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Siegfried
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Re: Suche Romanautor bzw. Co Autor

von Siegfried (11.01.2013, 14:07)
Roman2013 hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Roman2013 hat geschrieben:
250 bis 300 Seiten soll das Werk haben. Bitte stellt Euch mit Leseprobe vor und sagt mir was Euer Seitenpreis wäre.
Dramaturgie machen wir zusammen, können uns sonst auch das Buch aufteilen.


Das macht hier keiner. Oder es würde mich extremst überraschen.



Und warum nicht? Wo ist das Problem ein bis zwei Seiten zu schicken?


Okay ... Ein bis zwei Seiten ... cheezygrin

Falsche Antwort

Der Tag, an dem Harrys Leben aus der Bahn geworfen wurde, begann wie alle anderen Tage zuvor. Pünktlich um halb fünf in der Früh klingelte der Wecker. Harrys rechte Hand eröffnete die Routine des täglichen Lebens, indem sie das Klingeln abschaltete. Harry lag auf dem Rücken im Bett und atmete drei Mal tief durch, bevor er die Augen aufschlug. Wie jeden Morgen blickte er gegen die weiß getünchte Zimmerdecke, von der er auch ohne seine Brille mit den dicken Gläsern wusste, dass sie da war; wie all die Tage zuvor schwang er sich, stets das rechte Bein zuerst, aus dem Bett, um sich den täglichen zehn Liegestützen am offenen Fenster zu widmen. Wie seit Jahren schon ging er in sein kleines Bad, rasierte sich, nahm eine kalte Dusche, zog sich an und bereitete sich um kurz nach fünf ein einfaches, ewig gleiches Frühstück: eine Schale Müsli, eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse, zwei Tassen Kaffee. Das benutzte Geschirr spülte er kurz unter fließendem Wasser ab, stellte es tropfnass in den Geschirrkorb, putzte sich die Zähne und schlüpfte in seine Busfahreruniformjacke. Pünktlich um 5 Uhr 25 zog er die Wohnungstür hinter sich zu und schloss zweimal ab. Eine halbe Stunde später rollte er mit seinem Bus vom Parkplatz der Städtischen Verkehrsbetriebe, um die nächsten acht Stunden zwischen Westbahnhof und Endhaltestelle Zoo zu pendeln.
Hunderte verschlafene, griesgrämige, fröhliche, traurige, gleichgültige Gesichter später - von ihm mit stets gleichem Lächeln begrüßt - stellte er seinen Bus wieder auf dem Parkplatz ab und kehrte in seine Wohnung zurück. Er hängte seine Uniform, peinlich genau die Nähte und Bügelfalten beachtend, auf einen Kleiderbügel und schlüpfte in die hellblaue Baumwolle mit den drei aufgenähten weißen Streifen. In der Küche öffnete er den Vorratsschrank. Fein säuberlich nach Gerichten sortiert standen die Konservendosen. Heute war Mittwoch: Erbseneintopf. Jeder Tag hatte bei Harry sein festes Menü. Montags Linseneintopf mit Wurststückchen, dienstags Rindsroulade mit Kartoffelpüree, mittwochs Erbseneintopf, donnerstags Gulasch und Krausbandnudeln, freitags das panierte Fischfilet, und am Wochenende Schweinekotelett und Frikadellen mit Bratkartoffeln.
Harry blickte auf die Küchenuhr. In sieben Minuten würde der Erbseneintopf fertig sein. Dann hatte er noch dreizehn Minuten, um den Eintopf zu löffeln, ehe um halb vier die erste Quizsendung im Fernsehen kam.
