Markenzeichen auf Cover-Foto

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.12.2012, 09:40)
Andreas Adlon hat geschrieben:
BMW, apple und Co zahlen bei den James Bond Dinger große Summen.

Blackberry und Audi freuen sich wie Bolle, da sie in "50 Shades of Grey" bestens vermarktet werden.

Ich finde es immer lustig, wenn in ARD und ZDF Filmen google immer verfremdet wird (Schleichwerbung)..da steht dann "websuche" oder so, obwohl jeder weiß, dass google gemeint ist.


Product Placement bei Weltproduktionen wie James Bond - ja, natürlich. Aber bei kleinen deutschen 08/15-Fernsehproduktionen oder gar Daily Soaps?

Nehmen wir ein paar praktische Beispiele:

Tatort aus Köln. Freddy Schenk fährt vorzugsweise in amerikanischen Straßenkreuzern. Die Amerikaner zahlen dafür, dass ihre Spritschlucker im deutschen Tatort zu sehen sind?

In der Daily-Soap "Lena - Liebe meines Lebens" gibt es Szenen in einer Auto-Werkstatt, wo ein Mercedes-Benz mit offener Motorhaube repariert wird. Für diese Szenen zahlt Mercedes-Benz?

In verschiedenen Folgen vom "Traumschiff" spielt jemand auf dem bordeigenen Flügel Marke Steinway - der Schriftzug ist deutlich sichtbar bei den Einstellungen mit den Tasten. Dafür zahlt Steinway?

In vielen Folgen diverser deutscher Serien fahren Taxen durch das Bild oder werden von den Hauptfiguren benutzt. Häufig handelt es sich um Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz, gelegentlich sind es auch Autos von Opel oder VW (Passat). Je nach eingesetztem Fahrzeug zahlt die jeweilige Autofirma?

Werden Aufnahmen von Sportflugzeugen gebraucht, die über deutsche Großstädte kreisen oder durch das bayerische Voralpengebiet fliegen, handelt es sich meist um Maschinen der Hersteller Cessna oder Piper. Diese Firmen zahlen dafür, dass man ihre Flugzeuge nimmt und nicht die von Beechcraft oder Aerospatiale?

Glaub - ich - nicht! cheezygrin

Also alle Markenzeichen abkleben, digital retuschieren, mit Fiktivnamen überkleistern?

Glaub - ich - nicht! cheezygrin

Andreas Adlon
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Re:

von Andreas Adlon (20.12.2012, 09:51)
Du schaust: "Lena - die Liebe meines Lebens"? cheezygrin

Viel Spaß dabei!

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mtg
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Re:

von mtg (20.12.2012, 09:57)
Ach Andi, Sachebene kannst Du also auch nicht. thumbdown:

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (20.12.2012, 10:10)
Das Abkleben/Verbergen von Marken bei öffentlich-rechtlichen TV-Sendern hat seine Ursache nicht im Markenschutz, sondern in der verbotenen sog. "Schleichwerbung".

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Isautor
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Re:

von Isautor (20.12.2012, 10:21)
Das Problem hier ist, dass total viele Dinge durcheinandergeworfen werden. Rechte an Bildern, Markenrecht, Schleichwerbung ... alles durcheinander.
Ich versuchs nochmal mit Stichpunkten.

* Marken und Produkte, die als Beiwerk auftauchen, sind normalerweise kein Problem (in Filmen!). Hier ging es aber um ein Cover. Und bei einem Cover ist es schwierig zu sagen, die auftauchende Marke ist nur Beiwerk. Sehr schnell könnte sie deutlich zu sehen sein, und bei einem kleinen Buchcover wirkt das dominanter als bei einem bewegten Bild. Das muss man im Einzelfall entscheiden.

