Morgen

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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (07.08.2014, 09:07)
Hallo Alexander, guten Morgen!


Morgen

Stilles erwachen (Stilles Erwachen – DAS Erwachen, groß geschrieben)
hebend Wolken,
ein wohlig fein (fein????? – was soll das hier, „fein“ ist ein Adjektiv, welches Substantiv soll das beschreinen an dieser Stelle?)
ein selig sein. (ein selig Sein – DAS Sein, groß geschrieben)

Einzig wahr der Morgentau
er legt sich lau,
mit Sonnenschein, übers Land (hier KEIN Komma)
ein Reh steht da, am Waldesrand. (naja, das Reh gehört ggf. zu ihren Naturbeobachtungen, ist ja auch ein schönes Bild für Anmut, et cetera: es klingt jedoch so, als hätten Sie einiges nur des Reimes wegen niedergeschrieben!)

So folgt ein schöner Tag
in dem ein Zauber lag, (wieso hier das Präteritum? Vorher ist überall Präsens verwendet worden)
von Natur (,) die sich uns zeigt,
von Natur (,) die uns bewegt. (wo bleibt das Reimschema?!)

Sie haben mal wieder Ihr Reimschema (A-A-B-B) nicht eingehalten.
Gestern hat Seshmosis (Gerd Scherm) ein wunderschönes Liebesgedicht gepostet, das sich NICHT reimt. Ggf hätten Sie Interesse, das mal zu lesen? Es ist wunderbar schlicht, geschmackvoll, gut durchdacht und verwendet schöne Motive/Bilder.

l.G.
Anouk

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (07.08.2014, 10:43)
Nun, Alexander, wenn Du es weniger "schlicht" magst, also mehr klassisch mit Bezügen zur antiken Mythologie (was eine gewisse Bildung voraussetzt) und ein bisschen Dramatik, ein anderes Liebesgedicht von mir, bitte sehr:

Welche Liebe?

Würdest du mich gängeln
mit einem Zauberfaden
wie einst Ariadne den Theseus
mich nicht loslassen
selbst im Labyrinth?

Oder würdest du voran schreiten
wie es Phaedra dem Hippolyt versprach
zu begegnen dem Minotaurus
und ihn an meiner statt
lächelnd erschlagen?

Gerd Scherm

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (07.08.2014, 11:40)
Paukner hat geschrieben:

Übrigens ist mir Ariadne ein Begriff. Ich habe erst dieses Jahr im Stadttheater von Passau das Stück "Die schöne und getreue Ariadne" gesehen. Wie ich finde ein sehr schönes, es handelt wie sie sicher wissen vom Minotaurus usw. Sie haben den Bezug zur Mythologie in ihrem Gedicht ja zum Ausdruck gebracht und dies ist Ihnen wie ich meine auch gelungen.


Ja, die beiden Figuren sind mir sehr vertraut. :lol:
Ariadne und ihr Halbbruder Minotaurus spielen eine Rolle in meinem Roman "Die Irrfahrer" (Heyne Verlag, vergriffen, bei mir Restexemplare, demnächst Neuauflage in einem anderen Verlag).

Allerdings lebt mein Gedicht "Welche Liebe?" von den sehr unterschiedlichen Beziehungen bzw. Liebesversprechen von Ariadne-Theseus und Phaedra-Hippolyt, - darin liegt die Spannung und auch die Pointe.

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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (07.08.2014, 11:47)
@ Paukner

Hallo Alexander,
da Sie per "edit" im ursprünglich geposteten Gedicht Ihre Abänderungen vorgenommen haben, kann ein nachträglicher Leser nicht ganz nachvollziehen, worauf sich (in der 1. Antwort) meine Korrekturen/Anmerkungen beziehen :wink:

Vielleicht wäre es besser, die Überarbeitung in einer neuerlichen Antwort auf den Ursprungsthread zu posten.

Was die Überarbeitung angeht, so gäbe es in meinen Augen noch immer etwas zu überarbeiten...

@Seshmosis
"Welche Liebe?" ist ebenfalls toll. Auch mir sind diese Sagen ein Begriff und es ist eine tolle Idee, sie im Gedicht zu verwenden.

Schlicht und gut. Richtig gut!


Anouk

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (07.08.2014, 11:55)
ANOUK_F. hat geschrieben:


@Seshmosis
"Welche Liebe?" ist ebenfalls toll. Auch mir sind diese Sagen ein Begriff und es ist eine tolle Idee, sie im Gedicht zu verwenden.

Schlicht und gut. Richtig gut!


Danke. :oops:

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Re:

von ANOUK_F. (07.08.2014, 13:05)
Hallo Alexander, sicher, es ist IHR Gedicht, und sie können es jederzeit so lassen, wie SIE es möchten. Es MUSS uns ja auch nicht gefallen, sondern IHNEN. Aber, sowie man veröffentlicht, schreibt man ja eigentlich (auch) für seine Leser (sonst würde man die Texte ja in der Schublade lassen). Sie wollen REIMEN, halten aber kein Schema ein. Hier noch mal zur Verdeutlichung:
Stilles Erwachen (A)
hebend Wolken, (B)
ein wohlig fein Erhellen (C)
ein selig Sein verweilen. (D) – warum schreiben Sie ‹Erhellen‹ groß und ›verweilen‹ klein? (wie A B C D zeigt, ist hier kein Reimschema in der 1. Strophe vorhanden)

Einzig wahr der Morgentau (A)
er legt sich ganz lau, (A)
mit Sonnenschein übers Land (B)
ein Reh steht da, am Waldesrand. (B) (Schema da: AA-BB)

So folgt ein schöner Tag (A)
dessen Zauber ich mag. (A)
Dieser Muse bin ich stets dankbar (B)
sie ist einfach schön und unvergleichbar. (bar-bar : reimt sich NICHT!)

Grundlagen:

WAS sind REIMWÖRTER?
http://www.reimlexikon.net/
cheezygrin

WAS IST METRIK?
http://www.die-lyrik.de/metrik.htm

Wie gesagt, es MUSS sich nicht reimen, aber dann sollte es auch durchgehalten werden.
Und, mal ganz ehrlich:
„So folgt ein schöner Tag,
dessen Zauber ich mag“ – so „dichtet“ meine Tochter ( sie wird 7J!). Bei ihr ist das ganz hübsch und man unterstellt ihr Talent…
Sie sind anscheinend ein sehr romantischer Typ, Alexander, und wollen das zum Ausdruck bringen. Sie können es mit Sicherheit besser! Sie müssen sich nur mehr Zeit geben und ein paar Grundlagen erarbeiten!!!!

yggdrasil
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Re:

von yggdrasil (07.08.2014, 13:49)
Ja, wenn Du den Weg, den die Helfer/innen zeigen, annimmst und weitergehst...

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@Paukner

von ANOUK_F. (07.08.2014, 16:06)
Hallo Alexander,
was sehe ich da?! Doch eine weitere Überarbeitung. Und, was habe ich gesagt? Es ist doch schön, jedes mal Fortschritte zu sehen, oder? Sicher entfernt man sich von dem, was man ursprünglich mal niedergeschrieben hat, mit jedem weiteren Überarbeitungsgang mehr. Aber darauf kommt es ja schließlich auch an: auf die Entwicklung.

lG
Anouk

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