Markenzeichen auf Cover-Foto

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Monika K.
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Markenzeichen auf Cover-Foto

von Monika K. (19.12.2012, 15:10)
Mich beschäftigt seit gestern eine Frage:
Darf man für das Cover Fotos verwenden, auf denen das Markenzeichen einer Firma deutlich zu sehen ist? Oder braucht man dafür eine Erlaubnis?
Als Diskussionsgrundlage nenne ich ein paar Beispiele:

1. Foto
Eine Autobahnraststätte bei Nacht und Regen mit dem "M" von McDonalds.

2. Foto
Eine Frauenhand hält eine Handtasche, bei der das Zeichen von Louis Vuitton (oder Chanel etc.) deutlich zu erkennen ist.

3. Foto
Der Fuß eines Sportlers in Turnschuhen mit den drei Streifen von Adidas.

4. Foto (aktuelles Beispiel hier aus dem Forum)
Die Füße einer Dame in Schuhen mit roten Sohlen - dem Markenzeichen der Christian-Louboutin-Schuhe. (Und wie sieht es aus, wenn die Schuhe gar nicht echt, sondern gefälscht sind?)

Gruß, Monika
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Isautor
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Re:

von Isautor (19.12.2012, 16:07)
Spontan würde ich sagen: Nein. Ist zumindest riskant.

Beim Film überkleben wir alle Marken auf Klamotten und Gegenständen. Bei Serien sieht man die Marken auch nie.
Ich hatte ja hier größte Bedenken:

http://www.amazon.de/Beziehungsstatus-Verliebt-facebook-Juliane-Ungaenz/dp/3848226634/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1355929337&sr=1-1

Juliane scheint sich da keine Sorgen zu machen, zumal sie es auch noch im Titel hat. Auf meine zweifache Nachfrage, ob sie sich da abgesichert hätte (facebook könnte teuer werden) kam nur konstantes Schweigen. Bis zum Tag X, wo es eben auffällt.

Wenn wir drehen, halten wir uns immer an folgende Vorgabe: Ist die Marke zufällig im Bild, zum Beispiel in Form eines Supermarktregals, dann ist es egal, weil es Alltagsdinge sind, die zufällig gefilmt werden. Rückt aber eine Marke auffällig ins Bild, zum Beispiel so eine Handtasche, dann weg damit. Oder sich absichern und fragen. Das Problem beim Buchcover dürfte sein, dass es kein bewegtes Bild ist und es steht und bleibt immer so. Das ist natürlich was anderes, als huscht die Kamera über eine Milka-Schokolade.
Frag doch einfach den Markeninhaber! Hab ich auch gemacht und bekam eine sehr nette Antwort und die Erlaubnis.
Seid gegrüßt,

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Siegfried
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Re: Markenzeichen auf Cover-Foto

von Siegfried (19.12.2012, 16:54)
Monika K. hat geschrieben:
2. Foto
Eine Frauenhand hält eine Handtasche, bei der das Zeichen von Louis Vuitton (oder Chanel etc.) deutlich zu erkennen ist.


siehe Bild unten: Das Bild einer Tasche von Louis Vuitton mit erkennbarem Label, angeboten von Fotolia.com (bzw. .de)

Aus den Nutzungsbedingungen des Verkäufers:

Fotolia hat geschrieben:
Die mögliche Verwendung für den Wiederverkauf, die Vervielfältigung für Waren oder Dienste die für den Wiederverkauf bestimmt sind, insbesondere Tassen, T-Shirts, Poster, Postkarten oder andere Handelsartikel und jede der vorangegangenen Vertriebsmöglichkeiten als "Druck auf Bestellung" in jeder Auflagenhöhe, als Gegenstand oder elektronisches Format, ist ebenfalls gegeben. Ferner ist es erlaubt, das Werk im Rahmen einer Pressemitteilung, die ein Produkt oder eine Dienstleistung in den Medien bewirbt, zu verwenden, zu vervielfältigen, zu verbreiten und anzuzeigen.


Gehen wir davon aus, dass die Abbildung von Markenzeichen zu kommerziellen Zwecken nicht gestattet ist, dann wären die großen und bekannten Bildbeschaffungsquellen vermutlich sehr schnell Ziel von Abmahnungen oder Gerichtsurteilen.

