Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
guenther h. klein
Beiträge: 55
Registriert: 16.01.2013, 18:48
Wohnort: Bischoffen

Umsatzsteuer

von guenther h. klein (22.01.2013, 19:11)
@mtg Das Posting von MBT will Antworten auf ihre Fragen. Sie war sich selbst unsicher. Das wurde durch das zweite Posting bestätigt.

Ich frage mich allerdings, ob die zahlreichen Beiträge eine Antwort gegeben haben. Der Beitrag von @Oukej hat mir gut gefallen.

Die Frage ist, bin ich Vollkaufmann oder Minderkaufmann. Komme ich über 17.500 Euro oder liege ich darunter. Habe ich z.B. eine jähliche Rente von 24.000 Euro und dann noch Buchverkäufe von jährlich 1.000 Euro, dann hält der Staat seine Hand auf.

Als Kaufmann ist man für eine ordentliche Buchführung verpflichtet. Das versteht sich von selbst. Die Frage, die man sich stellen könnte, hat MBT eine Buchführung gemacht? Der Anschein lässt Fragen zu.

Wer Kaufmann ist, gibt seine Steuer verspätet ab, muss mit Zusatzgebühren rechnen. Hat man keinen Steuerfachangestellten im Haus und in greifbarer Nähe keinen Steuerberater, der einem Lexware erklärt und auf die Sprünge hilft, für den ist Umstz. Gewinn, Steuer, Wareneinkauf, und -Verkauf ein Geheimnis

Zugegeben, der Beitrag ist etwas lang geraten, zumal man sich die Frage nach Nutzen, Ertrag und Gewinn des Forums stellt. Dass Fragen, Eröterungen, Antworten auf Widerspruch stoßen, ist wohl dem Zeitgeist geschuldet.

So long

guenther
Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Goethe

www.g-h-klein.de

Sir Adrian Fish
Beiträge: 425
Registriert: 30.09.2007, 19:23
Wohnort: Hamburg

Re: Ständig Komplikationen gesucht

von Sir Adrian Fish (22.01.2013, 19:24)
Oukej hat geschrieben:
Ständig werden hier Komplikationen gesucht, wo gar keine sind.


Ich wage zu bezweifeln, ob du beurteilen kannst, ob hier ein Problem vorhanden ist oder nicht.

Oukej hat geschrieben:
Wer keine Antwort auf E-mail von BoD in 3 Wochen bekommt,
der hat die Antwort gleich im Telefon 040 – 5343 – 3511.


Wenn ich bei BoD schriftlich eine Anfrage stelle, dann wird dieses auch seinen Grund haben. Ebenso der Grund, dass ich eine schriftliche Antwort von BoD erwarte.

BoD gibt sich ja auch nicht damit zufrieden, wenn ich denen mein Buchmanuskript telefonisch durchgebe.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5861
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Umsatzsteuer

von Siegfried (22.01.2013, 21:26)
guenther h. klein hat geschrieben:
Ich frage mich allerdings, ob die zahlreichen Beiträge eine Antwort gegeben haben. Der Beitrag von @Oukej hat mir gut gefallen.


Das glaube ich. Weil dein nächster Satz zeigt, dass dein Wissen völlig veraltet ist:

guenther h. klein hat geschrieben:
Die Frage ist, bin ich Vollkaufmann oder Minderkaufmann.


Die Begriffe Vollkaufmann und Minderkaufmann wurden im deutschen Handelsrecht (HGB) bereits vor 15 Jahre abgeschafft. Genau gesagt: Im Juli 1998. Anders ausgedrückt: Es gibt keinen Vollkaufmann und Minderkaufmann mehr.

§1 HGB beschreibt, was bzw. wer ein Kaufmann ist. Art und Umfang des Gewerbes definiert den Kaufmann. Und daraus resultieren alle Pflichten, etwa Eintragung ins Handelsregister (deklaratische Erklärung), Pflicht zur Buchführung usw. Allgemein spricht man hier vom "Ist-Kaufmann".

