8 Wochen Wartezeit sind inakzeptabel!

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Ruth
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8 Wochen Wartezeit sind inakzeptabel!

von Ruth (24.05.2007, 10:58)
Eine Bekannte der Familie aus Hessen ging letzte Woche in ihre Buchhandlung vor Ort. Dort beriet man sie sehr gut und druckte ihr sogar alles zu meinem Buch aus. Aber als sie dann erfuhr, dass sie das Buch erst in 8 Wochen erhält, war das schon ein Schock für sie.

Warum dauert das so lange mit dem Druck? BoD verspricht doch immer, schnell und problem liefern zu können? Selbst bei Amazon bekommt man es innerhalb von 1 - 3 Wochen, und der Buchhandel kann die Bücher doch in der Regel viel schneller geliefert bekommen.

Wem geht es noch so mit seinem Buch?

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (25.05.2007, 08:35)
Hallo Ruth,

acht Wochen wären wirklich viel zu lange. Hast du schon einmal bei BoD angerufen? Vielleicht kann man ja nachvollziehen, wann die betreffende Buchhandlung überhaupt bestellt.

hwg
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Re:

von hwg (25.05.2007, 11:45)
Buchhandlungen machen meistens Sammelbestellungen - die Portokosten für lediglich einen Band werden als viel zu hoch angesehen und können wegen der Buchpreisbindung auch nicht dem Käufer weiterverrechnet werden (außer der Kunde ist damit vorher ausdrücklich einverstanden).

Und wenn beim Grossisten das Buch nicht auf Lager ist (bei BoD ohnehin nicht der Fall), dauert es eben länger. Das ist ja auch mit ein Grund, weshalb Kleinverlage und Eigenverleger es beim üblichen Sortimenter so schwer haben.

Die an sich tatsächlich sehr lange Wartezeit bei BoD dürfte auf Überlastung zurückzuführen sein (kein Wunder, bei der Vielzahl von Autoren und deren Werken). Ich sage mir aber ganz trivial: Geduld bringt Rosen :D !

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (27.05.2007, 19:49)
Hallo hwg,

ich muss mal ganz naiv fragen - die Buchhandlung muss das Porto für bestellte Bücher zahlen?

dbs

Re:

von dbs (27.05.2007, 22:50)
Susanne Henke hat geschrieben:
Hallo hwg,

ich muss mal ganz naiv fragen - die Buchhandlung muss das Porto für bestellte Bücher zahlen?


Im Normalfall nicht.

Bestellungen des Buchhandels werden in der Regel über Grossisten abgewickelt, z.B. über Libir oder KNV. Hier gibt es so genannte "Bücherwagen", d.h. die Bücher werden wie durch eine Spediteur zum Händler geliefert.

Wenn tatsächlich eine Direktbestellung bei einem Verlag notwendig sein sollte (etwa weil der Verlag keinem Grossisten angeschlossen ist), dann ist Porto und Verpackung kostenmäßig beim Verlag aufgehängt. Anders sieht es aus, wenn die Buchbestellung direkt an den Kunden geht. Hier kann (muss aber nicht) der Kunde mit den Porto- und Verpackungskosten belegt werden.

Das eigentliche Problem liegt in der Preiskalkulation des Verlages, wenn man den Buchhandel berücksichtigen muss. Allgemein muss nämlich ein Anteil von 40 bis 45 Prozent des Ladenpreises an den Buchhandel abgetreten werden. Kommen dann noch Porto und Versand dazu, darf das Buch nicht mehr als 35 % des Laden-VK kosten oder der Verkaufspreis muss entsprechend hoch angesetzt werden, was Nachteile bei der Verkaufbarkeit mit sich bringt.

Rechnen wir mal (MWSt außen vor):

Laden-Vk = 10 Euro
abzgl 40% für Buchhandel = 4 Euro
abzgl Porto und Versand* = 1 Euro
* Büchersendung, Format C5, 300 gr = 0,85 Euro Porto plus Versandtasche
6 % Autorentantieme = 0,60 Euro

bleiben 4,40 Euro für den Verlag

Das ist für den Verlag schon verflucht eng.

Grüße
Siegfried

hwg
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Re:

von hwg (28.05.2007, 08:08)
Grossisten verrechnen kein Porto (außer bei dringenden Einzellieferungen), Verlage bei Direktbestellung schon.
Das sagt jedenfalls der Pressesprecher des Buchhandelverbandes (ob das nur in Österreich so ist?).

Deshalb hört man von manchen Buchhändlern auch gerne:
"Gibt es nicht" :lol: . Ist mir auch schon passiert, allerdings
nur in "Riesenhandlungen", wo es meistens keine ausgebildeten
Buchhändler ,sondern bloß "einfache" Verkäufer gibt.

Einmal ist mir in einer "akademischen" Buchhandlung folgendes
passiert. Ich verlangte nach einem etwas ausgefallenen Band,
wusste aber, dass er nicht vergriffen ist. Der eingebildete Schnösel
hinter dem Pult wollte mich mit "Gibt es nicht" abfertigen, doch
ich hatte gewusst, auf welcher Seite des Grossistenkataloges
das Buch verzeichnet war.

