Alte Rechtschreibung besser?

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Siegfried
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Alte Rechtschreibung besser?

von Siegfried (11.11.2013, 01:36)
In einem anderen Thread haben zwei Foren-Mitglieder die Aussage getroffen, die alte Rechtschreibung sei besser als die neue. Um die Diskussion dort nicht zu stören, richte ich einfach mal eine neue ein.

Ist die alte Rechtschreibung tatsächlich besser als die neue? Gibt es gegen die neue Rechtschreibung noch immer solche Vorbehalte wie früher?

Mich interessieren Meinungen zu dem Thema ganz besonders, da ich Deutsch für Berufsumschüler und Migranten unterrichte. Dort wird ausschließlich die neue Rechtschreibung gelehrt. Führe ich Regeln an, die aus der alten Rechtschreibung stammen, wundern sich die Kursteilnehmer, wie kompliziert und unlogisch die alte Rechtschreibung war.

Ein Beispiel:

In der alten Rechtschreibung galt: Entsteht durch Zusammenführen von zwei Worten ein neues Wort, das an der Schnittstelle drei gleiche Buchstaben aufweist, so entscheidet der Folgebuchstabe, ob die drei gleichen Buchstaben Bestand haben oder ob ein Buchstabe entfernt werden muss.

Verstanden? Nein? So geht es meinen Kursteilnehmern auch. Um es einfach zu machen:

"Schiff" + "Fahrt" = "Schiffahrt" ... Eines der drei "f" wird gestrichen, weil der Folgebuchstabe ein Vokal ("a") ist.

"Sauerstoff" + "Flasche" = "Sauerstoffflasche" ... das dritte "f" bleibt erhalten, weil nach den drei "f" ein Konsonant folgt.

Besser als die neue Regel, die besagt, dass bei Zusammensetzung von Wörtern alle Buchstaben erhalten bleiben ("Schifffahrt", "Sauerstoffflasche")? Für Fremdsprachler ist die neue Regel definitiv einfacher.

Die zweite markante Änderung betrifft das "ß". Die neue Regel ist einfach: Kurzer Vokal vor einem "ß" macht aus dem "ß" ein "ss". Das Wort "daß" ist damit tot und wird nur noch als "dass" geschrieben". Doppelvokale gelten als lange Vokale. Den Unterschied zwischen "s" und "ss" bzw. "ß" muss man lernen.

Vielleicht kann mir ein Befürworter der alten Rechtschreibung erklären, warum "abend" in "heute abend" klein geschrieben wurde (die neue Rechtschreibung verlangt ein "heute Abend"). "heute" ist ein Adverb, wird also klein geschrieben. Was ist "abend", wenn nicht Substantiv?

Noch eine Veränderung. Früher hieß es: "ich mache dir angst" ("angst" wurde wirklich klein geschrieben). Um die Wortart zu bestimmen, können wir entsprechende Fragen stellen. "Wie"-Fragen deuten auf ein Adjektiv, "Was"-Fragen auf ein Substantiv. "Ich bin betrunken" -> Wie bin ich? Betrunken. Folglich Adjektiv, also klein geschrieben. "Ich mache dir angst" -> Wie mache ich dir? Eine seltsame Fragestellung, finde ich. Was mache ich dir? Das klingt deutlich besser. "Was"-Fragen zielen aber auf Substantive. "Angst" müsste groß geschrieben werden. Oder?

Warum musste in der alten Rechtschreibung zwischen "Geld" und "Angst" unterschieden werden? "Ich habe Geld" versus "Ich habe angst". Wie vermittelt man das einem Fremdsprachler als die bessere Variante des Deutschen?

Es gibt viele solche Dinge in der alten Rechtschreibung. Mich interessiert einfach, warum die alte Rechtschreibung als die bessere angesehen wird.

