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Büchernarr
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von Büchernarr (07.02.2013, 15:54)
Ich suche Infos über die Methoden der Christianisierung der Germanen durch Missionare wie Bonifatius etc. book:
Im Netz werde ich nicht wirklich fündig.
Hat jemand Tipps dazu? smart2

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (07.02.2013, 16:53)
Hallo Bernd,

hast du bereits Bonifatius > Fotos gegoogelt? (Wahrscheinlich ja.)
Leider erlaubt meine langsame Internetverbindung keine ausgiebige Recherche ...
Viel Glück bei der weiteren Suche.

Peter

http://www.google.de/search?q=bonifatius&hl=da&tbo=u&tbm=isch&source=univ&sa=X&ei=zssTUeKfIoiVswbWoICoCA&ved=0CEAQsAQ&biw=1093&bih=521

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (07.02.2013, 16:55)
Du hast Glück, ich recherchiere ebenfalls danach. :D
Ich kann Dir aber höchstens Tipps geben, wie unsere (Ruhrgebiet) Brukterer christianisiert wurden. Die Brukterer wurden von englischen Mönchen bekehrt. Es war der heilige Suitbertus, der zusammen mit anderen zehn Priestern und dem heiligen Willibrord erst bei den Friesen gepredigt hatte. Danach wurde Suitbert in England zum Bischof geweiht, er ging mit einigen Gefährten zu den Brukterern. Es gelang ihm, zahlreiche Gemeinden zu gründen. Er hat unteranderem in Wattenscheid gewirkt, dessen Kirche bereits 694 n. Chr. erwähnt wird. Er hat wohl auch in Bochum, Werl und Soest missioniert. Später wurde er von Sachsen, die das Brukterergau besiegt hatten, in Dorsten gefangen gehalten und grausam misshandelt. Als Pippin von Herstall 697 die Sachsen bei Sythen, nordöstlich von Haltern, schlug, zwang er sie, Suitbert freizugeben. Auf Bitten seiner Gemahlin Plektrudis gab Pippin ihm die Rheininsel Werth (Kaiserwerth) als Wohnort, wo Suitbert ein Kloster errichtete. Von dort aus pflegte er das Christentum bei den Brukterern weiter. Am 1. März 713 starb der Heidenbekehrer. Seine Gebeine ruhen in der Pfarrkirche von Kaiserwerth in einem prächtigen, mit Gold und Edelsteinen geschmückten Schrein.

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (07.02.2013, 16:59)
Danke, Peter.
Die Bilder zeigen ja auch Bekehrung durch fromme Reden, aber ich denke, das es in Wirklichkeit eher gewaltsam und blutig vonstatten ging.

holz
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Re:

von holz (07.02.2013, 17:13)
Vielleicht bringt die Suche im zvdd etwas:
http://www.zvdd.de/dms/esuche/

Dort "Suche in allen Feldern" (nach Bonifatius, Germanien etc.)

Ergebnisse z.B.
http://reader.digitale-sammlungen.de/re ... 87771.html
http://reader.digitale-sammlungen.de/re ... 42926.html

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (07.02.2013, 17:19)
Büchernarr hat geschrieben:
[...] aber ich denke, das es in Wirklichkeit eher gewaltsam und blutig vonstatten ging.

Ja, soviel ich weiß, haben die Franken die heiligen Bäume der Unbekehrbaren und deren Priester gleich mit in Brand gesetzt. Die Franken sind übrigens kein alter Stamm gewesen, Angehörige aller möglichen Stämme, die sich in Germania Libera zusammengerottet haben und die Rheinseite der Römer besetzt hielten, nannten sich Franken (die Wilden) und wurden grundsätzlich so von den Römern genannt. Genauso waren die Alemannen kein alter Stamm. Auch die Alemannen setzten sich aus vielen alten Stämmen zusammen, damit waren tatsächlich alle Männer verschiedener Stämme gemeint.

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (07.02.2013, 18:31)
Die Sachsen mussten folgenden Spruch in ihrer Sprache sagen; Ek forsaco allum diaboles uuercum and uuortum, Thunaer ende Uoden ende Saxnote and allum them unholdum the hiras genotas sind. – Ich schwöre allen teuflischen Werken und Worten ab, Donar und Wodan und Saxnot und allen Unholden, die ihre Genossen sind. So sah die Taufe aus. Vorher fand eine Hinrichtung nahe Verden statt. Dabei wurden 4500 sächsische Heiden getötet, Widerständler, die von sächsischen Edlen an König Karl ausgeliefert wurden. Das war im Jahr 785.

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (07.02.2013, 20:19)
Wohl auch sehr interessant in diesem Zusammenhang: Die Missionierung Skandinaviens.

Während die normale Predigt im Normalfall friedlich von statten ging und die Missionare die Heiden durch Worte und auch durch gutes Beispiel zu überzeugen suchten, ging die Predigt ohne Worte oftmals mit Gewalt und Übergriffen auf die paganen Heiligtümer und Kultplätze einher. ( ... ) Um die fünfzig Berichte von zerstörten Heiligtümern sind bekannt und bereits im Jahre 601 gab Papst Gregor der Große die Anweisung heraus, dass die Götzenbilder der Heiden zu zerstören seien, während die Kultgebäude zu Kirchen umfunktioniert werden sollten um der Bevölkerung den Übertritt zum Christentum zu erleichtern. Im Gegensatz dazu steh die Forderung verschiedener skandinavischer Könige auch die Kultplätze selber zu zerstören. Gerade der König Harald Blauzahn, de facto nur Herrscher über Ostnorwegen lieferte sich blutige Kämpfe mit dem heidnischen Jarl Hakon von Hladir um die Macht, wobei die Einigung unter dem christlichen Glauben ein offizieller Grund für die Kämpfe war. Ebenso handelte auch König Olaf Tryggvason. Er schaffte es Jarl Hakon zu besiegen und ließ in der Folge sämtliche paganen Heiligtümer niederreißen und als Zeichen der Christianisierung steinerne Kreuze aufstellen. Auch ansonsten Griff Olaf Tryggvason zu brutalen Mitteln. Die Missionierung Islands schien im zu langsam fortzuschreiten und so drohte er mit der Hinrichtung sämtlicher sich in Norwegen befindlicher Isländer, wenn diese das Christentum nicht annähmen. Die Isländer selbst hingegen regelten die Religionsfrage auf eine ganz eigene Weise: auf dem Allthing des Jahres 1000 kam es zum Streit zwischen Christen und Heiden, nach welchen Gesetzen man leben solle. Die Auflösung eines gemeinsamen Gesetzes wäre gleichbedeutend mit der Auflösung des Friedens gewesen und so wurde der Heide Thorgeirr Ljosvetningagodi damit beauftragt eine Entscheidung zu fällen. Dieser kam zu dem Schluss, den christlichen Glauben offiziell anzunehmen, aber den alten Kult im privaten weiter zu gestatten. Diese unblutige Entscheidung ist wohl die bekannteste der skandinavischen Missionierungsgeschichte.

Author Oliver Schubert


http://www.freystatt.eu/MissionierungSkandinaviens

Gruß aus dem Norden,
Peter

P.s.:
Zumindest einige der Illustrationen, auf die ich mitsamt Link hingewiesen habe, entstammen trotz vermeintlich beschaulicher Szenerie recht interessanten Websites.

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (08.02.2013, 08:30)
Hallo Holz, Peter und Thomas,
Ihr habt mir sehr weitergeholfen.
Danke thumbbup

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