Klänge aus dem Schneckenhaus. Cochlea-Implantat-Träger erzäh

Präsentiert euren Reiseführer, Bildband, euer Koch- oder Lehrbuch, eure Biografie oder Monografie.


Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Klänge aus dem Schneckenhaus. Cochlea-Implantat-Träger erzäh

von Haifischfrau (04.02.2008, 17:29)
Titel: Klänge aus dem Schneckenhaus. Cochlea-Implantat-Träger erzäh
Autor: Maryanne Becker

Verlag: bod
ISBN: 978-3-8334-7249-7
Seiten: 160
Preis: 12,80

Der Autor über das Buch:

Welche Lebensgeschichte steht hinter dem Schicksal "Taubheit"? In Behindertenszenen wird oft der Anschein einer starken Homogenität erweckt, dies wird durch Vorurteile noch verstärkt. "Taube Menschen sind misstrauisch,nicht bildungsfähig..." so hört man es immer wieder. Hier stelle ich 10 Menschen vor, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Leben ihr Gehör verloren und sich für eine elektronische Innenohrprothese entschieden haben. Die Lebensgeschichten sind eingebettet in den historischen Kontext und das soziale Umfeld der Befragten, die selbst zu Wort kommen in diesem Buch. Ich wünsche mir, dass dieses Buch von denjenigen gelesen wird, die in ihrer Familie Menschen mit Hörschädigung haben, von Professionellen, die mit Hörbehinderten zu tun haben und schließlich von denjenigen, die einfach neugierig sind und erfahren möchten, wie man das Leben mit einer gravierenden Kommunikationsbehinderung bewältigen kann.

Klappentext:

Klappentext des Buches

Ca. 11.000 Menschen hierzulande tragen Cochlea-Implantate. Die elektronische Innenohrprothese, die vor 50 Jahren noch wie reine Utopie schien, lässt Ertaubte wieder hören. Die meisten können wieder Sprache verstehen, viele sogar telefonieren. Doch bisher weiß man wenig Konkretes darüber, wie die Betroffenen Alltag und Beruf erleben. Das vorliegende Buch schließt diese Lücke. Die Autorin interviewte zehn Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die offen über ihr Leben mit Cochlea-Implantat berichten (Methode der narrativen Identität).
Die entstandenen Biografien überraschen und ermutigen in mehrfacher Hinsicht. Eine Hörschädigung schränkt das menschliche Grundbedürfnis nach Kommunikation ein. Doch nicht zwingend, so zeigt sich, muss eine solche Behinderung zum Dreh- und Angelpunkt des Lebens werden. Trotz ihrer Ertaubung ist es den hier vorgestellten Menschen gelungen, die Anforderungen an ihre soziale Rolle, an Studium und Beruf zu erfüllen. Allen Interviewten gemeinsam ist: Das Cochlea-Implantat hat ihre Lebensqualität entscheidend verbessert.

Inhalt:

Den Lebensgeschichten zehn Betroffener ist ein kurzes Kapitel "Von den ersten Erkenntnissen über das Hören bis zur Verfügbarkeit hoch effizienter Cochlea Implantate" vorangestellt. Hier wird u.a. die Funktionsweise der elektronischen Innenohrprothese, mittels welcher taube Menschen wieder hören können, erklärt. 5 Frauen und 5 Männer unterschiedlichen Alters erzählen ihre Lebensgeschichte mit dem Fokus auf ihren Gehörverlust und ihre Entscheidung für eine operative Implantation einer elektronischen Innernohrprothese. Die Betroffenen setzen ihre Schwerpunkte selbst udn erzählen, was ihnen - mit Fokus auf ihren Hörverlust und das neue Hören mit dem Cochlea Implantat - gerade wichtig erscheint. Sehr offen sprechen diese Menschen über ihr persönliches Schicksal, über ihr Gefühl, von Medizinern und anderen Professionellen teilweise allein gelassen worden
zu sein, bis sie endlich Hinweise auf therapeutische Möglichkeiten erhielten.
Von der Freude über ein neues Hören, darüber, wieder in dieser Welt zu sein.
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (04.02.2008, 17:46)
Sorry, ich bin mit diesem Forum unerfahren: was ich oben im Text nicht erwähnt habe: Ich habe dieses Schicksal auch selbst erlebt: bin 1997 relativ plötzlich beidseits vollständig ertaubt. Ich war damals als Akademikerin in einer Führungsposition, hatte zwei schulpflichtige Kinder. Trotz gewisser Risiken, die in meiner Krankengeschichte begründet sind, habe ich mich für die Versorgung mit einem (1997) und einem zweiten (2005) Cochlea-Implantat (= elektronische Innenohrprothese) entschieden.
Veröffentlicht habe ich einen Lyrikband "Schattensprünge" (Bewältigung der Lebenskrise) und ein Fachbuch "Hörverlust und Identitätskrise".