Er liebte Quizsendungen über alles. Früher, vor der Einführung des Privatfernsehens, hatte es nur wenig gegeben, was ihn wirklich interessierte. Doch jetzt, bei mehr als zwanzig Sendern im Kabelfernsehen, lief immer irgendwo ein Quiz.
Und Harry schlug alle Kandidaten – er wusste mehr als sie, er war schneller als sie, und er hatte am Ende der Sendung immer den höchsten Punktestand. Heute, Mittwoch, würde er auf Kanal 19 eine Stunde lang die Begriffe des Glücksrades erraten, dann auf Kanal 7 die Fragen zu den vorgegebenen Antworten nennen, ehe er auf Kanal 4 jeden und alle aus dem Rennen warf. Den Abend würde er dann mit der Tagesschau und einem Spielfilm beenden, ehe er kurz vor zehn zu Bett ginge.
Harry drückte pünktlich auf den Einschaltknopf seiner Fernbedienung und überlegte sich, ob er heute einen neuen persönlichen Rekord schaffen könnte. Auf dem Tisch vor ihm lagen Block und Bleistift, Mineralwasser sprudelte im Glas, der Duft der Kartoffelchips in der Glasschale stieg in seine Nase. Es konnte losgehen.
Doch der Fernseher zeigte kein Quiz.
Harry sah Bilder einer großen Versammlung. Männer in dunklen Anzügen mit schwarzen Krawatten, Frauen in schwarzen Kleidern, mit Hüten auf dem Kopf, saßen nebeneinander, hintereinander. Vor ihnen, auf einem kleinen Podest, stand ein mit Blumen und Kränzen geschmückter Sarg, eingerahmt von acht Soldaten. Ein alter Mann sprach mit fester Stimme und traurigem Gesicht.
Harry drückte auf die Fernbedienung. Nein, der Kanal war richtig. Und die Uhrzeit stimmte ebenfalls. Aus irgendeinem Grunde fiel die heutige Quizsendung aus. Harry hasste solche Programmänderungen. Er hasste es, wenn Fußballspiele ein Quiz verdrängten, wenn Olympische Spiele gezeigt wurden statt des Glücksrades, wenn an Stelle von Frage und Antwort zwei Männer zu sehen waren, die einen kleinen gelben Filzball über ein Netz schubsten. Er hasste es.
Die Stunde zog sich endlos hin. Der Alte im Fernsehen erzählte von einem guten Mann, einem großen Politiker und einem schmerzvollen Verlust. Eine Frau mit Brille und dunkelrotem Kleid kam und löste den alten Mann ab. Auch sie erzählte von einem großen Verlust für das Parlament, für das Volk und für die Welt. Über Harrys schmerzvollen Verlust sprach sie nicht.
Endlich konnte Harry auf Kanal 7 wechseln. Hier gab es das Quiz, wo zu vorgegebenen Antworten die Fragen zu bilden waren.
Harry traute seinen Augen nicht.
Statt in das fröhlich lächelnde Gesicht eines wohlbekannten Fernsehmoderators zu blicken, sah Harry eine lange Prozession von Menschen, die einem von Pferden gezogenen Wagen folgten, auf dem wieder dieser verflixte Sarg lag. Eine eingeblendete Laufschrift wies Harry darauf hin, dass wegen der Übertragung der Beisetzungsfeier des verstorbenen Kanzlers alle weiteren Sendungen ausfallen würden.
Harry stöhnte entsetzt auf. Alle weiteren Sendungen würden ausfallen! Er zappte sich durch die Kanäle seines Fernsehers. Überall die gleichen Bilder. Männer. Frauen. Politiker. Pferde. Eine Lafette mit dem Sarg. Kränze und Blumen. Menschenmassen am Straßenrand. Am Himmel donnernde Flugzeuge, die Rauch in den Nationalfarben ausstießen. Eine Militärkapelle intonierte den Trauermarsch von Chopin. Betroffene Gesichter in Großaufnahme.
