Brauche Hilfe für eine Hausaufgabe - Neuer Versuch

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Phoenix-Nubigena
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Re:

von Phoenix-Nubigena (06.02.2008, 14:11)
Huhu an alle...so, hab mich jetzt endlich daran gewagt und etwas gewerkelt. Ich bin - um ehrlich zu sein überhaupt nicht von meinem Werk begeistert. Beim Schreiben fiel mir auf, wie komplex dieses Thema ist und dass man unendlich lang eigentlich darüber schreiben müsste. Das alles in wenige Worte zu fassen - nicht ganz einfach.

Ich bin aber auch echt selbstkritisch. Entweder gefällt mir etwas, das ich geschrieben habe, sofort oder eben gar nicht. Vielleicht aber auch nur, weil das einfach nicht mein Thema ist.

Bin sehr, sehr gespannt auf eure Meinungen.

Hier der Text:

"23. Oktober

Noch immer kann ich nicht glauben, was mir widerfahren ist. Ich sitze an einem gläsernen Tisch im Hause einer jungen Frau. Es ist später Abend. Die junge Frau, sie heißt Kathrin, half mir und brachte mich in ihre Bleibe. In der Zwischenzeit ist so viel geschehen, dass ich nicht weiß, wie ich beginnen kann.

Ich befinde mich im Jahr 2008. Es klingt absurd, erschreckend und ist dennoch wahr.
Am frühen Abend des gestrigen Tages erwachte ich in einem grellen, kalten Raum. Personen, die mit weißem Stoff bedeckt waren, waren über mich gebeugt und hatten hinter ihren Masken getuschelt. Ich konnte nur ein paar Worte verstehen – ein Experiment sei erfolgreich gewesen. Durch Kathrin, die junge Frau, weiß ich, dass die Fremden Ärzte waren, die mich wieder belebt hatten. Es scheint, als wäre ein Alptraum zum Leben erwacht.
Keiner hatte sich um meine Fragen geschert, während ein unerträglich schriller Ton in meinem Ohr widerschallte. Verschiedene Geräte verursachten dieses Geräusch. Die vielen Eindrücke huschten zunächst einmal spurlos an mir vorüber. Es war zu viel, das es zu verarbeiten galt. Ich war glücklich, als ich endlich allein gelassen wurde. Durch die Fenster konnte ich Baumkronen erblicken und den Mond, der durch die Blätter blitzte. Ich wusste nicht, wie mir geschah und mit einem Mal fand sich Kathrin neben meinem Bett wieder. Sie erklärte mir, dass sie von dem ganzen Versuch nie etwas gehalten hätte und mir helfen wolle. Deshalb brachte sie mich in ihre Wohnung. Sie lebte nicht weit entfernt, doch der Weg dorthin machte mir schwer zu schaffen. Zum ersten Mal nahm ich wahr, was um mich herum passierte und ich wurde mir dessen bewusst, dass alles der Wahrheit entsprach und nicht einem schlechten Traum, für das ich es zuvor erklärt hatte. Bis auf einige Sträucher und Pflanzen war mir alles fremd. Meine trockene Kehle brachte kein Wort hervor. Ich bemerkte, dass sich Kathrin männlich kleidet, mit Hose und Hemd, und Stoffe trägt, die ich nie zuvor gesehen habe.
Sie führte mich durch Türen, die sich von allein öffneten und mir Angst einjagten. Immer wieder versuchte Kathrin – sie ist jemand, die den Ärzten hilft – mich zu beruhigen. Wir durchquerten breite Gänge und schritten in schnellem Tempo viele Stufen hinunter. Die Treppen waren nicht aus Holz, sondern aus Stein und das ziemlich gleichmäßig, als ob man sie gezeichnet hätte. Der unerträgliche Lärm brachte mich dazu, mir meine Ohren zuzuhalten. Nach einer ganzen Weile, in der sich viele fremde Gerüche durch meine Nase zogen ,kamen wir an etwas an, vor dem ich einige Schritte entfernt ins Stocken geriet. Das erste