§2 HGB legt fest, dass ein Gewerbetreibender, der nicht nach §1 automatisch Kaufmann ist, durch freiwillige Eintragung ins Handelsregister (konstitutive Erklärung) zum Kaufmann werden kann. Diese Leute nennt man "Kann-Kaufmann".

Die Regelungen mit dem 17.500 Euro bzw. 50.000 Euro Gewinn betreffen die Definition des Kleingewerbetreibenden.

Kleingewerbetreibende sind Unternehmer, aber keine Kaufleute nach HGB. Daher unterliegen sie nicht dem HGB, brauchen keine Buchführung, müssen aber eine Einnahme-Ausgaben-Rechnung vorlegen. Bei der Umsatzsteuer besteht Wahlfreiheit. Kleingewerbetreibende können sich von der USt (Verkauf) befreien lassen, dürfen dann aber auch keine Vorsteuer (Einkauf) in Anrechnung bringen. Eine Pflicht zur USt entsteht, wenn der Kleingewerbetreibende bestimmte Umsatzgrenzen übertrifft. Das sind derzeit 500.000 Euro (§ 141 AO). Kleingewerbetreibende mit USt-Pflicht versteuern gemäß Ist-Besteuerung (also erst nach Zahlungseingang durch den Rechnungsempfänger) im Gegensatz zum Kaufmann, der die USt gemäß Soll-Besteuerung zu zahlen hat (USt-Überweisung an das Finanzamt bereits durch Erstellung der Rechnung begründet).

Der Kleingewerbetreibende hat seine Gewinne, die sich aus der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ergeben, ganz normal beim Finanzamt zu versteuern. Es gelten die üblichen Einkommensteuer-Freibeträge.

Das ist der Stand von heute. 1998 ist 15 Jahre her. Vergiss solche Begriffe wie Voll- oder Minderkaufmann einfach. Du lieferst hier fehlerhaften Input.

MBTNeuss
Beiträge: 28
Registriert: 30.01.2009, 14:36

Re:

von MBTNeuss (23.01.2013, 14:13)
Zitat:
Der Umsatz mit verkauftem Buch wird jedem Autor bei BoD mit 7% versteuert und jeder Autor bekommt auf sein Konto nur den netto Gewinn überwiesen und muss sich nie mehr um die Steuer kümmern
und muss den netto Gewinn dem Finanzamt nicht melden.

Vollkommener Blödsinn.

Fakt 1:
Ich lag mit meinen Einnahmen wider Erwarten höher als die Kleinunternehmergrenze.

Fakt 2:
Das Finanzamt fordert eine Umsatzsteuererklärung von mir.

Fakt 3:
BOD hat mir die vertraglich vereinbarte Umsatzsteuer nicht gezahlt.
Ich habe Nettobeträge erhalten.

Fakt 4:
Dem Finanzamt ist das egal. Ich muss schauen, dass ich die Umsatzsteuer von BOD eintreibe. Denn zur Zahlung ist BOD bei nachgewiesener Umsatzsteuerpflicht verpflichtet.

Fakt 5:
BOD ignoriert meine Schreiben. Ich bin stinksauer.

Welchen andern Schluss lässt die Formulierung zu?
"Dem Autor wird eine Marge in Höhe von x zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer gezahlt"

Erhalten habe ich, eindeutig in meinen Gutschriften ausgewiesen:
Nettosumme x Ust. 0% Gesamtsumme = Nettosumme

Was ist daran nicht eindeutig?

Ich habe mich zwischenzeitlich anwaltlich beraten lassen.
Nach Ablauf der gesetzten Frist wird dieser tätig.

Ignoranz ist sicher kein Mittel, um Kunden zu halten.

Und der kluge Rat hinsichtlich der Telefonnummer:
Schon mal was von Nachweispflicht gehört?

