die Ware gegenüber dem Brimborium, das darum veranstaltet werden muß, kaum einen Wert hat, ist doch nichts Neues?

Ware ist nur dann teuer (sprich: hat einen in Geld meßbaren Wert), wenn Nachfrage danach besteht. In einer Welt wie der unseren, in der praktisch jede Ware immer und unbegrenzt zur Verfügung steht und stehen soll, ein echter Bedarf also gar nicht erst entstehen kann, muß die Nachfrage künstlich kreiert werden. Das tut "der Handel". Und dafür mußt du ihn bezahlen. Das ist intern in den Verlagen ja auch nicht anders. Die reinen Druckkosten machen in der Kalkulation eines Verlags meines Wissens einen verschwindend kleinen Bruchteil aus. Der überwiegende Teil des Gelds geht in das Bemühen, den Titel sichtbar und verfügbar zu machen, es also in irgendeiner Form "zum Kunden zu bringen".
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

Jenselina
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Re:

von Jenselina (05.10.2012, 23:44)
Ja, das ist richtig. Aber was tut der Handel um Dein Buch aktiv zu vermarkten? Gibt er sich dabei besondere Mühe? Oder hält er es einfach nur verfügbar und wickelt bei Bestellung den Versand ab?

Ich vermute er tut nix und wartet ab bis Du ihm einen Kunden an Land ziehst.

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Petra Wolff
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Re: Amazon und Google sind gemein

von Petra Wolff (05.10.2012, 23:56)
Jenselina hat geschrieben:
Und nun kommt der Hit! Amazon bietet den Leuten an eine DHL Packstation als Lieferanschrift anzugeben. Natürlich kann ich Büchersendungen nicht an so eine Packstation senden, da sie der Postbote dort nicht einwerfen kann. Ich müsste daher 4,10 € in ein DHL-Päckchen investieren.


Das stimmt nicht. Man kann Büchersendungen auch an Packstationen versenden. Habe ich schon mehrfach getan und habe auch Büchersendungen über die Packstation empfangen, nicht nur von amazon, sondern von Privatleuten.
Mein Blog: petrawolff.blog

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (06.10.2012, 00:09)
Hallo,

also, was tut der Handel für mich und mein Buch:
- der wichtigste Punkt "der Handel" beschäftigt Mitarbeiter, die alle nötigen Handgriffe erledigen, um mein Buch an den Leser zu bringen, wenn es bestellt wird
- und dann gibt es da auch noch Mitarbeiter, die dafür Sorge trage, dass die Rechnung für das Buch bezahlt wird und ich meine Marge erhalten kann
- der Handel bietet eine geeignete Räumlichkeiten für mein Buch und für die beteiligten Mitarbeiter (Strom, Wasser, Wärme usw. inklusive)
- nicht zu vergessen, auch in den Räumlichkeiten sorgen weitere Mitarbeiter für mein Buch, damit es nicht vollkommen verstaubt, wenn es eingelagert wird
- er übernimmt für mich den Versandweg, Kosten für Fahrzeuge, Sprit und Portokosten habe ich als Autor für den Handel noch nicht übernehmen müssen

(...)

Ich finde das ist schon einiges, was "der Handel" für mich tut.
Ich bin zufrieden.

Viele Grüße
Cornelia

Jenselina
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Re: Amazon und Google sind gemein

von Jenselina (06.10.2012, 00:43)
Petra Wolff hat geschrieben:

Das stimmt nicht. Man kann Büchersendungen auch an Packstationen versenden. Habe ich schon mehrfach getan und habe auch Büchersendungen über die Packstation empfangen, nicht nur von amazon, sondern von Privatleuten.


Meine kamen zurück mit dem Vermerk unzustellbar.

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Perchta
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Re:

von Perchta (06.10.2012, 03:21)
Jenselina hat geschrieben:
Aber was tut der Handel um Dein Buch aktiv zu vermarkten? Gibt er sich dabei besondere Mühe? Oder hält er es einfach nur verfügbar und wickelt bei Bestellung den Versand ab?


Aber das wußten wir doch alle vorher, Jens, daß es so sein würde. Hinter uns steht nun mal kein Verlag, der sich darum (um das "Sichtbarmachen") kümmert. Da stehen nur wir. Daß ich jedes Verständnis habe für Leute, die genau diesen Part der Aufgabe nicht schaffen, brauche ich wohl nicht nochmal zu sagen. Ich habe längst aufgegeben.

Und wie Cornelia schon sagt: das "Verfügbarmachen" ist schon genügend Aufwand. Selbst wenn es dein Buch nur zufällig mit erfaßt. (Ich fahre in anderthalb Stunden los und schiebe heute freiwillige Sonderschicht in der Firma. Computerupdate mit 1001 kleinen Neuerungen, die getestet und auf Fehler untersucht werden wollen.)

Was deine konkreten Probleme betrifft: Amazons Sonderstellung und schiere Marktmacht trifft den restlichen Buchhandel ganz genauso wie dich als einzelnen. Also wenn's dich tröstet: du befindest dich deutschlandweit in Gesellschaft.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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MichaelHA
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Wohnort: Köln

...

von MichaelHA (06.10.2012, 04:23)
Perchta hat geschrieben:
Amazons Sonderstellung und schiere Marktmacht trifft den restlichen Buchhandel ganz genauso wie dich als einzelnen.


Amazon hat übrigens nicht gleich Gewinn gemacht, sondern jahrelang Verluste gemacht - bei einem Online-Projekt bedarf es eben des langen Atems - seit einigen Jahren jedoch ist Amazon rentabel und erdrückt den stationären Buchhandel seither mit seiner Marktmacht.

Beste Grüße

MichaelHA

holz
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Registriert: 29.11.2011, 09:20

Re:

von holz (06.10.2012, 11:04)
Kalkuliere mal, ob "Versand durch Amazon" eine Alternative wäre (falls sich der Titel gut verkauft).

http://services.amazon.de/programme/ver ... teile.html

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