Harry kannte die Gesichter, aber er kam nicht auf die dazugehörigen Namen oder Ämter. Er konnte sich einfach nicht daran erinnern. Es gab keine Fragen. Nur Bilder.
An diesem Tag sah Harry überhaupt kein Quiz. Die Tagesschau um 20 Uhr wurde radikal gekürzt, der Spielfilm fiel aus. Harry zerquetschte wütend die Kartoffelchips in tausend kleine Stücke, stieß dabei gegen das Glas mit dem Mineralwasser, das sich über den Tisch ergoss und auf den Teppich tropfte. Harry jagte - Zap Zap Zap - durch die Kanäle seines Fernsehers. Kein Quiz! Nirgendwo ein Quiz!
Harry schrie und tobte auf dem Sofa. Die Flasche Mineralwasser fiel vom Tisch und entleerte sich leise gluckernd auf dem Teppich. Völlig außer sich schleuderte Harry ein Sofakissen zwischen die Blumentöpfe auf der Fensterbank. Dann sprang er auf und riss die unterste Schublade des Wohnzimmerschrankes auf. Ganz hinten, sorgsam in einer Schachtel verpackt, in einem öligen Tuch, lag die Luger, die Offizierspistole seines Großvaters aus dem letzten Krieg.
Harry packte die Luger, rammte ein volles Magazin hinein und lud durch. Er schoss. Der Bildschirm implodierte zischend und hauchte mit einer grauen Rauchwolke sein Leben aus.
An diesem Abend ging Harry ungewohnt früh zu Bett. Er vergaß das schmutzige Geschirr in der Küche, die Zahnbürste im Bad und den Pyjama im Kleiderschrank. Er vergaß sogar zu schlafen. In Harrys Kopf drehte sich alles. Und immer wieder sah er diesen mit Blumen geschmückten Sarg.
Am nächsten Morgen, lange bevor der Wecker klingelte, erhob sich Harry von seinem Bett und zog seine Busfahreruniform an. Er rasierte sich nicht, kämmte sich nicht das Haar, ließ das Frühstück ausfallen und zog die Wohnungstür hinter sich zu, ohne abzuschließen. Eine Stunde früher als gewöhnlich rollte er mit seinem Bus vom Parkplatz.
Harry fuhr ziellos durch die Stadt, von West nach Ost, von Nord nach Süd. Irgendwann kam er an seiner Endhaltestelle am Zoo an. Er stoppte den Bus und öffnete die Türen. Menschen stiegen ein, hielten ihm ihre Monatskarten vor das Gesicht, wollten eine Fahrkarte kaufen. Harry reagierte nicht. Sein stetiges Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden. Die Leute zuckten mit den Schultern und suchten sich ihre Plätze im Bus.
Mit einem leisen Zischen, dem Todesseufzer des Fernsehers nicht unähnlich, schlossen die Türen des Busses. Langsam rollte der Bus an. Die Reifen knirschten auf dem Rollsplitt. Dumpf brummte der Motor, und ebenso dumpf starrte Harry über sein Lenkrad auf die Straße.
Auf der Brücke, die den Fluss überquerte, kam Harry die Idee. Er lenkte den Bus ganz dicht an das Brückengeländer heran und bremste. Niemand würde jetzt aus dem Bus aussteigen können.
Harry erhob sich von seinem Fahrersitz. Breitbeinig stellte er sich in den Eingang. Mit der rechten Hand zog er die Pistole aus der Tasche seiner Uniformjacke.
»Okay, Leute«, sagte Harry grimmig und hob die Rechte. »Es ist Zeit für ein Quiz!«
Die Leute sahen ihn mit aufgerissenen Augen an.
»Erste Frage«, sagte Harry. »Wer war der Idiot, für den gestern Nachmittag alle Quizsendungen abgesagt wurden?«
Harry spannte den Abzugshahn der Waffe.
»Und keine falschen Antworten, bitte!«