* Es geht nicht darum, dass Mercedes keine Kohle lässt für das Zeigen des Sterns, sondern darum, dass es verboten ist, werbende Elemente einzubringen, ohne sie als solche zu kennzeichnen. Deshalb steht bei manch einer Sendung oben rechts: Unterstützt durch Produktplatzierungen. Das ist die Kennzeichnung und die Einrichtungssoap darf dann seine tolle Spülmaschine zeigen.
Es gab mal Ärger bei einer Krimisendung, bei der das Ermittlerauto auffällig häufig mit dem Mercedes Stern vor der Kamera hielt. Es kam der Verdacht der Schleichwerbung auf, weil es nicht mehr wie Beiwerk rüberkam.

* Noch ein Punkt ist der Gedanke, dass der eine oder andere Markenträger nicht WILL, dass seine Marke in Zusammenhang mit einem bestimmten Produkt gezeigt wird. Da muss man zumindest mal fragen. Nicht jeder empfindet das als positive Werbung für sich.

* Ihr braucht keine Panik zu schieben, das ist Unsinn. Und vor allem nicht alles vermischen. Es gibt bei der Schleichwerbung eine Grauzone, bei der niemand so richtig auf den Punkt sagen kann, wo das anfängt. Man muss den Einzelfall betrachten und klären.

* @matthias: Muss ich überlesen haben, aber ich habe nie gesagt, dass der Bilderklau der Öffentlich Rechtlichen uns auch erlaubt, Bilder zu klauen. Ich sagte, dass mir der Fotograf erzählt hat, dass ein dritter Sender einfach ohne Erlaubnis und Gegenleistung seine Fotos nutzte und erst nach Aufforderung zahlte.
Dass die Schuhe okay sind, das hatte ich auch geschrieben. Sie sind ohne Label zu sehen und das ist gar kein Problem. Du bist halt ein Mann, aber jede Frau dürfte sofort wissen, dass diese rote Sohle für eine bestimmte Marke steht und dass es teure Schuhe sind. cheezygrin

* Niemand hatte die Absicht, ein Angstszenario zu errichten ... cheezygrin zumindes ich nicht. Man darf sich in so was nicht reinsteigern, sondern muss nüchtern den Einzelfall betrachten. Und außerdem kann man einfach wo anrufen und fragen. Schon ist das Problem aus der Welt.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (20.12.2012, 14:09)
Isautor hat geschrieben:
Noch ein Punkt ist der Gedanke, dass der eine oder andere Markenträger nicht WILL, dass seine Marke in Zusammenhang mit einem bestimmten Produkt gezeigt wird. Da muss man zumindest mal fragen. Nicht jeder empfindet das als positive Werbung für sich.

Das war der Ausgangspunkt meiner ganzen Überlegung, die dann letztlich zu meiner Frage führte.
Isautor hat geschrieben:
Niemand hatte die Absicht, ein Angstszenario zu errichten ... cheezygrin zumindes ich nicht.

Ich auch nicht. Nette Verballhornung des Zitats. thumbbup

@Siegfried
Ein Angstszenario wollt ich mit meiner Frage ganz sicher nicht schaffen! Ich habe mir über das Thema eine Weile Gedanken gemacht und wollte dann mal eure Meinung dazu hören. Dabei hielt ich die Diskussion absichtlich von dem anderen Thread fern, damit sich niemand verpflichtet fühlt zu antworten. Die Frage ist auch nicht anders als eine Diskussion über die Impressumspflicht, bei der der Fragesteller auch immer recht freimütig über mögliche Konsequenzen aufgeklärt wird.

@Heinz
Das Motiv „Fuß mit Adidas-Schuh“ habe ich absichtlich gewählt, weil es meiner Meinung nach mit dem „Fuß in Rotsohlen-Schuh“ vergleichbar ist. Ich selbst würde beide Motive nicht für ein Cover verwenden.


