Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Thalia

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joevonder
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Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Thalia

von joevonder (24.06.2013, 08:27)
Ich habe festgestellt, dass nach hugendubel nun auch die eBooks, von BoD Autoren, bei buch.de und deren angeschlossener Firmen wie Thalia verschwunden sind. Ist schon sehr traurig. :-(

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Siegfried
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Re: Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Tha

von Siegfried (24.06.2013, 09:31)
joevonder hat geschrieben:
Ich habe festgestellt, dass nach hugendubel nun auch die eBooks, von BoD Autoren, bei buch.de und deren angeschlossener Firmen wie Thalia verschwunden sind. Ist schon sehr traurig. :-(


Ich sag's mal ganz, ganz böse aus der Sicht von Hugendubel & Co.:
Wären die Bücher - Print wie eBooks - von BoD-Autoren in der Qualität besser, dann würden Hugendubel & Co sie auch anbieten.

So ist nun mal das (Geschäfts-)Leben ...
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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (24.06.2013, 09:52)
:twisted:

Ich krieg langsam die Krise. Immer dieses "BoD-Bücher sind qualitativer Müll" Bla Bla Bla

Wofür gibt es denn BoD und andere Anbieter?
Wenn ohnehin nur Top-Qualität erwartet wird, dann sollten alle gleich zu nem Verlag gehen und dort veröffentlichen....sollte dann ja nicht sos chwer sein.

Viele von den BoD-Autoren leben nicht vom Schreiben, müssen es nicht, haben vielleicht einen Hauptjob.

Mal ein Rechenexempel, und bitte keine Diskussionen von wegen "Das geht auch billiger!":

Ein Lektorat kostet 5€ pro Normseite. Bei 200 Normseiten sind das 1000€
Angenommen, du bist in Photoshop ein Vollpfosten, rechne nochmal 250€ für ein cover drauf, wenn es professionell gestaltet ist.
Dazu noch die BoD-Kosten von rund 60€ für die gesamte Laufzeit.

Macht 1300€ (rund)...
Selbst wenn du 1€ Marge nimmst, musst du 1300 Bücher veraufen, um die Kosten zu decken! Von Gewinn wollen wir nicht reden....

Klar gibt es Beispiele, wo es sehr gut funktioniert hat, Bücher über PoD zu veröffentlichen.

Aber dass immer gesagt wird "BoD-Bücher sind qualitativ mies"...mag sein dass es einige gibt, aber fragt euch selbst, ob ihr mit Verlagsbüchern mithalten könnt.
Ich kann es nicht, ich will es nicht und bin froh über BoD.

Sind wir ehrlich:

Wie viele deutsche Bücher (erfolgreich im Sinne von "Twilight" oder "Shades of Grey") sind in den letzten Jahren veröffentlicht worden?

Mir fällt spontan nicht eine einzige ein.
Aber sind die qualitativ einwandfrei? Hier fehlt n Wort, da ist ein Komma falsch gesetzt...aber professionell lektoriert und massiv beworben.
Ganz ehrlich: Wenn solche großen Verlage ganze Wörter vergessen, dann ist es eine Frechheit auf Autoren rumzuhacken, wenn die mal bei der Zeichensetzung ein wenig kreativer werden. Die haben weder das Budget noch das Wissen!

Entschuldigt wenn ich hier gerade ein wenig explodiere, aber jedes Mal wenn das Gespräch auf dei Qualität von BoD-Büchern kommt, platzt mir einfach der Kragen.

Ich möchte mit folgendem Satz niemanden direkt angreifen, auch wenn er so formuliert ist:


Wenn es Euch nicht passt, dass einige nun einmal keine fehlerfreien Bücher veröffentlichen, und Euch damit die Chance verbauen, bei Thalia und Hugendubel erhältlich zu sein (vielleicht sogar ausgestellt), dann sucht euch verdammt nochmal einen Verlag und lasst denen eine Chance, die nicht so ambitioniert sind wie ihr....ehrlich mal!

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (24.06.2013, 10:22)
Und ich wage die Prognose: Zumindest bei buch.de weden die E-Books wieder auftauchen. Dort verschwinden die schon mal ein paar Tage, um dann wieder erhältlich zu sein, auch von anderen Verlagen.