Mal brachte ich Worte hervor und fragte Kathrin, was das vor mir bitte sei. Sie blickte mich mitfühlend an und erklärte mir, dass es sich um eine neuartige Kutsche handeln würde. Allerdings ohne Pferde. Verstört schaute ich mich um und sah zu viel, als dass ich mir über alles Gedanken machen konnte: Breite Straßen, fremde Symbole, unzählige dieser neuartigen Kutschen, riesige Häuser, die dicht aneinander standen und beinahe einem Königshof glichen. Mein Herzschlag beschleunigte sich, Schweißtropfen bildeten sich auf meiner Stirn. Ich wollte fliehen. Ich werde mich in dieser Welt niemals zurechtfinden. Nur nebensächlich nahm ich war, wie ich in das Gefährt geschoben wurde, ein lautes Brummen ertönte und diese pferdelose Kutsche losrollte. Ich blickte mich ein letztes Mal um, bevor ich meine Augen zupresste und mich somit dem Geschehen entzog. Ich erinnerte mich an früher. Wenige, verschwommene Momente durchzogen meine Gedanken. Ich dachte an meine beiden Söhne und meine Ehegattin, wie sie weinend an meinem Bett gesessen hatten, als ich dem Tod immer näher gebracht wurde. Eine Epidemie hatte unser Dorf überflutet. Immer mehr Menschen erkrankten und starben. Ich bin einer von ihnen gewesen.
Ich frage mich, warum man mich wieder belebt hatte. Mich, einen mittelständischen Bauern, und nicht jemand aus dem Adel.
Bevor ich die Geschichte in meinem Kopf fortführen konnte, kam das Gefährt zum Halt. Erschrocken öffnete ich meine Augen und spähte vorsichtig aus einem der Fenster. Kathrin erklärte mir, dass wir angekommen wären und ich bald zur Ruhe kommen würde. Ich glaubte ihren Worten und verließ das Gefährt. Mein Umfeld zog lediglich in verschwommenen Bildern an mir vorbei. Ich fühlte mich krank und schwach. Es schien, als ob mein Geist sich dem Neuen verweigern wollte.
Kathrin holte ein Schlüsselbund hervor und öffnete die Tür. Sie drückte auf einen Knopf und sofort wurde der Flur von Licht durchflutet. Ich verstand nicht, wie das möglich war, hatte aber keine Kraft, danach zu fragen. Wortlos folgte ich ihr.
Sie führte mich in einen kleinen Raum. Dort befanden sich neben einem gläsernen Tisch ein großes Bett und ein hölzerner Schrank. Sie erklärte mir, dass ich mich erst einmal ausruhen müsse. Es würde noch viel passieren, was sie mir in Ruhe erklären wolle. Sie schien zu verstehen, wie schwer alles für mich war.
Ich nickte stumm und bat lediglich um ein Stück Pergament und etwas Tinte. Kathrin lachte herzlich, bevor sie das Zimmer verließ und nur einen Augenblick später zurückkehrte. Sie drückte mir etwas Längliches in die Hand und legte einen Stapel weiß strahlendes Papier auf den Tisch.
„Das nennt sich Kugelschreiber. Damit kannst du schreiben. Es ist ganz einfach“, erklärte sie und zeigte mir, wie der Stift seine Arbeit verrichtete. Ich bedankte mich und bat darum, allein gelassen zu werden. Kathrin sagte mir, dass sie mir am nächsten Morgen vieles erklären müsse und dass ich das Haus auf keinen Fall allein verlassen dürfte.

Jetzt sitze ich hier und schreibe mit einem Kugelschreiber. Glücklicherweise wurde mir von meinem Großvater das Schreiben gelehrt. Ich möchte noch mehr erzählen, doch bin ich müde und habe kaum Kraft. Ich werde mich schlafen legen und versuchen müssen, meine Gedanken zu ordnen. All die Eindrücke sind in dieser kurzen Zeit zu viel für den gesunden Menschenverstand."


Oh ha...Rechtschreibfehler etc...könnt ihr mir auch sehr gern nennen!