Der hier vorgestellte Anbieter für Fotos existiert seit 2004 in New York City, hat mittlerweile Ableger in 22 Ländern und ist mit ca. 3 Millionen Kunden einer der größten "Microstock"-Anbietern der Welt. Kann sich so ein Anbieter halten, wenn die Verwendung von Markenzeichen verboten ist? Oder besitzt Fotolia keine entsprechende Rechtsabteilung?
Dateianhänge
Markenartikel.JPG
Zuletzt geändert von Siegfried am 19.12.2012, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Isautor
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Re:

von Isautor (19.12.2012, 17:19)
Also ich hab gerade mit einem Fotografen hin- und hergemailt, der mir berichtet hat, WIE dreist auch offizielle Stellen, das Fernsehen (oh ja, die Öffentlich Rechtlichen), ungefragt Bilder aus dem Netz ziehen und verwenden. Werden sie erwischt, dann zahlen sie. Was auch passiert ist.
Der Fotograf sagte, er habe schon in den Nachrichten seine Bilder gesehen oder sie in Form von Werbebannern auf LKWs auf der Autobahn überholt.

Amazon ist auch ein großer Kerl am Markt und kümmert sich nicht darum, ob die Coverbilder geklaut sind und bei wem die Rechte liegen. Amazon lässt sich das ankreuzen und bestätigen, dass die Rechte bei Autor liegen. Es kontrolliert aber keiner.
Schon möglich, dass Fotolia sich bestätigen lässt, dass die Rechte beim Anbieter liegen und damit sind sie raus und schieben die Schuld im Zweifelsfall auf den Bildverkäufer.

Ich selbst würde es wohl nicht riskieren. Es gibt so viele Covermöglichkeiten oder man fragt einfach mal nach.
Zuletzt geändert von Isautor am 10.04.2013, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
Seid gegrüßt,



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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.12.2012, 17:50)
Isautor hat geschrieben:
Also ich hab gerade mit einem Fotografen hin- und hergemailt, der mir berichtet hat, WIE dreist auch offizielle Stellen, das Fernsehen (oh ja, die Öffentlich Rechtlichen), ungefragt Bilder aus dem Netz ziehen und verwenden. Werden sie erwischt, dann zahlen sie. Was auch passiert ist.


Kann ich toppen ... cheezygrin
Mit unten angehängtem Bild ...

Eindeutig erkennbar: der Stern von Mercedes-Benz

Was schreibt Wikipedia zu diesem Bild?

Wikipedia hat geschrieben:
Ich, der Urheber dieses Werkes, veröffentliche es unter der folgenden Lizenz:

Diese Datei wird unter der Creative Commons CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright zur Verfügung gestellt.

Die Person, die das Werk mit diesem Dokument verbunden hat, übergibt dieses weltweit der Gemeinfreiheit, indem sie alle Urheberrechte und damit verbundenen weiteren Rechte – im Rahmen der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen – aufgibt. Das Werk kann – selbst für kommerzielle Zwecke – kopiert, modifiziert und weiterverteilt werden, ohne hierfür um Erlaubnis bitten zu müssen.
(Hervorhebung in Fett von mir)

Dies bedeutet - unter der Voraussetzung, dass wegen erkennbarer Logos in einem Bild diese nicht kommerziell genutzt werden dürfen -, dass damit eine Unzahl von Bildaufnahmen aus dem Creative Commons von Wikipedia herausfallen. Genauer gesagt: Wikipedia sorgt für den gesetzesverstoßenden Vertrieb unzulässiger Bilder bzw. sichert dem Bild von sich aus Nutzungsrechte zu, die gar nicht bestehen (klarer Fall von Täuschung?).

Wäre ich Rechtsanwalt, dann würde ich Wikipedia jetzt mit einer Flut von kostenpflichtigen Abmahnungen überziehen.

Übrigens ... wie sieht das eigentlich aus mit dem Einstellen von Bildern hier im Forum, für die keine adäquaten Nutzungsrechte vorliegen? :twisted: Droht dem Forum die Zwangsschließung?

Was ich damit ausdrücken will: In einer Welt, in der alles und jedes bis ins kleinste Detail rechtlich geregelt ist, möchte ich nicht unbedingt leben.

