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Andreas Adlon
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Re:

von Andreas Adlon (26.07.2013, 07:04)
Verstanden, Herr Lehrer :D

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (26.07.2013, 07:47)
Andreas Adlon hat geschrieben:
Verstanden, Herr Lehrer :D


Gibt es kein Forum, speziell für Streitsuchende Id.....?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (26.07.2013, 14:25)
Klopfer hat geschrieben:
Siegfried, ich kann nachvollziehen, dass dich die Kritik nervt. Aber es ist echt unfair den vielen engagierten und guten Lehrern gegenüber, dass du dich hier vom Begriff "Lehrer" beleidigt fühlst, obwohl "Ich arbeite also wissensvermittelnd, arbeitsfördernd, sozialisierend und motivierend" genau die Beschreibung eines guten Lehrers ist. Und solche Lehrer sind nun wirklich nicht selten.


Sorry, wenn ich dir da widersprechen muss, aber meine Erfahrungen sind da gänzlich anders. Meine aktuellsten Erfahrungen beziehen sich dabei auf Berufsschullehrer.

Mittlerweile habe ich Kursteilnehmer, die bei der IHK (als prüfungsrelevante Organisation) und beim Kultusministerium schriftlich dagegen protestierten, dass Unterricht bis zu 50% ausfällt.

Dass Schülern mitgeteilt wird, ein Lehrer würde ausfallen, aber durch einen anderen Lehrer ersetzt, der wiederum nichts davon weiß, dass er Vertretung machen soll.

Dass Schüler in der Abschlussnote der Berufsschule eine ganze Note heruntergesetzt werden, weil sie sich für ihre Mitschüler einsetzen, wenn diese etwas nicht verstanden haben, sich aber nicht trauen, selbst nachzufragen (Aussage der Lehrerin: "Sie beteiligen sich ja recht häufig im Unterricht, aber da Sie so oft nachfragen, haben Sie den Stoff offenbar nicht verstanden!")

Dass Lehrer im Unterricht ganz bewusst falsche Informationen weitergeben und erst, nachdem ich meine Kursteilnehmer mit entsprechend Material wie Urteile zu Arbeitsgerichtsprozessen ausgestattet habe, ihre Aussagen korrigieren.

Dass Schülern vom Lehrpersonal unverblümt angeraten wird, sich ein umfangreiches Thema selbst beizubringen, da man keine Zeit mehr hat - gleichzeitig im Unterricht aber stundenlang über die eigene Vergangenheit vor dem Einstieg in die Berufsschullehrerkarriere geschwafelt wird.

Dass Lehrer ihre Schüler mit so unsinnigen Aufgaben beschäftigen wie "Ein Ei im Wassertopf braucht 5 Minuten, um hartgekocht zu werden; wie lange brauchen dann 6 Eier, um im Wassertopf hartgekocht zu werden. Lösen Sie mit Dreisatz!"

oder: "300 Schränke kosten 48.000 Euro, 350 Pinnwände kosten 28.000 Euro. Die Frachtkosten betragen 3.750 Euro. Berechnen Sie die Gewichtsspesen für 1 Pinnwand." Einwand eines Kursteilnehmers von mir: "Das lässt sich nicht berechnen, da keine Gewichtsangaben existieren!" Antwort des Lehrers: "Natürlich lässt sich das berechnen!" Reaktion meines Kursteilnehmers: "Wie lautet denn die Lösung?" Antwort des Lehrers: "Das verrate ich Ihnen nicht. Machen Sie die Aufgabe zuhause!" - Ich hatte hier einen völlig verwirrten Kursteilnehmer hier sitzen und musste ihn wieder vollständig aufbauen. Zwei Wochen später musste der Lehrer kleinlaut gestehen, dass die Aufgabe sich tatsächlich nicht lösen lässt.

Oder: Die Mutter eines 11jährigen Jungen klagt mir ihr Leid, dass ihr Sohn jeden Tag heulend aus der Schule kommt, weil er im Mathe-Unterricht am Dreisatz gescheitert ist (nochmals: Ein Kind kommt heulend aus der Schule, weil der Lehrer schlecht erklärt!). Sie fragt mich, ob ich ihr helfen könnte - sie kann den Dreisatz auch nicht. Ich erkläre ihr den Dreisatz auf meine Weise - ohne Tabelle, ohne Pfeile linksrum oder rechtsrum, ohne Fachbegriffe wie "direkt proportional" und "indirekt proportional". Nach zehn Minuten hat sie den Dreisatz verstanden. Nach weiteren 10 Minuten Üben ist sie voll fit im Dreisatz. Am Abend übt sie erstmals in ihrem Leben mit ihrem Sohn Dreisatz. Am nächsten Tag erzählt sie mir, dass ihr Sohn nach vielen, vielen Monaten wieder ohne Angst und Bauchschmerzen in die Schule gegangen ist. Und erzählt mir, ihr Sohn habe am Abend zu ihr gesagt: "Warum erklären uns die Lehrer nicht, wie einfach man einen Dreisatz lösen kann?"

Wenn ich meine Erfahrungen - und die Rückmeldungen meiner Teilnehmer in Bezug auf die jeweils eigene schulische Bildung - heranziehe und das dann vergleiche mit solchen Artikeln in den Medien ...

http://www.t-online.de/eltern/schulkind ... aeuft.html

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35806

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091072.html

u. v. a. m., wie etwa die letzte Ergebnisse der PISA-Studie

... dann kann da nicht alles so super sein, wie Lehrer vielleicht meinen. Dass die Schülernachhilfe-Branche derart stark boomt, spricht ja auch für sich.

Bildung wird uns immer als höchstes Gut, als der wertvollste Rohstoff des Landes angepriesen - gleichzeitig werden aber die staatlichen Mittel zur Förderung von Bildung drastisch zusammengestrichen. Die ganze Situation ist derart verlogen, dass es einen auf die Palme treibt.
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