Vielen Dank,


Phönix
Zuletzt geändert von Phoenix-Nubigena am 06.02.2008, 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (06.02.2008, 14:37)
Hallo Phoenix,
geht doch!
Ich habe die Geschichte nur einmal kurz überflogen, würde an einigen Stellen noch einige Ausdrücke überarbeiten, aber wie meine Mallehrerin immer sagt - super Untermalung - jetzt kann es losgehen.
Eine Sache fiel mir sofort auf, wenn er ein Bauer ist, ist er wahrscheinlich auch noch nie mit einer Kutsche gefahren, also die Geschwindigkeit wird ihm zu schaffen machen (wie Karrussel fahren) und er wird von seiner Frau auch sicher nicht als Ehegattin sprechen.
Viel Spaß an Deiner Geschichte und am Feilen, das ist doch noch einmal ein spannender Arbeitsschritt.
Gruß
Birgit

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (06.02.2008, 14:56)
Sein Stil ist zu gut. :lol: Und zu viele Eigenbeobachtung, finde ich. Also Sätze wie: Es schien, als ob mein Geist sich dem Neuen verweigern wollte.

Oups, kurze Zwischenfrage: Konnten die armen Bauern damals überhaupt schreiben?
Liebe Grüße
Christel

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Phoenix-Nubigena
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Re:

von Phoenix-Nubigena (06.02.2008, 15:11)
Huhu,

ich weiß nicht, ob die schreiben konnten. Aber ich glaub'...ähm...keien Ahnung :D Vielleicht ist das ja egal...wir gehen eifnach davon aus, der konnte das. Die Aufgabe war ja, selbst zu entscheiden, ob Bauer oder nicht. Wenn man also davon ausgehen würde, ein Bauer konnte nicht schreiben...dann würde ich mich dafür entscheiden und ein leeres Blatt abgeben :P

Ich sammle erstmal eure ganzen Tipps und geh dann später nochmal drüber.
Vielen Dank,

Phoenix
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hawepe
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Re:

von hawepe (06.02.2008, 15:31)
Hallo Phoenix,

Phoenix-Nubigena hat geschrieben:
Ich bin - um ehrlich zu sein überhaupt nicht von meinem Werk begeistert. Beim Schreiben fiel mir auf, wie komplex dieses Thema ist


Dein Gefuehl truegt dich nicht. Man merkt dem Text viel zu sehr an, wie fern dir die Zeit vor 200 Jahren ist.

Waere es anders, haettest du auch gemerkt, dass der erste Widerspruch schon in der Aufgabe steckt.

"Held" soll ein Bauer oder Adliger sein, der seine Eindruecke als Tagebuch wiedergibt. Doch wieviele Bauern gab es vor 200 Jahren, die schreiben konnten? Selbst Promilleangaben reichen da noch nicht.

Bei dir ist es aber ein "armer Bauer", der ploetzlich mit einem Kugelschreiber seine Eindruecke festhaelt.

Und wie mag es vor 200 Jahren in einem Bauernhaus ausgesehen haben? Stell dir ein eher aermliches Haus in einem Bauernhausmuseum vor. Wie wuerden dessen Bewohner z.B. die Treppen und Wohnungen in heutigen Haeusern sehen? Ob der heutige Beton sie an die damaligen Materialien der Bauernhaeuser erinnert? Oder sie Beton, den sie nicht kannten, mit Stein in Verbindung bringen wuerden?

Waere ein vor 200 Jahren gelebter Mensch heute wirklich nur ueberrascht oder nicht voller Angst? Vergleiche mal die voellige Ruhe auf einem Dorf an einem Sonntagnachmittag, wenn keine Maschinen heulen und nur wenige Autos fahren, mit dem Laerm in einer Stadt - und genau diesen Gegensatz erlebt "dein" Bauer.

Und wuerde dieser Bauer wiklich denken, dass alles, was er gerade erlebt, wirklich die Realitaet ist? Es gab zwar auch vor 200 Jahren schon Menschen, die an der Kirche zweifelten, doch am Glauben zweifelten sie noch nicht, und schon gar nicht einfache Menschen wie die Dorfbevoelkerung.

Vielleicht geben dir diese Ueberlegungen noch den einen oder anderen Anstoss.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Phoenix-Nubigena
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Re:

von Phoenix-Nubigena (06.02.2008, 15:36)
Hallo hawepe,

vielen, vielen Dank für deine ausführlihe Rückmledung. Ich weiß auch nicht...schreiben liegt mir ja...auch alle anderen Einsendeaufgaben, aber das ist mal so ein Thema, das mir echt gar nicht liegt und wo mir auch so ein bisschen der Spaß fehlt.