Benutzeravatar
guenther h. klein
Beiträge: 55
Registriert: 16.01.2013, 18:48
Wohnort: Bischoffen

Umsatzsteuer

von guenther h. klein (23.01.2013, 16:17)
MTB Neuss,

dieses Forum ist nicht der richtige Platz für dein Anliegen.

Wenn man sich einen Steuerfachangestellten etc., der nebenbei ein paar Euro verdienen will, dann scheint mir der effektive Weg zu sein.

@Siegfried: Deine Meinung zählt für mich nicht.

Es wurde nach Datev gebucht. Die Konten und Gegenkonten mit den entsprechenden Nummern wurden von dem im Haus angehörigen Fachleuten gemacht. Solches Fachwissen ist erste Güte. It's clear.

Grüße guenther
Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Goethe



www.g-h-klein.de

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5631
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (23.01.2013, 16:32)
@ guenther

Was hat die Ausgangsfrage
MBTNeuss hat geschrieben:
Muss BOD die Beträge nachzahlen, oder muss das FA mir die gezahlten Beträge erstatten?

mit Datev zu tun? Kann es sein, dass Du hier gerade - um literarisch zu werden - die Effi Briest machst (»Der Schritt vom Wege«)?

Benutzeravatar
Oukej
Beiträge: 84
Registriert: 16.02.2012, 15:39

Re:

von Oukej (23.01.2013, 16:51)
Der Umsatz mit verkauftem Buch wird jedem Autor bei BoD mit 7% versteuert und jeder Autor bekommt auf sein Konto nur den netto Gewinn überwiesen.

Das kommt mir vor, wie die Dividenden von Telefonica. Die werden mit 19% in Spanien besteuert und mit 26,38% in Deutschland versteuert, zusammen 45,38%. Und wer die korrekte Steuer zahlen wollte, musste sich ein Konto bei einer Bank in Spanien nur deswegen öffnen und monatlich Kontogebühr 10 Euro zahlen und dann mit Formularen beim spanischen Finanzamt und beim deutschen die Hälfte der Steuer zurück verlangen. Und eine Gebühr für die Erledigung zahlen - genau so hoch wie das Geld, das man von den Finanzämter zurück bekommt.
Zuletzt geändert von Oukej am 24.06.2013, 04:07, insgesamt 4-mal geändert.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5861
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Umsatzsteuer

von Siegfried (23.01.2013, 16:54)
guenther h. klein hat geschrieben:
@Siegfried: Deine Meinung zählt für mich nicht.


Danke! Vielen Dank! Ich bin beglückt! cheezygrin

guenther h. klein hat geschrieben:
Es wurde nach Datev gebucht. Die Konten und Gegenkonten mit den entsprechenden Nummern wurden von dem im Haus angehörigen Fachleuten gemacht. Solches Fachwissen ist erste Güte. It's clear.

Grüße guenther


Was hat Datev mit der Definition "Kaufmann oder nicht" zu tun? Was hat Datev mit der Umsatzsteuerpflicht zu tun?

Bedeutet deine Antwort, dass du weiterhin Begriffe wie "Vollkaufmann" und "Minderkaufmann" als rechtsgültig betrachtest? Und dass die Definition "Kleingewerbetreibeneder" völlig egal ist?

Da meine Meinung nicht zählt, hier die Auszüge aus dem "Gabler Wirtschaftslexikon" - vielleicht zählen ja die cheezygrin

Vollkaufmann
Die frühere Unterscheidung zwischen Vollkaufmann und Minderkaufmann wurde durch das Handelsrechtsreformgesetz 1998 aufgehoben.
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Arc ... nn-v7.html

Minderkaufmann
Früher gebrauchter Kaufmannsbegriff; er wurde rechtlich bedeutungslos durch das Handelsrechtsreformgesetz 1998.
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Arc ... nn-v7.html

Kleingewerbetreibender
1. Begriff: Teilnehmer am gewerblich-industriellen Erwerbsleben, dessen Betrieb nach Art und Umfang keinen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert. Allein auf den Umsatz des Betriebes kommt es nicht an, obwohl dieser einen Anhaltspunkt geben kann.