Mir ging es nun darum, zu erfahren, wie es anderen Menschen ergangen ist.
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Klärus

Re:

von Klärus (04.02.2008, 18:02)
Danke für Deine aufbauenden Worte in meiner Buchvorstellung: "Augenblicke im Leben eines Menschen". Das was du oben beschreibst, erzeugt in mir ein tiefes Gefühl von Hochachtung. Ich hoffe du hast viel Erfolg mit deinem Buch.
Hast du eine Homepage? Die Menschen brauchen Gefühle - geben wir sie ihnen.
Allerliebste Grüße
Klärus

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (04.02.2008, 18:08)
Maryanne, schön, dass Du zu uns gestoßen bist.
Wir freuen uns auf viele Beiträge und eine rege
Diskussionsbeteiligung.

Lieben Gruß aus der Steiermark!

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (04.02.2008, 18:57)
Hallo Klärus,
ich habe eine Homepage auf der zwar auch ein Hinweis auf mein Buch steht, die sich aber ansonsten auf meine Arbeit als Audiotherapeutin bezieht.

Allerdings verbringe ich inzwischen die meiste Zeit mit ehrenamtlicher Arbeit und mit dem Schreiben.

www.audiotherapie-m-becker.de

Schöne Grüße und vielen Dank für deine sehr freundlichen Worte
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (04.02.2008, 18:59)
hallo hwg,
wie stellt man denn ein Foto hier rein? Danke für die freundliche Begrüßung!

maryanne aus berlin
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (05.02.2008, 08:21)
Guten Morgen Maryanne!

Diese Frage habe ich seinerzeit auch gestellt.
Mit technischen Dingen kenne ich mich nicht
aus.
Aber es sind etliche unter uns, die Dir Deine
Frage sicher bald beantworten, so wie es bei
mir der Fall gewesen ist.

Lieben Gruß aus der Steiermark!
Hans

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (05.02.2008, 08:27)
Hallo Hans,

danke für diese Info, dann warte ich halt mal ab, ob mir jemand beispringt.
Das Foto ist mir aber nicht so wichtig, ich find's halt angenehm, wenn man sich ein Bild voneinander machen kann.

Schönen Gruß aus dem faschingsfreien Berlin
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Claire
Beiträge: 709
Registriert: 07.12.2007, 09:32
Wohnort: Bochum

Re:

von Claire (05.02.2008, 09:34)
Hallo Maryanne,

ich finde es mehr als gut, wenn jemand als Betroffener so ein Thema aufgreift. Leider ist es häufig so, dass Krankheit ein Tabuthema ist. Umso wichtiger ist es, dass es Leute gibt, die sich trauen, sie zur Sprache zu bringen. Ich hoffe, du hast richtig eRfolg mit deinem Buch! thumbbup

LG Claudia
LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (05.02.2008, 11:06)
Hallo Claudia,
danke für die guten Wünsche. Ich denke, Krankheit, Behinderung und schließlich auch der Tod gehören zum Leben. Wichtig an meiner Arbeit war mir aufzuzeigen, dass Behinderung nicht ein freischwebendes Etwas ist, sondern Bestandteil einer Persönlichkeit mit eigener Identität und Geschichte.

Darüber hinaus schreibe ich aber auch gerne ganz andere Dinge.

LG
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (05.02.2008, 12:05)
Von meiner journalisten Arbeit her ist mir der Umgang mit Leuten jeden Alters, welche ein gesundheitliches Handicap haben, vertraut.

Besonders der Kontakt zu (jungen) Leuten mit gehirnnervlichen Beeinträchtigungen wird von mir regelmäßig gepflegt. Mitunter bewundernswert erachte ich deren kreative Kräfte, die sie in Musik, Literatur und Malerei sowie in handwerkliches Geschick umsetzen.

Bei uns werden sie in die Gesellschaft überwiegend gut integriert, was sich auch durch regen Besuch ihrer Veranstaltungen und Beschäftigungseinrichtungen dokumentiert. Dasselbe scheint mir, gilt immer stärker auch den Leuten mit körperlichen Behinderungen. Glücklicher Weise sind die Zeiten einer Ausgrenzung dieser Mitmenschen wohl vorbei.