Würde es dir viel ausmachen, meinen Text vielleicht mal zu überarbeiten? Dann wäre mir glaub ich noch um einiges klarer, was da falsch ist.

Erstmal vielen Dank,

Phoenix :cry:
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Versailles
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@ Phoenix

von Versailles (06.02.2008, 15:39)
Hallo Phoenix,

hey, das ist wirklich phantasievolles "Ausgangsmaterial" thumbbup ich schliesse mich Birgit an (Text überflogen) und habe einige Stellen herausgenommen, die mir spontan aufgefallen sind:

Ich sitze an einem gläsernen Tisch einer jungen Dame.
hehe cheezygrin Hört sich an, als gehöre der Tisch an die junge Dame und nicht in ihre Wohnung.

Code: Alles auswählen

In der Zwischenzeit ist viel geschehen, dass ich nicht weiß, wo ich beginnen kann.
Vorschlag: .. seit ich angekommen bin, ist zu viel geschehen. Ich weiß nicht, wo ich beginnen soll.

Die Ärzte "sagten" immer wieder, dass das Experiment geglückt sei. Sagen sie es nur, oder flüstern sie ergriffen vom vollbrachten Wunder? Raunen sie es sich zu und ist es durch die Gesichtsmasken vielleicht undeutlich zu hören?

die mich wieder belebt hatten.
Soweit ich mich erinnere, ist die Angst, lebendig begraben zu werden, eine der schlimmsten, denen der Mensch zu der Zeit (und vorher) ausgesetzt war. Wie grauenhaft muss die Erkenntnis auch für einen Bauern sein, "aufzuwachen" - aus welchem Zustand auch immer. Dafür klingt mir das "wiederbelebt" zu unbeseelt.

Nach einer ganzen Weile, in der sich des Weiteren auch fremde Gerüche durch meine Nase zogen,
hui, da sind aber viele Füllwörter verwurstet worden :wink: Frage: Wann genau, wieso des weiteren, was denn noch als fremde Gerüche, wie ziehen sich fremde Gerüche "durch" die Nase?

Ich hatte zuerst das Bild einer Frau vor Augen und war erstaunt, dass es sich um einen Mann handelt. Auch mit einem bauern hätte ich nicht gerechnet.

Ich frage mich, warum man mich wieder belebt hatte. Mich, einen mittellosen Bauern, und nicht jemand Adliges.
klingt holprig.
Besser: jemand aus dem Adel

Ich gebe dir recht: wenn man erst einmal beginnt, in der Vergangenheit zu graben, will man endlos erzählen. Wichtig ist aber, genau die Stücke herauszunehmen, die für deine Geschichte wichtig sind. Mag der Leser ahnen, dass du dich hervorragend in der Zeit auskennst, aber du musst ja nicht alles Wissen verarbeiten. Wichtig ist: wie und wo hat der Bauer damals gelebt, was hat er angebaut, welche Sprache hat er gesprochen? Weshalb sollte sich eine womöglich derbe Sprache ändern? Welche Konflikte können daraus entstehen? Wie war seine Einstellung zum Leben, zur Arbeit, zum Tod? Wenn unsereins in der Geschichte zurückreist, weiss man in etwa, worauf man sich einlässt. Wie aber muss das Leben im 21. Jh. auf einen Bauern aus dem 18./19. Jh. wirken?
Und noch etwas: wie kann es sein, dass eine Krankenschwester (?) einen Menschen "entführen" kann, der - einem Wunder gleich - nach 200 Jahren wieder erweckt wird? Gibt es keine Quarantänestation, keine Wachen? Gibt es keine Psychologen, Wissenschaftler, die sich um diesen Menschen bemühen und zigtausend Test mit ihm machen wollen??
Ja, ich weiß, ich gehe ziemlich nüchtern an die Sache heran, aber solche Fragen stellen sich mir bei Zeitreisen einfach book:

Bin neugierig, wie sich deine geschichte weiter entwickelt!!

Liebe Grüße
Amalia
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hawepe
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Re:

von hawepe (06.02.2008, 16:01)
Hallo Phoenix,

Phoenix-Nubigena hat geschrieben:
Würde es dir viel ausmachen, meinen Text vielleicht mal zu überarbeiten?


Ist leider keine geringe Aufgabe. Amalia hat ja auch noch ein weiteres Problem genannt.