Weitere Anhaltspunkte: Höhe des Betriebskapitals, Organisation des Betriebes etc. Die Landesregierungen können die Abgrenzung nach steuerlichen Gesichtspunkten oder anderen Merkmalen bestimmen.

2. Rechtsstellung: Der Kleingewerbetreibende ist nur Kaufmann, sofern er im Handelsregister eingetragen ist (Kannkaufmann, § 2 HGB).

3. Steuerrechtliche Behandlung:
(1) Einkommensteuerlich ist der Kleingewerbetreibende trotz seiner geringen Betriebsgröße als regulärer Gewerbetreibender zu behandeln (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, § 15 EStG).
(2) Die Gewerbesteuer knüpft an diese Beurteilung an, trägt der geringen Betriebsgröße aber dadurch Rechnung, dass sie einen Freibetrag von 24.500 Euro vorsieht (§ 11 GewStG).
(3) Umsatzsteuerlich kann ein Kleingewerbetreibender als Kleinunternehmer zu beurteilen sein, mit der Folge, dass er sich wie ein Privatmann behandeln lassen kann; die Einstufung als Kleinunternehmer ist allerdings von exakt genormten Umsatzgrenzen abhängig (§ 19 UStG).
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Arc ... er-v7.html

Im genannten §19 UStG steht zu lesen, dass keine Umsatzsteuer für Unternehmen anfällt, die im Vorjahr unter der Umsatzgrenze von 17.500 Euro lagen und im laufenden Jahr voraussichtlich die 50.000 Euro nicht überschreiten werden.

Die Berechnung von USt ist dem Kleinunternehmer freigestellt. Das ist eine individuelle Regelung mit dem lokalen Finanzamt.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5861
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (23.01.2013, 17:59)
Oukej hat geschrieben:
Wenn BoD von meinem Umsatz schon die 7% als Steuer an Finanzamt überwiesen hat, sollte ich doch keine zweite Steuer zahlen.
Wollt ihr wirklich zweimal die Steuer zahlen, wenn nur einmal gezahlt sein soll?
Oder ist 7% Steuer zu wenig, wenn der Umsatz mit Buch eine Million Euro im Jahr wäre?
Oder wollt ihr von BoD immer nur brutto Umsatz überweisen und allein an Finanzamt die 7% als Steuer schicken.
Bis jetzt sehe ich hier keine Erklärung, wozu sollte der Buchautor zweimal die Steuer zahlen und nicht nur einmal 7%.


Wer zahlt zwei Mal Steuern? Mir scheint, als hättest du bei der Umsatzsteuer das Prinzip des durchlaufenden Postens für Unternehmen nicht verstanden!

Umsatzsteuer zahlt im Endeffekt nur der private Verbraucher. Ein Unternehmen zahlt niemals Umsatzsteuer. Die holt sich das Unternehmen nämlich vom Finanzamt zurück. Nennt sich dann "Vorsteuer".

Beispiel: Ein Unternehmer betankt sein Firmenfahrzeug für 119,- Euro (100 Euro Sprit + 19% USt). Dem Tankwart gibt er 119,- Euro und bekommt eine Quittung. Die Quittung reicht der Unternehmer beim Finanzamt ein und erhält die 19% USt (hier 19,- Euro) zurück. Er kauft das Benzin also zum Nettopreis!

Kauft ein Unternehmen bei BoD Bücher, so zahlt das Unternehmen an BoD zwar den Bruttopreis (sagen wir: 9,95 Euro), aber die in diesem Preis enthaltene USt von 7% (0,65 Euro) holt sich der Unternehmer vom Finanzamt zurück.

Kauft ein Privatmensch das gleiche Buch, zahlt auch er 9,95 Euro an BoD, kann sich aber nichts davon beim Finanzamt zurückholen, weil Privatleute nicht "vorsteuerabzugsberechtigt" sind.