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Klopfer
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Re: Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Tha

von Klopfer (24.06.2013, 15:44)
Siegfried hat geschrieben:
So ist nun mal das (Geschäfts-)Leben ...


Die Qualität der Bücher spielt für das Geschäftsleben von Hugendubel und Co. wohl die geringste Rolle, eher die geringen Absatzzahlen der allermeisten BoD-Bücher im Vergleich zu den Arbeitskosten, die das Einpflegen des BoD-Bestands in das eigene Sortiment verursacht.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.06.2013, 15:58)
ZeroEnna hat geschrieben:
Aber dass immer gesagt wird "BoD-Bücher sind qualitativ mies"...mag sein dass es einige gibt, aber fragt euch selbst, ob ihr mit Verlagsbüchern mithalten könnt.
Ich kann es nicht, ich will es nicht und bin froh über BoD.


Es sind nicht "einige" - es sind "viele". Meist reicht bei Amazon ein "Blick ins Buch", um feststellen zu können, wie ernst es der Autor oder die Autorin mit dem Buch meint,

Und niemand verlangt von dir, 1.300 Euro oder mehr auszugeben für Dinge, die man sich selbst beibringen kann.

ZeroEnna hat geschrieben:
Sind wir ehrlich:

Wie viele deutsche Bücher (erfolgreich im Sinne von "Twilight" oder "Shades of Grey") sind in den letzten Jahren veröffentlicht worden?


Gugge mer mal (deutsche Erfolgsautoren des Jahres 2012):

Wolfgang Herrndorf - Tschick (Auflage 750.000 Stück)
Timur Vermes - Er ist wieder da (Auflage 400.000 Stück)
Charlotte Link - Im Tal des Fuches (Auflage unbekannt; Link liegt für alle Bücher bei ca. 20 Millionen)
Corina Bomann - Die Schmetterlingsinsel (Auflage 100.000 Stück)
Nele Neuhaus - Böser Wolf (Auflage unbekannt; Neuhaus liegt bei 3,5 Millionen Gesamtauflage)
Sebastian Fitzek - Abgeschnitten (Auflage unbekannt; Fitzek liegt bei 3,5 Millionen Gesamtauflage)

Es gibt sie also, die deutschen Bestsellerautoren. Anscheinend sind diese Autoren an dir vorbeigegangen. Aber das ist nicht das Problem.

ZeroEnna hat geschrieben:
Wenn solche großen Verlage ganze Wörter vergessen, dann ist es eine Frechheit auf Autoren rumzuhacken, wenn die mal bei der Zeichensetzung ein wenig kreativer werden. Die haben weder das Budget noch das Wissen!


Wenn Bücher aus großen Verlagen fehlerhaft sind, ist das mindestens ebenso schlecht wie bei BoD-Büchern. Aber sind fehlerhafte Bücher von bekannten Verlagshäusern eine Berechtigung, selbst schlechte Arbeit abzuliefern?

Und ich bin weiterhin der Auffassung: Wenn ich als Autor bei mir Defizite in Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Dramaturgie feststelle, dann bin ich es mir selbst und den Lesern schuldig, diese Defizite zu beseitigen. Wenn Der Verlag xyz schlecht korrigierte und lektorierte Bücher auf dem Markt wirft, bedeutet das doch nicht, dass ich diesem Trend hinterher laufen muss.

ZeroEnna hat geschrieben:
Entschuldigt wenn ich hier gerade ein wenig explodiere, aber jedes Mal wenn das Gespräch auf dei Qualität von BoD-Büchern kommt, platzt mir einfach der Kragen.


Mir platzt der Kragen, wenn Leute einfach nicht bereit sind sich zu verbessern, weil andere Leute schlechte Arbeit abliefern. cheezygrin Wenn ein Händler tonnenweise Gammelfleisch auf dem Markt wirft, bedeutet das doch nicht, dass ich dann auch Gammelfleisch unter das Volk bringen darf.