Ich gebe gerne zu, dass mich die Aufgabe reizt, aber dazu muesste ich erst noch weiter recherchieren. Wuerde z.B. ein Mensch, der vor 200 Jahren gelebt hat, die heutigen Menschen verstehen? Ich befuerchte, er haette zumindest erhebliche Probleme.

Aber ich schau mal, ob mir etwas einfaellt.

Beste Gruesse,

Heinz.

Versailles
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Re:

von Versailles (06.02.2008, 16:43)
Hallo Phoenix,

wenn Du möchtest, schaue ich in den nächsten Tagen mal in Ruhe Deinen Text durch.

Frage: wie sieht Dein Held eigentlich aus? Wie alt ist er? Gut gebaut, gut aussehend (eine Motivation für die Krankenschwester, ihn zu entführen cheezygrin ). Oder eher Marke "Hannibal Lecter"?
Hat er die Möglichkeit, selbst in sein Schicksal einzugreifen? Hat er unerfüllte Träume (beispielsweise ein Leben ohne aufopferungsvolle Arbeit)? Ich denke, er sollte schon ein Entdeckertyp sein, denn ohne seine neue Umwelt erfahren zu wollen, wäre die Geschichte mit dem Kuli in der Hand am Tisch einer jungen Frau eigentlich schon vorbei. Oder sie kommt gerade richtig in Fahrt, weil etwas passiert, dass ihn an sein altes Leben erinnert??
Hast du eine Prämisse?
Was möchtest du - über die Aufgabe hinaus - dem Leser mitteilen? Soll es ein Frevel sein, Gott zu spielen (und Menschen zu erwecken) und das Opfer (der bauer) ist nur eine Marionette oder sollte jeder Mensch seine 2. Chance nutzen (egal, ob in einem oder mehreren Leben).

Holla, jetzt komme ich richtig in Schwung :lol:

Liebe Grüße
Amalia
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Phoenix-Nubigena
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Re:

von Phoenix-Nubigena (06.02.2008, 17:07)
Huhu,

nochmal DANKE an alle.

So viel Kritik. Ist echt hilfreich, aber überfordert mich nun doch ein bisschen. Also..ist jetzt der ganze Text schlecht...das ganze Kunstrukt oder nur ein paar Details.

Hab den jetzt nochmal überarbeitet und oben neu eingesetzt. Aber nur so n paar Ausdrücke und so...

@ Versaille: Über sein Aussehen hab ich mir ehrlich gesagt gar keine Gedanken gemacht. Es soll ja laut Studienaufgabe nur eine Episode aus dem tagebuch sein. Na ja, wenn ich in mein Tagebuch schreibe...beschreibe ich mich eigentlich nicht selbst. Vielleicht habe ich auch ein bisschen zu wenig Emotion hereingebracht? Ein Tagebuch ist ja doch eher so eine Gefühlssache.

Bin echt am Verzweifeln langsam.
Die anderen Aufgaben fielen mir so leicht und wurden super benotet und jetzt so ein Hänger... :cry:

Das ist eifnach so komplex...weil der arme Kerl ja gar nichts kennt...wo soll man da mit Eindrücken anfangen und aufhören.


Das mit der Krankenschwester habe ich übrigens extra so offen gelassen und so, damit da - würde die Geschichte weitergehen - etwas Spannung ist.

Keine Ahnung.

Danke euch allen,

Phönix
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Adriana
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Re:

von Adriana (06.02.2008, 17:49)
hawepe hat geschrieben:
Man merkt dem Text viel zu sehr an, wie fern dir die Zeit vor 200 Jahren ist.


Wem nicht? :lol:

Hallo Phönix,

ich muss Heinz und Bärentante in vielem Recht geben: Armer Bauer, der schreiben kann und sich dann noch so gewählt ausdrückt? blink3
Muss der Held eigentlich Bauer ODER Adliger sein? Geht nicht auch ein Kleinbürger aus der Stadt? Das würde vielleicht passen.

Und noch was ist mir eingefallen: Als Mensch, der vor 200 Jahren gelebt hat, musste dein Protagonist eigentlich streng gläubig sein. Wie wär's, wenn er erst mal denkt, das sei alles Teufelswerk?
Vielleicht bekreuzigt er sich auch vor Kathrins Mikrowelle :lol:.