Warum zum Teufel darf ich kein Foto einer Straße in San Francisco als Titelbild für einen Reiseführer nutzen, nur weil bei einem Auto der Stern von Mercedes, an einer Wand ein Werbeplakat von American Airlines und hinten an der Ecke das fette, gelbe "M" von McDonald's zu sehen ist?

Es gibt Fotos von mir, wo ich einen Schal mit deutlich erkennbarem Logo von Daniel Hechter trage. Dieses Foto darf ich deshalb nicht als Bild für mein Autorenporträt benutzen?

Und wenn ich ein Foto mache von 2.000 Fans von Borussia Dortmund, die ihre Flaggen schwingen, dann darf ich das nicht nutzen, weil das da Logo der "Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA" zu sehen ist?

Ehrlich? Alle Macht den Konzernen?
Dateianhänge
375px-Mercedes_des_BP.jpg

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Isautor
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Re:

von Isautor (19.12.2012, 18:28)
Das ist leider keine Frage von Verhältnismäßigkeiten oder alle Macht den Konzernen ... man kann es versuchen und sehen, was passiert. Zum Beispiel geht Mattel steil, wenn irgendwo das Wort Barbie vorkommt. Es kommt auch den Konzern an. :wink:

Also ich werds nicht riskieren. Hier im Forum könnte man natürlich auch Ärger bekommen und ein Konkurrenzforum zu meinem wurde letzte Woche dicht gemacht, weil dort Fotos von Twilight-Motiven u.a. gezeigt wurden. In einem anderen Forum, in dem ich bin, gabs ne Abmahnung, 700 Euro. Muss jeder selbst wissen, ob er das riskiert.
Seid gegrüßt,



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Monika K.
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Re:

von Monika K. (19.12.2012, 20:55)
Vielen Dank für die Antworten. Vielleicht muss man das differenzierter sehen. Ich bin bei dem Thema auch nicht so ganz sicher. Deshalb startete ich diese Diskussion außerhalb der Buchvorstellung.

Hier trägt Carla Bruni besagte Schuhe (und der Schlüpper hält):
http://www.huffingtonpost.com/2010/06/1 ... 17580.html
Christian Louboutin hat den Fotografen sicherlich nicht verklagt, denn bessere Werbung gibt es nicht, und außerdem stehen die Schlappen nicht im Vordergrund, sondern es geht ja eigentlich um die Damen beim Staatsbesuch. Naja, vielleicht doch, denn dank C.L. bekamen die Fotografen, die "zu spät knipsten" wohl mehr für die Rückansicht als andere für die Fotos der Gesichter...

Aber zurück zum Thema: Man kann sich ja in der Regel schlecht nackt für die Autorenseite fotografieren lassen. Also muss man irgendwelche Kleidung tragen. Wenn da zufällig ein Markenschal zu erkennen ist, dreht einem keiner einen Strick daraus. Anders sieht es aus, wenn man mit einem Bildausschnitt, auf dem nur der Schal mit gut lesbarem Schildchen zu sehen ist, Werbung für sich macht. Das war ja eigentlich meine Frage.

Ich habe übrigens nicht vor, irgendjemanden in Schwierigkeiten zu bringen, denn der Drops ist wohl gelutscht. Das Cover wird anscheinend nicht mehr geändert. Sonst wäre mein Vorschlag gewesen, die rote Farbe durch Magenta zu ersetzen. Der Knalleffekt wäre derselbe, aber man wäre auf der sicheren Seite.
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Re:

von Isautor (19.12.2012, 21:13)
Hier darf man diese Dinge nicht verwechseln:

1. Das Fotografieren von Prominenten und deren Klamotten im Alltag.

2. Das Abbilden von Kleidung, der man die Marke ansieht (zum Beispiel die berühmte rote Sohle)

3. Das Zeigen eines Markenlabels auf einem Medium, dass gewerblich vertrieben wird.

1+2 ist einfach mal kein Problem. Man trägt Kleidung und man weiß auch, diese Schuhform ist von Puma oder was weiß ich. Egal, solange das Pumazeichen nicht kopfgroß rangezoomt wird.
Die rote Sohle kennt jeder, aber es ist kein Label zu sehen. Klausi wird da keinen Ärger bekommen. Er muss auch die Farbe nicht ändern.

