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TipEx
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Re:

von TipEx (17.08.2014, 23:26)
Es wollte mir ja niemand glauben.

In einem offenen Brief, den bisher laut Tagesschau.de mehr als 1000 Autoren unterzeichnet haben, darunter auch durchaus klangvolle Namen, werden nun exakt diese Manipulationsvorwürfe gegen Amazon vorgebracht.

Auf "wundersame Weise" verschlechtert sich der Abverkauf bestimmter Bücher. Hier, anders as bei mir und vielen anderen Kleinstautoren, um Druck auf Verlage auszuüben.

Es zeigt aber: Amazon hat diese Manipulationsmöglichkeiten und nutzt sie auch. Man muß sch das erst einmal vorstellen. Wer bastelt sich schon einen Schalter in sein System ein mit dem er gezielt bestimmte Anbieter benachteiligen kann?

Das ist so als würde man in einer Forensoftware eine Möglichkeit einbauen, Postings bestimmter Mitglieder nur bei jedem zweiten oder dritten Aufruf anzuzeigen.

Hier die Quellen:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon-111.html
http://www.fairer-buchmarkt.de/

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (17.08.2014, 23:42)
Ich habe durchaus feststellen können, dass meine Bücher bei Amazon ganz plötzlich weniger verkauft wurden. (Binnen weniger Tage von durchschnittlich über einem Buch pro Tag auf ein Buch pro zwei Wochen.)
Insofern wird Amazon zu der Zeit sicherlich etwas geändert haben, was die Sichtbarkeit meiner Titel verringerte. Allerdings war die Lieferbarkeit meiner Bücher nie beeinträchtigt, und ich hab auch nicht vernommen, dass reihenweise BoD-Autoren plötzlich Einbrüche ihrer Verkäufe vermeldet hätten. (Außerdem war auch mein per Createspace veröffentlichtes Buch betroffen.) Rezensionen wurden auch nicht entfernt. Was immer mir also passiert ist, es passt irgendwie nicht zu einer gezielten Kampagne gegen irgendeinen Anbieter, und ich persönlich bin für Amazon zu unwichtig, um ins Fadenkreuz geraten zu sein (wüsste nicht mal wofür).

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TipEx
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Re:

von TipEx (18.08.2014, 00:24)
Das Interessante daran ist, daß es aber auch einige einfach nicht getroffen hat. Auch BoD-Autoren.
Man sollte ja annehmen, daß Änderungen alle gleichermaßen betreffen.

und ich persönlich bin für Amazon zu unwichtig, um ins Fadenkreuz geraten zu sein (wüsste nicht mal wofür)


Also es sind hier ganz sicher weder die gleichen Gründe aus denen maniuliert wird noch sind es die gleichen Personen, die aktiv beteiligt sind. In dem geschilderten Fall geht es vornehmlich darum, Druck auf Verlage auszuüben.
Dort werden die Entscheidungen ganz sicher wesentlich weiter oben getroffen.

Wenn bei einem kleinen Autor aber plötzlich alle Bücher am gleichen Tag abschmieren dann hat er möglicherweise dem Falschen auf die Zehen getreten.

Dann werden die Entscheidungen auch nicht in einer Chefetage getroffen, sondern bei kleinen Supportmitarbeitern, die sich der Tragweite ihres Tuns wohl nicht vollständig bewußt sind.

Was an dem offenen Brief interessant ist ist das: Es gibt diese Möglichkeiten bei Amazon. Das alleine ist schon unglaublich. Wer solche Möglichkeiten in seine Software implementieren läßt, der hat von vorn herein beschlossen, zu manipulieren.

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (18.08.2014, 17:09)
Ich kann nur wiederholen, was ich schon immer wieder gerne schreibe: Es ist nicht notwendig, sich bei seinen Aktionen und der Werbung für sein Buch von Amazon abhängig zu machen. Es sollte gerade im Interresse von uns Autoren sein, wenn im Buchgeschäft eine größere Vielfalt im Internet von Bedeutung ist, denn je mehr Amazon in eine Monopolstellung rutscht, desto mehr werden auch wir Autoren darunter leiden.

