Schrifttyp und Schriftgröße bei Kinderbüchern

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Judith
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Re:

von Judith (28.05.2013, 16:22)
Ich bin etwas überrascht, dass ihr hier solche Experten seid. Die großen Kinderbuchverlage scheinen sich ebenso zu irren wie die Kinder selbst.

Dass ich damals "Hannahs kunterbunte Geschichten" in serifenloser Schrift auf den Markt gebracht hatte, lag daran, dass Kinder mit den Schnörkeln ihre Probleme hatten. Zweitklässler sagten mir selbst, dass sie die neue (serifelnose) Schrift viel besser lesen könnten.

Was die Schriftgröße betrifft: Ich habe im Jahr um die hundert Lesungen, jeweils vor ca. 50 - 60 Kindern. Davon ist etwa die Hälfte 2./3. Klasse, also mehrere tausend Kinder in dieser Erstlesealtersgruppe. Bei Lesungen spricht man auch übers Lesen. Und ich höre von Kindern, dass/ob sie "schon" mit kleine(rer) Schrift klarkommen oder nicht. Das haben ihnen nicht die Eltern oder Lehrer vorgegaukelt, dazu sind Kinder viel zu ehrlich. Schaut euch nur mal ein g von Arial oder von Times New Roman an. Die Kinder lernen die einfache Form und müssen sich die Buchstaben mit Serifen erst mal erschließen.

Klar gibt es Ausnahmen. Ich konnte sogar schon mit 9 Jahren altdeutsche Schrift lesen, weil ich unbedingt wollte und habe es mir angeeignet. Aber man sollte nicht von den extremen "zwangsmäßigen" Leseratten ausgehen.

Für uns ältere sind Serifen besser zu lesen. Vor allem, wenn man schon eine Lesebrille braucht.

Grüßle
Judith
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (28.05.2013, 19:31)
Judith hat geschrieben:
Ich bin etwas überrascht, dass ihr hier solche Experten seid.


Ich bin alles andere als ein Experte in Kinderbüchern. Ich habe nur praktische Beispiele von Kinderbüchern geliefert - die alten, heute noch immer existenten "Pixi-Bücher" und eine im letzten Jahrzehnt recht erfolgreiche Kinderbuchserie vom Baumhaus-Verlag. Beide Quellen benutzen keine serifenlose Schrift. Dazu kann jede/r denken, was er/sie mag.

Judith hat geschrieben:
Dass ich damals "Hannahs kunterbunte Geschichten" in serifenloser Schrift auf den Markt gebracht hatte, lag daran, dass Kinder mit den Schnörkeln ihre Probleme hatten. Zweitklässler sagten mir selbst, dass sie die neue (serifelnose) Schrift viel besser lesen könnten.


Ich vermute, dass dies eine Folge des Grundschulunterrichts ist. Ich erinnere mich gut daran, wie ich in der Grundschule lesen und schreiben gelernt habe. Das war die so genannte "Lateinische Ausgangsschrift". Der Großbuchstabe "S" z. B. bekam oben einen Schnörkel.

Inzwischen geht man an den Grundschulen dazu über, statt Schreibschrift eine Art Druckschrift zu lehren (die Hamburger Druckschrift, die keine Verbindungen zwischen den einzelnen Buchstaben kennt). Von daher ist es nachvollziehbar, dass Zweitklässler mit buchstabenverbindenden Serifenschriften ihre Probleme haben.
Dateianhänge
Hamburger_Druckschrift.jpg
Hamburger Druckschrift
La-ges.jpg
Lateinische Ausgangsschrift
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Judith
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Re:

von Judith (28.05.2013, 20:44)
Genau, Siegfried, die Zeiten ändern sich.

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ich habe eben ein paar neuere Bilderbücher angesehen, die für die Altersgruppe gedacht sind. Da gibt es beides. Die einen mit, die anderen ohne Serifen.

Grüßle
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (29.05.2013, 02:10)
Ha! Endlich kann ich mal Werbung für mein englisches E-Book machen.
Also! Meine Schrift ist eine Serifenschrift, aber das ist auch egal, da mein Buch den Text-to-Speech (Vorlesemodus) hat. Natürlich nur über den Kindle Fire.
http://www.amazon.de/Farmer-John-Metal- ... 7&sr=1-1#_

Gruß
Thomas

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SandraR
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Re:

von SandraR (29.05.2013, 05:33)
Ich möchte noch anmerken, dass ein Kinderbuch nicht nur durch die Schrift sondern durch einen größeren Zeilenabstand seine Lesbarkeit für Kinderaugen bekommt. Größerer Zeilenabstand gilt übrigens auch für Bücher deren Zielgruppe Senioren sind.

Warum viele Verlage es heute falsch machen, lässt sich einfach beantworten: Setzer war mal ein Beruf, (4 jährige Ausbildung) mit dem Ende des Bleisatzes verschwand er und viele Verlage leisten sich ganz einfach keinen Setzer mehr.
Ich hatte das Glück, noch während meiner Schulzeit in einer Druckerei mein Taschengeld aufzubessern, mit Bleisatz...da habe ich vieles gelernt was mir heute noch zu gute kommt thumbbup und Schreibschrift lernen Kinder sicherlich bis Heute...oder haben wir in 20 Jahren eine Generation die nur noch Blockbuchstaben kann? Wohl kaum cool5 es reichen schon die Leute die zwei Zahlen nicht im Kopf zusammen rechnen können cheezygrin
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