Allgemeines:

Die Frage, ob man die Besonderheiten eines französischen Luxustreters kennen muss, beantworte ich übrigens ganz klar mit „Nein!“. Ich verstehe unter Allgemeinbildung etwas Anderes und ordne ihn in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht“ ein. Aber bei vielen Fragen gilt „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“. Der Punkt ist meiner Meinung nach bei einer rechtlichen Frage nicht relevant. Wichtiger ist hier sicherlich die Frage: Handelt es sich bei der roten Sohle um ein geschütztes Markenzeichen wie die Adidas-Streifen? Ich weiß es nicht.

Mich stört es übrigens nicht, wenn sich die Diskussion hier und da ein wenig vom Thema wegbewegt, denn die anderen Punkte finde ich ebenso interessant. Ich selbst verwende nur eigene Fotos für meine Covers und werde auch in nächster Zeit kein Buch veröffentlichen. Es ist mir also nicht daran gelegen, möglichst schnell eine Antwort zu bekommen. Ich gehe auch eher davon aus, dass es keine klare Antwort auf die Frage gibt.

Ich denke inzwischen auch selbst in eine andere Richtung und frage mich: Wie gefährlich können Bilder sein, die man über Agenturen kauft? Dass es bei frei verfügbaren schlimme Fallstricke geben kann, ist inzwischen genügend in den Medien breitgetreten worden. Einige Gratisanbieter scheinen absichtlich unseriös zu arbeiten, indem sie die Rechte an den gratis zur Verfügung gestellten Fotos nach einer Weile plötzlich wieder einfordern und Rechnungen verschicken. Aber wenn ich von einer seriösen Agentur ein Foto kaufe, erwarte ich eigentlich, dass mir das Foto keine Probleme bereiten wird.


Zum Thema:

Seid mir nicht böse, wenn ich jetzt auf meine ursprüngliche Frage zurückkomme, und dabei drei Punkte konkret voneinander abgrenze:

a) Ein Foto zeigt eine Dame von Kopf bis Fuß, die zufällig echte Louboutin-Schuhe trägt.
Hier sind wir uns ja inzwischen alle einig, dass das überhaupt kein Problem ist, da die Dame (egal ob prominent oder nicht) im Mittelpunkt steht, und sie ja schlecht nackt und barfuß herumlaufen kann.

b) Ein Foto zeigt nur die Füße einer Dame, die in echten Louboutin-Schuhen stecken.
Die Schuhe sind dabei deutlich (weil von hinten) erkennbar und eines von nur zwei Accessoires. Hier frage ich mich, ob die Nobelmarke wirklich nur rein zufällig im Bild ist. Oder soll mit ihr eine gewisse Wirkung erzielt werden? Dabei meine ich den Fotografen und nicht den Käufer, der das Foto in gutem Glauben erwirbt und die besagten Schuhe vielleicht gar nicht kennt. Ich bin mir deshalb weiterhin nicht sicher, ob dieses Foto nicht doch ein bisschen problematisch ist. (Im konkreten Fall des Buchs hier sehe ich jedoch keine wirkliche Gefahr, da die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung äußerst gering ist.)

c) Ein Foto zeigt nur die Füße einer Dame, die in unechten Louboutin-Schuhen stecken.
Der Punkt erscheint mir nicht unwichtig, und auf ihn ist bisher noch niemand eingegangen. Man kann für ein Shooting die Sohlen ganz normaler Pumps rot anmalen oder hinterher das fertige Bild manipulieren. Wenn ich mir die Preise der Luxuslatschen so anschaue, halte ich diese Möglichkeit nicht für unwahrscheinlich. In diesem Fall zieht das Argument „Die Dame hatte eben zufällig diese Schuhe an.“ leider nicht mehr. Die Antwort hängt hier sicherlich stark von der Frage ab, ob die roten Sohlen ein geschütztes Markenzeichen sind, das nicht gefälscht werden darf.
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SandraR
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Re:

von SandraR (20.12.2012, 19:34)
Ich wusste bis eben erst gar nicht was Louboutin-Schuhe sind und dass es sie gibt thumbbup Ich würde mir also ev. Schuhe mit roten Sohlen kaufen weil ich rote Klamotten mag und garantiert unechte, weil die echten gehen genauso schnell kaputt angle:
Wäre die Sohle ein eingetragenes Markenzeichen, sollten wir sofort welche mit grünen und gelben Sohlen eintragen. In China produzieren und schweineteuer verkaufen .... cheezygrin
Und da liegt der Hund begraben, bei der Frage kratzt mich welche Schuhe auf dem Cover sind? Würde ich mir ein Buch mit Schuhen auf dem Cover kaufen? Welche Zielgruppe hat ein Buch mit Schuhen auf dem Cover? Äh..genau vermutlich blond..da tun es auch ganz ordinäre hochhackige schwarze Pumps cool5 Im Falle eines Krimis unbedingt Stiletos damit könnte man doch nachts im Park Männer erstechen .... :P oder kastrieren...oder Augen ausstechen...oder...oder...ich muss mal einen Krimi schreiben book:
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.12.2012, 19:41)
Isautor hat geschrieben:
Ich versuchs nochmal mit Stichpunkten.

* Marken und Produkte, die als Beiwerk auftauchen, sind normalerweise kein Problem (in Filmen!). Hier ging es aber um ein Cover. Und bei einem Cover ist es schwierig zu sagen, die auftauchende Marke ist nur Beiwerk. Sehr schnell könnte sie deutlich zu sehen sein, und bei einem kleinen Buchcover wirkt das dominanter als bei einem bewegten Bild. Das muss man im Einzelfall entscheiden.
[...]
* Ihr braucht keine Panik zu schieben, das ist Unsinn. Und vor allem nicht alles vermischen. Es gibt bei der Schleichwerbung eine Grauzone, bei der niemand so richtig auf den Punkt sagen kann, wo das anfängt. Man muss den Einzelfall betrachten und klären.


Nicht drumherum reden - Butter bei die Fische!

Ich hatte bereits einen Link zu einem Buch eingestellt, auf dem zwei Markenlogos zu sehen sind. Hier noch einmal der Link zum BoD-Buch:

http://www.amazon.de/Wohnmobil-Europa-u ... 3839111781

Ich habe die entscheidenden Bereiche noch einmal deutlich hervorgehoben (siehe unten).

Dann noch ein zweites Buch, ebenfalls von einem BoD-Autor:

http://www.amazon.de/Fu%C3%9Fballtraini ... 3837064557

Wie man unschwer erkennen kann: Ein jugendlicher Fußballspieler mit Fußballschuhen von Nike (Logo), der Ball stammt von Adidas (geschütztes Warenmuster "Tango"). Auch hierzu noch einmal die Ausschnittvergrößerung.

Wäre ich einer der Autoren dieser beiden Bücher, hätte ich jetzt aufgrund dieser Diskussion hier eine Scheißangst, dass ich von einem der Logo-Inhaber verklagt werde - oder mich ein abmahnungsgeiler Anwalt mit bösen Briefen zupflastert und ich Tausende von Euros zahlen muss. Buchveröffentlichung im Zustand blanker Angst!

Korrekte Handlungsweise: Das Fiat-Logo wegretuschieren, ebenso den Schriftzug am Wohnaufbau. Die Fußballschuhe komplett schwärzen, den Ball zu einer weißen Kugel umgestalten. Richtig so?

Ich glaube, ich werde zukünftig nur noch Buchtitel ausschließlich mit Text gestalten. cheezygrin

Nachtrag:
Ich gebe noch einen Buchtitel drauf.
Autor: Gerrit Fischer
Buchtitel: Cocobello
Link:
http://www.amazon.de/Coccobello-Gerrit- ... 3842370865

Da ist sowas von deutlich das VW-Logo zu sehen ... Hallo, Gerrit! cheezygrin Angst vor einer Klage von der VW-Rechtsabteilung? cheezygrin
Dateianhänge
Fußball.jpg
Zwei_Logos.jpg
Zuletzt geändert von Siegfried am 20.12.2012, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Adriatic
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Re:

von Adriatic (20.12.2012, 19:54)
Ich hielt es zunächst für völlig übertrieben, dass ich mir Gedanken darüber machen sollte, ob das Coverbild meines Buches Coccobello okay ist, weil dort ein VW-Bus zu sehen ist. So ein Bulli ist doch ein Allgemeingut, dachte ich.