Richtet den Blick doch einfach mehr auf die anderen vielen Bookshops, die es im Internet gibt, wie buch.de, thalia.de, buecher.de, jpc.de, ebook.de, weltbild.de, ...

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Judith
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Re:

von Judith (18.08.2014, 21:36)
Schaut mal, ob euer örtlicher Buchhändler auch einen Onlineshop hat. Sobald ihr Bücher für ca. 10 Euro pro Sendung bestellt, rechnet es sich für ihn, wenn ihr sie nach Hause liefern lasst.

Übrigens scheint mir, dass ich bei weniger Buchverkäufen (bei amazon) nicht viel schlechtere Amazonränge habe als früher. Der stationäre Buchhandel bekommt wieder bessere Zahlen, siehe hier. Viele Zwerge können also mit ihrem Aufstand auch etwas gegen Riesen bewegen.

Grüßle
Judith (die auch unterschrieben hat)
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

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TipEx
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Re:

von TipEx (21.08.2014, 12:57)
Ich kann nur wiederholen, was ich schon immer wieder gerne schreibe: Es ist nicht notwendig, sich bei seinen Aktionen und der Werbung für sein Buch von Amazon abhängig zu machen.


Ganz ehrlich: Ich habe früher auch geglaubt, daß es meine Werbung sei, die meine Bücher so erfolgreich gemacht hatte. Ich habe damals teilweise auch immer mehr von den steigenden Einnahmen in bezahlte Werbung gebuttert.

Als Amazon meine Bücher dann praktisch abgeschaltet hat habe ich erst einmal gemerkt wie wenig das alles gebracht hat. Es kommt halt immer drauf an ob man davon leben muß oder ob man das nur aus reinem Hobby macht.

Letztendlich haben auch schon ganze Verlage zugeben müssen, daß ihre einzige Werbestrategie zunehmend Amazon-Verkaufsrang heißt. Anfang des Jahres hat ein Verlag dicht gemacht nachdem Amazon seine Bücher komplett aus dem Sortiment genommen hatte. Verlag ruiniert, Autoren ruiniert.

Es ist ganz einfach so, daß ich natürlich immer mal wieder einen Kunden nach Buch.de oder Libri schicken kann. Aber das macht den Kohl nicht fett. Man braucht die 2 Millionen, die täglich bei Amazon reingucken und denen die 5000 verkaufsstärksten Produkte um die Ohren gehauen werden

Das ist auch die einzige Strategie der beiden wirklich dauerhaft erfolgreichen BoD-Autoren. Plus der Tatsache, daß sie von einem Supportmitarbeiter gezielt protegiert werden, der auch gleich dafür sorgt, daß keine neuen Autoren in diesem Genre erfolgreich werden.

Und das ist auch der Grund für die Benachteiligung anderer.

und ich persönlich bin für Amazon zu unwichtig, um ins Fadenkreuz geraten zu sein (wüsste nicht mal wofür).


Es ist nicht Amazon, es sind Amazon-Supportmitarbeiter. Ob man davon betroffen ist oder nicht hängt maßgeblich davon ab, ob man einem protegierten Buch in die Quere kommt. Bei mir war das der Fall als es ab 2008 aufwärts ging.

Amazon selber ist allerdings mitschuldig denn die Mitarbeiter könnten nicht manipulieren wenn Amazon ihnen nicht die Möglichkeit dazu bieten würde. Amazon hat diese Möglichkeit offensichtlich schon vor Jahren implementiert um sie - wie man in den offenen Briefen amerikanischer und deutscher Autoren nachlesen kann - als Druckmittel im Kampf gegen andere Giganten der Buchbranche einzusetzen.

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TipEx
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Re:

von TipEx (21.08.2014, 13:21)
ach so, hatte ich ganz übersehen. Danke @Judith für den Link.

Da werden aber nur Wachstumszahlen angegeben. Die paar Nachkommstellen machen den Kohl nicht fett. Ich glaube nicht, daß der stationäre Buchhandel noch einmal aufersteht.

Was ich mir wünschen würde wäre aber mehr Konkurrenz und Vielfalt beim Online-Buchhandel. Buch.de, Bol, Libri....die scheinen fast tot zu sein. Es geht dort niemand hin weil sich alles auf Amazon konzentriert. Das ist wie damals um 2000 herum beim Wettrennen der Auktionsplatformen.