ZeroEnna hat geschrieben:
Wenn es Euch nicht passt, dass einige nun einmal keine fehlerfreien Bücher veröffentlichen, und Euch damit die Chance verbauen, bei Thalia und Hugendubel erhältlich zu sein (vielleicht sogar ausgestellt), dann sucht euch verdammt nochmal einen Verlag und lasst denen eine Chance, die nicht so ambitioniert sind wie ihr....ehrlich mal!


Die, die nicht ambitioniert sind, werden bei Hugendubel & Co aussortiert - und jammern darüber. Das ist das Problem. Du bist offenbar der Auffassung, dass schlechte Ware sich in guten Läden verkaufen muss und der Laden sich später anhören muss, was für einen Schund man dem Kunden anbietet?
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (24.06.2013, 16:02)
Möglicherweise vergesst ihr in dieser Diskussion den Aspekt WERBUNG.
Gute Verlage werben für die Bücher ihrer Autoren, sie investieren auf vielfältige Weise, so dass die Buchhändler ihren begrenzten Platz mit Waren auslegen, von denen zu erwarten ist, dass entweder die Bücher oder die Autoren bereits so bekannt sind, dass Nachfrage danach besteht oder angeregt wird.

Ich meine, richtig gute Werbung ist das A und O. Wir können von unseren BoD Büchern 1000 oder 100000 Flyer drucken lassen und sie zielgerichtet (!) verteilen, das bringt nur in sehr speziellen Fällen etwas. Wenn ein Buch im Spiegel oder in der Zeit beworben / umworben / rezensiert etc. wird, "scheint" dies schon für die Qualität des Buches zu sprechen. Ich sage "scheint", weil Qualität das Eine, "Gefallen" das Andere ist.

Aber dahin muss es ein Buch erst mal schaffen.

Ich habe mir in Leipzig auch dieses Jahr wieder einige Bod-Bücher genauer angesehen - zum Kaufen angeregt hat mich keins davon (allerdings besitze ich gute bod-Bücher, teils erworben, teils wurden sie mir von netten Kollegen geschenkt.

Haifischfrau
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Siegfried
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Re: Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Tha

von Siegfried (24.06.2013, 16:03)
Klopfer hat geschrieben:
Die Qualität der Bücher spielt für das Geschäftsleben von Hugendubel und Co. wohl die geringste Rolle, eher die geringen Absatzzahlen der allermeisten BoD-Bücher im Vergleich zu den Arbeitskosten, die das Einpflegen des BoD-Bestands in das eigene Sortiment verursacht.


Prinzipiell hast du vermutlich Recht. Allerdings stellt sich die Frage, warum Läden wie Hugendubel sich dann sogar weigern, Einzelbestellungen von Kunden, die ein BoD-Buch haben wollen, anzunehmen - während die Einzelbuchbestellung eines nicht vorrätiges Werkes aus dem unbekannten Kleinverlag klaglos durchgeführt wird. Der Arbeitsaufwand dürfte in beiden Fällen gleich sein. Da schwingt mir doch ein gewisses "Naserümpfen" mit ...
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hawepe
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Re: Nach hugendubel nun auch keine BOD E Books mehr bei Tha

von hawepe (25.06.2013, 08:14)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Allerdings stellt sich die Frage, warum Läden wie Hugendubel sich dann sogar weigern, Einzelbestellungen von Kunden, die ein BoD-Buch haben wollen, anzunehmen - während die Einzelbuchbestellung eines nicht vorrätiges Werkes aus dem unbekannten Kleinverlag klaglos durchgeführt wird.


Das mag so bei Hugendubel sein, ansonsten sieht die Realität so aus, dass auch aus Kleinverlagen nur sehr ungern oder gar nicht bestellt wird. Mir ist es jedenfalls schon in mehreren Buchhandlungen unterschiedlicher Größe passiert, dass Bestellungen abgelehnt wurden und ich auf Amazon verwiesen wurde.

Beste Grüße

Heinz

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hawepe
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Re:

von hawepe (25.06.2013, 08:30)
Hallo ZeroEnna,

ZeroEnna hat geschrieben:
Wofür gibt es denn BoD und andere Anbieter?