P.S.
Sind jemandem die benutzten "ss" negativ aufgefallen, wo bisher ein "ß" stand?
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mtg
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Re:

von mtg (11.11.2013, 09:52)
Eine Wertung der alten und neuen Rechtschreibung in »besser« oder »schlechter« kann immer nur nach rein subjektiven Maßstäben erfolgen. Daher würde ich mich hüten, diese Begrifflichkeiten öffentlich als Kriterium zu verwenden.

Jemand, der mit der alten Rechtschreibung groß geworden ist, tut sich mit Sicherheit schwerer mit der neuen, als es neu Lernende tun, für die die neue in den meisten Fällen wirklich logischer ist.

Ich habe auf die neue Rechtschreibung umgestellt, mir aber einige Schlupflöcher gelassen: So bleibe ich beruflich »selbständig«, werde niemals »Tunfisch« essen oder gar »Delfinen« beim Spielen zuschauen. Obgleich ich zugeben muss, dass die »delfinöse« Entwicklung beispielsweise schon bei der Photographie bzw. der Graphik (Fotografie bzw. Grafik) vorweggenommen wurde und mir da zugegebenermaßen auch nicht weh getan hat.

Das mit »heute Abend« habe ich verinnerlicht ... aber »Ich habe Recht« oder »Es tut mir Leid« will mir noch nicht so richtig über die Tasttatur. Oder ist das zweite Beispiel etwa falsch und es heißt doch »Es tut mir leid«?

MarenK.
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Re:

von MarenK. (11.11.2013, 10:09)
Wie man sieht, schreibe ich noch immer so, wie ich es gelernt habe. Manchmal schleicht sich sicherlich das ein oder andere Neue hinein, weil man nur noch die neue Rechtschreibung liest. Aber ich kann mich nicht davon trennen.
In meinen Büchern ist das natürlich nicht der Fall. Da gibt es die neue Rechtschreibung - ehrlich gesagt, zu meinem Leidwesen.
Ich finde diese 3 Buchstaben hintereinander vom Aussehen her total blöd (Seeelefant, Schifffahrt, etc.).

Ich persönlich bin sogar so verrückt, daß ich immer die schwere Schreibweise nehme, wenn es mehrere Varianten von einem Wort gibt. Zum Beispiel schreibe ich: Telephon, telephonieren, Photo, Photograph, photographieren und so weiter. (Kurz OT: Schon als Kind habe ich es toll gefunden, wenn Worte ganz anders ausgesprochen, als geschrieben werden und habe bei Namen für Spielfiguren immer welche ausgedacht, die dann ganz anders ausgesprochen wurden als da geschrieben stand. Das geschriebene Wort war ein Buchstabensalat - wahrscheinlich liebe ich deshalb die irische Sprache)

Ob die alte Rechtschreibung jetzt besser ist, weiß ich nicht. Bei mir ist es eher so, daß ich die Veränderung an sich nicht gut finde und es gerne weiter so habe wie bisher.
Viele Grüße
Maren

Hier kommt Maddy!, BoD ISBN 978-3-7322-4870-4

MartinO
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Re:

von MartinO (11.11.2013, 10:13)
Ich denke, dass es in der alten Rechtschreibung mehr Unlogik gab, doch vieles ist immer noch schwer verständlich (etwa der Unterschied zwischen "Ich habe Recht" und "es ist mir recht").

Das Problem war m.Mn. die Änderung so vieler Regeln auf einmal. Manche Entwicklungen ergeben sich (z.B. schreibt seit langem niemand mehr "Bureau", "Thür" oder "Cylinder")

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (11.11.2013, 11:09)
Ich habe die alte Rechtschreibung gelernt und habe die Debatten und Varianten der neuen Rechtschreibung erlebt. Da gab es ja nicht eine Reform aus einem Guß, sondern es fanden zahlreiche Korrekturen und Änderungen statt. Verschiedene Regeln sind durchaus willkürlich, andere unhistorisch. So zucke ich noch jetzt jedes Mal zusammen, wenn ich »Albtraum« lese. Das bleibt für mich der Alptraum.

