Fantasy: Schmerz ist der Preis

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Soll ich weiterschreiben?

Ja, auf jeden Fall
3
60%
Musst du selbst wissen, haut mich nicht um
2
40%
Nee, lohnt sich nicht
0
0%
 
Abstimmungen insgesamt: 5

Pauli :)
Beiträge: 22
Registriert: 11.09.2014, 18:54

Fantasy: Schmerz ist der Preis

von Pauli :) (11.09.2014, 19:31)
Hi ich bin die Pauline, nennt mich Pauli.
Ich hab schon oft versucht einen Roman zu schreiben, und das ist mein neuster Anfang. Was haltet ihr davon?
Habs auch in der Familie gezeigt, weiß nur nicht ob ich dem so glauben kann ihr kennt euch doch aus mit guter Literatur. :D

Verzweifelt klammerten sich ihre Hände an die massiven Holzpfosten, die die Kutsche in ein hölzernes Gefängnis verwandelten. Ihre Finger krallten sich tief hinein, so dass sie unter den Fingernägeln zu bluten begannen. Eine weitere Siedlung, eine weitere Schmach. Sie schrie allein um des Schreiens Willen. Viele ihrer Mitgefangenen schrien um Hilfe. Sie wollten das Volk von ihrer Unschuld überzeugen. Andere verfluchten auch das Volk. In ihren Augen glitzerte schon der Wahnsinn. Sie waren wegen der Gefangennahme wirklich böse geworden. Aber sie, sie rief keine Worte. Sie war zu verzweifelt, hätte nicht die richtigen Worte gefunden. Ein letztes Mal trieb der Pferdejunge die Tiere an, dann hielten sie.
Jetzt Begann das alte Spiel: ... Der Inquisitor fuhr in seiner Kutsche vor. Er würde sich vom Volk bejubeln lassen und dann würde er seine Gefangenen ankündigen. Er würde Lügen verbreiten von zerstückelten Kindern und einem Packt mit dem Teufel und was ihm sonst noch für Grausamkeiten einfielen. Dann würde man sie in den Hexenkäfigen vorfahren, gefolgt von einer buhenden Menge.
Und da sah sie schon die Inquisitoren-Kutsche vorfahren. Sie löste sich von der Prozession und bewegte sich in Richtung der vereinzelten Häuser. Die Kutsche war mit Samt ausgestattet mit Seide behängt. Einige protzige Gold Verzierungen reflektierten das Sonnenlicht und ließen die Kutsche glühen als wäre sie die Sonne selbst. Ganz im Gegensatz zum Gefangenenwagen, welcher hölzern und mit Stroh ausgelegt war. Der Geruch von Fäulnis von Fäulnis herrschte im Inneren. Die Insassen lebten seit einigen Tagen in ihrem Dreck. Die Mahlzeiten waren viel zu wenig und den letzten Tagen waren einige Frauen die Verletzung ihrer Gefangennahme oder anderen Erniedrigungen erlegen. Alle Insassen waren heruntergekommen. Ihre Kleidung war zerrissen und verdreckt. Alle hofften sie auf das Ende dieser Höllenfahrt, auch wenn sie wussten, dass alles noch schlimmer werden würde. Und dann war es so weit, mit einem Ruf trieb der Pferdebursche die Tiere erneut an. Als sie sich in Bewegung setzten, packte sie wieder die Angst. Man zog sie in das Dorf, wo sich die Menschen schon zu beiden Seiten des Wagens aufgestellt hatten. Einige warfen den Gefangenen wüste Beschimpfungen an den Kopf. Andere starrten sie einfach nur an. Und wieder andere hielten ihren Kindern die Augen zu und murmelt beruhigende Worte. Diese Abscheu wurde jedoch von den Gefangenen erwidert. Sie reckten ihre Arme so weit wie möglich aus dem Käfig und verkrampften ihre Finger. Sie schrien, kreischten versuchten die Personen zu erhaschen. Doch sie, sie saß nur zusammengesackt da, die Hände auf die Ohren gepresst. Sie wollte nichts mehr hören, nichts mehr sehen, keine Qualen mehr erleiden. Und doch war sie bei vollem Bewusstsein. Sie saß da und starrte in die Ferne wird. Von einem Überlebensinstinkt getrieben hatte sie die Tage überlebt. Sie hatte Elend gesehen und am eigenen Leibe gespürt doch war sie immer noch da. Sie war weder verrückt gewordenen noch war sie tot!