Der Fall des Covers ist wohl eher Punkt 3. Du willst ein Buch verkaufen und kannst nicht einfach ein Label aufs Cover nehmen. Das ist was ganz anderes.
In dem Forum hatten die User Barbies vor Twilight-Postern fotografiert. Daraus wurden Kalender gemacht und diese dann verkauft. Das geht halt nicht.
Wenn du selbst mit Krokoshirt auf deiner HP abgebildet bist, dann ist es kein Thema. Man darf keine Paranoia entwickeln, was das angeht.

Unsere Schauspieler tragen natürlich auch Markenkleidung, aber die Labels verdecken wir. Das Apple-Zeichen auf Computern verändern wir oder kleben es ab (erinnere mich an eine Reinigungssession, weil das Klebeband Reste auf den Notebooks hinterließ).
Einmal hab ich für ein Supermarktregal lauter Umverpackungen designed und die Schokolade und Chips neu verpackt. Muss man im Einzelfall entscheiden.
Seid gegrüßt,



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Monika K.
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Re:

von Monika K. (19.12.2012, 21:22)
Mir fällt da spontan die Frage ein: Überklebt ihr die Marken, weil man dafür eine Erlaubnis bräuchte, oder weil ihr keine Werbung machen wollt? Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist Schleichwerbung generell nicht erlaubt, und im Privatfernsehen werden nur die Marken gezeigt, wenn die Firmen dafür löhnen.
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Isautor
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Re:

von Isautor (19.12.2012, 21:29)
Ich weiß auch nicht. Da wurde immer mal diskutiert und es wird jetzt einfach so gemacht. Aber den genauen Grund ... da muss ich mal den Produzenten fragen. Es war auf jeden Fall ein Problem und seitdem überkleben wir alles.
blink3
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.12.2012, 01:12)
Ich finde es ... eigenartig, wie hier ein Angstszenario aufgebaut wird. Sobald das kleinste Markenlabel irgendwo im Bild auftaucht, droht Gefahr! Bloß nicht! Um Himmels Willen. Da drohen Massenklagen! :shock::

Ich halte es immer noch für einen Riesenunterschied, ob auf dem Titelbild nur der angebissene Apfel bzw. ein entsprechendes Produkt mit dem angebissenen Apfel drauf zu sehen ist

.. oder ...

ob auf dem Bild eine Schulklasse bei der Arbeit mit Notebooks zu sehen ist, wo man an der Rückseite der hochgeklappten Displays den angebissenen Apfel im Anschnitt sehen kann.

Was mich wirklich nervt, ist dieses Angstszenario, was hier aufgebaut wird. Auf Titelbildern, wo am Straßenrand ein Auto von VW zu sehen ist, muss massiv Photoshop ran, damit das Auto von VW nicht mehr wie ein VW aussieht - besonders der Kühlergrill! Beißt auf dem Watzmann der Bergwanderer, der gerade das Alpenpanorma im Hintergrund betrachtet, in eine Schokolade mit lila Papier, muss das Papier in Gelb oder Rosa umgefärbt werden. Benutzt man ein Foto von der Aussichtsterrasse eines Flughafens und steht zufällig eine Lufthansa-Maschine im Hintergrund herum, muss das Heckleitwerk wegretuschiert und durch eine Fiktiv-Fluglinie ersetzt werden. Wer ein Titelbild für sein Buch über "Urlaub mit dem Wohnmobil in Südfrankreich" sucht, der muss unbedingt (mit 15 Aufrufezeichen) darauf achten, dass der Schriftzug "Hymer" oder "Fiat Ducato" oder "Westfalia" am Fahrzeug keinesfalls zu sehen ist.

Hier ein Link zu einem BoD-Buch mit einem hochinteressanten Titelbild:

http://www.amazon.de/Wohnmobil-Europa-u ... 3839111781

Oh Gott, oh Graus! Das Fiat-Logo auf dem Kühlergrill ist deutlich erkennbar (die fünf schrägen Striche), Und noch schlimmer. Am Alkoven-Aufbau kann man den Hersteller-Schriftzug des Wohnmobil-Bauers lesen! Gefahr! Gefahr! Es droht eine Klage!

Hier wird eine Kultur der Angst aufgebaut: Bloß nichts benutzen, was in der Realität existiert! Und das gefällt mir gar nicht.