Auch die zwei bis drei Enthusiasten, die öffentlich und lautstark erklären sie würden bei Amazon nicht mehr einkaufen, machen keinen Unterschied. 99 von 100 Kunden kaufen ihre Bücher bei Amazon. Ich selber mache es so. Ich kaufe auch andere Produkte bei Amazon. Warum? Weil es einfach und sicher ist. Man kann Amazon fast alles vorwerfen aber keine Kundenunfreundlichkeit.

Man kann nicht den restlicen Buchmarkt erstarken indem man seine Werbung gezielt nicht auf Amazon ausrichtet. Amazon muß zuerst vom Markt verschwinden bevor die anderen Onlinehändler wieder am Markt teilhaben können. Und dann hoffe ich, daß sie den Markt unter sich aufteilen und es keinen neuen Monopolisten geben wird.

Mit Amazon kann man eigentlich nur eines machen: Beobachten, aufdecken, beschießen und letztendlich vom Kartellamt zerschlagen lassen.

Ich habe jetzt endlich einen richtig vielversprechenden Kontakt. Die Exfreundin eines Amazon-Supportmitarbeiters. Wenn ich da genug beweisen kann kommt der nächste Schlag.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.08.2014, 14:10)
Das Problem ist doch nicht Amazon. Das Problem ist, dass ganz offenbar niemand in Deutschland in der Lage ist, erfolgreich gegen Amazon anzutreten. Zum großten Teil, weil die deutschen Unternehmer in den verschiedenen Marktsegmenten die Absatzschiene "Internet" schlicht verpennt haben.

Was hindert die deutschen Verlage eigentlich daran, selbst ein Internet-Vertriebssystem nach dem Muster "Amazon" aufzubauen? Die ganzen Verlage - so viele sind es ja eigentlich auch nicht, nach all der Kooperation und all dem gegenseitig Schlucken von Unternehmen, Namen, Marken (die 5 größten deutschen Verlagsgruppen machen zusammen etwa 2 Mrd. Euro Umsatz) - könnten sich zusammentun und einen Online-Buchversand aufmachen.

Ähnliches gilt für andere Bereiche. Jetzt beginnt die Schuhbranche über Zalando zu jammern, wie der Laden ihnen das Wasser abgräbt. Macht die Schuhbranche irgendetwas dagegen - außer Jammern?

Karstadt als ein aktuelles Beispiel geht seit Jahren den Bach runter - weil Karstadt den kompletten Internet-Markt vergessen hat. Andere Kaufhausunternehmen sind bereits platt - erinnert sich noch jemand an Namen wie Hertie, Horten oder Wertheim?

Wenn also Verlage darüber klagen, dass ihnen Amazon die Pistole auf die Brust setzt, dann sollte man sich gefälligst wehren. Indem man Amazon sinnvoll Konkurrenz macht.

Liebe deutsche Verlage, gründet also endlich einen zentralen deutschen Online-Buchversand für den Endverbraucher, der über das Internet bestellen will - oder haltet einfach die Klappe und leidet still vor euch hin!

Nicht Amazon ist das Problem - die eigene Untätigkeit ist es! Monopole können nur durch Konkurrenz gebrochen werden!
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buchselstabe
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Re:

von buchselstabe (21.08.2014, 21:25)
Wenn der Beitrag von Siegfried auf FB stehen würde, würde ich jetzt den Daumen-hoch-Button drücken.

Im Jammern sind wir Deutschen doch Weltmeister.


Warum kommt alles "Große" aus Amiland?
Sicherlich nicht, weil die so toll und groß sind.
Sondern weil die es oft erst einmal machen und zur Not an Regularien / Regeln / Gesetzte etc. anpassen, wenn es nicht ganz paßt. Außerdem stellen die sich vor, wie es ist, wenn es tut und nicht, warum es nicht tun kann.

Was machen die Deustchen?

Ja, abwer wenn ..
Ja, aber und außerdem ..
Und wenn dann doch ...
Und überhaupt und sowieso ...

Jammern und tausend Gründe finden, warum man es lieber nicht anfängt, bzw. sich alles vorstellen, warum es nichts werden kann.
Das ist nicht eben prakmatisch, das wäre der amerikanische Ansatz.

