Auch mal ne Frage zur Steuer und Autorenhonorar?

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MarenK.
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Re:

von MarenK. (04.04.2014, 16:52)
Heute kam die Antwort. Bis zu 450 Euro im Monat haben keine "Konsequenzen".
Sie schrieben aber, daß ich ggf. Kopien von Steuerbescheiden schicken könnte. Hmmm ... Da es sich nur um Kleinstbeträge gehandelt hat und ich das auch so nie brauchte, habe ich nie eine Steuererklärung gemacht. Sie wollen das zwar nicht unbedingt haben, aber was mache ich denn jetzt?
Ich dachte, ich schicke die Kopien der ganzen Abrechnungen hin, damit sie sehen, daß es nur Minibeträge sind. Nur leider sind die vom Wagner Verlag nicht ganz vollzählig, da sie es nicht für nötig gehalten haben, mir in den letzten Jahren regelmäßig Abrechnungen zu schicken. Könnte ich einen Hinweis dazu schreiben, daß sie sich ggf. dort informieren könnten?
Viele Grüße
Maren

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mtg
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Re:

von mtg (04.04.2014, 17:14)
Die »Konsequenzen« bertreffen lediglich evtl. Auswirkungen auf die Rente.

Einnahmen aus Buchverkäufen - auch Kleinstbeträge - sind Einnahmen, die nach meinem Kenntnisstand eine Steuererklärung bedingen. Du wirst zwar sicherlich unter dem Freibetrag liegen und damit keine Steuern zahlen müssen ... aber die Erklärung musst Du schon machen. Das kannst Du auch nicht abwälzen. Wende Dich doch einfach mal an Dein zuständiges Finanzamt und erzähle, dass Du vorhast, ein Buch zu schreiben - und was man da steuerlich beachten muss usw ... - also Dich vorher informieren willst.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (04.04.2014, 18:21)
Versteuern muss man natürlich nur die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben - die Gewinne. Gerade beim Wagner-Verlag übersteigen die Aufwendungen sicherlich die Einnahmen, und eine Angabe in der Steuererklärung war deshalb bisher auch gar nicht erforderlich. Ob man die Aufwendungen für den Wagnerverlag mit den Einnahmen über BoD verrechnen kann, weiß ich jedoch nicht.
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hawepe
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Re:

von hawepe (04.04.2014, 19:54)
Hallo Monika,

Monika K. hat geschrieben:
Versteuern muss man natürlich nur die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben - die Gewinne. Gerade beim Wagner-Verlag übersteigen die Aufwendungen sicherlich die Einnahmen, und eine Angabe in der Steuererklärung war deshalb bisher auch gar nicht erforderlich.


Wenn Einnahmen erfolgt sind, muss eine Steuererklärung abgegeben werden.

Ob man die Aufwendungen für den Wagnerverlag mit den Einnahmen über BoD verrechnen kann, weiß ich jedoch nicht.


Natürlich können sie. Einnahmen dürfen immer mit den Ausgaben verrechnet werden.

Bei Veröffentlichungen über DKZV ist lediglich die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das Finanzamt sehr schnell zu der Einstellung gelangt, dass es sich hier um ein Hobby handelt. Und Hobbys darf man eben nicht steuermindernd geltend machen.

Aber wenn man dem Finanzamt ein überzeugendes Konzept vorlegt, wie trotz der hohen Anlaufkosten in absehbarer Zeit mit Gewinnen zu rechnen ist, stehen die Chancen sehr viel besser.

Beste Grüße

Heinz

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (04.04.2014, 21:51)
Hallo Heinz,

es ist natürlich möglich, dass sich die Auskunft meiner Sachbearbeiterin beim Finanzamt speziell auf unsere Steuererklärung bezog und nicht verallgemeinert werden darf. Das habe ich bei meiner Antwort nicht bedacht. Sie sagte mir, dass es sich in meinem Fall um ein Hobby ohne Gewinnerzielungsabsicht handelt, und ich die Einnahmen erst dann in der Steuererklärung erwähnen soll, wenn sie die Gebühren für BoD übersteigen. Da letztere damals noch sehr hoch waren, hätte ich bei meinen Verkaufszahlen jahrelang einen Verlust aufgeführt, der nicht steuerlich absetzbar gewesen wäre und nur zusätzliche Arbeit für sie bedeutet hätte. Aber wie gesagt - das war vielleicht eine Regelung, mit der sich die Dame die Sache leichter machen wollte.

Gruß,
Monika
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MarenK.
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Re:

von MarenK. (05.04.2014, 09:30)
Ach, herrje! Dann habe ich die ganzen Jahre Steuerhinterziehung begangen?!

Also, meine Ausgaben vom Wagner Verlag werde ich wohl niemals wieder reinkriegen.

Als Antwort für die Rentenkasse habe ich mir das schon so zurechtgelegt, daß ich denen auch das schreibe, daß ich wegen der Kleinstbeträgen keine Steuererklärung gemacht habe und deshalb keine Kopien hinschicken kann. Daß ich aber anbiete, Kopien von den Belegen über die verkauften Bücher hinzuschicken. Soll ich das jetzt wirklich so schreiben? Na, ihr macht mir Spaß...
Viele Grüße

Maren



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mtg
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Re:

von mtg (05.04.2014, 10:19)
MarenK. hat geschrieben:
Na, ihr macht mir Spaß...