Damit sie jeden Schrott drucken? Und damit Möchtegern-Autoren trotzdem in den Buchhandel kommen?

Wenn ohnehin nur Top-Qualität erwartet wird,


Solange es für viele BoD-Autoren ganz selbstverständlich ist, miese Qualität abzuliefern, darf man sich nicht wundern, wenn der Buchhandel nur sehr schwer zu bewegen ist, BoD-Bücher anzubieten. Der Buchhandel ist kein Sozialwerk für notleidende Autoren, sondern ein Wirtschaftszweig.

Viele von den BoD-Autoren leben nicht vom Schreiben, müssen es nicht, haben vielleicht einen Hauptjob.


Und deshalb dürfen sie abliefern, was sie wollen, und sich dann auch noch beschweren, dass der Buchhandel sie negiert?

Aber dass immer gesagt wird "BoD-Bücher sind qualitativ mies"...mag sein dass es einige gibt, aber fragt euch selbst, ob ihr mit Verlagsbüchern mithalten könnt.
Ich kann es nicht, ich will es nicht und bin froh über BoD.


Wenn du nicht Qualität liefern willst, beschwer dich nicht über den Buchhandel.

Kaufst du deine Brötchen eigentlich bei einem Bäcker ein, der keine Lust hat, mit anderen mitzuhalten, sondern minderwertige Qualität anbietet?

Sind wir ehrlich:

Wie viele deutsche Bücher (erfolgreich im Sinne von "Twilight" oder "Shades of Grey") sind in den letzten Jahren veröffentlicht worden?


Dass die der Überblick fehlt, ist kein Beweis. Außerdem: Eine Hausnummer kleiner geht es nicht? Aber ich verstehe schon, der Beweis muss her, egal wie und ob es ein Beweis ist. Der Zweck heiligt schließlich die Mittel.

Aber sind die qualitativ einwandfrei? Hier fehlt n Wort, da ist ein Komma falsch gesetzt...aber professionell lektoriert und massiv beworben.


Ob in einem Buch 10 oder 500 Fehler sind, ist egal. Ich verstehe. Und da es ohnehin keine fehlerfreien Bücher gibt, ist es egal, wie das eigene aussieht.

Ganz ehrlich: Wenn solche großen Verlage ganze Wörter vergessen, dann ist es eine Frechheit auf Autoren rumzuhacken, wenn die mal bei der Zeichensetzung ein wenig kreativer werden. Die haben weder das Budget noch das Wissen!


Eben, diese Autoren geben anderen und besonders dem Buchhandel lediglich viele Ratschläge. Ist ja nicht ihr Geld, das sie in den Sand setzen, sondern das anderer Menschen. Und die sind einem so etwas von egal :twisted:

Entschuldigt wenn ich hier gerade ein wenig explodiere, aber jedes Mal wenn das Gespräch auf dei Qualität von BoD-Büchern kommt, platzt mir einfach der Kragen.


Komisch, wie die Forderung nach Qualität hier immer für Wutausbrüche sorgt.

Wenn es Euch nicht passt, dass einige nun einmal keine fehlerfreien Bücher veröffentlichen, und Euch damit die Chance verbauen, bei Thalia und Hugendubel erhältlich zu sein (vielleicht sogar ausgestellt), dann sucht euch verdammt nochmal einen Verlag und lasst denen eine Chance, die nicht so ambitioniert sind wie ihr....ehrlich mal!


Damit hast du dich jetzt endgültig disqualifiziert. Aber gut. Eindringlicher kann man vor seinen eigenen Büchern nicht warnen.