BoD hat nun 9,95 Euro auf dem Konto liegen. Davon gehören 9,30 Euro Bod und 0,65 Euro dem Finanzamt. BoD überweist dem Finanzamt die 0,65 Euro und alle sind glücklich.

Alle sind glücklich? Nicht ganz! Eine wilde Horde von Autoren will von BoD bezahlt werden für jedes verkaufte Buch. Im Normalfall würde ein Autor jetzt BoD eine Rechnung schreiben. Ist aber nicht notwendig, weil BoD von sich aus die Tantiemen abrechnet. Statt "Autor schickt Rechnung an BoD" gilt hier "BoD schickt Gutschrift an Autor".

Und nun wird es kompliziert.

Wenn der Autor ein Privatmensch ist, dann wird in der Gutschrift keine USt ausgewiesen. Weil der Autor als Privatmensch kein Recht hat, USt zu berechnen.

Wenn der Autor aber Unternehmer ist, dann wird in der Gutschrift die USt ausgewiesen. BoD schickt einen Teil der 0,65 Euro USt, die BoD vom Kunden erhalten hat, an den Autor weiter - und zahlt logischerweise keine 0,65 Euro ans Finanzamt, sondern nur 0,60 Euro. Die 0,05 Euro gibt BoD weiter an den Autor. Der ist nun verpflichtet, die 0,05 Euro an sein Finanzamt abzuführen. Es sei denn ...

Tja, und nun wird es wirklich interessant! Wer erhaltene USt an das Finanzamt anführen muss, darf sich für alle Einkäufe, die er im Rahmen seiner unternehmerischen Aktivitäten macht, die dort enthaltene USt von seinem Finanzamt zurückfordern.

Eine Beispielrechnung: BoD verkauft von einem Buch 1.000 Exemplare zu 9,95 Euro. Das bedeutet, dass BoD 1.000 mal 0,05 Euro USt an den Autor weitergibt. Das sind 50 Euro. Die müsste jetzt der Autor ans Finanzamt schicken. Der Autor kauft sich aber für seine schriftstellerischen Aktivitäten einen neue Computeranlage samt Software im Gesamtwerk von 1.190 Euro brutto. In dieser Summe sind 190 Euro USt. enthalten. Die USt in Einkäufen darf der Autor gegen die USt in seinen Ausgangsrechnungen bzw. Gutschriften von BoD verrechnen. Statt 50 Euro ans Finanzamt zu schicken, bekommt er nun 140 Euro vom Finanzamt zurück (190 Euro Einkauf - 50 Euro Gutschriften).

Aber wie gesagt: Es geht hier um Autoren, die gewerblich tätig sind.

Niemand zahlt zwei Mal Umsatzsteuer!

Benutzeravatar
Oukej
Beiträge: 84
Registriert: 16.02.2012, 15:39

Re:

von Oukej (24.01.2013, 03:14)
Ich habe als Autor für jedes à 25,00 Euro verkauftes Buch 4,64 Euro Marge.
Und bekomme von BoD 4,32 Euro. 7% Steuer wurde von BoD abgebucht.
Zuletzt geändert von Oukej am 24.06.2013, 04:08, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5631
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (24.01.2013, 08:49)
Oukej,

zur Klärung: Du kaprizierst Dich stetig darauf, dass BoD für »jeden« Autoren die USt. abführen würde, was so pauschal einfach nicht stimmt. Was für Dich stimmen mag, muss für andere noch lange keine Gültigkeit besitzen.

Es gibt alleine hier im Forum etliche BoD-Autoren (so auch ich), die ihre Marge zzgl. MwSt. ausgezahlt bekommen, da sie angegeben haben, dass sie USt.-pflichtig (oder auch VSt.-abzugsberechtigt) sind. Das bedeutet noch lange nicht, dass diese Forenmitglieder oder ich doppelt Steuern zahlen.