Aber heutzutage kann man nicht vorsichtig genug sein und daher habe ich mir bei VW eine offizielle Genehmigung eingeholt. Die Antwort auf meine Anfrage kam Wochen später und machte mir den Eindruck, dass VW sich damit tatsächlich beschäftigt hat und so etwas offenbar tatsächlich sehr ernst nimmt.

Ich gehe auf Nummer sicher und

- hole mir für die Songtexte die Rechte zum Zitieren beim jeweiligen Band-Management (klappt keineswegs immer, manche verlangen Geld oder zahlreiche Exemplare)
- hole das Einverständnis von Prominenten ein, wenn ich sie im Buch erwähne
Coccobello (Roman) - Eine Reise in einem alten VW-Bus durch die Toskana

Adria-Express (Roman) - Eine Reise mit der Bahn durch Italien

Autoreninformation:
www.gerritfischer.de

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (21.12.2012, 14:00)
Siegfried hat geschrieben:
Nicht drumherum reden - Butter bei die Fische!


Eigentlich mag ich es nicht, wenn man meine Beispiele mit Gegenbeispielen beantwortet, ohne eine klare Verbindung der Einzelfälle herzustellen und die Gemeinsamkeiten zu benennen. Aber ich antworte trotzdem. Da ich die rechtliche Situation nicht kenne - deshalb stellte ich ja die Frage - kann ich nur sagen, was ich in diesen Fällen gemacht und rein subjektiv für korrekt befunden hätte:

Das Wohnmobil hätte ich gar nicht erst als Motiv verwendet. Ich hätte ein hübsches Landschaftsmotiv gewählt, das beim Betrachter die Reiselust weckt. Das Wohnmobil wäre darauf nur sehr winzig zu erkennen. Beim Hersteller hätte ich deshalb auch nicht um Erlaubnis gebeten. Bei dem vom Autor gewählten Cover hätte ich entweder die Erlaubnis eingeholt oder das Foto retuschiert.

Den Ball und die Sportbekleidung des Fußballers hätte ich ebenfalls retuschiert, was aber auch mit meiner generellen Einstellung zum Markendiktat zusammenhängt. Das Augenmerk liegt schließlich auf dem spielerischen Können der Person. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Erlaubnis des Herstellers zwingend nötig ist, denn die Marken stehen optisch nicht im Vordergrund und sind auf dem Originalcover relativ klein abgebildet.

Bei Coccobello hätte ich wie Gerrit um Erlaubnis gefragt. Das Motiv ist sehr schön und soll wahrscheinlich auch absichtlich kultig 'rüberkommen. Deshalb kommt ein Retuschieren aus optischen Gründen nicht in Frage.

Siegfried hat geschrieben:
Wäre ich einer der Autoren dieser beiden Bücher, hätte ich jetzt aufgrund dieser Diskussion hier eine Scheißangst, dass ich von einem der Logo-Inhaber verklagt werde - oder mich ein abmahnungsgeiler Anwalt mit bösen Briefen zupflastert und ich Tausende von Euros zahlen muss. Buchveröffentlichung im Zustand blanker Angst!

Jetzt, nachdem du ihre Bücher mit dieser Diskussion verlinkt hast, haben sie vielleicht tatsächlich Angst. Es ist aber auch gut möglich, dass sie sich ebenfalls die Erlaubnis der Firmen eingeholt haben. Ich will das nicht ausschließen.