Auch andere Regeln sind nicht so schlicht nachvollziehbar wie jenes Beispiel, das Siegfried genannt hat. An der Schule lernte ich die eingängige Regel: »Trenne nie st (»es-te«), denn es tut ihm weh«. Heute darf man st trennen, ck dafür nicht mehr. Ist es tatsächlich eine Überforderung, ck mit k-k zu trennen, oder wurden hier die Programmierer von Textprogrammen bedient, denen die Funktion bei der Silbentrennung zu schwierig wurde?

Mein Verdacht ist, daß der ein oder andere Reformer im Kopf hatte, die deutschen Sonderzeichen zu schleifen. Hans-Ulrich Jörges vom Stern forderte in einer Talkshow gar, die Sonderzeichen ö, ü, ä und ß komplett aus der deutschen Sprache zu schleifen, weil diese Sonderzeichen im Zeitalter des Internets nicht mehr zeitgemäß seien. Ist das wirklich der Maßstab für unsere Sprache? wie wäre es dann, wenn wir gleich alles kleinschreiben, weil dies einfacher ist und es den menschen nicht so viele schwierige regeln abverlangt? könnte man doch mit der gleichen berechtigung fordern wie die ersetzung von ß durch ss.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.11.2013, 13:30)
Zu den Fragen und Aussagen:

"leidtun" ist ein Verb, das in einem Wort geschrieben wird. Wird das Verb auseinander gerissen (was die deutsche Grammatik zulässt), wird "leid" klein geschrieben.

vgl. "vorhaben" ... "ich habe etwas vor"



Drei gleiche Buchstaben gab es in der alten Rechtschreibung ebenfalls. Von daher ist die Schreibweise mit drei gleichen Buchstaben keine Neuerung.
Alte Rechtschreibung: "Sauerstoffflasche", "Balletttruppe", "fetttriefend", "Pappplakat"
Die Regelung ist vereinheitlich worden.



"ich habe Recht" zu "es ist mir recht"

Im ersten Beispiel ist "Recht" ein Substantiv, im zweiten ein Adjektiv. Abhängig von der Wortart erfolgt die Groß-Klein-Schreibung.



Alptraum/Albtraum

Ethymologisch - also von der Wortherkunft her - ist die heutige Hauptversion "Albtraum" korrekt, da schlechte Träume nach alter Vorstellung von den Nacht-Alben verursacht werden, die sich auf die Brust des Träumenden setzen (der Albdruck). Der Duden von 1991 - also 5 Jahre vor der Reform - weist beide Schreibweisen aus. "Albtraum" war also bereits vor der Reform korrekt.



Trennregel

Die Trennregel "Trenne niemals st" wurde in der alten Rechtschreibung bereits beim "Dienstag" unterlaufen (oder hat jemand wirklich "Dien-stag", aber "Mon-tag" getrennt?). Getrennt wird heute nach den Sprechsilben. In der Grundschule wird das Silbentrennen durch die Klatschmethode gelehrt. Wo eine Sprechsilbe endet, darf heute getrennt werden. Sprechen wir "Dien-stag" oder "Diens-tag" (abgesehen davon, dass ein Tag was anderes ist als ein Stag)? Sprechen wir "ba-cken" oder "bak-ken"? Die Trennregel wurde dem Sprachgebrauch des Volkes angepasst (vgl. "wegen" mit Dativ; früher war nur die Version "wegen heftigen Regens" gültig, aber die meisten benutzen "wegen heftigem Regen", was inzwichen als korrekt anerkannt ist).
Wem diese Trennungen nicht zusagen, kann weiterhin "st" zusammenlassen - die neue Rechtschreibung erlaubt das.

Quiz-Frage:
Wie trennt man nach der alten Rechtschreibung folgende Wörter:
Helikopter
Magnet
Quadrat



Völliger Wegfall des "ß"

Die Schweizer haben es gemacht. In der Schweiz - z. B. in der weltbekannten Neuen Zürcher Zeitung - gibt es kein "ß" mehr. Die Folge könnte diese Schlagzeile sein: "Neue Untersuchung ergibt: Die Schweizer trinken Alkohol in Massen!" Sind die Schweizer nun Alkoholiker oder sehr vorsichtig im Umgang mit Alkohol? Die Forderung des Herrn Jörges ist völlig überzogen - aber das kommt bei Jörges öfter vor.