Deine weitere Aussage, man müsse Einkünfte aus dem Buchverkauf beim Finanzamt grundsätzlich nicht angeben, entbehrt jeder Grundlage und ist eine Anstiftung zur Steuerhinterziehung. Selbstverständlich müssen alle Einkünfte aus dem Verkauf offiziell im Handel erhältlicher Bücher angegeben werden (wenn Du für Deine Oma ein Buch schreibst und ein zweites Exemplar Deiner Tante verkaufst, kann man das vielleicht anders handhaben); ob sie zu einer Erhöhung der Steuerpflicht führen, steht auf einem anderen Blatt.

Von jemandem, der ein Buch über den Finanzmarkt schreibt, erwarte ich, dass er zumindest grundlegende Kenntnisse zur Steuerpflicht vorweisen kann. Schließlich sind auch Gewinne aus dem Aktienmarkt der Steuer unterworfen, wenn auch zu besonderen Bedingungen. Wenn er dagegen falsche Informationen verbreitet und auch noch beständig wiederholt, zweifele ich doch sehr an seiner Kompetenz. Und das ist keine Beleidigung, sondern eine durch Deine Beiträge belegbare Tatsache. Foren wurden gegründet, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen - aber nicht, um falsche Informationen zu verbreiten.

Übrigens: Wenn Du Dir etwas nicht vorstellen kannst, ist das eher ein Mangel an Vorstellungskraft denn ein Wissen über Tatsachen. Es gibt etliche Bücher über HIV, die von HIV-negativen Menschen geschrieben wurden, die einen Angehörigen an die Krankheit verloren haben (z.B. Reto, HIV-positiv) oder die sich mit der Krankheit eines nahestehenden Menschen auseinandergesetzt haben (z.B. Wohin Du auch gehst - Die Geschichte einer fast unmöglichen Liebe, das als Vorlage zum Film »Same same, but different genutzt wurde«).

Was das nun für Bücher über Aktien bedeutet, mögest Du Dir bitte selbst ausmalen ...

Benutzeravatar
Thomas Becks
Beiträge: 2747
Registriert: 04.09.2007, 17:47
Wohnort: Ruhrgebiet

Re:

von Thomas Becks (24.01.2013, 12:06)
Von jemandem, der ein Buch über den Finanzmarkt schreibt, erwarte ich, dass er zumindest grundlegende Kenntnisse zur Steuerpflicht vorweisen kann.

Nicht unbedingt. Die Abgeltungssteuer hält des Zockers Birne frei, zum Weiterzocken.
:twisted:
PS: Die Fratze gilt nicht Dir, Oukej, sondern dem Staat.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5861
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (24.01.2013, 13:10)
Oukej hat geschrieben:
Ich habe als Autor für jedes à 25,00 Euro verkauftes Buch 4,64 Euro Marge.
Und bekomme von BoD 4,32 Euro. 7% Steuer wurde von BoD abgebucht.
Das Buch ist nur meine Nebentätigkeit am Samstag.
Und was jetzt? Sollte ich noch wieviel Prozent an Finanzamt zahlen?


Einfache Frage: Rechnest du mit BoD deine Tantiemen auf gewerblicher oder privater Basis ab?

Die Tantiemen sind im Prinzip nichts weiter als das Ergebnis einer (deiner) Rechnungsstellung an BoD. Für jedes verkaufte Buch erstellst du (im Prinzip! Nicht im realen Leben!) eine Rechnung an BoD in Höhe der vertraglich vereinbarten Tantieme. Veröffentlichst du dein Buch auf gewerblicher Basis, darfst du BoD USt in Rechnung stellen. BoD zahlt diese USt an dich und du musst diese USt an dein Finanzamt weiterleiten. Auf der Gegenseite darfst du dann aber auch alle USt, die du für dein Buch (oder das Drumherum) zahlen musst, vom Finanzamt zurückfordern.

Veröffentlichst du hingegen rein privat, hast du kein Recht, BoD bei den Tantiemen mit USt zu belasten - und logischerweise bekommst du von deinen Ausgaben für das Buch keine USt vom Finanzamt zurück.