Und nun?

Roman2013
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Re: Suche Romanautor bzw. Co Autor

von Roman2013 (11.01.2013, 22:03)
Siegfried hat geschrieben:
Roman2013 hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Roman2013 hat geschrieben:
250 bis 300 Seiten soll das Werk haben. Bitte stellt Euch mit Leseprobe vor und sagt mir was Euer Seitenpreis wäre.
Dramaturgie machen wir zusammen, können uns sonst auch das Buch aufteilen.


Das macht hier keiner. Oder es würde mich extremst überraschen.



Und warum nicht? Wo ist das Problem ein bis zwei Seiten zu schicken?


Okay ... Ein bis zwei Seiten ... cheezygrin

Falsche Antwort

Der Tag, an dem Harrys Leben aus der Bahn geworfen wurde, begann wie alle anderen Tage zuvor. Pünktlich um halb fünf in der Früh klingelte der Wecker. Harrys rechte Hand eröffnete die Routine des täglichen Lebens, indem sie das Klingeln abschaltete. Harry lag auf dem Rücken im Bett und atmete drei Mal tief durch, bevor er die Augen aufschlug. Wie jeden Morgen blickte er gegen die weiß getünchte Zimmerdecke, von der er auch ohne seine Brille mit den dicken Gläsern wusste, dass sie da war; wie all die Tage zuvor schwang er sich, stets das rechte Bein zuerst, aus dem Bett, um sich den täglichen zehn Liegestützen am offenen Fenster zu widmen. Wie seit Jahren schon ging er in sein kleines Bad, rasierte sich, nahm eine kalte Dusche, zog sich an und bereitete sich um kurz nach fünf ein einfaches, ewig gleiches Frühstück: eine Schale Müsli, eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse, zwei Tassen Kaffee. Das benutzte Geschirr spülte er kurz unter fließendem Wasser ab, stellte es tropfnass in den Geschirrkorb, putzte sich die Zähne und schlüpfte in seine Busfahreruniformjacke. Pünktlich um 5 Uhr 25 zog er die Wohnungstür hinter sich zu und schloss zweimal ab. Eine halbe Stunde später rollte er mit seinem Bus vom Parkplatz der Städtischen Verkehrsbetriebe, um die nächsten acht Stunden zwischen Westbahnhof und Endhaltestelle Zoo zu pendeln.
Hunderte verschlafene, griesgrämige, fröhliche, traurige, gleichgültige Gesichter später - von ihm mit stets gleichem Lächeln begrüßt - stellte er seinen Bus wieder auf dem Parkplatz ab und kehrte in seine Wohnung zurück. Er hängte seine Uniform, peinlich genau die Nähte und Bügelfalten beachtend, auf einen Kleiderbügel und schlüpfte in die hellblaue Baumwolle mit den drei aufgenähten weißen Streifen. In der Küche öffnete er den Vorratsschrank. Fein säuberlich nach Gerichten sortiert standen die Konservendosen. Heute war Mittwoch: Erbseneintopf. Jeder Tag hatte bei Harry sein festes Menü. Montags Linseneintopf mit Wurststückchen, dienstags Rindsroulade mit Kartoffelpüree, mittwochs Erbseneintopf, donnerstags Gulasch und Krausbandnudeln, freitags das panierte Fischfilet, und am Wochenende Schweinekotelett und Frikadellen mit Bratkartoffeln.
Harry blickte auf die Küchenuhr. In sieben Minuten würde der Erbseneintopf fertig sein. Dann hatte er noch dreizehn Minuten, um den Eintopf zu löffeln, ehe um halb vier die erste Quizsendung im Fernsehen kam.
