Sibylle

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Detlef Schumacher
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Sibylle

von Detlef Schumacher (15.05.2014, 09:43)
Jungfrau Sibylle
liebt die Idylle,
hasst alles Schrille. –
In Waldes Stille
lässt sie die Hülle,
die teils von Tülle,
vom Körper gleiten.
Dieses Entkleiden
hat seinen Sinn,
denn im Wald drin
fließet ein Bach –
nicht tief, sondern flach.
Das Wasser so rein
lädt zum Bade ein.
Die liebliche Maid,
vom Kleide befreit,
schreitet fürbass
ins plätschernde Nass.
Sie nun im Bade
bis hin zur Wade
siehet vom Forst
Jägersmann Horst.
Findet Gefallen
an der nicht Drallen,
sondern recht Schlanken.
Seine Gedanken
kann man erahnen,
denn deren Bahnen
sind bei den Männern –
genießenden Kennern –
ständig die gleichen;
Horst will nicht weichen.
Er pirscht sich näher.
Da wird’s dem Späher
nun zum Verdruss;
es hallet ein Schuss.
Horst bringt beim Fallen
die Flinte zum Knallen.
Sibylle erschrickt,
als sie Horst erblickt.
Sie will entfliehen.
Der Jäger auf Knien
beteuert inständig,
dass er hoch anständig.
Jungfrau Sibylle
wird davon knülle.
Die Luft ist so lau,
der Himmel so blau,
die Büsche so grün;
nun wird es intim.
Horst liebt Sibyllen,
sie wird wohl Stillen
in einem Jahr,
das ist doch klar.
Jägersmann Horst
verschwindet im Forst.
Zurück bleibt, schau, schau,
Sibylle als Frau.

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