Sie erinnerte sich mit Schrecken an die ersten Tage ihrer Fahrt. Da war diese Frau gewesen. Sie war schon gefangen gewesen als man die Frau zu ihnen gebracht hatte. Das einzige Mal als man sie hatte laufen sehen waren sie gehumpelt. Doch niemand hatte sich darüber Gedanken gemacht. Mehr hat man sich um ihr Gesicht gesorgt, welches Blut überströmt gewesen war. Die Frau, wie sehr sie auch gelitten hatte, hatte allen, aber vor allem ihr, immer gut zugeredet. Sie hatte so stark gewirkt, so viel Überlebenswillen hatte in ihr gehaust.
Doch dann war sie eines Abends aufgewacht. Leises Heulen und ab und zu ein unterdrückter Schmerzensschrei hatten sie geweckt. Da hinten in der Ecke hatte die Frau gelegen, von Schluchzern geschüttelt. Sie hatte sich vor Schmerzen gekrümmt. Und sie war herüber gekrochen, umzusehen was mit der Frau los war. Und dann hatte sie es gesehen. Dort wo ihr rechtes Bein hätte sein müssen, war nur noch ein verschrumpeltes Stück menschliches Fleisch. Es war wirklich kein schöner Anblick. Schwarzes Blut verkrustete einen lange Wunde. Blasen hatten sich auf der Haut gebildet und die Wunde war entzündet. Sie hatte auch den Stofffetzen gesehen, mit dem die Frau versucht hatte ihr Bein abzubinden, damit die Fäulnis nicht in ihrem Körper vordrang. Die Frau hatte nach ihrem Kopf gegriffen und hatte ihn in die Hände genommen. „Kindchen! Guck nicht hin! Manchmal muss man auch nachgeben.“ „A-A-Aber“, hatte sie gestottert und hatte ihren Blick nicht von dem Leid abwenden können, „du…du hast immer gesagt…ach…weist du …ich mein ja nur…! Wie kannst du aufgeben? Du hast uns doch immer die große Rettung gepredigt. Wie kannst du nur?“ stumm hatte die Frau ihr eine schwarze Linie gezeigt, die sich von ihrem Bein aus zum Herzen schlängelte. „Blutvergiftung!“, hatte sie gehaucht. Sie hatte begonnen zu weinen. Die Frau hatte sie in den Arm genommen, soweit es mit dem geschundenen Bein möglich war. „Weine nicht mein Kind. Vergeude deine Tränen nicht für mich! Versprich mir, das du mir nicht nachtrauerst.“ Stille. „Bitte!“ Sie hatte genickt. „Danke“, hatte die Frau geflüstert. „Und jetzt geh! Das wird keine schöne Nacht. Ich will dir das nicht antuen.“ Dann hatte sie ihr mit ihrer zitternden Hand durchs Haar gewuschelt. Aber sie war geblieben, hatte an dem Lager der Frau ausgeharrt. Und sie hatte gespürt, wie glücklich diese darüber gewesen war. Als sie am nächsten Morgen aufgewacht war, war die Frau tot gewesen. Sie hatte geheult. Dicke Tränen waren ihre Wangen hinab gekullert, waren in das vergammelte Stroh gefallen. Sie hatte den leblosen Körper geschüttelt. Sie hatte ihn angeschrien. Erst Abend hatte sie geglaubt, dass die Frau wirklich tot war. Das war das erste Mal, dass sie sich ihrem und ihrer aller Ende so bewusst gewesen war. Sie hatte von da an Angst gehabt. Die Frau war einer der ersten Menschen gewesen mit dem sie sich verbunden gefühlt hatte und der gestorben war. Es war ein neuer Lebensabschnitt. Er hatte schon früher begonnen, aber es war ihr erst da wirklich bewusst geworden. Auch ihre Mutter war tot. Mann hatte sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie war den gleichen Weg gefahren wie ihre Tochter nun. Aber es war anders gewesen als bei der Frau. Sie war nicht dabei gewesen als man ihre Mutter verbrannte. Sie hatte zwar länger geweint als bei der Frau und auch länger gebraucht, um zu glauben dass sie wirklich tot war - tief in ihrem Inneren war sie noch immer davon überzeugt, dass sie noch lebte. Aber sie war noch klein gewesen als man ihre Mutter wegbrachte und hatte dieses Ereignis nicht als das verstanden was es war. Sie hatte damals nicht gewusst, dass es so etwas wie ein Todesurteil für sie werden würde. Sie war ja noch so klein gewesen. Sie hatte damals so wenig von der großen weiten Welt verstanden. Aber jetzt war sie älter. Viele Winter war es her, dass man ihre Mutter weg geschafft hatte.
Sie selbst hätte in nächster Zeit das heiratsfähige Alter erreicht in nur ein zwei Jahren wäre dies der Fall gewesen. Jetzt würde sie nie wieder etwas erreichen.