Ich habe eine Reihe von Beiträgen zum Thema gelesen, aber mir ist noch immer nicht der Vorteil der alten Schreibweise gegenüber der neuen deutlich geworden - außer, man muss nicht umlernen. Und das strengt an.
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mtg
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Re:

von mtg (11.11.2013, 13:34)
Danke, Siegfried, für die Beantwortung meiner Fragen!

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (11.11.2013, 13:53)
Ohne dass ich mich bis ins allerletzte Detail auskenne, finde ich die neue Rechtschreibung besser. Kommt mir vor, als wäre man mal logisch an die Sache herangegangen (ein Beispiel: anstatt aufwendig heißt es aufwändig - kommt schließlich von Aufwand ... logische Sache). Kann sein, es sind noch ein paar Schwächen oder Ungereimtheiten in der neuen Rechtschreibung drin - aber das könnte man ja nachbessern?


Edit: Finde besonders die klare Eszet-Regelung vorteilhaft.

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (11.11.2013, 14:04)
Siegfried hat geschrieben:

Die Schweizer haben es gemacht. In der Schweiz - z. B. in der weltbekannten Neuen Zürcher Zeitung - gibt es kein "ß" mehr. Die Folge könnte diese Schlagzeile sein: "Neue Untersuchung ergibt: Die Schweizer trinken Alkohol in Massen!" Sind die Schweizer nun Alkoholiker oder sehr vorsichtig im Umgang mit Alkohol? Die Forderung des Herrn Jörges ist völlig überzogen - aber das kommt bei Jörges öfter vor.


Da habe ich neulich mit einem Schweizer diskutiert und ihm genau diesen Satz (Alkohol in Massen) vor den Latz geworfen - war echt baff, dieser Schweizer. Ich denke mal, die meisten Schweizer sind dieser Sache nie so richtig auf den Grund gegangen und lehnen das Eszet prophylaktisch ab (weil's ihnen zu "deutsch" rüberkommt). Hab ihm die einfache neue Eszet-Regelung erklärt und er hat das System auch gleich kapiert ... voll der Aha-Effekt.

Jedenfalls habe ich erfolgreich missioniert und einen neuen Eszet-Freund geworben!

PS: Bin ja selbst Schweizer, habe aber eine deutsche Gymnasial-Laufbahn absolviert und daher keine Angst vor dem Eszet.

Muhaha cheezygrin

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.11.2013, 15:13)
Ich fühle mich von der momentan gültigen Fassung der deutschen Rechtschreibung nicht eingeengt und bin auch nicht unsicherer als bei der alten, bei der ich mir nämlich ebenfalls oft nicht sicher war. angle: Ich bemühe häufiger mal den Duden und hoffe, dass ich ansonsten nicht allzu viele Schnitzer mache. Da der Duden bei vielen Fällen eine alternative Schreibweise erlaubt, ist die Umstellung nicht so hart.

Beispiel:
Von Duden empfohlene Schreibung:
recht haben
Alternative Schreibung:
Recht haben
(Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/recht_haben)

Mir stellte sich gar nicht die Frage, für welche Rechtschreibung ich mich entscheide, da wir damals von der Firmenleitung die Anweisung hatten, alle Vertragsentwürfe, Briefe und Projektprotokolle nach den neuen Regeln zu verfassen. Erst hier im Forum fand ich plötzlich Diskussionen zu diesem Thema. Mich stört es nicht, wenn andere Autoren die alte Rechtschreibung bevorzugen, wenn sie dabei konsequent vorgehen.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (11.11.2013, 15:34)
Klonschaf hat geschrieben:
Ohne dass ich mich bis ins allerletzte Detail auskenne, finde ich die neue Rechtschreibung besser. Kommt mir vor, als wäre man mal logisch an die Sache herangegangen (ein Beispiel: anstatt aufwendig heißt es aufwändig - kommt schließlich von Aufwand ... logische Sache).

