Wieder Änderungen bei Amazon

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TipEx
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Wieder Änderungen bei Amazon

von TipEx (07.12.2012, 13:32)
Hurra, endlich regiert auch bei Amazon Geld wieder die Welt. Nicht, daß das jemals anders gewesen wäre, aber nun sind die Platzhirsche endlich die kleinen, mühseligen Kleinstautoren los, die auch ein kleines Stück vom Kuchen wollten.

Amazon hat zig tausend angebliche oder tatsächliche Fake-Rezensionen entfernt. Darunter fallen häufig auch solche, die in Amazons Augen einfach zu früh nach Erscheinen des Buches veröffentlicht wurden.

Viele von Euch hier wird das nicht betreffen, denn viele von Euch schreiben eher in Randbereichen, die nicht so hart umkämpft sind. Wer dies jedoch tut, wird mir sicherlich beipflichten, daß es schlicht und ergreifend unmöglich ist, in einer soilchen, stark umkämften, Ecke auf Dauer erfolgreich zu sein, ohne daß man von mißliebigen Mitbewerbern bzw. deren Handlangern beschossen wird. Das schlägt sich dann in Form von Verrißrezensionen nieder.
Früher konnte man sich wenigstens noch einigermaßen wehren. Stellte Amazon auf stur und ließ eine offensichtliche Schmähkritik ungelöscht, so war man wenigstens noch in der Lage, diese durch eine entsprechend gute "auszubügeln". Dabei geht es gar nicht mal um die Sterne, die man verloren hat, sondern darum, daß sich viele Kunden einfach an der ersten Rezension orientieren, die sie lesen.

Nun ist dem kleinen Krauter also auch dieser Weg versperrt.

Eigentlich fair mögen jetzt vielleicht viele sagen, doch ganz so einfach ist das nicht. Es sind nämlich nur die kleinen Krauter, die mühseligen Einzelkämpfer betroffen. Wer über ausreichendes Budget verfügt oder über einen ausreichend großen und skrupellosen Freundeskreis, dem sind nun Tür und Tor geöffnet.

Amazon wird niemals herausfinden können, ob Rezensionen gefälscht sind oder nicht. Selbst wenn Amazon eine Rezension an das jeweilige Produkt knüpen würde, wäre es nur eine Frage des Geldes, die Werbung über Rezensionen bzw. den Verriß unliebsamer Konkurrenten via Rezensionen noch weiter zu forcieren.

Nehmen wir an, ein Verlag möchte sein Buch in einem hart umkämpften Bereich, wie er z.B. bei Flirtratgebern gegeben ist, unterbringen.
Dann wird er als erstes die Bücher der dortigen Konkurrenten kaufen und von (ebenfalls gekauften) Rezensenten schlecht bewerten lassen. Bei einer Neuerscheinung reichen 2 oder 3 aufeinanderfolgende Schmährezensionen um das Buch sofort wieder einstampfen zu können. Es wird niemand kaufen und somit auch niemand positiv bewerten.

Im gleichen Atemzug wird dieser Verlag die nötigen Mittel aufbringen, um sein eigenes Werk im Laufe des ersten Monats von 10 ganz unterschiedlichen, gekauften Rezensenten in den Himmel loben zu lassen.

Und jetzt gibt es keine Verteidigung mehr dagegen. Aus die Maus!

Ich wäre stark dafür, das gesamte Rezensionssystem abzuschaffen und durch einen "Blick ins Buch" zu ersetzen. Damit hätte der Kunde bei Amazon die gleichen Voraussetzungen, wie im Offline-Buchhandel. Schlechte Bücher würden automatisch offenbaren wie schlecht sie sind, gute würden ihre Qualität zeigen.

Der einzig andere, gangbare Weg wäre, eine eigene Lobby zu schaffen, die den Nachteil der Kleinautoren wett macht und somit die wettberwerbsverzerrenden Änderungen umgeht.

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Isautor
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Re:

von Isautor (07.12.2012, 14:33)
Zu dem Thema gibt es bereits ein Diskussion im Forum, aber du hast recht. Ich wäre auch für Rezensionslosigkeit, denn der Missbrauch ist so weit fortgeschritten, dass Rezis zwar noch schaden können, aber im Positiven kaum noch was wert sind. Der Käufer sieht sich als erstes die schlechteste Bewertung an, weil man bei den guten eh schon von Freundschaftsrezis ausgeht.
Amazon hat auch bei meinen Rezis um sich geschlagen und da sieht man direkt, wie gut das "System" funktioniert. Ich hatte zwei Rezis bei zwei Büchern von meiner Tante und meiner Freundin, die mir damit einen Gefallen tun wollten (was eindeutig keiner war). Die Rezis sind eigentlich keine, so vom Text her.
Diese wurden stehengelassen, während fremde Rezis, dessen Urheber mir völlig unbekannt sind, entfernt wurden.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
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TipEx
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Re:

von TipEx (07.12.2012, 14:45)
Zu dem Thema gibt es bereits ein Diskussion im Forum

Oh sorry. Da die Änderungen noch recht frisch sind, habe ich nicht in älteren Postings gesucht und unter den jüngeren habe ich nichts gefunden.