Du hast irgendwann eine Entscheidung getroffen, ob du dein Buch privat oder gewerblich veröffentlicht hast. Daran hält sich BoD bzgl. der USt. Wenn du dein Buch privat veröffentlichst, brauchst du auch nichts mehr ans Finanzamt zu zahlen - außer der Steuer auf den aus Buchverkäufen erwirtschafteten Gewinn.

Für jemanden, der im Finanzbereich Ratschläge gibt, verfügst du über erschreckend schwache Kenntnisse zur steuerlichen Situation! :shock::

Benutzeravatar
guenther h. klein
Beiträge: 55
Registriert: 16.01.2013, 18:48
Wohnort: Bischoffen

Umstzsteuer

von guenther h. klein (25.01.2013, 10:06)
bon giorno,

Zwei Dinge seien angesprochen.

1.Wer ein Gewerbe betreibt, hat eine Umsatzsteuererklärung zu machen. Wenn jemand für die vergangen Jahre nachzahlt, lässt den Gedanken zu, dass eine zeitnahe Buchführung nicht gemacht wurde.

2.Pure Fantasie. Nehmen wir eine weibliche Person an, die einen Blumenladen betreibt. Sie gibt ihrem Laden einen besonderen Namen:
"le petit fleur". Voila.

Nehmen wir weiterin an, dass diese Frau eine literarische Ader hat. Sie schreibt ein Buch über Blumen, Gebinde, Totenkränze und dergleichen mehr. Weil das alles so schön ist, gibt sie sich bei der nächsten Steuererklärung als freie Sachbuchautorin aus.

Das FA wird hellhörig und fragt an, um was es sich handele. Der Rest ist wieder freie Fantasie.

Arrivederci

guenther
Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Goethe



www.g-h-klein.de

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5861
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Umstzsteuer

von Siegfried (25.01.2013, 14:20)
guenther h. klein hat geschrieben:
Zwei Dinge seien angesprochen.

1.Wer ein Gewerbe betreibt, hat eine Umsatzsteuererklärung zu machen. Wenn jemand für die vergangen Jahre nachzahlt, lässt den Gedanken zu, dass eine zeitnahe Buchführung nicht gemacht wurde.


Durch Wiederholen einer fehlerhaften Aussage wird diese nicht wahrer!

Ich zitiere einfach mal:

Umsatzsteuergesetz hat geschrieben:
§ 19 Besteuerung der Kleinunternehmer
(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.
(Unterstreichungen von mir).

Im Klartext: Ein Gewerbetreibender mit weniger als 17.500 Euro Umsatz im letzten Jahr und voraussichtlich weniger als 50.000 Euro Umsatz im laufenden Jahr braucht keine Umsatzsteuer zu zahlen. Er beruft sich gegenüber dem Finanzamt auf § 19, Abs. 1, Satz 1 und das war's.

Eine nachträglich erforderliche Umsatzsteuererklärung kann entstehen, wenn der Umsatz des laufenden Jahres die 50.000 Euro Grenze durchstößt. Rechnungen, die zu Jahresbeginn ohne USt abgerechnet wurden, müssen dann gegenüber dem Finanzamt umsatzsteuerlich neu gemeldet werden. Dies ist erforderlich, da seit 2002 auch Neu-Gewerbetreibende die USt monatlich abführen müssen. Wer also im Januar den § 19, 1 UStG für sich in Anspruch nimmt, kann im Dezember plötzlich nachträglich für Januar die USt zahlen müssen. Das hat mit fehlender zeitnaher Buchführung nichts zu tun.

Ich finde es hochinteressant, wie hier im Forum mit aller Gewalt Neulingen und Unwissenden falsche Informationen untergejubelt werden, statt sich einfach die Gesetzesregelungen oder Hinweise von Existenzgründungsseiten anzuschauen. Steckt da Absicht dahinter?

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Frank_M und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.