Beste Grüße

Heinz

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mtg
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Re:

von mtg (25.06.2013, 09:05)
Diese Stelle (von mir hervorgehoben) gefällt mir besonders gut:

ZeroEnna hat geschrieben:
Wenn solche großen Verlage ganze Wörter vergessen, dann ist es eine Frechheit auf Autoren rumzuhacken, wenn die mal bei der Zeichensetzung ein wenig kreativer werden. Die haben weder das Budget noch das Wissen


Dass man mit Geld automatisch Qualität erlangt, ist eine Mär. Ich erinnere nur an Florence Foster-Jenkins, die auch trotz eines nicht unbeträchtlichen Vermögen ihres Ehegesponses keine große Sängerin wurde. Ihr fehlte schlicht die Basis dafür - auch wenn sie heute in »wissenden« Kreisen Kult ist. Die fehlende Basis dürfte auch bei vielen BoD-Autoren der Grund sein sein. Hier ist aber auf den Kult-Faktor nicht unbedingt zu vertrauen; schließlich kann auch der beste Lektor aus einer schlechten Vorlage keinen Bestseller machen - nicht einmal, wenn sich der BoD-Autor dabei gegen seinen eigentlichen Willen verbiegen (lassen) müsste. Ich erinnere nur an die Worte des großen Philosophen Otto Rehagel: »Geld schießt keine Tore«.

Wem Wissen fehlt, der sollte sich halt nicht auf ein Terrain wagen, in dem man ohne Wissen nicht auskommt. Oder aber für jede Hilfestellung dankbar sein.

Dass es BoD gibt, ist übrigens kein Freibrief für die Ablieferung schlechter Qualität. Die schlichte Existenz der Prostitution rechtfertigt ja auch nicht den Ehebruch.

Detlef Schumacher
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Re:

von Detlef Schumacher (25.06.2013, 14:39)
arte-Doku vom April 2013: http://www.youtube.com/watch?v=VJay4OTQtMM

Herr Gerschwitz, habe Obiges angeklickt und Folgendes lesen müssen:

[b]"HIV Positiv-Aids..." Das mit diesem Video verbundene YouTube-Konto wurde aufgrund merhrerer Meldungen Dritter über Urheberrechtsverletzungen gekündigt.

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mtg
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Re:

von mtg (25.06.2013, 15:07)
Danke für den Hinweis! War ja nicht mein Konto :-)
Dann muss man jetzt eben mit Ausschnitten leben: http://www.youtube.com/watch?v=o3ePc--qmiI

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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (25.06.2013, 15:47)
Okay, anscheinend habe ich mich mal wieder etwas falsch ausgedrückt...deshalb n paar Comments von mir zu Euren Antworten:

Aber sind fehlerhafte Bücher von bekannten Verlagshäusern eine Berechtigung, selbst schlechte Arbeit abzuliefern?


Selbstverständlich nicht. Ich frage mich nur, warum Indie-Autoren für solche Fehler (in Qualität und Quantität der Fehler) in Grund und Boden gestampft werden, während Verlage damit "durchkommen".

Du bist offenbar der Auffassung, dass schlechte Ware sich in guten Läden verkaufen muss und der Laden sich später anhören muss, was für einen Schund man dem Kunden anbietet?


Ich stelle nur die Hypothese auf, dass die BoD-Autoren, die sich selbst für ambitioniert halten, denen die Schuld geben, die eben nicht so ambitioniert sind.
Das Problem ist doch: Der BoD-Markt ist offen für alle.
Nochmal: Ich heiße es nicht gut, dass Fehler unverbessert bleiben. Ich habe selbst bei meinem aktuellen Buch größte Sorgfalt walten lassen.
Aber trotzdem sollte man die Inhalte eines BoD-Buchs nicht mit den Maßstäben eines Verlagsbuchs messen, auch wenn diese noch so schlecht und fehlerhaft sind.

Eindringlicher kann man vor seinen eigenen Büchern nicht warnen.


Schlechte Publicity ist besser als keine ;)

Ich behaupte nicht, dass ich Fehlerfrei bin. Ich habe nicht das nötige Budget für ein fehlerfreies Buch. Ich bemühe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten, nahezu alle Fehler, die ich nach mehrmaligem Durchsehen finde, auszubügeln.

Ich kenne selber Bespiele aus meinem Bekanntenkreis, wo die Textqualität unterirdisch ist, also weiß ich, dass es auch noch schlechter geht als das, was ich "fabriziere".

Aber (und das sage ich jetzt ganz neutral) ich finde es unfair, dass Autoren, die eben nicht das nötige Kleingeld haben, um das Buch professionell lektorieren zu lassen, von den "BoD-Profis" als Sündenbock missbraucht werden.