Er liebte Quizsendungen über alles. Früher, vor der Einführung des Privatfernsehens, hatte es nur wenig gegeben, was ihn wirklich interessierte. Doch jetzt, bei mehr als zwanzig Sendern im Kabelfernsehen, lief immer irgendwo ein Quiz.
Und Harry schlug alle Kandidaten – er wusste mehr als sie, er war schneller als sie, und er hatte am Ende der Sendung immer den höchsten Punktestand. Heute, Mittwoch, würde er auf Kanal 19 eine Stunde lang die Begriffe des Glücksrades erraten, dann auf Kanal 7 die Fragen zu den vorgegebenen Antworten nennen, ehe er auf Kanal 4 jeden und alle aus dem Rennen warf. Den Abend würde er dann mit der Tagesschau und einem Spielfilm beenden, ehe er kurz vor zehn zu Bett ginge.
Harry drückte pünktlich auf den Einschaltknopf seiner Fernbedienung und überlegte sich, ob er heute einen neuen persönlichen Rekord schaffen könnte. Auf dem Tisch vor ihm lagen Block und Bleistift, Mineralwasser sprudelte im Glas, der Duft der Kartoffelchips in der Glasschale stieg in seine Nase. Es konnte losgehen.
Doch der Fernseher zeigte kein Quiz.
Harry sah Bilder einer großen Versammlung. Männer in dunklen Anzügen mit schwarzen Krawatten, Frauen in schwarzen Kleidern, mit Hüten auf dem Kopf, saßen nebeneinander, hintereinander. Vor ihnen, auf einem kleinen Podest, stand ein mit Blumen und Kränzen geschmückter Sarg, eingerahmt von acht Soldaten. Ein alter Mann sprach mit fester Stimme und traurigem Gesicht.
Harry drückte auf die Fernbedienung. Nein, der Kanal war richtig. Und die Uhrzeit stimmte ebenfalls. Aus irgendeinem Grunde fiel die heutige Quizsendung aus. Harry hasste solche Programmänderungen. Er hasste es, wenn Fußballspiele ein Quiz verdrängten, wenn Olympische Spiele gezeigt wurden statt des Glücksrades, wenn an Stelle von Frage und Antwort zwei Männer zu sehen waren, die einen kleinen gelben Filzball über ein Netz schubsten. Er hasste es.
Die Stunde zog sich endlos hin. Der Alte im Fernsehen erzählte von einem guten Mann, einem großen Politiker und einem schmerzvollen Verlust. Eine Frau mit Brille und dunkelrotem Kleid kam und löste den alten Mann ab. Auch sie erzählte von einem großen Verlust für das Parlament, für das Volk und für die Welt. Über Harrys schmerzvollen Verlust sprach sie nicht.
Endlich konnte Harry auf Kanal 7 wechseln. Hier gab es das Quiz, wo zu vorgegebenen Antworten die Fragen zu bilden waren.
Harry traute seinen Augen nicht.
Statt in das fröhlich lächelnde Gesicht eines wohlbekannten Fernsehmoderators zu blicken, sah Harry eine lange Prozession von Menschen, die einem von Pferden gezogenen Wagen folgten, auf dem wieder dieser verflixte Sarg lag. Eine eingeblendete Laufschrift wies Harry darauf hin, dass wegen der Übertragung der Beisetzungsfeier des verstorbenen Kanzlers alle weiteren Sendungen ausfallen würden.
Harry stöhnte entsetzt auf. Alle weiteren Sendungen würden ausfallen! Er zappte sich durch die Kanäle seines Fernsehers. Überall die gleichen Bilder. Männer. Frauen. Politiker. Pferde. Eine Lafette mit dem Sarg. Kränze und Blumen. Menschenmassen am Straßenrand. Am Himmel donnernde Flugzeuge, die Rauch in den Nationalfarben ausstießen. Eine Militärkapelle intonierte den Trauermarsch von Chopin. Betroffene Gesichter in Großaufnahme.