Sie dachte an ihre Mutter an die Frau aber auch an das was sie verloren hatte: ihr einfaches Leben, ihr zu Hause, Ihre Familie, ihre Freunde.
Sie erinnerte sich mit Schrecken daran, wie ihre Freunde am lautesten gebuht hatten, wie sie die faulen Eier und das schimmlige Gemüse, welches auf Hexen zu werfen Tradition war, mit äußerster Freude auf sie geschleudert hatten. Aber am schlimmsten, am schlimmsten war die Erinnerung an diesen verächtlichen Blick, den sie ihr zugeworfen hatten, als sie dort in Hexenkleidung an den Käfig gefesselt Richtung Tod fuhr. Sie war in ihren Augen plötzlich der letzte Dreck gewesen, dabei hatten sie früher so viel gemeinsam unternommen.
Was war los gewesen? Was war geschehen das sie sie plötzlich hatten tot sehen wollen? Sie waren doch Freunde gewesen. Sie hatten Geheimnisse, Erinnerungen, Erlebnisse, Schmerz und Kummer aber auch Freude geteilt. Was war passiert? Sie konnte sich nichts vorstellen, was so schrecklich war, dass man glücklich über ihren Tod war, nichts was so schrecklich war, dass man überhaupt über den Tod einer Person glücklich war - jedenfalls nichts was in ihr altes Leben passte. Denn alles was hier geschah, war schrecklich genug, dass sie glücklich wäre, hätte man die Soldaten getötet und all dem ein Ende bereitet, all die Leben gerettet. Diese Gedanken ließen sie nicht mehr los und es würde eine Überlegung sein, die selbst ihre düsteren Stunden füllen würde.
Es gab so viele Dinge die sich geändert hatten – ihre Freunde die jetzt Feinde waren… aber all das spielte sowie so keine Rolle mehr. Bald wäre sie tot und dann war all das egal.
Eine kleine, schimmernde Träne blitzte in ihrem Augenwinkel auf, aber sie würde nie ihre Wange hinab kullern, nie würde sie das Stroh berühren. Denn das Mädchen, das da sahs, war leer, leer von Tränen. Dieses Mädchen war stärker geworden mit jedem Meter den es seinem Ende näher kam. Es hatte sich eine harte Kruste um sein Herz gebildet. Dieses Mädchen war sie, in dem Hexenkleid – einem weiteren abstoßenden, abscheulichen Teil dieser Fahrt.
Es war am Anfang der Fahrt strahlend weiß gewesen, als wolle es all die schrecklichen Dinge mit seiner Schönheit übertönen. Es war widerlich, als würde man eine tödliche Klinge mit Gold verzieren und mit Edelsteinen besetzen, als würde man ein Fläschchen Gift aus dem besten Glas blasen, bunte Verzierungen einbauen und es in Samt und Seide Wickeln. Aber so waren die Leute, sie kleideten das Schrecklichste in die schönsten Gewänder. Oft hatte es auf dem Markt hübsch verzierte Dolche gegeben und dann war alles was Rang und Namen und ein paar goldene Münzen in der Tasche hatte von weit her zum Markt geströmt. Doch wie schrecklich und abstoßend das auch war, daran konnte man nichts ändern, so waren die Leute.
Ihre schulterlangen, lockigen, roten Haare waren verfilzt von den schlimmen Wochen im Wagen. Ihr sonst so hübsches Gesicht war ausgemagert und verdreckt.
Wie schlimm es auch war, was auf sie zukam, sie wollte nie mehr das hilflose kleine Mädchen sein mit verheulten Augen und roter Triefnase. Das hatte sie sich vorgenommen. Auch wär sie gerne nie mehr unfähig gewesen etwas zu unternehmen, nie mehr unfähig ihre Lieben zu retten. Aber da war ja niemand mehr den sie hätte retten können.
Es war schrecklich gewesen, als man ihre Mutter aus dem Haus geschleppt hatte. Es war schrecklich gewesen wie man ihren Vater zusammen geschlagen hatte, nachdem er versucht hatte ihre Mutter zu schützen. Und sie hatte nur daneben stehen können. Sie hatte sich verkrochen, in irgendeine Ecke. Sie hatte sich zusammengekauert, die Augen verweint. Sie war im Gegensatz zu den Männern so klein, so unwichtig, so schwach gewesen. Sie hätte nichts tun können. Andere Kinder hätten gebissen, gekniffen, an den Haaren gezogen oder um sich geschlagen, aber diese Männer hatten sie an etwas erinnert und das hatte ihr Angst gemacht, schreckliche Angst.