Ich habe noch aufwändig gelernt. Aber der Duden empfiehlt in der neuen Rechtschreibung aufwendig, da das Wort von aufwenden kommt, nicht von Aufwand.
Auch logisch ...

Siehe: http://www.duden.de/rechtschreibung/aufwendig

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.11.2013, 17:05)
aufwändig oder aufwendig

Klonschaf hat geschrieben:
Kommt mir vor, als wäre man mal logisch an die Sache herangegangen (ein Beispiel: anstatt aufwendig heißt es aufwändig - kommt schließlich von Aufwand ... logische Sache).


Seshmosis hat geschrieben:
Ich habe noch aufwändig gelernt. Aber der Duden empfiehlt in der neuen Rechtschreibung aufwendig, da das Wort von aufwenden kommt, nicht von Aufwand.


Schreibweise bis 1996 = aufwendig
Schreibweise 1996 bis 2006 = aufwändig; alternativ: aufwendig
Schreibweise seit 2006 = aufwendig (vom Duden bevorzugt); alternativ: aufwändig

Quelle:
Wortliste mit geänderter Schreibweise
bei Korrekturen.de
http://www.korrekturen.de/wortliste/aufwaendig.shtml
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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (11.11.2013, 18:02)
Okay, dann bin ich mit meinem Wissen hinterher und die empfohlene Variante ist wieder "aufwendig".

Na gut!

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.11.2013, 21:21)
Siegfried hat geschrieben:
Wortliste mit geänderter Schreibweise
bei Korrekturen.de


Danke für den Link. thumbbup Man findet dort viele Beispiele für das Chaos von 1996, das sicherlich dazu beigetragen hat, dass die neue Rechtschreibung in der aktuellen Fassung noch immer auf Ablehnung stößt. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Manuskript, das mein Mann 2006 in zwei Teilen vom Lektor geschickt bekam. Erst änderte ich im ersten Teil alle "sogenannt" in "so genannt". Einen Monat später änderte ich in beiden Teilen wieder "so genannt" in "sogenannt". Da war beim Lektor sicher Freude aufgekommen.
http://www.korrekturen.de/wortliste/sogenannt.shtml

Siegfried hat geschrieben:
"ich habe Recht" zu "es ist mir recht"

Im ersten Beispiel ist "Recht" ein Substantiv, im zweiten ein Adjektiv. Abhängig von der Wortart erfolgt die Groß-Klein-Schreibung.


http://www.korrekturen.de/wortliste/recht_haben.shtml

Ich hoffe, du hältst mich nicht für rechthaberisch ... zwinker:: ... aber da hast du nicht so ganz recht.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (11.11.2013, 23:26)
aufwendig/aufwändig ... das wirft doch die Frage auf:


Ist das Verb aufwenden aus dem Substantiv Aufwand entstanden oder war es umgekehrt? (Die dritte Möglichkeiten, nämlich dass diese beiden Worte nicht denselben Ursprung haben, kann ich mir kaum vorstellen!)

Im ersten Fall wäre aufwändig logisch - im zweiten aufwendig. Aber müsste dann nicht das Substantiv Aufwend* heißen?

Na ja - und wie ist das, warum sagt/empfiehlt der Duden mal so und dann wieder so? Hängt das mit den jeweils aktuellen Erkenntnissen der Sprachforschung zusammen und wenn dem so wäre (was ich mal vermute), ist das nicht eigenartig, dass es ein paar Jahre so ist und dann wieder anders und dann wieder alles zurück?

Na gut - auch ohne Antwort werde ich trotzdem gut schlafen!


* jaja, in der gesprochenen Sprache sagt man nun mal Aufwand, stimmt auch wieder.

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