rhetorische Stilmittel

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Versailles
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Re:

von Versailles (02.02.2008, 17:28)
Hallo Siegfried,

genau das ist es, was mir zu Beginn des Threads gefehlt hat. Und siehe da, der Stein kommt ins Rollen... cheezygrin

LG
Amalia
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Versailles
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@ Rita

von Versailles (02.02.2008, 17:38)
Metaphern sind Sprachbilder oder bildhafte Vergleiche. Einige Beispiele für 'falsche Metaphern' (da ist das Bild nicht stimmig) hat Siegfried schon genannt. Weitere Beispiele (habe mich mal bei Wikipedia bedient):

Wüstenschiff - Kamel
Rabeneltern - Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen
Leeres Stroh dreschen - Inhaltslos reden
Mauer des Schweigens - Ablehnendes Schweigen
Auf einer Erfolgswelle reiten - Über eine längere Zeitspanne ungewöhnlich viel Erfolg haben
Jemandem nicht das Wasser reichen können - Jemandem an Fähigkeiten, Leistungen nicht annähernd gleich kommen.
Kaderschmiede - Bildungseinrichtung für zukünftige Kader, Führungseliten
Die Nadel im Heuhaufen suchen - Eine schwer auffindbare, unauffällig unter sehr vielen ähnlichen Dingen versteckte Sache suchen
Nussschale - Kleines Boot
dahin/heimgehen - sterben


Der Vorteil: viele dieser Bilder sind schon so in den Sprachgebrauch übergegangen (oder eingegangen), dass man sie als solche kaum noch wahrnimmt und jeder weiss, was mit dem Bild gemeint ist. Man spart sich lange Erklärungen.
Der Nachteil: sie sind allgemein gehalten, langweilig, verbraucht und erzeugen - wie bei Siegfrieds Beispielen - mitunter ein falsches Bild.
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Bianca
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Bitte schreibt weiter!

von Bianca (02.02.2008, 18:11)
Also ich als Anfänger schreibe jetzt einfach mal was dazu.

Ich lese schon seit drei Tagen diesen Thread mit und muss sagen ich habe jetzt etwas erfahren wovon ich noch nie was gehört habe.
Und schließe mich Rita Hajak gerne an. Schreibt bitte weiter, umso mehr kann man von euren Meinungen lernen. Auch die eingefügten links habe ich mit verfolgt. Und muss sagen das ich der Deutschen Sprache immer näher komme. Und das ist doch gut so, oder? thumbbup

LG
Bianca

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Adriana
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Re:

von Adriana (02.02.2008, 18:57)
Versailles hat geschrieben:
genau das ist es, was mir zu Beginn des Threads gefehlt hat. Und siehe da, der Stein kommt ins Rollen... cheezygrin


Hoffentlich wird keine Lawine der Gewalt daraus :lol: .

Hier noch ein interessanter Beitrag zum Thema Symbole:
http://www.autorenforum.de/content/view/179/37/

Und hier einer ganze HP, die sich nur mit Metaphern beschäftigt:
http://www.metaphern.de

LG, Adriana.

Poät

Re:

von Poät (02.02.2008, 19:18)
Zum Schluß noch eine Metapher:
Er wartete auf den Dienstschluß, wie einer vor dem Kiosk auf ein Truthahnbrötchen... Ist nicht von mir (Gott sei Dank), aber eine Metapher.
Muß auch aus den USA stammen, hierzulande wartet man eher auf die Currywurst. (Rindswurst ginge auch noch) :D [/url][/list][/list][/code][/quote]

dbs

Re:

von dbs (02.02.2008, 23:55)
Poät hat geschrieben:
Zum Schluß noch eine Metapher:
Er wartete auf den Dienstschluß, wie einer vor dem Kiosk auf ein Truthahnbrötchen...


Ich halte das für einen Vergleich und nicht für eine Metapher.

Und genau das spiegelt das Dilemma dieser Diskussion wieder - es werden Fachtermini benutzt, ohne zuvor ihre Definition zu klären. Weil das wie Schule aussähe.

