Anima

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Haifischfrau
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Deutschlehrer als Buchbeurteiler und -lektoren

von Haifischfrau (05.11.2012, 16:17)
Immer wieder lese ich, dass Deutschlehrer gute oder gar ideale Korrektoren oder Lektoren wären. Das ist, wenn überhaupt, nur bedingt der Fall. Z.B. wenn es um Orthographie, Zeichensetzung und Grammatik geht.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Perchta
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Re:

von Perchta (05.11.2012, 18:05)
Hallo, Anima.

Nachdem ich jetzt auf Amazon ein wenig in dein Buch reingelesen habe, möchte ich ebenfalls noch schnell meinen Senf dazu abgeben. Auch wenn ich nicht mehr sagen kann, als was meine Vorredner schon versucht haben, dir deutlich zu machen.

Mein Eindruck beim Lesen war, daß das in der Tat ein Buch ist, das du in erster Linie für dich selbst geschrieben hast. Und was das angeht, da können wir uns die Hand geben; so geht's mir nämlich auch (auch wenn meines thematisch völlig anders gelagert und sehr viel weniger persönlich ist).

Wenn man nur für sich schreibt (ohne Hintergedanken an spätere Leser), ergeben sich notgedrungen Probleme: Du springst oft schneller von einem Gedanken zum nächsten, als ein mit dem Thema nicht vertrauter Leser (oder zumindest ich ^_^) dir folgen kann (Hirninfarkt - Herzinfarkt - Flugzeuglärm), und manchmal erwähnst du Dinge, bei denen sich mir der Zusammenhang nicht erschließt (z.B.: der Arzt, der dick war, das aber durch Charme überspielte - äh. Ja. Und? Warum ist das wichtig? Ist es nicht völlig gleichgültig, wer die Untersuchung durchführt und wie er aussieht, ist nicht viel interessanter, wie genau sie abläuft und, vor allem, was das Ergebnis ist?) Für dich ist es sicher ganz logisch, das so der Reihe nach aufzuschreiben; es ist dir im Gedächtnis geblieben, also war es dir offenbar in diesem Moment wichtig. Für einen Unbeteiligten liest es sich dagegen wirr und ungeordnet.

Das soll das Buch, in das du soviel Zeit und Energie investiert hast, nicht herabsetzen, nur aufzeigen, wo unweigerlich Probleme entstehen werden. Denn ein Buch, das für die Öffentlichkeit gedacht ist (und nach Möglichkeiten, dein Buch der Öffentlichkeit vorzustellen, hattest du in deinem Eingangspost ja gefragt), entsteht tatsächlich, wie Matthias und alle anderen Vorredner schon erklärt haben, normalerweise mit einer mehr oder minder genau umrissenen Vorstellung davon, wer das Buch später mal lesen wollen könnte.

Wie gesagt, so etwas hatte ich auch nicht, und so lieb mir mein Buch ist und so wenig ich es missen möchte, habe ich mich inzwischen doch von der Idee verabschiedet, es könnte tatsächlich für eine breitere Öffentlichkeit interessant sein. Das ist eben der Preis dafür, daß ich ein Buch "nur für mich" gemacht habe.

In der Praxis muß man, denke ich, sofern man tatsächlich eine Öffentlichkeit erreichen will, einen Kompromiß finden zwischen einer zielgruppengerechten, verkaufstauglichen Aufarbeitung des Themas und den persönlichen Beweggründen, deretwegen man die Arbeit überhaupt in Angriff nimmt. Insofern würde ich dir, auch wenn es für dich vielleicht im Moment wie Anfeindung klingt, raten, auf das zu hören, was Matthias, Isa, chiquitita und Haifischfrau dir schon an Vorschlägen gemacht haben. Diese Ratschläge sind mit Sicherheit nicht böse gemeint.

