Mindestalter 18 Jahre?

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Cerander
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Mindestalter 18 Jahre?

von Cerander (16.12.2012, 18:26)
Heyho liebe Gemeinde,

endlich bin auch ich mit einem Roman fertig.
Zuallererst möchte ich sagen, dass die Erfahrungsberichte und sonstige Beiträge mir sehr geholfen haben. Dafür bedanke ich mich. Ihr wisst wohl alle, dass es nicht einfach ist, einen Roman niederzuschreiben. Vor allem, wenn es der Erste ist. Viel schwieriger ist jedoch, einen Verlag zu finden. Aber sei´s drum, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Ich habe also, etwas schüchtern, (nur) einen Verlag angeschrieben. Nun kam die Antwort der netten Dame, die da meinte:
danke für Ihre freundliche Anfrage. Um in unserem Hause zu veröffentlichen, müssten Sie volljährig sein.
Mit freundlichen Grüßen


Dies macht mich etwas Stuzig, denn ich war der festen Überzeugung, dass etwaige Autoren nicht 18 sein müssen. Nach einiger Recherche habe ich dann etwas von Pseudoverlägen gehört, die alles publizieren, aber nur, um den Autoren schwindelerregende Höhen von Rechnungen zukommen zu lassen. Natürlich sind dies wohl Spekulationen, und daher wollte ich wissen, ob es diese Art Verlag wirklich gibt und warum/(ob) ich wirklich volljährig sein muss. (Da das bei diesem Verlag wohl nichts wird dozey: , schaue ich wahrscheinlich bei Epubli oder BoD vorbei)

Also,

Ich freue mich natürlich über jede hilfreiche Antwort

Gruß
Zuletzt geändert von Cerander am 20.06.2013, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (16.12.2012, 22:11)
Man muss nicht unbedingt volljährig sein, um bei Verlagen veröffentlichen zu können. (Der Mangaverlag, für den ich als freier Mitarbeiter tätig bin, hatte auch einige Autoren unter Vertrag, die damals noch nicht volljährig waren. Allerdings ist es eben auch ein richtiger Verlag, der kein Geld von seinen Künstlern verlangt, sondern zahlt.)

Bei Druckkostenzuschussverlagen allerdings ist es meiner Meinung nach durchaus denkbar, dass man sich deswegen auf voll geschäftsfähige Personen beschränkt, weil die Summen, die man von den Leuten verlangt, über die üblichen Grenzen des Taschengeldparagrafen hinausgehen und man sie daher von Minderjährigen sowieso nie einfordern könnte.

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Siegfried
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Re: Mindestalter 18 Jahre?

von Siegfried (16.12.2012, 22:15)
Cerander hat geschrieben:
Dies macht mich etwas Stuzig, denn ich war der festen Überzeugung, dass etwaige Autoren nicht 18 sein müssen. Nach einiger Recherche habe ich dann etwas von Pseudoverlägen gehört, die alles publizieren, aber nur, um den Autoren schwindelerregende Höhen von Rechnungen zukommen zu lassen. Natürlich sind dies wohl Spekulationen, und daher wollte ich wissen, ob es diese Art Verlag wirklich gibt und warum/(ob) ich wirklich volljährig sein muss. (Da das bei diesem Verlag wohl nichts wird dozey: , schaue ich wahrscheinlich bei Epubli oder BoD vorbei)


Der Verlag hat insofern recht, dass er sich auf keinen Vertrag mit dir einlässt, weil du laut Gesetz (BGB) nur beschränkt geschäftsfähig bist. Das bedeutet, dass der Gesetzgeber meint, du könntest bestimmte Geschäfte aufgrund deiner Lebenserfahrung nicht korrekt einschätzen. Deshalb wird bei beschränkt Geschäftsfähigen (7 bis 17 Jahre) immer der "Taschengeld"-Begriff gezogen: Im Rahmen des altersüblichen Taschengeldes kannst du Geschäfte tätigen, große Geschäft hingegen nicht.