Was soll der Hinweis auf die "blanke Angst"? Darf man hier im Forum nur Fragen stellen, die niemandem Angst machen? Jede Menge Autoren betreiben ihre Homepage mit unvollständigem Impressum "in blanker Angst". Andere verwenden ungeniert Markennamen im Titel "in blanker Angst". Beide Themen wurden schon mehrfach ausführlich diskutiert, ohne dass irgendjemandem vorgeworfen wurde, er mache Kollegen Angst. Ich stellte eine einfache Frage, die man mit "ja", "nein", "weiß nich'" oder "is' mir schnurzegal" beantworten kann. Aber ein schlechtes Gewissen lasse ich mir nicht einreden. zwinker::

Gruß, Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re: Markenzeichen auf Cover-Foto

von Siegfried (21.12.2012, 16:54)
Monika K. hat geschrieben:
Darf man für das Cover Fotos verwenden, auf denen das Markenzeichen einer Firma deutlich zu sehen ist? Oder braucht man dafür eine Erlaubnis?
Als Diskussionsgrundlage nenne ich ein paar Beispiele:

1. Foto
Eine Autobahnraststätte bei Nacht und Regen mit dem "M" von McDonalds.

2. Foto
Eine Frauenhand hält eine Handtasche, bei der das Zeichen von Louis Vuitton (oder Chanel etc.) deutlich zu erkennen ist.

3. Foto
Der Fuß eines Sportlers in Turnschuhen mit den drei Streifen von Adidas.

4. Foto (aktuelles Beispiel hier aus dem Forum)
Die Füße einer Dame in Schuhen mit roten Sohlen - dem Markenzeichen der Christian-Louboutin-Schuhe. (Und wie sieht es aus, wenn die Schuhe gar nicht echt, sondern gefälscht sind?)


Butter bei die Fische! cheezygrin

Nachfolgende Aussagen sind persönliche Meinungen und keine rechtlichen Auskünfte:

1. Man darf. Das "M" von McDonald's ist undeutender Teil einer Gesamtabbildung. Gegenstand der Nutzung des Bildes ist ein Buch, das sich (vermutlich) NICHT mit der Fast-Food-Kette befasst. Daher spielt das Markenzeichen von McDonald's in seiner Werbewirksamkeit für das Buch keine Rolle.

2.Wenn nur Hand und Tasche zu sehen sind, liegt das optische Schwergewicht zu stark auf der Tasche. Hier würde ich einen Grenzfall sehen.

3. wie 2.

4. Die Frage ist, ob die rote Sohle ein auffallendes Merkmal für einen bestimmten Schuhhersteller ist (hier Christian Louboutin) oder tatsächlich ein eingetragenes Markenzeichen. Louboutin stellt auch Schuhe mit blauer Sohle her. Schuhe mit roten Sohlen gibt es auch von Yves Saint Laurent und - wie überraschend - von Deichmann. In einem Prozess in den USA wurde entschieden, dass Louboutin nicht das Exklusiv-Recht auf roten Sohlen besitzt (Quelle: Wall Street Journal, 05.09.2012). Das DPMA meldet in der Online-Recherche unter "Louboutin" als Marke den Schriftzug, der unten abgebildet ist - aber keine "rote Sohle".
Für den Buchtitel ist hier wieder die Frage, welche Rolle das (vermeintliche) Markenzeichen im Bild spielt. Natürlich abhängig von der Größen des Markensymbols im Bild. Ich kann hier keine Verletzung des Markenrechts entdecken.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (21.12.2012, 17:13)
Damit ist die Frage der Pumps (egal ob echt oder unecht) doch ausreichend beantwortet, und keiner muss dort Angst haben. thumbbup

Und bei meinen anderen drei Beispielen schätze ich die Lage eigentlich auch so ein. Wichtig ist doch, dass man sich mit dem Problem beschäftigt und nicht einfach das macht, was andere auch machen.

Bei dem jungen Fußballer bin ich mir leider wirklich nicht sicher, denn die Zeichen sind sehr deutlich zu erkennen. Ich fände es kleinlich, sie zu beanstanden.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.12.2012, 17:31)
Monika K. hat geschrieben:
Damit ist die Frage der Pumps (egal ob echt oder unecht) doch ausreichend beantwortet, und keiner muss dort Angst haben. thumbbup

Und bei meinen anderen drei Beispielen schätze ich die Lage eigentlich auch so ein.