Harry kannte die Gesichter, aber er kam nicht auf die dazugehörigen Namen oder Ämter. Er konnte sich einfach nicht daran erinnern. Es gab keine Fragen. Nur Bilder.
An diesem Tag sah Harry überhaupt kein Quiz. Die Tagesschau um 20 Uhr wurde radikal gekürzt, der Spielfilm fiel aus. Harry zerquetschte wütend die Kartoffelchips in tausend kleine Stücke, stieß dabei gegen das Glas mit dem Mineralwasser, das sich über den Tisch ergoss und auf den Teppich tropfte. Harry jagte - Zap Zap Zap - durch die Kanäle seines Fernsehers. Kein Quiz! Nirgendwo ein Quiz!
Harry schrie und tobte auf dem Sofa. Die Flasche Mineralwasser fiel vom Tisch und entleerte sich leise gluckernd auf dem Teppich. Völlig außer sich schleuderte Harry ein Sofakissen zwischen die Blumentöpfe auf der Fensterbank. Dann sprang er auf und riss die unterste Schublade des Wohnzimmerschrankes auf. Ganz hinten, sorgsam in einer Schachtel verpackt, in einem öligen Tuch, lag die Luger, die Offizierspistole seines Großvaters aus dem letzten Krieg.
Harry packte die Luger, rammte ein volles Magazin hinein und lud durch. Er schoss. Der Bildschirm implodierte zischend und hauchte mit einer grauen Rauchwolke sein Leben aus.
An diesem Abend ging Harry ungewohnt früh zu Bett. Er vergaß das schmutzige Geschirr in der Küche, die Zahnbürste im Bad und den Pyjama im Kleiderschrank. Er vergaß sogar zu schlafen. In Harrys Kopf drehte sich alles. Und immer wieder sah er diesen mit Blumen geschmückten Sarg.
Am nächsten Morgen, lange bevor der Wecker klingelte, erhob sich Harry von seinem Bett und zog seine Busfahreruniform an. Er rasierte sich nicht, kämmte sich nicht das Haar, ließ das Frühstück ausfallen und zog die Wohnungstür hinter sich zu, ohne abzuschließen. Eine Stunde früher als gewöhnlich rollte er mit seinem Bus vom Parkplatz.
Harry fuhr ziellos durch die Stadt, von West nach Ost, von Nord nach Süd. Irgendwann kam er an seiner Endhaltestelle am Zoo an. Er stoppte den Bus und öffnete die Türen. Menschen stiegen ein, hielten ihm ihre Monatskarten vor das Gesicht, wollten eine Fahrkarte kaufen. Harry reagierte nicht. Sein stetiges Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden. Die Leute zuckten mit den Schultern und suchten sich ihre Plätze im Bus.
Mit einem leisen Zischen, dem Todesseufzer des Fernsehers nicht unähnlich, schlossen die Türen des Busses. Langsam rollte der Bus an. Die Reifen knirschten auf dem Rollsplitt. Dumpf brummte der Motor, und ebenso dumpf starrte Harry über sein Lenkrad auf die Straße.
Auf der Brücke, die den Fluss überquerte, kam Harry die Idee. Er lenkte den Bus ganz dicht an das Brückengeländer heran und bremste. Niemand würde jetzt aus dem Bus aussteigen können.
Harry erhob sich von seinem Fahrersitz. Breitbeinig stellte er sich in den Eingang. Mit der rechten Hand zog er die Pistole aus der Tasche seiner Uniformjacke.
»Okay, Leute«, sagte Harry grimmig und hob die Rechte. »Es ist Zeit für ein Quiz!«
Die Leute sahen ihn mit aufgerissenen Augen an.
»Erste Frage«, sagte Harry. »Wer war der Idiot, für den gestern Nachmittag alle Quizsendungen abgesagt wurden?«
Harry spannte den Abzugshahn der Waffe.
»Und keine falschen Antworten, bitte!«