Bei einem Buch können gewisse Folgen enstehen, etwa Veröffentlichung im Ausland, Abdruck in Zeitungen, dein Buch als Club- oder Sonderausgabe, evtl. sogar Verkauf der Filmrechte (da geht es dann plötzlich um fünf- oder sechsstellige Summen).

Und ja, solche Druckkostenzuschussverlage gibt es wirklich. Da kostet eine Veröffentlichung mals eben so 6.000 bis 20.000 Euro.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (16.12.2012, 22:26)
Rechtsgeschäfte, die mit beschränkt Geschäftsfähigen abgeschlossen werden, sind schwebend unwirksam bis die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters vorliegt. Das bedeutet, dass mit Einwilligung der Eltern ein Autoren- oder Buchvertrag abgeschlossen werden kann. Das kann also nicht der Grund dafür sein, dass ein Verlag keine minderjährigen Autoren möchte. Es werden auf diese Weise z.B. auch Arbeits-/Ausbildungsverträge mit 15-Jährigen abgeschlossen. Auch größere Bankgeschäfte oder Versicherungsverträge sind auf diese Weise möglich. Das hat den Vorteil, dass am 18. Geburtstag nicht alles umgeschrieben werden muss.
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SandraR
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Re:

von SandraR (17.12.2012, 06:54)
Ein Verlag muss auf Grund deines Alters, nicht dir den Vertrag zukommen lassen, sondern deinen Eltern. Dh. anstelle deiner Person, verlangt man einfach eine Zweitunterschrift des gesetzlichen Vertreters, also Mama oder Papa.
Hier kommt aber das erste Problem für solche Verträge, was tun wenn Mama ja sagt, aber der geschiedene Papa der ebenfalls eine Erziehungsberechtigung hat "nein"!. Im Zweifelsfalle könnte man sich also eine Menge ärger einhandeln, auf den gerade Kleinverlage keine Lust haben. Dies kann, muss aber nicht, ein Grund sein, weshalb ein Verlag auf Grund deines Alters absagt.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (17.12.2012, 08:51)
Es soll gelegentlich auch bei verheirateten Paaren vorkommen, dass der eine Elternteil "ja" sagt und der andere "nein". zwinker:: Wenn man sich nach der Scheidung das Sorgerecht teilt, muss man sich vor der Unterschrift ebenso absprechen wie verheiratete Paare. Bei Dauerkriegslage hat aber meistens nur einer das Sorgerecht.

Mit fiel ein anderer Punkt ein: Wenn ein Schüler einen Vertrag mit einem Verlag abschließt, dann handelt es sich doch eigentlich um eine Berufstätigkeit, oder? Da müssten auch die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes eingehalten werden.
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hawepe
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Re: Mindestalter 18 Jahre?

von hawepe (17.12.2012, 09:30)
Hallo Normann,

Cerander hat geschrieben:
Dies macht mich etwas Stuzig, denn ich war der festen Überzeugung, dass etwaige Autoren nicht 18 sein müssen.


Das musst du als Autor auch nicht, aber hier geht es nicht ums Schreiben, sondern ums Veröffentlichen.

Wie Siegfried und Monika schon schrieben, darf der Verlag mit dir gar keinen Vertrag abschließen. Das dürften nur deine Eltern. Hinzu kommt aber auch noch, dass du erst mit 18 strafmündig wirst. Wenn du z.B. von anderen Autoren abgeschrieben hättest, würdest du zwar trotzdem Ärger bekommen, die möglichen finanziellen Folgen müsste aber der Verlag ausbaden.

Wenn es kein DKZV ist, würde ich davon ausgehen, dass man deine Einsendung gar nicht erst genauer geprüft, sondern gleich abschlägig beantwortet hat. Leider haben zu viele Verlage schlechte Erfahrungen mit minderjährigen Autoren und ihren Eltern gemacht.