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (05.02.2008, 12:29)
Hallo Hans,
ich fände es toll, wenn es so wäre wie du schreibst - ich kann es weder in bezug auf Österreich noch hinsichtlich der von dir genannten Personengruppe beurteilen.
Ich kann gut darstellen, wie es sich in Deutschland für Hörbehinderte verhält. Zum einen muss man unterscheiden, zwischen Gehörlosen, die vor dem Spracherwerb das Gehör verloren oder ohne Gehör geboren wurden UND
gebärdensprachlich kommunizieren. Sie bezeichnen sich selbst oft als nicht behindert sondern "anders"; sie sind eine engmaschige Gemeinschaft ohne Kommunikationsproblem untereinander (in D. ca. 80.000 Menschen). Anders sieht es bei Schwerhörigen aus, deren Behinderung sich in einer großen Spannbreite äußert. Und: man sieht diese Behinderung nicht. Schwerhörige verstehen meist verzerrt, es fehlen einfach bestimmte Laute. Daher werden sie oft als "blöd, doof" wahrgenommen. Schwerhörigkeit ist immer noch ein Tabu, viele schämen sich dafür.
Integration: ??? Die wenigsten Theater, Konzerthäuser, Kinos verfügen über Technik für Schwerhörige. Ansagen in Bus und Bahn sind verbal und nicht zusätzlich schriftlich (wenn z. B. der Zug aus einem anderen Gleis abfährt als angegeben). Kirchen sind meist auch nicht hörbehindertengerecht ausgestattet. Spezielle (und daher sehr teure) Rauchmelder werden in D. für Hörgeschädigte nicht von den Krankenkassen u.ä. finanziert, obwohl einige Bundesländer den Einbau von Rauchmeldern vorschreiben. Was nützt ein piepsendes Warngerät, das der Betroffene nicht hören kann (es gibt visuelle Geräte, die halt viel teurer sind). Das sind nur einige Beispiele! Integration ist das in meinen Augen nicht.
Es gibt Länder, in denen es besser aussieht.

Ich schreibe das hier deshalb nieder, weil vieles in den Augen Nichtbetroffener als Integration scheint - wenn man hinter die Kulissen schaut, ist es eben doch nicht so.

Beste Grüße
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (05.02.2008, 12:37)
Hallo Maryanne!

Deine Hinweise machen mir deutlich - als Nichtbetroffener denkt man meistens gar nicht an alles das, was eine derartige Behinderung tatsächlich bewirkt. So gesehen, werde ich mich diesem Thema bei einer der nächsten Treffen der "Lebenshilfe" stärker annähern und in einem anschließenden Bericht ausführlicher darauf eingehen.

Lieben Gruß!
Hans

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (05.02.2008, 13:10)
Hallo Hans,
was MIR persönlich aber auch wichtig ist: die eigene Lebenseinstellung!
Damit meine ich, dass Menschen (auch Behinderte) nicht erwarten können, dass ihnen alles hinterhergetragen und abgenommen wird. Mit eigenen kreativen Ideen kann jeder Einzelne so manches verändern.

Zurück zu meinem Buch: genau so könnte ich mir vorstellen, über eine andere Minderheit zu schreiben. "Über" habe ich ja nicht geschrieben, sondern das Buch ist das Ergebnis sehr tiefgehender Interviews. Mich interessiert einfach, wie andere Menschen ihr Leben gestalten und ihr Schicksal bewältigen.

Liebe Grüße
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (08.02.2008, 11:30)
Hier noch das Cover meines Buches! Zur Erläuterung:
Die Mehrfachbedeutung des Begriffs "Schnecke(nhaus)"
1. Der Kopf der Geige wird auch als Schnecke bezeichnet - für mich transportiert das Bild mehrere der untenstehenden Bedeutungen:

2. Als Schnecke bezeichnet man auch das Innenohr, in welcher die Haarzellen sitzen, die für das Hören sorgen (oder, wenn die Haarzellen nicht funktionieren, abgestorben sind die Taubheit verursachen)

3. Schneckenhaus steht auch für Rückzug, soziale Isolation, die wiederum eine Folge der Hörschädigung / Ertaubung ist.

4. Klänge: zum Einen empfinden Menschen Klänge als wohltuend, zum anderen ist es mit Hilfe des Cochlea Implantats möglich, als Ertaubter wieder Klänge wahrzunehmen.

Bild

http://audiotherapie-m-becker.de/bilder/titel.jpg
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Zurück zu „Buchvorstellung: Ratgeber, Sach- und Fachliteratur“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.