Und nun?


Na geht doch ;-) Habe hier nun doch schon eine nette Zuschrift bekommen. Schade dass Harry keinen DVD Player hat, vielleicht hätte ihn das abgehalten. Da kommt wohl jede therapeutische Hilfe zu spät :-( Du siehst was die Politiker mit dem kleinen Mann machen! Gute Satire.

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hawepe
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Re: Suche Romanautor bzw. Co Autor

von hawepe (14.01.2013, 08:32)
Hallo Roman2013,

Roman2013 hat geschrieben:
Habe hier nun doch schon eine nette Zuschrift bekommen.


Wenn irgendwann einmal ein Ergebnis vorliegen sollte, wäre es sehr schön, wenn du es vorstellen und über die gemeinsame Arbeit berichten würdest.

Dass du hier viel Gegenwind erleben wirst, wird dich vermutlich nicht überrascht haben. Die meisten Autoren sind viel zu sehr Individualisten, als dass sie sich für gemeinsames Schreiben erwärmen können. Leider ist belletristisches Schreiben nicht mein Metier.

Beste Grüße

Heinz

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Isautor
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Re:

von Isautor (14.01.2013, 15:05)
@hawepe:

Kann sein, trotzdem ist es nicht zuviel verlangt, das Projekt genau vorzustellen. So wusste niemand, worauf er sich einlassen würde.

Bei mir hat das nichts mit Individualistentum zu tun. Ich will wissen, was ich da machen soll, was ich dafür bekomme, in welcher Zeit es fertig sein soll. Ich bewerbe mich nicht blind um einen "Job".

Abgesehen davon hab ich in der Schlange schon zwei Leute stehen, für die ich eine Geschichte/ einen Roman schreiben soll. Und ich habe weitere Bücher in der Warteschlange.
Ich weiß, dass nicht jeder hier so denkt und ich als "Geldverdiener" schräg angesehen werde. Aber ich kann es mir gar nicht leisten, in ein Nullprojekt zum Spaß Zeit zu stecken. Ein Buch muss sich für mich lohnen, das muss was einlaufen. Eine Biografie, von der man nichts genaues weiß, ist für mich nichts Aussichtsreiches. Da müsste dann das Gehalt entsprechend sein und ich glaube nicht, dass unser Auftraggeber eine realistische Preisvorstellung hat. Sollte das anders sein, nehm ich es später zurück - wie Monika.
Seid gegrüßt,

Isautor

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mtg
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Re:

von mtg (14.01.2013, 15:10)
Isautor hat geschrieben:
Eine Biografie, von der man nichts genaues weiß, ist für mich nichts Aussichtsreiches. Da müsste dann das Gehalt entsprechend sein und ich glaube nicht, dass unser Auftraggeber eine realistische Preisvorstellung hat.

Fünfstellig - vor dem Komma. Zumindest für eine selbst recherchierte und geschriebene Biographie. Aber das nur am Rande.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (14.01.2013, 17:40)
Isautor hat geschrieben:
Eine Biografie, von der man nichts genaues weiß, ist für mich nichts Aussichtsreiches. Da müsste dann das Gehalt entsprechend sein und ich glaube nicht, dass unser Auftraggeber eine realistische Preisvorstellung hat.


Volle Zustimmung!

Wer ist die Person, über die geschrieben werden soll? Das kann ja nun bei irgendeiner Figur der Geschichte losgehen ("Hammurabi und sein Gesetzes-Codex"), über irgendwelche Menschen mit recht radikalen Ansichten weitergehen ("Das Leben und Sterben des Osama bin Laden") und bei völlig unbekannten Menschen enden ("83 Jahre Lieschen Müller - Die Tonbandprotokolle ihrer letzten Wochen").

Was mich etwas wundert, ist die Ankündigung, es müsse die Dramaturgie abgesprochen werden. Bei einer Biographie Wendepunkte, Klimax und Katharsis? Überraschend!

Der Zeitaufwand, vor allem für Recherche, ist natürlich ein ganz entscheidender Punkt. Müssen Berge von Dokumenten durchgesehen werden oder liegen alle wichtigen Dinge bereits schreibfertig vor?

Wenn ich einen Tagessatz von 200 Euro ansetze und 60 Arbeitstage mit einem Ausstoß von 4 Seiten pro Tag berechne, dann komme ich auf 240 Seiten für 12.000 Euro. Das wäre schon fast zu überlegen ... cheezygrin

Roman2013
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Re: Suche Romanautor bzw. Co Autor

von Roman2013 (14.01.2013, 18:03)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Roman2013,

Roman2013 hat geschrieben:
Habe hier nun doch schon eine nette Zuschrift bekommen.


Wenn irgendwann einmal ein Ergebnis vorliegen sollte, wäre es sehr schön, wenn du es vorstellen und über die gemeinsame Arbeit berichten würdest.

Dass du hier viel Gegenwind erleben wirst, wird dich vermutlich nicht überrascht haben. Die meisten Autoren sind viel zu sehr Individualisten, als dass sie sich für gemeinsames Schreiben erwärmen können. Leider ist belletristisches Schreiben nicht mein Metier.