Ich habe jetzt einen konkreten Fall an eine kompetente Stelle (RechtamBild.de) weitergeleitet und um Antwort gebeten. Mal sehen, was da kommt. Ich vermute, es kommt ein Hinweis auf §57 UrhG:

Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Werken, wenn sie als unwesentliches Beiwerk neben dem eigentlichen Gegenstand der Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe anzusehen sind.

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SandraR
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Re:

von SandraR (20.12.2012, 05:18)
Beim Film werden Marken im Regelfall überklebt weil sie nicht bezahlt haben. Nennt sich Produktplacment und funktioniert besser als jede andere Form von Werbung.
Kurz gesagt, Apple hat sicherlich nichts dagegen in einem James Bond Film aufzutauchen aber natürlich der Produzent wenn Apple dafür nicht bezahlt.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

Andreas Adlon
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Re:

von Andreas Adlon (20.12.2012, 08:31)
Richtig, Sandra.

BMW, apple und Co zahlen bei den James Bond Dinger große Summen.

Blackberry und Audi freuen sich wie Bolle, da sie in "50 Shades of Grey" bestens vermarktet werden.

Ich finde es immer lustig, wenn in ARD und ZDF Filmen google immer verfremdet wird (Schleichwerbung)..da steht dann "websuche" oder so, obwohl jeder weiß, dass google gemeint ist.

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hawepe
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Re:

von hawepe (20.12.2012, 09:00)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Ich finde es ... eigenartig, wie hier ein Angstszenario aufgebaut wird.


Angst entsteht immer dort, wo man ahnt, dass Stolperfallen liegen könnten, aber ansonsten eher gedankliche Unordnung denn Ordnung herrschen.

Sobald das kleinste Markenlabel irgendwo im Bild auftaucht, droht Gefahr!


Genau das ist aber nicht klar. Trägt der auf dem (fiktiven) Cover abgebildete Sportler zufällig Adidas-Schuhe oder begnügt das Cover sich mit einem Adidas-bekleideten Fuß?

Bei ersterem wären die Adidas-Schuhe nach meinem Verständnis ein rechtlich unerhebliches Beiwerk, bei zweiterem dagegen das Bildmotiv. Letzteres würde ich mir aber verkneifen, weil mir das Risiko einer Markenrechtsverletzung zu groß wäre. Leider bin ich nicht Lindt cheezygrin

Beste Grüße

Heinz

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mtg
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Re:

von mtg (20.12.2012, 09:37)
Isautor hat geschrieben:
Die rote Sohle kennt jeder, aber es ist kein Label zu sehen.

Ich kenne/kannte sie nicht. Es ist immer problematisch, von den eigenen Kenntnissen auf die allgemein vorhandenen Kenntnisse zu schließen.

Isautor hat geschrieben:
Du willst ein Buch verkaufen und kannst nicht einfach ein Label aufs Cover nehmen. Das ist was ganz anderes.
In dem Forum hatten die User Barbies vor Twilight-Postern fotografiert. Daraus wurden Kalender gemacht und diese dann verkauft. Das geht halt nicht.

Genau hier liegt doch der Unterschied: Auf dem inkriminierten »Tribut«-Cover dienen die Schuhe zur Vermittlung einer Geschichte. Sie werden nicht als Marke dargestellt, sondern als Idee. Wer aber Barbies als Barbies fotographiert und mit der Marke »Barbie« und der Marke »Twilight« ohne Genehmigung Geld verdienen möchte, macht sich strafbar. Punkt.

Das ursprünglich beschriebene Szenario »Nacht. Regen. McDonalds« ist rechtlich übrigens eher kein Problem, solange es um die Abbildung eines vorhandenen Szenarios ist, das nicht künstlich angelegt wurde, das aber in Verbindung mit dem Inhalt steht.

Und bitte, bitte: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Maßstab für das eigene Tun heranzuziehen, ist Quatsch. Erstens dürfte die Verbreitung größer sein als von uns allen zusammen - und zweitens finanzieren sich ARD, ZDF & Co. durch öffentliche Gelder und sind in ihrem Werbeanteil erheblich eingeschränkt. Jedes »Google« oder »Apple«-Bild würde dem erlaubten Zeitanteill an Werbung am Programm hinzugerechnet und mehrheitlich kein Geld einbringen. Die privaten Sender sind da viel leidenschaftsloser ...

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