Aber eins ums andere Mal wird in D eine Chance versemmelt - Jammern ist so herrlich - man ist ja Opfer.


Wie heißt der Spruch noch:
Alle haben gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht und hats gemacht.

smart2
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Bardioc
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Re:

von Bardioc (22.08.2014, 11:57)
buchselstabe hat geschrieben:
Sondern weil die es oft erst einmal machen und zur Not an Regularien / Regeln / Gesetzte etc. anpassen, wenn es nicht ganz paßt. Außerdem stellen die sich vor, wie es ist, wenn es tut und nicht, warum es nicht tun kann.

Was machen die Deustchen?

Ja, abwer wenn ..
Ja, aber und außerdem ..
Und wenn dann doch ...
Und überhaupt und sowieso ...

Jammern und tausend Gründe finden, warum man es lieber nicht anfängt, bzw. sich alles vorstellen, warum es nichts werden kann.
Das ist nicht eben prakmatisch, das wäre der amerikanische Ansatz.

Aber eins ums andere Mal wird in D eine Chance versemmelt - Jammern ist so herrlich - man ist ja Opfer.

Ich stimme im wesentlichen zu. Mich stört hier jedoch das Wort ''jammern'', das meines Erachtens nicht das Wesentliche trifft.

Natürlich, Deutsche reagieren in der oben beschriebenen Weise, aber hier geht es ja um Konzerne, nicht um Einzelpersonen.

Im Gegensatz zu Amerikanern sind Deutsche darauf konditioniert, es dem Staat machen zu lassen. Das gilt auf allen Ebenen. Alles muß staatlich abgesegnet sein. Und die Geldgeber achten darauf, daß das Verlustrisiko gering ist und nehmen damit in Kauf, eine mögliche Vorreiterstellung auf dem Markt nicht zu erreichen. Und jeder, der vorprescht, um etwas Neues zu realisieren, steht schon im Verdacht, irgendwie ''komisch'' oder ''anders'' zu sein. Ich will nicht wissen, wie lange es brauchen würde, damit sich das an amerikanische Verhältnisse angleicht, wenn der Staat plötzlich weniger restriktiv wäre.

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (24.08.2014, 05:28)
Siegfried hat geschrieben:
Liebe deutsche Verlage, gründet also endlich einen zentralen deutschen Online-Buchversand für den Endverbraucher, der über das Internet bestellen will - oder haltet einfach die Klappe und leidet still vor euch hin!

Nicht Amazon ist das Problem - die eigene Untätigkeit ist es! Monopole können nur durch Konkurrenz gebrochen werden!


1. Die teilnehmenden Verlage dürften dann (mit Recht!) Angst davor haben, dass ihre Bücher bei den großen Buchhändlern nicht oder nur mit Einschränkungen gelistet werden. Das gilt nicht nur für Amazon, sondern auch für Thalia.de, Hugendubel etc. Die Buchhändler mögen es gar nicht, wenn die Verlage versuchen, sie zu übergehen. Man sollte nicht vergessen, dass die großen stationären Buchhandelsketten ganz ähnliche Strategien wie Amazon anwenden, um Verlage unter Druck zu setzen.

2. Es ist auch die Frage, inwieweit das kartellrechtlich in Deutschland möglich wäre. (Ich möchte da an die mal geplante Online-Videoplattform der deutschen Privatsender denken, die als "deutsches Hulu" angedacht war. Die RTL Group und ProSiebenSat1 hatten sich schon auf die Gründung geeinigt, aber das Kartellamt hat die Erlaubnis dafür nicht gegeben.) Bin kein Jurist, aber ich kann mir vorstellen, dass es da gewisse Schwierigkeiten gibt.

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TipEx
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Re:

von TipEx (24.08.2014, 13:00)
Nein, ganz so einfach ist es nicht. Selbst große und wirtschaftlich sehr einflußreiche Konzerne können den wichtigsten Faktor nicht steuern: Den Menschen bzw. (in diesem Fall) den Kunden.
Bestes Beispiel dafür ist Microsoft. Selbst denen gelingt es beispielsweise nicht, google oder Facebook auch nur ansatzweise das Wasser zu reichen.