Liebe Grüße
Petra
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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anima19
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Anima

von anima19 (06.11.2012, 00:40)
Hallo , lieber Mathias ,
es gibt Leute , die ich früher schon im Lehrerkollegium nicht ausstehen konnte, Leute, die alles besser wissen. Wenn du jetzt ein sehr berühmter Schriftsteller wärst, dann würde ich sicher deinen Worten lauschen , aber meine eigene Meinung haben und dann müsste es noch so sein, dass deine Worte auch mein Interesse wecken. So lerne doch erst Mal andere zu verstehen , bevor du alles, was du siehst, ein wenig durch " deine Meinung meinst zu verschönern." So stelle ich mir Toleranz vor, aber das ist manchmal eben nicht zu erwarten.
Für heute liebe Grüße und alles Gute! :wink:

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Isautor
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Re:

von Isautor (06.11.2012, 01:01)
Bin fassungslos zu später Stunde und warte darauf, dass die Verteidiger der Frechheit sich wieder aus den Löchern wagen ...

Welche Qualifikation muss den jemand aufweisen, dass die Dame einen Rat annehmen würde? Als völlige Neuautorin würde ein wenig mehr Zurückhaltung angemessen sein.
Hier sind Leute, die dir wertvolle Tipps gegeben haben. Aber das wird immer weniger "in".

Ich denke, dass sich dein Buch so nicht verkaufen wird. Du hast die falsche Einstellung.

Jetzt war ich so höflich, wie es mir unter den Umständen noch möglich war.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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MichaelHA
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...

von MichaelHA (06.11.2012, 01:42)
Isautor hat geschrieben:
...dass die Verteidiger der Frechheit sich wieder aus den Löchern wagen ...


Ich sehe hier niemanden, auf den das zutrifft.

Beste Grüße

MichaelHA

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.11.2012, 08:08)
Hallo Isautor,

Isautor hat geschrieben:
Bin fassungslos zu später Stunde und warte darauf, dass die Verteidiger der Frechheit sich wieder aus den Löchern wagen ...


Und ich bin fassungslos, dass du fassungslos bist cheezygrin

90 Prozent der sich hier neu anmeldenden Autorinnen und Autoren wollen einfach nur ihre Werbung abkippen, sind aber an Diskussionen über ihre Bücher und Ideen in keiner Weise interessiert.

Ich denke, dass sich dein Buch so nicht verkaufen wird. Du hast die falsche Einstellung.


Unfug, die Menschheit ist einfach nur zu dumm, um die Genialität dieser Autorin erkennen und würdigen zu können. Das haben wir hier doch inzwischen oft genug lesen dürfen, dass es einfach nur die Ignoranz und geistige Unfähigkeit von Lektoren, Verlegern, Literaturagenten, Rezensenten und Lesern ist, die diesen Autorinnen und Autoren die Anerkennung verwehrt :twisted:

Beste Grüße

Heinz

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mtg
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Re: Anima

von mtg (06.11.2012, 08:55)
Liebe Amina,

Leute wie Du sind in jeder Gemeinschaft überflüssig, weil sie nichts beitragen, sondern nur ihre Duftmarke hinterlassen wollen. Dann mach' doch was Du willst und spiele nicht die Hilfesuchende. Ist Dir vielleicht mal aufgefallen, dass im früheren Lehrerkollegium mehr Leute Dich nicht ausstehen konnten als andersherum? Oder hatte schon dort die Selbstherrlichkeit gesiegt?

Was ist an Dir zu »verstehen«, wenn Du eh' keine Hilfe annimmst, weil Du sie nicht annehmen willst! Wenn Du Fragen nicht formulieren kannst, aber Dir genehme Antworten erwartest? Und warum wundert es mich nicht, dass Du exakt so reagierst, wie man es von Lehrern in schlechten Wittzen erwartet: Lehrerhaft ... und beratungsresistent. Toleranz ist keine Einbahnstraße. Aber das gilt natürlich nicht für Dich, denn Du darfst Dir solchen Blödsinn wie »In diesem Sinne danke ich allen, die was Gutes fanden, alle anderen werde ich nicht danken.« herausnehmen, weil wir - Deine Schüler - dankbar sein müssen, dass wir Dir zuhören dürfen, gell? Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung ...

Im Übrigen: Ich bin sicherlich nicht berühmt - aber ich maße mir an, bei Buchveröfffentlichungen wesentlich mehr Erfahrung zu haben als Du. Die haben hier übrigens die meisten ...

Ich wünsche Dir ein weiterhin schönes Leben in der mentalen Selbstbefriedigung!