Beste Grüße

Heinz


Danke Heinz sehr nett von Dir!

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Isautor
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Re:

von Isautor (14.01.2013, 18:25)
Gut. Nach dieser Reaktion logge ich ein, dass wir kein Ergebnis sehen werden. Jedenfalls für mich käme Roman 2013 als Arbeitskollege nicht in Frage.
Seid gegrüßt,



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..

von Roman2013 (15.01.2013, 00:03)
..
Zuletzt geändert von Roman2013 am 15.01.2013, 00:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re:

von Isautor (15.01.2013, 00:14)
Dein Stiel sagt mir nicht zu


:lol: :lol: :lol:

Das hätte ich an deiner Stelle jetzt auch behauptet. Stichwort Fuchs > Trauben.
Aber Säure aus Früchten wandelt sich im Körper in Basen um. Das weiß halt nicht jeder.
Trotzdem glaube ich nicht, dein Buch jemals irgendwo zu sehen. Bei der Wette bleibe ich.
Seid gegrüßt,



Isautor



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Re:

von Roman2013 (15.01.2013, 00:26)
Isautor hat geschrieben:
Dein Stiel sagt mir nicht zu


:lol: :lol: :lol:

Das hätte ich an deiner Stelle jetzt auch behauptet. Stichwort Fuchs > Trauben.
Aber Säure aus Früchten wandelt sich im Körper in Basen um. Das weiß halt nicht jeder.
Trotzdem glaube ich nicht, dein Buch jemals irgendwo zu sehen. Bei der Wette bleibe ich.


Rechtschreibfehler gefunden! Supi ;-) Du wirst Dich noch wundern. Werde mir Deine Daten speichern und Dir später dann bescheid geben wegen dem Roman :-)
Deine Geschichten sind sehr nett mit dem Meerjungen und so. Schöne Ideen... Viel Glück Euch allen

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Isautor
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Re:

von Isautor (15.01.2013, 00:40)
Ich hab mich schon gewundert, vielen Dank. Aber warum auch nicht. Ich wundere mich gern einmal. Wundern soll Freude machen.

Ich hatte dir ja schon auf deine PN hin gesagt, dass du dich am besten an das Angebot hältst, das du schon bekommen hast. Ich will jetzt nicht mal sagen, viel Glück oder so, denn dazu bist du mir zu arrogant. Kommt einfach nicht gut an, deine Art. Und entweder hast du jetzt dir einen Totalanfänger aus dem Forum geangelt, dann wird das nix. Oder du hast erstaunlicherweise einen Profi, aber dann wird's teuer und ich glaube nicht, dass du eine so hohe Summe eingeplant hast. Das ist einfach meine Meinung.

"Daten" von mir brauchst du nicht zu speichern. Es reicht völlig, wenn du den fertigen Roman dann hier vorstellst. Aber selbst wenn ich großzügig über deine freche Art hinwegsehe, dann habe ich da keine großen Erwartungen an eine Fertigstellung des Projektes.
Seid gegrüßt,



Isautor



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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (15.01.2013, 01:28)
Roman2013 hat geschrieben:
Werde mir Deine Daten speichern und Dir später dann bescheid geben wegen dem Roman :-)

Bescheid groß! Wegen des Romans!! Meine Fresse!!! Das hier ist ein Autorenpool und kein Legastheniker-Planschbecken!!!

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Prof. Elsenbrink
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Re:

von Prof. Elsenbrink (15.01.2013, 01:36)
Thomas Becks hat geschrieben:
Bescheid groß! Wegen des Romans!! Meine Fresse!!! Das hier ist ein Autorenpool und kein Legastheniker-Planschbecken!!!
thumbbup cheezygrin :twisted:

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Oukej
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Re:

von Oukej (15.01.2013, 02:51)
Wegen dem Roman. Ist halb richtig.
Des Romans wegen. Ist besser, aber nicht gebraucht.
Wegen des Romans. Ist falsch.

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