Klar ist es scheiße, wenn alle darunter leiden müssen, dass 90% der BoD-Bücher (für die meisten zähle ich garantiert auch dazu, weil ich eben kein Profi bin der solange am Text rumfeilt bis auch das letzte Komma perfekt sitzt) einfach nur grottenschlecht ist. Klar finde ich es auch scheiße, wenn mein Buch wegen solchen Vollpfosten nicht bei Thalia ausgestellt wird.


Ich glaube grundsätzlich erstmal daran, dass ein Text gut ist, bin deshalb auch von meinen überzeugt.
Höre ich dann aber, dass so viele sich über schlechte Qualität beklagen, geht mir (verzeiht) der Arsch auf Grundeis.
"Ist meine Story überhaupt gut genug? Oder gehöre ich zu denen, die den anderen ihren Erfolg vermiesen, weil ich mein Buch rausbringe und damit wieder ein Beispiel für schlechte Qualität liefere?"
Dann schaue ich mir Text an, die als "Beispiele" angeführt werden. Hinterher sehe ich meinen eigenen Text noch kritischer, denn die angeblichen "Beweise" für schlechte Qualität müssten nur mal durch einen Lektor bearbeitet werden, und schon wären sie gut....
Und wenn ich mir dann die Reaktionen auf meinen Beitrag ansehe frage ich mich immer mehr, welche Autoren überhaupt das Recht haben, Bücher zu veröffentlichen?

Wenn Qualität über alles geht....Ich verliere dank solcher Beiträge immer mehr die Lust, überhaupt etwas zu veröffentlichen. Es wird ja doch nicht den Ansprüchen der BoD-Profis genügen und als Beispiel angeführt, warum die kein einziges Buch in den Buchhandel bringen....

@hawepe: Ganz nebenbei schätze ich Deine Arbeit für eine bessere Qualität von BoD-Büchern, dein Buch über den Buchsatz steht auch in meinem Regal.

Das Beispiel mit den deutschen Erfolgsautoren war etwas Unglücklich, ich hätte über "Serien" sprechen sollen. Mir ist keine deutsche Serie bekannt, die in letzter Zeit für Furore gesorgt hat. Ich spreche nur von Fantasy-Literatur da das mein primäres Genre ist.
Angefangen von "House of Night" über "Night School" bis hin zu "Hunger Games", "Cassia & Ky"..... alles amerikanische Serien, die importiert und übersetzt wurden....echt schade, es gibt sehr viele talentierte Schreiber aus unserem Land, die sich jetzt das Wasser im Pool mit den Flachzangen teilen müssen, die einfach nur grottige Qualität abliefern....
Positives Beispiel aus Frankreich: Oksa Pollock, aber ich schweife ab...

Dass man mit Geld automatisch Qualität erlangt, ist eine Mär.


Stimme ich zu, aber es kann ein rostiges Fahrrad wieder fahrtüchtig machen. Es kann einen guten Text zu einem Brillianten machen.

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mtg
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Re:

von mtg (25.06.2013, 15:56)
ZeroEnna hat geschrieben:
Es wird ja doch nicht den Ansprüchen der BoD-Profis genügen und als Beispiel angeführt, warum die kein einziges Buch in den Buchhandel bringen....

Siehst Du - das ist schon wieder der Grundfehler in der Denke. Die Ansprüche stellt der Leser, der für Dein Buch Geld ausgeben soll. Und damit erwirbt er ein Recht auf Qualität. Dabei ist es ihm völlig egal, was andere Autoren - BoD oder nicht - denken oder wieviele Fehler in anderen Büchern - BoD oder nicht - sind.

Wenn Du der Meinung bist, dass das, was Du veröffentlichen willst, den Leser ansprechen soll, dann solltest Du schlicht die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen - und kein Jota darunter.

Und - ganz brutal: Wer den Ansprüchen seiner Zielgruppe nicht gerecht wird (oder noch schlimmer: nicht gerecht werden will), fliegt halt vom Markt - bzw. sollte das Veröffentlichen lieber ganz lassen ...

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