Novum Verlag bzw. Edition Nove

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5973
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (10.05.2014, 12:16)
novumpublishing hat geschrieben:
Wir legen unsere Angebote transparent und ohne versteckte Kosten. Unsere DIENSTLEISTUNGEN erbringen wir wie vereinbart und darüber hinaus sind unsere Mitarbeiter dazu da, Wünsche und Anregungen von Autoren abseits des Vertrages anzunehmen und auch zu bearbeiten.


Ein Verlag ist per Definition kein Dienstleister. Ein Verlag ist ein Unternehmer, der ein Produkt einkauft (hier das Manuskript und damit das Recht zur Veröffentlichung und Verbreitung) und das Produkt auf eigene Rechnung sowie auf eigenes Risiko vertreibt.

Wäre die Aussage von "novumpublishing" über die Dienstleistungen richtig, würde es keine Produktionsunternehmen, sondern nur noch Dienstleister geben und somit der Begriff "Zulieferer" würde ab absurdum geführt.

Ein Automobilwerk wäre für Blechhersteller dann zwingenderweise ein "Dienstleister", der die Bleche verarbeitet und als neues Produkt für den Blechhersteller vertreibt (inkl. der "Dienstleistungen" Bleche verformen, Bleche lackieren, verformte und lackierte Bleche bewerben und vertreiben).

Blechherstelller wiederum wären Dienstleister für die Kohle- und Erz-Industrie, weil die Blechindustrie die gelieferten Produkte als Dienstleister formt, umgestaltet, das erzeugte Produkt bewirbt und vertreibt.

Es fehlt nur noch, dass Kohle- und Erz-Lieferanten für die Verarbeitung ihrer Produkte und für den Vertrieb durch die Blechindustrie Geld bezahlen müssen. Damit wären wir dann voll im Gedankengang von "Novumpublishing".

Wikipedia hat geschrieben:
Wichtigste Rechtsgrundlage zwischen Verlag und Verfasser bildet der Verlagsvertrag. Der Verleger verpflichtet sich hierin, das ihm vom Verfasser für eigene Rechnung überlassene Werk aus Literatur oder Tonkunst zu vervielfältigen und zu verbreiten (§ 1 VerlG). Eigene Rechnung bedeutet, dass der Verlag auf eigenes unternehmerisches Risiko beim Vertrieb des ihm überlassenen Werkes handelt.
(Hervorhebung von mir)

"Eigenes unternehmerisches Risiko" entfällt bei Druckkostenzuschussverlagen, da die Buchproduktion ja bereits durch den Autor bezahlt ist. Bei jedem verkauften Buch kassiert der DKZV also zwei Mal: Einmal beim Autor, einmal beim Leser.

Lässt sich ein Verleger das Risiko, das mit einer Veröffentlichung und einem Vertrieb einhergeht, vom Autor/von der Autorin ganz oder teilweise bezahlen (also die Verlagerung des unternehmerischen Risikos auf den Zulieferer), entspricht dies nicht dem unternehmerischen Grundgedanken eines Verlages.

Ein "Verlag", der für die Veröffentlichung eines Werkes Geld vom Autor/von der Autorin verlangt, darf offiziell als "Pseudo-Verlag" (pseudo = nicht echt, nur nachgemacht, nachgeahmt) bezeichnet werden (Urteil des OLG München vom 05.02.2009, Az. 4 6 U 2250/09). Von daher ist "Novum" aufgrund der hier getätigten Aussagen als ein solcher "Pseudo-Verlag" anzusehen.

Zitat aus dem OLG München-Urteil:
"Die Dienstleisterverlage [...] sind eben keine Verlage, wie die herkömmlichen Verlage, wie sie im Verständnis auch der interessierten Verkehrskreise aber auch der Allgemeinheit bekannt sind."


Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz (Az. 2K 1409/12), wonach Kosten für die Veröffentlichung über einen "Pseudoverlag" steuerlich nicht geltend gemacht werden können, da - so das Gericht - es sich bei dem Internetauftritt des Verlages bzw. der Verlagsgruppe um keinen ernsthaften Vertrieb, noch Vertreter der verlegten Werke der zahlenden Autoren handeln würde. (Quelle: http://www.mediafon.net/meldung_volltex ... _allgemein)

Eine bislang ungeklärte Frage ist, ob bei Pseudo-Verlagen tatsächlich der wettbewerbliche Gedanke gegenüber den Produkten anderer Verlage im Vordergrund steht. Es gibt Gerichtsentscheide, u. a. vom OLG Frankfurt/Main, wo dies bezweifelt wird.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5691
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (10.05.2014, 12:34)
Siegfried hat geschrieben:
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz (Az. 2K 1409/12), wonach Kosten für die Veröffentlichung über einen "Pseudoverlag" steuerlich nicht geltend gemacht werden können, da - so das Gericht - es sich bei dem Internetauftritt des Verlages bzw. der Verlagsgruppe um keinen ernsthaften Vertrieb, noch Vertreter der verlegten Werke der zahlenden Autoren handeln würde. (Quelle: http://www.mediafon.net/meldung_volltex ... _allgemein)

Das ist ja spannend ... Danke, Siegfried! thumbbup

Asphaltmann
Beiträge: 14
Registriert: 29.05.2014, 22:40

Finger weg

von Asphaltmann (30.05.2014, 09:18)
Hallo

Finger weg vom Novum-Verlag. Das ist ein Zuschussverlag. Im regulären Buchhandel finden Bücher von Zuschussverlegern im Regal kein Platz.

Seriöse Bücher rund ums veröffentlichen finden Sie im Autorenhaus Berlin.

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5691
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re: Finger weg

von mtg (30.05.2014, 09:23)
Asphaltmann hat geschrieben:
Seriöse Bücher rund ums veröffentlichen finden Sie im Autorenhaus Berlin.

Nun reicht's aber mit der Werbung, gelle? Das wird ja langsam unseriös ...
(Übrigens: Substantivierte Verben schreiben sich groß ...^^)

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.