Mal ehrlich; die meisten Menschen neigen dazu, den wundersamen Erfolg von Projekten wie die o.g. im Nachhinein zu erklären aber Fakt ist und bleibt, daß es fast an Zauberei grenzt wenn so ein Teil seine Pforten öffnet und dann plötzlich alle Menschen, wie ferngesteuert, dorthin strömen.

Dies Effekt bräuchte ein deutsches Verlagskonsortium, das sein eigenes "Amazon" gründen wollte auch. Und da hapert es.
Amazon indes würde sich die Bücher auf Umwegen besorgen, die eigenen Bestände an deutschen Titeln also nicht leer laufen lassen, vorübergehend etwas mehr investieren und am Ende den deutschen Buchhandel in die Knie zwingen.

Alles steht und fällt mit dem Faktor Mensch. Und der folgt einfach keiner Logik. Man kann nicht sagen daß man einfach nur die besseren Konditionen anbieten muß. Das klappt bei google ja auch nicht. Keine noch so freie und unabhängige Suchmaschine hat das je geschafft - nicht einmal ansatzweise. Dabei sehen sehr wohl viele Menschen eine Gefahr in einer solch monopolistischen Suchmaschine.

Ich habe bisher noch nicht herausgefunden wie google, twitter, facebook & Co. es geschafft haben, praktisch ohne Werbung eine annähernd 100% Akzeptanz bei den Nutzern zu erlangen und das innerhalb so kurzer Zeit, daß man nur mit den Ohren schlackern kann. Aber genau dieses Rätsel müßte man lösen wenn man das Projekt Amazon-Kunkurrenz angehen wollte.
Es hätte ganz zu Anfang vielleicht eine Möglichkeit gegeben. Sie hieß ABC Buchversand und war das deutsche Pendant zum (damals noch) rein amerikanischen Amazon.

Nun aber mal etwas anderes. Ich würde gerne wieder zurück zum Thema, d.h. zu den Manipulationen seitens Amazon.

Eines meiner Bücher leidet derzeit wieder einmal unter einer solchen Manipulation. Ich hatte es geschafft, daß 2 Exemplare am gleichen Tag und sogar innerhalb von nur 3 Stunden gekauft worden waren. Dadurch stieg das Buch im Verkaufsrang, und zwar in den sichtbaren Bereich. Die Folge war, daß jeden Tag wenigstens ein Buch verkauft wurde. Damit könnte ich leben. Nun hatte Amazon aber nur noch 6 Exemplare auf Lager und dachte nicht daran, die so bald wieder aufzufüllen. So ging das Buch nach dem letzten Exemplar in den Wartemodus. Erst sollte ein Kunde 5-6 Tage, dann 9-11 Tage warten.

Es ist jetzt, nach 1 1/2 Wochen, noch immer nicht wieder vorrätig. Bei BoD wird deutlich, daß man immer nur Einzelexemplare geordert hatte.

Logischerweise hält das Kunden ab und so rutschte das Buch ruckzuck wieder in den unsichtbaren Teil von Amazon.

Dort wird es dann wieder mit nur 5 oder 6 vorrätigen Exemplaren vor sich hin dümpeln bis eine meiner Werbeaktionen endlich die gewünschte Wirkung zeigt und mehr als ein Buch innerhalb kurzer Zeit verkauft wird. Danach wiederholt sich das Spiel. Es war schon x mal so.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (24.08.2014, 13:15)
TipEx hat geschrieben:
Ich habe bisher noch nicht herausgefunden wie google, twitter, facebook & Co. es geschafft haben, praktisch ohne Werbung eine annähernd 100% Akzeptanz bei den Nutzern zu erlangen und das innerhalb so kurzer Zeit, daß man nur mit den Ohren schlackern kann. Aber genau dieses Rätsel müßte man lösen wenn man das Projekt Amazon-Kunkurrenz angehen wollte.
Es hätte ganz zu Anfang vielleicht eine Möglichkeit gegeben. Sie hieß ABC Buchversand und war das deutsche Pendant zum (damals noch) rein amerikanischen Amazon.

