Markennamen

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Samantha Daut
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Markennamen

von Samantha Daut (12.01.2014, 16:09)
Hallo, ich hätte einige Fragen zu Markennamen und deren Verwendung:

ich bin gerade dabei, meinen Roman fertig zu stellen.

Nun wollte ich wissen, ob ich folgende Markennamen verwenden darf:

Häagen Dasz
Kleenex
Cola
Senseo Kaffee
Roiboos-Tee

Ich freue mich über Antworten und bedanke mich schon einmal herzlich.

viele Grüße

Samantha Daut
Zuletzt geändert von Samantha Daut am 12.01.2014, 20:29, insgesamt 1-mal geändert.

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mtg
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Re:

von mtg (12.01.2014, 16:34)
Cola und Roiboos sind keine Markennamen, sondern Gattungsbezeichnungen.

Solange die Marken oder Produkte im Rahmen der Handlung auftauchen, so wie sie auch im realen Leben auftauchen, kann niemand gegen die Nennung vorgehen. Erst wenn sie in einem negativen Kontext erscheinen, ohne das ein entsprechender Beweis vorliegt, wird's schnell ernst.

»Irgendwie schmeckt die Coca-Cola heute merkwürdig«, ist erlaubt, weil es eine Einmal-Situation ist, ohne dass die Marke pauschal herabgewürdigt wird.

»Ich finde Leibniz-Kekse aber nicht lecker« ist erlaubt, weil es eine persönliche Meinung darstellt.

»Milka-Schokolade ist Scheiße«, wäre schon extrem grenzwertig und könnte zu Problemen führen

»Nescafé beschleunigt die Arterienverkalkung« ist, wenn keine entsprechende Studie oder ein entsprechender Beweis vorliegt, strafverfolgungsfähig.

Das sind zumindest meine Kenntnisse bzw. die Maximen, an die ich mich in diesem Falle halten würde.

Ach ja: Kaffee wäre mit 2 »e« richtiger :-)

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.01.2014, 16:37)
Hallo Samantha,

ganz einfach.

Cola und Roibos sind keine Markennamen. (Mineralwasser und Kaffee sind ja auch keine). Die darfst du verwenden.

Häagen-Dazs, Kleenex und Senseo sind geschütze Marken. Ob du die verwenden darfst, sagt dir der Inhaber der Marken.

Im Zweifelsfall solltest du auf die Nennung der Marken verzichten und nur allgemein von Eis, Papiertüchern und Kaffeepads sprechen.

Viele Grüße

Torsten
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mtg
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Re:

von mtg (12.01.2014, 16:44)
Torsten,

das ist eine Fehlmeinung. Marken genießen Schutz in den jeweils angemeldeten Warenklassen. »Bücher« sind als Druckwerke in einer Markenklasse enthalten, nicht aber der Inhalt. Der ist nicht als Marke schutzfähig.

Insofern gilt lediglich, ob eine Marke herabwürdigend oder in einem bewusst falschen Zusammenhang verwendet wird.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.01.2014, 16:48)
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. angle:
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mtg
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Re:

von mtg (12.01.2014, 16:53)
Porzellankiste ist kein Markenname. »Scherbol« wäre einer :-)

Scherz beiseite: Ich stehe kurz vor der Premiere eines Bühnenprogramms mit alten Reklametexten. Hier gälte wohl das Urheberrecht, welches aber nicht nachzuvollziehen ist, weil die Werbetexter in 99,9% der Fälle namentlich nicht genannt sind. Markenrecht wird dadurch aber nicht tangiert - obwohl die Marken genannt werden. Ich habe mich extra erkundigt:

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.01.2014, 17:03)
Bühnenprogramm? Klingt interessant. Hab dich mal in einem Video gesehen, mit Musik und Werbetexten. War klasse! thumbbup

(sorry for off topic) :wink:
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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (12.01.2014, 20:22)
Torsten, wenn du in einer Geschichte schreibst: "Reich mir mal ein Tempo rüber.", dann ist das zwar die Verwendung eines Markennamens, aber der ist auch so in die allgemeine Sprachwelt übergegangen, dass er schon das Wort Papiertaschentuch abgelöst hat. cheezygrin
Viele Grüße von Nicolas

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (13.01.2014, 06:38)
Einige Markennamen haben es im Lauf der Jahrzehnte in unsere Alltagssprache geschafft: Tempo ganz sicher. Kleenex vielleicht. Häagen-Dasz definitiv nicht. :wink:

"Gib mir mal ein Tempo, ich hab mir Häagen-Dasz auf die Hose gekleckert!" :shock::
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mtg
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Re:

von mtg (13.01.2014, 08:04)
Ob Markennamen nun generisch für eine Warengruppe stehen - wie Tempo oder Maggi - ist markenrechtlich völlig unerheblich. Sie unterliegen demselben Schutz wie nicht generische Marken - aber eben auch nur den, für den sie angemeldet sind.