Damals lief die Bestellung noch nicht über Computer sondern per Handzettel. Ich sah den Katalog im Geschäft liegen, sagte dem arroganten Burschen, er solle ihn mir geben, schlug die entsprechende Stelle auf - und seitdem bekam ich jedes gewünschte Buch sofort. Den oben angeführten Verkäufer, wie ich erfuhr, ein Student der Germanistik, sah ich im Geschäft allerdings nicht mehr... :lol: (Ich habe ihn jedoch nicht verpetzt!).

franziska rechperg
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Re:

von franziska rechperg (29.05.2007, 15:55)
Hallo Ruth,
Sie haben Recht. 8 Wochen ist eine nicht akzeptable Zeit. Von einigen Bekannten weiß ich, dass sie mein Buch in der Buchhandlung bestellt haben und im Schnitt ca. 1 1/2 Wochen warten mussten. Ich war selber am meisten überrascht. Also kann es in diesem Fall wirklich nur an der betreffenden Buchhandlung gelegen haben, die vielleicht tatsächlich einige Bücher zusammenkommen lässt, um dann eine Sammelbestellung zu machen. Bei Amazon z.B. direkt bestellen geht sicher schneller!
Gruß
Franziska Rechperg
www.franziskas-buchwelt.de

hwg
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Re:

von hwg (29.05.2007, 16:11)
Auch ich habe schon bei Amazon bestellt, allerdings nur im Buchhandel momentan nicht greifbare oder vom Verlag nicht mehr lieferbare Exemplare.

Ansonsten kaufe ich nur beim Buchhändler, auch wenn ich auf die von ihm bestellten Exemplare etwas länger warten muss. Es gibt - jedenfalls in unserer Region - ohnehin viel zu wenig Buchhändler, da muss man die noch verbliebenen - auch als Autor - doch unterstützen.

Beim Buchpreis macht es ja keinen Unterschied und man vermeidet zudem das Risiko einer beschädigten Postsendung, deren Reklamation meistens eher umständlich ist.

AndréLinke
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Re:

von AndréLinke (07.06.2007, 09:25)
Ich hab letztens n Buch eines Bekannten direkt bei bod.de bestellt, weil ich zu spät erfahren hab, dass es bei libri ohne Versandkosten wäre, und Amazon das Buch nicht direkt anbietet. 5 EURO VERSANDKOSTEN - HALLO?! :-( Ist ja fast genauso schlimm wie 8 Wochen warten - verschreckt jedenfalls auch gerne n Interessenten...

hwg
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Re:

von hwg (07.06.2007, 10:54)
Bei derart hohen Versandkosten, noch dazu bei einem Buch um etwa 10 - 15 Euro, lassen auch mich vor Bestellungen direkt bei Kleinverlagen zurückschrecken. Da muss das Werk schon sehr interessant für mich und über den Buchhandel vor Ort nicht zu bekommen sein.

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (07.06.2007, 11:21)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Bei derart hohen Versandkosten, noch dazu bei einem Buch um etwa 10 - 15 Euro ...

Der BoD-Buchshop ist meiner Meinung nach - genau wie die BoD-Fun-Linie - eine direkte Reaktion auf lulu.com. Die Versandkosten sind etwas günstiger als bei lulu, und darum geht es letztendlich.
Gruß
Chris

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Tino
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Verlegererfahrung

von Tino (22.06.2007, 17:30)
Ich bin Verleger eines Books on Demand Verlages (Engelsdorfer Verlag).
Wir handhaben das so: Von jedem Titel unseres Verlages, haben wir wenigstens zehn bis zwanzig vorrätig. Daher werden Einzelbestellungen grundsätzlich am Tag der Bestellung, spätestens am nächsten verschickt. Natürlich entstehen durch die Lagerhaltung Kosten, die manch Books on Demand Verlag umgehen will.


http://www.engelsdorfer-verlag.de

danysahne

Re:

von danysahne (24.07.2007, 11:35)
AndréLinke hat geschrieben:
Ich hab letztens n Buch eines Bekannten direkt bei bod.de bestellt, weil ich zu spät erfahren hab, dass es bei libri ohne Versandkosten wäre, und Amazon das Buch nicht direkt anbietet. 5 EURO VERSANDKOSTEN - HALLO?! :-( Ist ja fast genauso schlimm wie 8 Wochen warten - verschreckt jedenfalls auch gerne n Interessenten...


Ja, das ist schon ganz schön dreist. Aber da hat der Kunde ja noch Glück!
Ich habe für mein Buch 6,42 € Versandkosten gezahlt. Das ist mehr als die Hälfte (!!! ) meines Buchpreises. Und ehrlich gesagt: Bei anderen Unternehmen ist die Verpackung auch nicht anders. Hatte ja wenigstens nen Kuss vom Postboten (welcher natürlich hätte sexy sein müssen) erwartet bei dem Preis!

hwg
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Re:

von hwg (24.07.2007, 11:37)
Bei derartig hohen Versandkosten streiken oft selbst unterstützungsfreudige Leser.

Jakob W.
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Registriert: 13.04.2007, 15:58

Re:

von Jakob W. (24.07.2007, 12:14)
Ich fand es recht erstaunlich bei meiner zweiten Auflage. Da sie nun auf dem Markt ist, und viel kürzer als die erste Auflage brauchte, bekam ich die Bestellung von www.buch.de, innerhalb von drei Tagen der Ankündigung des Buches im Internet. Und meine zwei bestellten Exemplare bei BoD selbst, wurden noch nicht einmal verschickt. Dreist.



Lieben Gruss,
Jakob
Beste Grüße
******
Jakob
******
www.buch.de , www.amazon.de

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