Media Haftpflicht für Autoren?

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BookReiter
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Media Haftpflicht für Autoren?

von BookReiter (24.08.2014, 17:42)
Hallo Zusammen,

wie sieht es bei mit einer Media-Haftpflicht auss, hat jemand eine abgeschlossen? Wenn ja - warum, wenn nein - warum nicht?

Abmahnwahn ist verbreitet, irgendwelche Anwälte, die das Netz durchsuchen um Leute zu verklagen. Das kann ja auch die Autorenhomepage betreffen.

Bei der Buchveröffentlichung kann es vorkommen, dass man je nach Genre und Geschichte Copyrights verletzt, trotz Recherche. Oder falsch zitiert, Markennamen falsch verwendet etc.

Verkauft sich ein Buch, mehrere Bücher gut, wird man schnell zum Freiberufler, ich bin Optimist. Dann braucht man ja wohl eine spezielle Absicherung, oder?

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (25.08.2014, 19:34)
Deckt die genannte Media-Haftpflicht auch alle von dir aufgeführten "Schadensfälle"? Solche Versicherungen sind ja in der Regel sehr speziell zugeschnitten und decken leider nicht immer die wirklich benötigten Punkte ab.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.08.2014, 20:10)
Eine Media-Haftpflicht ist eine Berufs-Haftpflicht, heißt: Man muss im Medien-Bereicht beruflich selbstständig sein.

Ob der erfolgreiche Vertrieb von drei oder fünf oder zehn selbstgeschriebenen Büchern mit einer Gesamtauflage im vierstelligen Bereich jemanden automatisch zum Freiberufler macht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass man als Auftragsschreiber, also Verfasser von Texten für Dritte gegen Bezahlung, als Freiberufler eingestuft wird.

Eine Media-Haftpflicht ist für kleine Krauter, wie wir es hier sind, sauteuer. Um sich gegen Forderungen in Höhe von bis zu 250.000 Euro abzusichern, benötigt man eine Media-Haftpflicht, die über 400 Euro im Jahr kostet (ein Schutz von 1 Mio. Euro kostet über 650 Euro im Jahr). Das sind knapp 34 Euro im Monat. Zum Vergleich: Eine Hunde-Haftpflicht kostet 4,36 Euro im Monat.

Wer von uns kann sich eine Versicherung von 34 Euro im Monat für seine Bücher leisten? Um allein die Versicherungskosten abzudecken, müsste man bei einer Marge von 2,- Euro je Exemplar über 200 Bücher pro Jahr verkaufen. Wenn ich mir gewisse Aussagen in Erinnerung rufe, dann liegt der Durchschnittsverkauf bei On-Demand-Büchern irgendwo im niedrigen zweistelligen Bereich.

Also nur dann eine Versicherung abschließen, wenn die Verkaufszahlen stimmen und im vierstelligen Bereich liegen? Vielleicht ist das möglich, aber ich weiß nicht, wie eine Versicherung reagiert, wenn der Versicherungsschutz nach Eintritt des Versicherungsfalles abgeschlossen wird. Soweit ich weiß, lehnen Versicherungen dann den Versicherungsschutz ab.

Eine Webseite, auf der man eine Menge Punkte nachlesen kann, ist diese hier (das ist ausdrücklich keine Empfehlung, bei dieser Versicherung einen Vertrag abzuschließen):

http://www.exali.de/media/media-Haftpfl ... n,5842.php

Interessant auch: Bei Deutschlands größtem Versicherer, der Allianz, führt die Suche nach "Media-Haftpflicht" zu 0 Treffern. Also ein extremes Nischen-Problem/-Produkt?
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BookReiter
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Re:

von BookReiter (26.08.2014, 16:48)
Danke für die Antworten.

Mediahaftpflicht heißt nicht immer so. Es gibt auch Berufshaftpflichtversicherungen für Vermögensschäden, die individuell von der Versicherung angepaßt werden. Ich habe ein Angebot: Deckungssumme 100.000 Euro, für ca 180 Euro im Jahr, 150.000 +35%. Hunderttausend ist nicht viel. Aber besser als nichts. Oft geht es ja auch um kleine Beträge, Bildrechtsverletzung zum Beispiel. Der Versicherungsmakler meinte, für ihn als Makler wäre die gesetzliche vorgeschriebene Deckungssumme ca 1 Million. Ist ja auch nicht viel, wenn man bedenkt, dass er auch für Firmen Policen abschließt.

Privathaftpflicht zahlt oft nicht bei nebenberuflichen Tätigkeiten. Wenn, dann vielleicht, wenn ich auf der Buchmesse oder am Verkaufsstand jemandem versehntlich ein Buch an den Kopf werfe beim Einräumen. Die für Autoren wichtigen Bereiche wie Copyrightverletzung sind da nicht abgedeckt. Man kann über die MediaHaftpflicht - ich nenne sie jetzt mal Pauschal so - auch Verstöße gegen Copyright ahnden, die einem Selbst zugefügt werden. Stiehlt einer deinen Text, hilft die Versicherung. Ansprüche abwehren und einklagen. Ist wie eine Rechtschutzversicherung in den entsprechenden Fällen.

Es gibt diese Klagehanseln, Abmahnanwälte. Ein falsches Stichwort auf der Webseite, und es geht los. Viele dieser Faktoren sind da mit drin, also auch für Blogger interessant. 15 Euro im Monat gehen ja noch.

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (26.08.2014, 19:56)
@ Siegfried + BookReiter

Danke für die Ausführungen.

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