Und dann – viele Jahre waren vergangen, sie war älter, erfahrener, mutiger geworden – standen sie erneut vor dieser Hütte, vor der Hütte mit dem Vater, der erfolglos versucht hatte seine Frau zu schützen, vor der Hütte mit dem kleinen Mädchen, dass sich ängstlich und unter Tränen in eine Ecke verzogen hatte, vor der Hütte in der es schon lange keine Mutter gab. Doch diesmal hatten sie ein neues abscheuliches Ziel .Der Vater, dem man einst die Frau genommen hatte, sollte nun auch noch seine Tochter verlieren.

Wie man sie selbst weggeschleppt hatte, da hätte sie so gerne etwas unternommen. Nur zu gerne hätte sie sie ihren Häschern einen ordentlichen Kampf geliefert, aber sie hatte sich abführen lassen wie ein kleines Kind. Erst hatte sie einen der Männer gebissen, dem anderen hatte sie an den Haaren gezogen und schließlich hatte sie ihre Faust im Gesicht eines dritten versenkt. Aber dann war ihr Vater, gelockt von den Rufen, die Treppe herab gekommen. Die Soldaten waren es inzwischen wahrscheinlich leid mit einer jungen Frau zu kämpfen, die biss und kratzte wie ein kleines Kind. Also hatte ein Vierter, diesmal ein Bewaffneter, sein Schwert gezückt, die Spitze an die Kehle ihres Vaters gelegt und ihr ohne viel Umschweife angedroht ihn zu töten, wenn sie nicht kooperierte. Was so viel geheißen hatte wie: „Komm mit oder ich blas ihm das Leben aus!“
Ihr Vater hatte versucht sie mit Handzeichen zur Flucht zu bewegen, aber sie hätte es nicht über sich gebracht, ihn sterben zulassen. Sie hatte gewollt, dass er lebte. Außerdem hätten die Männer sie sowieso schnell wieder eingeholt. Beide Varianten wären auf ein und das Selbe hinausgelaufen, mit dem feinen Unterschied, ob ihr Vater weiterhin leben oder ob er sterben würde. Also hatte sie sich wegschleppen lassen.
Dann hatte man sie an einen Baum gebunden und sie geschlagen. Daraufhin hatte man ihren Vater hergebracht und ihn unter dem Vorwand, ihm die Hexen austreiben zu wollen, zusammen geschlagen. Während er sich gekrümmt und geschrienen hatte und sie geweint hatte, war ihr das erste Mal klar geworden, wie machtlos sie doch war. Die Männer hätten ihren Vater auch umbringen können, nachdem sie sich hatte gefangen nehmen lassen, sie wäre machtlos gewesen. Und dass sie es nicht getan hatten, ihn stattdessen nach der Tracht Prügel hatten laufen lassen, hieß noch lange nicht, dass sie ihn nicht jetzt noch zur Strecke bringen könnten. Und auch dann wäre sie machtlos, noch viel mehr als sonst.
Dann dachte sie wieder an die Frau, diese war neben ihr gestorben. Sie war die ganze Zeit da gewesen, aber die Frau war trotzdem gestorben, sie hatte nichts tun können, sie hatte der Frau nicht helfen können.
Nachdenklich wanderte ihr trauriger Blick über die Straße. Überall war es das gleiche Bild: Abscheu in den Augen – Abscheu vor Taten die so schrecklich waren, dass keiner der Gefangenen auch nur im Traum daran denken würde, ängstliche Gestalten – Angst vor Dingen die nie geschehen waren, vom Zorn verzerrte Gesichter – Zorn, hervorgerufen durch Lügen, Lügen nichts als Lügen.
Ihr Blick blieb an einem kleinen Mädchen hängen. Seine roten Haare waren zu niedlichen kleinen Zöpfen geflochten. Dahinter stand eine Frau, wahrscheinlich die Mutter der Kleinen. Sie hatte einen Arm auf die Schulter der Tochter gelegt. Unter der Haube der Frau lugten einige rote Locken hervor. Das Mädchen reckte seine kleinen Fäuste in Richtung Wagen. Es schrie ihnen zu, was für böse Hexen sie doch seien, griff nach einem Korb in der Nähe und schleuderte ein fauliges Ei in Richtung Wagen. Überall am Weg folgte man dem Beispiel der Kleinen und bewarf die Gefangenen.