Nein, die Frage ist damit nicht beantwortet. Es ist eine (meine) Meinung, und die hat keinerlei rechtliche Relevanz. Das Gegenbeispiel ist dieser Diskussionsbeitrag:

Isautor hat geschrieben:
Spontan würde ich sagen: Nein. Ist zumindest riskant.

Beim Film überkleben wir alle Marken auf Klamotten und Gegenständen. Bei Serien sieht man die Marken auch nie.
[...]
Frag doch einfach den Markeninhaber! Hab ich auch gemacht und bekam eine sehr nette Antwort und die Erlaubnis.


Wer hat nun Recht?

Und der Ratschlag, die Markeninhaber um Erlaubnis zu bitten, schließt das Risiko ein, ein Nein zu kassieren (was das Titelbild unbrauchbar macht) oder - was noch schlimmer wäre - ein Logo zu übersehen und damit sich eine ruinöse Klage einzufangen.

Nur als Nebenbemerkung: Wenn der Mercedes-Stern oder das VW-Logo bei Fahrzeugen am Straßenrand oder das gelbe "M" von McDonald's bei einem Bild von der Autobahnraststätte auf dem Titelbild als Teil einer Szenerie nicht erlaubt ist, dann dürfte die Erwähnung von echten Unternehmen, Marken und Produkten im Text wohl auch verboten sein. Hier gibt es aber eindeutig anderslautende Aussagen. Seltsam, oder?

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (21.12.2012, 17:46)
Ich sehe einen klaren Unterschied zwischen Buchblock und Titel. Buchtitel und Titelbild sind die äußere Darstellung des Buchs, mit der auch Werbung gemacht wird. Der Inhalt trägt zwar über die Leseprobe ebenfalls zur Kaufentscheidung bei, aber nicht in dem Maße, dass er zur Außendarstellung gezählt wird. Wenn ich im Buch also einen VW-Bus erwähnen darf, heißt das für mich nicht automatisch, dass ich ihn auch im Titel verwenden und auf dem Cover abbilden darf. Das ist natürlich auch nur meine persönliche Einschätzung, aber ich schließe lieber nicht einfach von Äpfeln auf Birnen.

Ein Gerichtsurteil ist zwar nicht so rechtsverbindlich wie ein Gesetz, kann aber als Argumentationshilfe sehr wirkungsvoll sein.

Aber wie immer in der Rubrik "Rechtliches, Verträge und Co." kann keiner von uns eine verbindliche Rechtsauskunft geben. Das ist uns allen aber hoffentlich inzwischen klar.
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Isautor
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Re:

von Isautor (21.12.2012, 17:55)
Nein, nicht seltsam. Im Text darfst du es erwähnen und die Regeln dazu sind schon diskutiert worden (Allgemeinaussage/Aussage einer Romanfigur etc.)
Auf einem Titelbild ist das was anderes, aus verschiedenen Gründen.

Dem Markeninhaber kann das gegen den Strich gehen erstens, Schleichwerbungs zweitens, Trittbrettfahrerwerbung drittens. Ich würde auf Covern (!) keine Marken zeigen. Ich würde sie schwärzen/bearbeiten. Oder fragen.

Ich hab mal bei einem Kinowerbespot den Screammörder gedoubelt. ich musste mit dieser Maske (da sieht man gar nix durch - danke!), hinter einer Frau herrennen. Da gab es dann Ärger, weil ... achtung ... die genaue Form dieser Maske geschützt ist! Also wurde eine andere Maske besorgt, bei die Augen wenig anders sind, und schon war es okay! Kommt ein normaler Typ nicht drauf.

also Monika: Korrekt! Riesenunterschied zwischen Buchblock und Titeln!
Seid gegrüßt,



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