Schwarze Seiten, weißer Text?

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Großstadtpoet
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Schwarze Seiten, weißer Text?

von Großstadtpoet (14.04.2014, 00:49)
Liebe Forengemeinde,

eine Bekannte von mir möchte gerne alte Gedichte veröffentlichen, die sie in einer Zeit geschrieben hat, in der es nicht so gut ging. Diese Gedichte sind daher von der Stimmung her sehr "dunkel". Sie hat sich deshalb in den Kopf gesetzt, sie in weißer Schrift auf schwarzem Papier zu drucken. Nun hat sie mich gefragt, ob eine Buchveröffentlichung mit so einer Einstellung möglich wäre. Ich habe ihr gesagt, dass ich es mir nicht vorstellen kann. Mit weiß auf schwarz drucken geht sicherlich nicht (so ohne weiteres), also müsste man weißes Papier komplett schwarz bedrucken - und nur die Schrift "aussparen". Ich kann mir denken, dass so ein großflächiger schwarzer Druck a) nicht gut aussieht und b) das Papier sehr in Mitleidenschaft zieht (es könnte meiner Vermutung nach wellig werden).
Liege ich mit dieser Einschätzung richtig?

Sie hat mich dann gefragt, was für Möglichkeiten einer "dunklen Gestaltung" mir stattdessen einfallenwürden. Bis auf "dunkler Rahmen", also beispielsweise schwarze Rosen, die sich um den Text ranken, ist mir aber nichts eingefallen.

Hättet ihr Ideen?

Ich wünsche eine sonnige Frühlingswoche!

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pheinen
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Hallo

von pheinen (14.04.2014, 10:37)
Hallo Großstadtpoet,

anbei vielleicht die eine oder andere Idee :)

http://www.bod.de/autorenpool/files/sch ... t__907.jpg

Schönen Gruß!
Dateianhänge
schwarz_text_.jpg
Idee

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mtg
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Re:

von mtg (14.04.2014, 10:53)
Hallo Arne,

auch wenn ich Gefahr laufe, wieder des Einmischens oder Honig-ums-Maul-Schmierens geziehen zu werden, will ich Dir gerne antworten:

Natürlich bleibt es beim Negativdruck immer noch »schwarz auf weiß« – wie Du schon schriebst, wird der Text quasi ausgespart. Und in der Tat ist der großflächige Auftrag von Farbe einer dauerhaft schönen Optik nicht zuträglich. Stichworte: Abrieb, Durchtränkung des Papiers, Wellenschlag.

Die Vorschläge von Pierre sind schon sehr gut, aber man kann sicherlich noch eigenständiger werden. Was hältst Du von der Idee, jeden Text mit einem kunstvoll gestalteten Initial - das aber dann negativ - beginnen zu lassen? Etwa so in dieser Art. Das würde die Gedichte durch die eigene Grafik sogar noch unverwechselbarer machen ...

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pheinen
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Initiale

von pheinen (14.04.2014, 11:11)
Guter Vorschlag mit der Negativ-Initiale Matthias thumbbup

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (14.04.2014, 12:50)
Hallo Poet!

Eine mögliche Alternative:
unter Verwendung eines Bildbearbeitungsprogramms ließe sich jede einzelne Textseite als "Bild" anfertigen: Format und Hintergrundfarbe wählen, dann ins entsprechende Fenster die gewünschte Schriftart/Textgröße einsetzen. Wichtig ist bei dieser Vorgehensweise, dass die Typographie bezüglich Platzierung und Größe stets dieselbe ist. Die Bilder müssen eine hohe Auflösung haben. Das Format der Textdatei, in die sämtliche Grafiken eingesetzt werden sollen, passend einstellen, mit oder ohne Seitenränder - wodurch gegebenenfalls ein weißer Rahmen entstehen würde. Mit Hinblick auf den Beschnitt sollte dieser nicht allzu schmal ausfallen. Die betreffende Druckerei könnte diesbezügliche Auskünfte erteilen, auch in Hinblick auf die Papierwahl!


https://www.google.de/search?q=Typograp ... 93&bih=521

Herzlicher Gruß,
Peter

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Großstadtpoet
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Re:

von Großstadtpoet (14.04.2014, 13:01)
Die ersten beiden Antworten helfen mir sehr weiter, da werde ich mich mal ausführlicher mit befassen. Vielen Dank dafür! Die beiden Anregungen lassen sich ja durchaus kombinieren.

Natürlich bedanke ich mich auch für den dritten Tipp, aber diese Idee, die Sache als Bild anzufertigen, erschließt sich mir nicht. Wo wäre denn da drucktechnisch der Vorteil? Das Buch würde ja sicherlich via BoD gedruckt werden - da eine Druckvorlage einzusenden, die mit einer Bildbearbeitungssoftware erstellt wurde, liefert doch keine besseren Ergebnisse bezogen auf Seitenwölbung etc., als wenn es invertiert als Text gesetzt ist? Es wäre zudem auch in der Erstellung der Druckvorlage extrem mehr Arbeit, als einfach Seiten- und Textfarbe zu tauschen. Oder übersehe ich da was?

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (14.04.2014, 13:57)
Ja, ein größerer Arbeitsaufwand bei der Erstellung einzelner Bilder besteht auf jeden Fall. Zumal unter Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Gestaltungsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben. Ich habe eine Reihe Bücher mit Fotografien und Illustrationen (u.a. zwei Bildbände in den Maßen 25 x 25 bzw. 28 x 24 cm) veröffentlicht, die Druckerzeugnisse lassen nichts zu wünschen übrig; es sind weder Seitenwölbungen zu verzeichnen, noch weisen großflächig bedruckte Seiten Qualitätseinbußen auf. Sicherlich spielt die PAPIERwahl eine Rolle. Ob der Druck einer Grafik (in hoher Auflösung) tatsächlich einer Text-Invertierung vorzuziehen wäre, weiß ich nicht eindeutig zu beantworten. Meine Erfahrungswerte beziehen sich auf die angesprochenen Werke.

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mtg
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Re:

von mtg (14.04.2014, 14:04)
Peter,

in einem Punkt hast Du absolut recht: Es ist natürlich eine Frage des Papiers. BoD bietet leider nicht viel Auswahl, was geeignete Papiersorten betrifft. Mein Bildband habe ich daher woanders produzieren lassen, wo ich auf 170g/qm Bilderdruckpapier zurückgreifen konnte.

Wenn BoD der Verlag bzw. die Druckerei werden soll, bleibt da eigentlich nur das 200g Fotopapier; das hat aber - zumindest für mich - eine merkwürdige, unangenehme Haptik.

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