Ich bezweifle sehr stark, dass jemand, bevor er im Freundeskreis von den Erfahrungen mit seinem Golf berichtet, bei VW anruft und sich das Okay zur Nennung des geschützten Namens einholt.

Selbstverständlich dürfen Marken in der weiter oben beschriebenen Art und Weise auch in Büchern vorkommen.

koreafighter
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Re: Markennamen

von koreafighter (03.03.2018, 21:03)
welcome: Hallo in die Runde,

auch ich habe eine ergänzende Frage zum Thema Markennamen. Ich arbeite gerade an einem Sachbuch mit dem Arbeitstitel "Lexikon der koreanischen Kampfkünste".

Bei den Recherchen bin ich auf koreanische Kampfkünste (koreanischer Meister, koreanischer Kampfkunstname, usw.) gestoßen, aber der Name ist registriert/geschützt wie bei diesen beiden Beispielen:

- DoHapSool® und Kong Shin Bup™

Kann ich in meinem Sachbuch diese Kampfkünste nennen und neutral beschreiben oder verstoße ich damit schon gegen das Markenrecht?

Vielen Dank für Eure Unterstützung und ein schönes Wochenende! thanks:

BG Lutz

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Oldenfelde
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Re: Markennamen

von Oldenfelde (04.03.2018, 02:16)
Sorry OT, aber

@Samantha Daut

Prüfe bitte mal Deinen Link zu Deiner Webseite.
Bringt bei mir Fehlermeldung.
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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mtg
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Re: Markennamen

von mtg (04.03.2018, 09:08)
Kann ich in meinem Sachbuch diese Kampfkünste nennen und neutral beschreiben oder verstoße ich damit schon gegen das Markenrecht?


Das Markenrecht wurde 1894 unter dem Begriff »Gesetz zum Schutz von Waarenbezeichnungen« eingeführt, um Plagiate zu vermeiden und Erfindungen unter einem bestimmten Namen vor Nachahmern zu vermeiden. Deshalb musste z.B. August Horch, nachdem er aus der von ihm gegründeten Firma August Horch mehr oder weniger rausgeschmissen wurde, die Autos seiner neuen Firma, die ebenfalls August Horch hieß, anders benennen. Er nahm einfach den lateinischen Begriff. So wurde aus »Horch« -> »Audi«. Änderungen im Gesetz gab es 1936 und 1995 (https://de.wikipedia.org/wiki/Markengesetz), allerdings blieben die Inhalte im Wesentlichen gleich.

Das Markenrecht schützt aber kein Produkt oder Unternehmen vor dem täglichen Leben. Sonst müsste ja schon jede Antwort auf die Frage, welches Auto man fährt, welches Bier man trinkt oder welche Schokolade man isst rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Selbstverständlich darf jede existente Marke in einem Buch verwednet werden, wenn sie nicht mit Herabwürdigung oder Rufschädigung verbunden ist. Wenn Du jetzt koreanische Kampftechniken beschreiben willst, ist das völlig okay, wenn Du es auf der sachlichen Ebene machst. Du trittst mit einer Beschreibung ja nicht in Konkurrenz. Möchtest Du aber schreiben, dass diese oder jene Kampftechnik Mist ist oder gar schädlich, dann solltet Du besser gerichtsfeste Belege haben.

Übrigens. »DoHapSool« findet sich nicht im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamtes, und eine »Trademark« (TM) ist eine unregistrierte Marke (https://de.wikipedia.org/wiki/Unregistered_Trade_Mark), die – ich zitiere Wikipedia – in »Deutschland und Österreich […] keinerlei Vorteile« bringt.

Marken sind grundsätzlich in bestimmten Markenklassen angemeldet (sog. Nizza-Klassen) und bieten auch nur dort Schutz. Es gab z. B. Autos, Schuhe und Zigaretten unter der Marke »Mercedes«, obwohl sie von drei unterschiedlichen Herstellern kamen.
Zuletzt geändert von mtg am 04.03.2018, 11:26, insgesamt 4-mal geändert.

Franz Hose
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Re: Markennamen

von Franz Hose (04.03.2018, 09:10)
Oldenfelde hat geschrieben:
Sorry OT, aber

@Samantha Daut

Prüfe bitte mal Deinen Link zu Deiner Webseite.
Bringt bei mir Fehlermeldung.


Könnte daran liegen, dass der Beitrag vier Jahre alt ist und die Autorin seitdem hier nicht mehr aktiv war. Deshalb uns eine Änderung nicht angezeigt hat.

http://www.samantha-daut.de/Die-Autorin

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Oldenfelde
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Re: Markennamen

von Oldenfelde (04.03.2018, 11:17)
@Franz Hose

Danke, habe nicht auf´s Datum geachtet.
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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