Das Finanzamt versteht leider keinen Spaß. Wer ein Einkommen hat, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben - selbst wenn die Steuerschuld »Null« wäre.
Vielleicht erinnest Du Dich noch an den berühmten »Lohnsteuer-Jahresausgleich«. Hier konnte man eine Erklärung abgeben, weil anzunehmen war, dass es eine Rückzahlung aus den vom Arbeitgeber monatlich einbehaltenen und abgeführten Steuern gibt. Wer ihn nicht gemacht hat, hat so z.B. schlicht Geld verschenkt.

Ein steuerpflichtiges Einkommen - selbst, wenn es nur € 1,30 beträgt - ist ein Einkommen. Dass die dazugehörigen Ausgaben gegengerechnet werden können, steht auf einem anderen Blatt. Du kannst die Ausgaben geltend machen, aber Du musst es nicht. Es wäre nur Dein eigener Schaden ...

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hawepe
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Re:

von hawepe (05.04.2014, 12:39)
Hallo Monika,

Monika K. hat geschrieben:
Sie sagte mir, dass es sich in meinem Fall um ein Hobby ohne Gewinnerzielungsabsicht handelt, und ich die Einnahmen erst dann in der Steuererklärung erwähnen soll, wenn sie die Gebühren für BoD übersteigen. Da letztere damals noch sehr hoch waren, hätte ich bei meinen Verkaufszahlen jahrelang einen Verlust aufgeführt, der nicht steuerlich absetzbar gewesen wäre und nur zusätzliche Arbeit für sie bedeutet hätte. Aber wie gesagt - das war vielleicht eine Regelung, mit der sich die Dame die Sache leichter machen wollte.


Es ist ein erfreulich pragmatisches Herangehen, die euch beiden Arbeit erspart hat. Bloß man sollte sie besser mit dem Finanzamt absprechen.

Als ich vor Jahrzehnten mit meiner freiberuflichen Tätigkeit begann, waren die Kontakte mit dem Finanzamt selten ergiebig, inzwischen hat sich das aber doch sehr positiv verändert.

Beste Grüße

Heinz

Joinmyworld
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Abrechnungzeitraum für Steuer

von Joinmyworld (29.04.2014, 10:27)
Hallo,

ich möchte jetzt auch gern die Steuererklärung machen aber weiß nicht wie es sich mit dem letzten Quartal des Jahres verhält. Die Abrechnung ist vom 31.12.2013, das Geld wurde aber bekanntlich erst im Januar überwiesen. Muss ich den Betrag noch mit in 2013 rein nehmen wegen der Abrechnung oder zählt das Datum der Überweisung. Ich befürchte es ist das letzte Jahr :)


Danke schon mal für die Antwort.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (29.04.2014, 14:51)
Einnahmen werden erst dann steuerlich relevant, wenn Du sie gemacht hast, d.h. das Geld in Händen hältst bzw. es auf Deinem Konto gutgeschrieben ist.
Es könnte ja z.B. auch sein, dass Dir von einer Firma etwas zusteht, diese aber vor der Zahlung in Konkurs geht und Du diese Zahlung nie bekommst.
Umgekehrt sind Forderungen / Rechnungen an Dich sofort nach Eingang steuerlich relevant, nicht erst nach der Bezahlung durch Dich.
Das spielt bei jemanden wie mir, der vierteljährlich seine Umsatzsteuererklärung machen muss, oft eine Rolle.

Schöne Grüße Gerd

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (30.04.2014, 02:27)
Seshmosis hat geschrieben:
Einnahmen werden erst dann steuerlich relevant, wenn Du sie gemacht hast, d.h. das Geld in Händen hältst bzw. es auf Deinem Konto gutgeschrieben ist.
Es könnte ja z.B. auch sein, dass Dir von einer Firma etwas zusteht, diese aber vor der Zahlung in Konkurs geht und Du diese Zahlung nie bekommst.
Umgekehrt sind Forderungen / Rechnungen an Dich sofort nach Eingang steuerlich relevant, nicht erst nach der Bezahlung durch Dich.
Das spielt bei jemanden wie mir, der vierteljährlich seine Umsatzsteuererklärung machen muss, oft eine Rolle.

Schöne Grüße Gerd


Für die Einkommensteuer gilt das Zu-/Abfluss-System, aber wenn man die Umsatzsteuer entsprechend dem Zahlungsdatum verbuchen will, muss man extra beim Finanzamt die Ist-Versteuerung beantragen. Der Normalfall ist nämlich die Soll-Versteuerung.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (12.05.2014, 11:11)
Ja, es muss Soll- und Ist-Besteuerung unterschieden werden ...

Im Zweifel einfach mal nachfragen, meist hab ich gute Erfahrungen mit den Zuständigen gemacht ...

drajuve
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Re:

von drajuve (09.03.2015, 12:21)
Als erste Hilfe Informationen rund um die EU Rente kann man hier nachlesen:
http://www.eurente.net/

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