Das liegt meiner Ansicht nach auch am Namen: Google, Facebook und Twitter klingen halt viel besser als der langweilige, schwerfällige und etwas an Bücher für Erstkläßler erinnernde ABC Buchversand. Da wird schon durch den lieblosen Namen klar, daß man es nicht ernst meint.

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TipEx
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Re:

von TipEx (24.08.2014, 13:32)
Das liegt meiner Ansicht nach auch am Namen: Google, Facebook und Twitter klingen halt viel besser als der langweilige, schwerfällige und etwas an Bücher für Erstkläßler erinnernde ABC Buchversand. Da wird schon durch den lieblosen Namen klar, daß man es nicht ernst meint.


Dann muß ich mir also nur eine wohlklingende aber ansonsten völlig sinnfreie Domain registrieren, ein total sinnfreies Projekt wie etwa ein, bis auf's Grundgerüst abgespecktes Forensytem (Twitter) ins Leben rufen und dann strömt innerhalb eines halben Jahres die gesamte westliche Welt zu mir und nutzt das ausgiebig?

Nö, das hab' ich schon mal versucht. Ich hatte diese Diskussion schon mal vor ca. 1 1/2 Jahren in einem anderen Forum. Nachdem immer mehr Leute meinte, zu wissen was den Erfolg dieser Portale ausmache habe ich eine Domain registriert, all das umgesetzt was angeblich zum Erfolg führen sollte und das Projekt ein Jhr lang am Leben erhalten.

Es handelte sich zu allem Überfluß auch noch um eine Erotik- bzw. erotische Dating-Community....um eine komplett kostenlose übrigens. Man sollte meinen nun kämen die Massen und man bräuchte bald nen zweiten und dritten Server um den Ansturm zu verteilen.

Tja, nach einigen Tagen kam ein einzelnes Männlein, sah, daß nix los war (wie auch) und ging wieder. Es kamen nach und nach 114 Leute innerhalb dieses Jahres.

Kein großer Erfolg. Obwohl alle Bedingungen erfüllt waren. Sex sells, kostenlos zieht Massen an etc.
Nein, die Menschen zahlen scheinbar lieber.

Seitdem weiß ich: Mit Logik kann man keine Nutzer generieren.

Das soll nun aber nicht heißen, daß die Majorplayer, denen ich bei Erfolg kostenlose Konkurrenz gemacht hätte, wissen wie man Nutzer generiert. Die investieren nur enorme Summen in Werbung. So geht das natürlich auch wenn man das Geld dafür hat und das Risiko nicht scheut.

Meine Vorgabe war aber: Keine Werbung denn ich habe noch nie einen Werbespot von google, Facebook oder Twitter gesehen.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (24.08.2014, 13:43)
TipEx hat geschrieben:
Das liegt meiner Ansicht nach auch am Namen: Google, Facebook und Twitter klingen halt viel besser als der langweilige, schwerfällige und etwas an Bücher für Erstkläßler erinnernde ABC Buchversand. Da wird schon durch den lieblosen Namen klar, daß man es nicht ernst meint.


Dann muß ich mir also nur eine wohlklingende aber ansonsten völlig sinnfreie Domain registrieren, ein total sinnfreies Projekt wie etwa ein, bis auf's Grundgerüst abgespecktes Forensytem (Twitter) ins Leben rufen und dann strömt innerhalb eines halben Jahres die gesamte westliche Welt zu mir und nutzt das ausgiebig?

Es geht nicht nur darum, daß der Namen wohlklingend ist, und sinnfrei sind obige Namen schon gar nicht, sondern eher mit Bedacht gewählt. Bei Google ist es vielleicht das Besondere einer Bezeichnung für eine besonders großen Zahl -- Ziel: besonders viele Nutzer --, bei Facebook ist es offensichtlich, ein Buch mit den Gesichtern aller Nutzer, und bei Twitter sind es die Kurznachrichten, die ''gezwitschert'' werden. Zwitschernde Vögel, also Singvögel, sind klein, da verbindet man keine voluminösen Datenmengen damit. Dann geht es natürlich noch darum, wer als erster den Markt dafür entdeckt ...

Seitdem weiß ich: Mit Logik kann man keine Nutzer generieren.

Es geht dabei nicht um Logik, sondern darum, daß alles stimmig ist.

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