Beste Grüße

Heinz

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Cerander
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Re:

von Cerander (17.12.2012, 18:27)
Gut, vielen Dank für die schnellen, zahl- und hilfreichen Antworten.
Um es zusammenzufassen; Es ist möglich, einen Verlag zur Publizierung zu finden, der auch Skripte von Minderjährigen annimmt. Das freut mich schon mal. Natürlich wird es mir nicht vergönnt sein, vier- oder fünfstellige Beträge zu bezahlen, was mit meinen 14 Jahren nachvollziehbar sein sollte. Die Einwilligung meiner gesetzlichen Vormunde besteht, kein Zweifel. Wie sieht das mit den Druckkostenzuschüssen aus? Siegfried´s Wort
Druckkostenzuschussverlage

kann ich entnehmen, dass eben nicht alle Verlage solche Zuschüsse verlangen, also gibt es durchaus die Möglichkeit, mein Buch kostenfrei zu veröffentlichen. Angenommen, ich wähle Epubli oder BoD (meines Wissens nach werden hier nur so viele Exemplare gedruckt, wie bestellt werden), dann müsste ich kostenfrei (für mich) veröffentlichen dürfen, oder?
Die Frage nach der Einwilligung der Eltern sei abgehakt, wir gehen davon aus, dass jede Unterschrift bereitgestellt wird.

Gruß

Normann

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MW
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Re:

von MW (17.12.2012, 19:12)
Mal ganz kurz erklärt:

Mit 14 kannst du einen Verlagsvertrag zwar unterschreiben, rechtsgültig wird dieser aber erst mit Zustimmung deiner Eltern. Hier stecken viele Probleme: Du bist Urheber - die Erfolgsausschüttung darfst du aber eigentlich gar nicht bekommen ... Du schreibst die Fakten nieder - für Fehler kannst du aber noch nicht ohne weiteres haften. Hier steckt der Teufel wirklich im Detail und viele Verlage (die meisten) lassen sich auf so ein Risiko nur ein, wenn sie wirklich 1.000-prozentig hinter deiner Story stehen.

Ein "normaler" Verlag glaubt also an dein Werk und investiert Zeit und Geld, um aus deinem Buch ein Erfolg zu machen (mal mit mehr und meist mit weniger Mitteln). Jedefalls übernimmt der Verlag die Kosten - und du bekommst einen (kleinen) Anteil vom Gewinn. Bei guten Verträgen kannst du zudem ein erfolgsunabhängiges Honorar bekommn.

Ein Zuschussverlag veröffentlicht im Prinzip alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, weil sie ja kein Geld mit deinem Buch verdienen (wollen); sie bekommen ihr Geld ja bereits von dir.

Ob nun BoD & Co Zuschussverlage sind wird breit diskutiert. Auf jeden Fall ist der Zuschuss mit 39 gegenüber den tausender Beträgen anderer Verlage sehr gering. Ich würde BoD eher als einen normalen Dienstleister einstufen (Oh, und bitte hier keine neue Diskussion zu diesem Thema anfangen :wink: )

Empfehlung: Suche einfach mal in diesem Forum nach den genannten Schlagworten. Da findest du hunderte Antworten, die dir weiterhelgen :?

Okay, ich hoffe, dass ich dir ein wenig weiterhelfen konnte.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (17.12.2012, 19:16)
Ich möchte noch ergänzen, dass der BoD-Classic-Vertrag mindestens 5 Jahre läuft, und 1,99 Euro Datenhaltungsgebühr pro Monat anfallen. Insgesamt kostet eine Buchveröffentlichung also mindestens 158,40 Euro.
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Cerander
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Re:

von Cerander (17.12.2012, 19:29)
Danke, MW, das konntest du.

Wie es aussieht, ist es in meinem Alter äußerst schwer, einen passenden Verlag zu finden. Aber früh Übt sich.

Ich danke euch allen, mit diesem Wissen werde ich nun eine anständige Verlagssuche starten, und mal sehen was dabei rauskommt.
Wenn noch irgendeine Frage aufkommt, stelle ich sie. Mit der Hilfe in diesem Forum bin ich sehr zufrieden thumbbup

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MW
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Re:

von MW (17.12.2012, 21:52)
Gutes Gelingen thumbbup
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