Tja, wir werden Amazon jedoch niemals umstimmen können, denn wenn zigtausend Kleiautoren Amazon zukünftig ignorierten, wäre Amazon das vollkommen egal. Deren Kunden würden einfach auf die anderen Anbieter übergehen und Amazon kommt es lediglich auf die Verkaufszahlen, nicht aber auf die Vielfalt an.

Ich spiele wirklich mit dem Gedanken, das System einfach zu umgehen und mir einen ebensolch skrupellosen "Freundeskreis" zuzulegen wie ihn einige Autoren schon haben.
Dann bestünde wenigstens wieder Chancengleichheit.....wenn es auch nicht sonderlich hilfreich für den Buchhandel insgesamt wäre.

baoboddy
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Du hast ganz recht

von baoboddy (07.12.2012, 17:14)
Das Abschaffen dieser unsicheren Rezis wäre wohl das Beste.
Eine gute Buchbeschreibung und Einblick in das Buch reicht völlig aus.
Aber der Hacken dabei ist, dass dieses Rezi-System von Amazon USA diktiert wird. Ob sich da was machen lässt? Schriftstellerverband?
LG baoboddy

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (07.12.2012, 17:57)
Amazon ist schon recht eigenwillig in letzter Zeit, das muss ich auch konstatieren.

Beste Grüße

MichaelHA

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Oukej
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Click to LOOK INSIDE

von Oukej (09.02.2013, 11:32)
Seit einem Monat schicke ich jede Woche eine E-Mail oder online Formular von der Webseite von www.amazon.com damit auch in den USA bei meinem Buch Click to LOOK INSIDE ist.
Auch den Antrag auf LOOK INSIDE Programm habe ich abgeschickt.
Wie bekomme ich nur das LOOK INSIDE?
Vielleicht muss ich mir bei Amazon Chef - Jeff Bezos beschweren. :(
Zuletzt geändert von Oukej am 24.06.2013, 04:12, insgesamt 1-mal geändert.

Sir Adrian Fish
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Re: Click to LOOK INSIDE

von Sir Adrian Fish (09.02.2013, 16:36)
Oukej hat geschrieben:
Wie bekomme ich nur das LOOK INSIDE?
Vielleicht muss ich mir bei Amazon Chef - Jeff Bezos beschweren. :(


Vielleicht schaltet er ja sogar für dich persönlich die LOOK INSIDE-Funktion frei.

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Oukej
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LOOK INSIDE

von Oukej (09.02.2013, 22:04)
Jede Woche werde ich es mit E-mail einmal reklamieren, dass LOOK INSIDE noch nicht fertig ist und nach einigen Jahren werde ich bestimmt beim US Amazon LOOK INSIDE haben.
Und bis dahin werde ich beim US Amazon das Bild mit LOOK INSIDE publizieren, wo drauf steht: "For LOOK INSIDE use please British Amazon".

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Oukej
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Amazon behindert Verkauf

von Oukej (14.02.2013, 12:47)
Bei manchem Buch versucht Amazon in den USA mit allen Mitteln den Verkauf zu verhindern.
Das ist dumm und unlogisch. Amazon sollte sich freuen, wenn von jedem Buch dreimal so viel verkauft wird, denn Amazon hätte davon mehr Profit. Wenn ein Buch 60 Tage alt ist, man bittet Amazon jede Woche einmal um „Click to LOOK INSIDE“, aber die überlasteten und unterbezahlten Angestellten machen es nicht, ist es eine Behinderung des Verkaufs.
Und wenn ein Buch 60 Tage alt ist und dann erscheint dort die erste Rezension und sie ist positiv und mit 5 Sternen begleitet, es wird gelöscht von Amazon. Damit das Buch gar nicht verkauft wird.
Zuletzt geändert von Oukej am 24.06.2013, 04:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Oukej
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Amazon gekündigt

von Oukej (20.02.2013, 12:42)
Zwei deutsche Verlage haben die Mitarbeit mit Amazon beendet. Weil Amazon 60% Rabat verlangt und kaum Profit den Verlagen bringt. Amazon auch verbietet ein Buch anderswo billiger zu verkaufen. Auf der Webseite von Amazon sind Artikel über 20 Euro Portofrei, nur wenn man sie bei Amazon bestellt. Die anderen Händler bei jedem Artikel auf der Webseite von Amazon müssen jedoch mindestens 3 Euro Porto verlangen. So kauft man jedes Buch online lieber bei Amazon als anderswo um 3 Euro teurer.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 11290.html

holz
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Re: Amazon gekündigt

von holz (20.02.2013, 13:20)
Oukej hat geschrieben:
Zwei deutsche Verlage haben die Mitarbeit mit Amazon beendet. Weil Amazon 60% Rabat verlangt und kaum Profit den Verlagen bringt.