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mtg
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Re:

von mtg (06.11.2012, 09:50)
Liebe Isabell,

ich habe gerade mal in Dein »Kopfkino« hineingeschaut und mich auf Seite 81 köstlich amüsiert. Da heißt es:

»Vielleicht war Dr. Geheim verheiratet, aber unglücklich - oder sogar homosexuell.
Einerseits eine schlimme Vorstellung in meinen Augen, aber in der Politik und in der Kunst haben wir auch viele Homosexuelle und auch Lesben. Es gibt keinen Grund, sie zu verurteilen, man darf sie nicht diskriminieren. Warum auch, sie sind oft erfolgreich, und nur weil sie eine andere Sexualität leben, kann man sie nicht ablehnen.
«

Ja - so stellt sich Klein-Isabell vom Lande die Welt vor! Homosexuelle und auch Lesben ... aha. Sind Lesben nicht homosexuell? Ach nein, sie sind Frauen - das ist etwas anderes. Und Homosexuelle kommen nur in der Politik und der Kunst vor? Nein, meine Liebe - es gibt sie überall. Und sie sind nicht erfolgreich, weil sie homosexuell sind, sondern weil sie gut sind. Das gilt übrigens auch für heterosexuelle Menschen. Warum wundert es mich nur, dass Du das nicht weißt ...

Übrigens heißt »Diskriminierung« grundsätzlich nichts anderes als »Unterscheidung« (lat. discriminare: »trennen, unterscheiden, eine Unterscheidung treffen«). Und in der Herausarbeitung der Unterschiede liegt bereits die Diskriminierung. Aber das nur am Rande ...

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (06.11.2012, 10:09)
no comment anymore ...
Ihr Kritiker, kapiert doch langsam, dass Ihr die nächste Literatur-Nobelpreisträgerin vor Euch habt. smart2

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Isautor
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Re:

von Isautor (06.11.2012, 17:28)
@Hawepe: Ich hoffe, dass du meine Fassungslosigkeit jetzt besser verstehst. cheezygrin

Also der Doktor ist vielleicht verheiratet, aber unglücklich (schlimm!) oder sogar homosexuell (noch schlimmer!!).
Kommt wie eine Steigerung rüber.
@mtg: deine Worte sind zwar treffend, aber noch zu harmlos für das, was ich diesem Zitat sehe. Ich lese das gleich mal meiner Mitautorin hier vor, wenn sie mit telefonieren aufhört.
Ich kann mir vorstellen, dass schon tröstende PNs an Anima unterwegs waren, weil wir Bösen mal wieder kritisch-beratend tätig wurden. Sollte das der Fall sein, haben wir hier ein schönes Beispiel, wie man sich doch irren kann in seiner Nachgiebigkeit.

Wenn du, Anima, das Migrantenthema mit einer ähnlichen Einstellung angegangen bist, dann weiß ich jetzt, warum deine Freundinnen nur verhalten applaudiert haben.
Man fühl sich, ehrlich gesagt, peinlich berührt von so einer Einstellung, die den Unterton hat: "Eigentlich wissen wir alle, dass es untragbar ist, aber in meiner Aufgeschlosseheit akzeptiere ich derlei Unnatur und schließlich kann man sogar als Homosexueller noch was werden."

Auaaaah! Das tut richtig, richtig weh.

Ich kann mich an einen Bekannten erinnern, der mir einmal sagte, er habe letztens auf einer Party einen Homosexuellen gesehen. Einen Mann, eindeutig schwul! Und ... (jetzt kommts), der sah ganz normal aus! Also fast wie er selbst!
Mein Bekannter hielt sich mit seiner Firma damals für den Nabel der Welt, wohnte aber in einem kleinen Ort. Trotzdem brauchte ich eine Weile um zu kapieren, dass er tatsächlich glaubte, ein Homosexueller müsste sich vollkommen von andere Menschen unterscheiden, das müsste man dem sofort ansehen. Außerdem war er der Ansicht, dass es kaum Homosexuelle gäbe. Ich widersprach und zählte schon mal die homosexuellen Männer in meinem Bekanntenkreis auf. Da lachte er und meinte, das sei doch Unsinn.
Kann man sich als normaler Menschn nicht vorstellen, weil es mittelalterlich anmutet, dass er so was glaubte, aber dieses Zitat hier von Matthias zeigt mir, dass es eigentlich noch viel schlimmer ist.
Seid gegrüßt,



Isautor



Eines Tages ich Profi sein.
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