LG
Siegfried

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (03.02.2008, 11:29)
Und ich stehe da, wie ein "begossener Pudel"




LG, Rita

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Adriana
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Re:

von Adriana (03.02.2008, 12:29)
Das war ein Vergleich, Rita :wink:.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (03.02.2008, 12:38)
Adriana, warum ist der begossene Pudel ein Vergleich und keine Metapher?
Du siehst, mir steht die Frage ins Gesicht geschrieben...
Ich kenne beides nur unter dem Begriff: Geflügelte Worte.

LG Grete

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Adriana
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Re:

von Adriana (03.02.2008, 12:57)
Hallo Grete,

ganz simpel könnte man sagen: Eine Metapher ist ein Vergleich ohne Vergleichswörter wie "als" oder "wie".
Bei einer Methapher wird ein Wort gebraucht, ohne dass die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes gemeint ist.

"Der Mief der Vorzeit" wäre zum Beispiel eine Methapher. "Mief" heißt ja in dem Fall nicht, dass hier wirklich etwas stinkt und wir uns die Nase zuhalten müssen cheezygrin. Das Wort steht für etwas anderes, nämlich: Reaktionäres, Spießigkeit, Rückständigkeit.

Sagt man dagegen: "Das ist ja wie im Mittelalter", wäre das ein Vergleich.

Rita sagt ja auch, sie steht das WIE ein begossener Pudel. cool5

Aber das hab ich jetzt wirklich sehr vereinfacht (bzw. mein Schulwissen aus der 11./12. Klasse aus dem Hirn gekramt). Gibt seit der Antike massig Abhandlungen zu den Thema und ich würde hochstapeln, wenn ich jetzt behaupte, ich kenne mich da aus. angle:

LG, Adriana.

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Re:

von Adriana (03.02.2008, 13:47)
Nachtrag:

Das Thema Metaphern mag ja ein weites Feld sein.
Aber einen Vergleich als Vergleich zu erkennen, ist relativ simpel: Man braucht zwei Dinge, die man zueinander in Beziehung setzt - eben vergleicht.
Beispiel: Rita ist geplättet und vergleicht sich selbst mit einem begossenen Pudel. :lol:

Hoffe, ich konnte weiterhelfen ....

LG, Adriana.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (03.02.2008, 14:12)
Hallo Adriana,
ja, ist klar. Wenn jemand also ein kleines Licht irgendwo ist, dann ist das eine Metapher, ist er auch noch dumm wie Bohnenstroh, ist das ein Vergleich cheezygrin
Merci!

LG Grete

Poät

Re:

von Poät (03.02.2008, 14:15)
Komisch, ich habe meinen "Vergleich" aus einem Buch von Stephen King (für Autoren), wo er ausdrücklich als Beispiel für eine Metapher heran gezogen wird. Da muß sich der King wohl getäuscht haben ( mit seinen 30 Bestsellern), schätze ich. Gruß Poät

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (03.02.2008, 14:22)
Hallo Poät!
Möglicherweise wird im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Metapher anders ausgelegt? Dort wird Frieden schließlich auch mit Krieg geschaffen.
LG Grete

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Re:

von Adriana (03.02.2008, 14:37)
Hallo Poät,

willkommen im Definitionsdschungel cheezygrin.
Ich sag ja nicht, dass meine Definition die einzig richtige ist. Es ist die einzige, die ich kenne.

Dass Stephen King sich irrt, denke ich nicht. Er hat nur seinen eigenen Zugang zu der Sache. Wissenschaft - auch die vom Schreiben - ist von Menschen gemacht und Menschen sind nun mal subjektiv. Irgendwann muss man wohl entscheiden, welcher Theorie man sich anschließt. Und die kann trotzdem völlig daneben sein blink3.

Als ich angefangen hab, zu studieren, haben sie uns erst mal 20 verschiedene Definitionen von "Politik" um die Ohren geschlagen und ich stand auch da wie ein begossener Pudel. :lol:

Letztendlich ist es doch egal, welchen Namen man den einzelnen Schrauben gibt - Hauptsache die Kontruktion funktioniert am Ende.
War das jetzt eine gute Methapher? :lol:

LG, Adriana.

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