Erzähl mal keine Märchen.

In einem Interview auf Deutschlandradio Kultur sagte einer der Verleger:
"Schroer: Bei mir ist Amazon tatsächlich nicht der größte Kunde, der mir meine Bücher abkauft. Amazon rangiert irgendwo bei maximal fünf Prozent des Gesamtumsatzes. Da kann ich natürlich dann so eine Entscheidung fällen.
Kassel: Würden Sie sie auch fällen, wenn, sagen wir mal, Ihr Gesamtumsatz zu 80 Prozent bei Amazon stattfände?
Schroer: Nein, das wäre wirtschaftlicher Selbstmord."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2015757/

Die Advantage-Konditionen konnte man schon immer hier nachlesen
http://advantage.amazon.de/gp/vendor/public/discount
Also Rabatt 50%, Fachbuch 40%.
5% Lagerhaltung, 2% Skonto (60 Tage).

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (20.02.2013, 13:25)
Nicht Amazon verbietet es, ein Buch anderswo billiger zu verkaufen.
Da greift schon die Buchpreisbindung.

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Ute
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Positive Rezensionen verschwunden und mehr Ungereimtheiten

von Ute (27.02.2013, 18:52)
Bei mir sind im Dezember bei einer Reihe meiner Bücher positive Rezensionen verschwunden. Eins hat jetzt gar keine Rezension mehr!! Da ich mir das irgendwann mal ausgedruckt hatte, habe ich die Rezensenten mal angeklickt und festgestellt, dass ihre Rezensionen für andere Bücher stehen geblieben sind.
Bei einem meiner Bücher steht ein vollkommen entstellender Klappentext drin, von dem ich nicht weiß, wo er herkommt. Amazon übernimmt die Daten von VLB, wo der richtige Text steht. Seit November, als ich es bemerkt habe, rufe ich immer wieder an, aber das stört die nicht. Natürlich kann ich ein Buch mit einem falschen, besch........ Klappentext nicht verkaufen. Also kann man es nur noch direkt beim Verlag über Amazon kaufen. Bis zu diesem Vorfall lief das Buch ganz gut und war auch direkt bei Amazon zu kaufen.
Na ja, jetzt gibt es dieses Buch seit Dezember auch als ebook mit dem richtigen Text.

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Oukej
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Re:

von Oukej (14.08.2014, 12:43)
Seit 2002 konnte man bei Amazon Versandkostenfrei bestellen, wenn man einen Warenwert von mindestens 20 Euro pro Bestellung umgesetzt hat.
Am 12. August 2014 hat Amazon diesen Wert auf 29 Euro angehoben.
Bücher und Hörbücher sind aber weiterhin Versandkostenfrei.
Wer ein Buch beim Amazon bestellt, zahlt weiterhin kein Porto, ganz egal wie billig das Buch ist.

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Oukej
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Autoren rebellieren gegen Amazon

von Oukej (14.08.2014, 16:20)
Aufstand gegen das Amazon-Diktat
Autoren rebellieren gegen Amazon

Handelsblatt
Wie in den USA prangern nun auch deutsche Autoren die Verkaufsmethoden von Amazon an, unter ihnen prominente Schriftsteller wie Ingrid Noll und Elfriede Jelinek. Der Vorwurf: Es würden Bücher als Geiseln genommen.
Die deutschen Schriftsteller greifen die Geschäftsmethoden von Amazon scharf an. In einem Protestbrief an Amazon-Chef Jeff Bezos, der dem Handelsblatt von 14.8.2014 vorliegt, heißt es: „Amazon manipuliert Empfehlungslisten. Amazon nimmt Autoren und ihre Bücher als Druckmittel her, um noch mehr Rabatte zu erzwingen.“
„Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören.“
„Wir Autoren sind der Meinung, dass kein Buchhändler den Verkauf von Büchern behindern oder gar Kunden vom Kauf von Büchern abhalten darf.“

Mit ihrem Protest gegen den weltgrößten Internethändler sind die hiesigen Autoren nicht allein. Zuvor hatten mehr als 900 US-Schriftsteller wie Stephen King oder John Grisham das Vorgehen von Amazon im Streit um E-Book-Preise scharf verurteilt. Amazon verweist darauf, dass Literatur billiger werden müsse, da sie mit anderen Medien in Konkurrenz stehe.
Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 25942.html
:shock:: http://www.autoren-fuer-fairen-buchmarkt.de :shock::
Später auch www.fairer-buchmarkt.de :shock::

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