Oder wundert sich, dass die Ärzte keine Blutegel benutzen. :twisted:

Liebe Grüße (ich hoffe, du verzweifelst jetzt nicht noch mehr :roll: ),

Adriana.

Versailles
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Re:

von Versailles (06.02.2008, 18:41)
Hallo zusammen!

@ Phoenix:
Bin echt am Verzweifeln langsam.
oh nein! Ich denke, es wollte dich doch niemand überfordern. Die vielen Ideen, Fragen und Anregungen könnten dir helfen. Vielleicht schläfst du noch eine Nacht darüber? angle:
Vielleicht notierst du dir alle Ideen auf einem Zettel und überlegst, welche du umsetzen möchtest.

Stimmt natürlich, ich beschreibe mich in einem Tagebuch nicht selbst (und ein Bauer reflektiert gewiss nicht über sein Aussehen, sondern - wenn überhaupt - eher über Gebrechen, die ihm mal wieder die Arbeit erschweren). Ich dachte eher an einen Spiegel: der Leser erfährt etwas über den Protagonisten aus dem Reden oder Verhalten einer anderen agierenden Person. Beispielsweise schaut die Krankenschwester ihn ständig mit großen Augen an. Könnte ein Indiz dafür sein, dass es etwas zu schauen gibt :oops:

@ Adriana:
Und noch was ist mir eingefallen: Als Mensch, der vor 200 Jahren gelebt hat, musste dein Protagonist eigentlich streng gläubig sein. Wie wär's, wenn er erst mal denkt, das sei alles Teufelswerk?
Vielleicht bekreuzigt er sich auch vor Kathrins Mikrowelle.
Oder wundert sich, dass die Ärzte keine Blutegel benutzen.
Tolle Ideen cheezygrin
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Gerhard
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Re:

von Gerhard (06.02.2008, 20:33)
An alle "Kritiker", :wink:

wenn ich das recht verstanden habe, soll es eine Hausaufgabe von ca. 500 Worten sein. Und ich denke, da muss man jetzt nicht wochenlang recherchieren um alles so authentisch wie möglich zu machen. Denn wenn es wirklich um Authentizität geht, dann müsste die gesamte Aufgabe zurückgegeben werden, da man halt niemanden nach 200 Jahren aufwecken kann (ist bisher zumindest noch nicht gelungen).

Die Aufgabe ist also eigentlich nicht lösbar, wenn man all die Punkte beachten soll, die ihr bisher genannt habt ... die natürlich alle richtig sind.

Wenn man aber an so viele Kleinigkeiten denken soll ... dann sollte eine Autorin wie Rebecca Gable eigentlich keine Romane schreiben ... und Ken Follett mit seinen "Säulen der Erde" sollte dann seinen Roman auch einstampfen weil damals niemand so gesprochen hat, wie Ken Follett es ihnen in den Mund gelegt hat . Andererseits, wenn Phönix wirklich die Sprache und den Ausdruck der damaligen Zeit benutzen würde ... dann würde niemand den Text lesen, weil wir ihn nicht verstehen würden.

Liebe Grüße
Gerhard

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (06.02.2008, 23:20)
Huhu Gerhard,

natürlich ist es richtig, was Du sagst. Die Schreibschule möchte kein Gestammel zu lesen bekommen, es geht um den Inhalt, die Beobachtungsgabe, die Ideen. Aber so ein wenig im Hinterkopf sollte man "die alte Zeit" dabei schon haben, darf nicht mit Fremdwörtern arbeiten, usw.
Ich wollte Phoenix auch nicht zu einer Gossensprache überreden. Ich denke eher an eine "normale", also wie ich selbst in ein Tagebuch schreiben würde, wenn ich denn eines hätte. :wink: Den Eintrag "kam das Gefährt zum Halt" würde man darin sicher nicht finden, eher wohl "hielt das Gefährt an", um ein Beispiel zu nennen.
Liebe Grüße
Christel

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Re:

von Phoenix-Nubigena (06.02.2008, 23:27)
Huhu Bärentante,

hab aber schon einige deiner Tipps verbessert. Siehst du da oben :)

Lg Phönix

PS: Geh morgen nochmal rüber *gähn*
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