Sie wischte sich eine Eierschale aus den roten Haaren und betrachtete schweigend das Mädchen. Sie fühlte sich an sich selbst erinnert. Auch sie hatte einmal an Hexen geglaubt, hatte geglaubt, dass sie schreckliche Dinge taten. Und als dann der Hexen Zug bei ihnen vorbei kam, hatte auch sie die Hexen beworfen und beschimpft.
Bis zu dem Zeit punkt als man ihre Mutter weggebracht hatte, hatte sie wirklich geglaubt, dass diese verdient hatten, was man mit ihnen tat. Aber ihr war nicht klar gewesen auf welch schreckliche Weise man mit den vermeintlichen Hexen umging. Sie war noch ein kleines Kind gewesen, sie hatte sich all das gar nicht vorstellen können.
Sie war so unwissend, so dumm gewesen.
Dann hatte man ihre Mutter geholt und man möchte meinen das hätte ihre Sicht auf die Hexenverfolgung vollkommen geändert. Gut, ein Wenig hatte sich geändert, aber nicht viel.
Sie war weiterhin davon ausgegangen, dass es sich um Hexen handelte, dass aber ab und zu eine Falsche gefangen wurde. Daraufhin hatte sie nicht mehr gebuht, wenn man die Gefangenen präsentierte, dafür hatte sie überlegt, welche der Hexen wohl fälschlicherweise beschuldigt worden waren.
Ach, auch damals war sie jung und unwissend gewesen, denn jetzt wusste sie es besser. Es gab keine Hexen – niemals – und es würde auch in Zukunft keine geben. Hexen, das waren Hirngespinste, die man dem einfachen Volk eintrichtern wollte. Alle ihre Mitgefangenen waren unschuldig wie sie. Bei einigen lag es nur an den roten Haaren, dass man sie als Hexen beschimpfte. Andere hatten als Kräuterfrauen dem einfachen Volk Medizin verkauft. Wie dumm die Leute doch waren, gerade die gefangen und umbringen zulassen, die ihnen halfen und ihnen nur Gutes tun wollten. Aber das Volk war abergläubisch. Und wovor hat der Mensch wohl am meisten Angst? – Vor dem Unbekannten, Ungewissen, dem was er mit seinen kümmerlichen Weisheiten nicht erklären kann. Da waren doch die Frauen, die zurückgezogen in kleinen, moosbewachsenen Hütten am Waldrand lebten gerade recht. Mit den vielen Mythen die sich um diese Kräuterweibchen rankten, von ihren Fähigkeiten was das Giftmischen anging, bis hin zu möglichen Zauberkräften, gaben sie doch die perfekten Sündenböcke ab.
Auch auf Geburtshelferinnen hatten sie es Abgesehen. Wer hätte eine bessere Hexe abgegeben als Frauen, denen man sowie so schon den Tod der Neugeborenen nachsagte.
Das war der Teil der Hexen den man auf Grund von Ansichten des einfachen Volkes hinrichteten, aber dieser Teil war nur dazu da um dem normalen Volk den „Spaß“ an der Hexenverfolgung nicht zu nehmen, eigentlich war die Hexenverfolgung ein Mittel der Reichen und Mächtigen um ihre Feinde unter dem einfachen Volk zu beseitigen.
Und dies war der zweite Teil der Hexen, es waren Rebellen, Leute mit anderen politischen Ansichten als der Herrscher und die mächtigen im Land. Es war eine verhältnismäßig einfache Methode diese Leute ohne viel Aufsehen zu erregen zu beseitigen. So musste man keine Angst haben, das heraus kam, dass man sich als einer der Mächtigen im Land, vor solchen Gegnern wirklich fürchtete.
Das war es was sie in den letzten Tagen und Wochen bei Gesprächen herausgefunden hatten, doch je näher sie ihrem Ziel kamen desto weniger gesprächsbereit wurden sie. Und immer mehr zogen sie sich in sich selbst zurück und jeder machte sein eigenes Ding.
Zuletzt geändert von Pauli :) am 17.09.2014, 19:15, insgesamt 4-mal geändert.

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Re:

von ANOUK_F. (12.09.2014, 10:16)
@ Pauli

Ich habe den Text mal überflogen: Ich gebe Dir zu bedenken, dass es bereits x vergleichbare (dabei aber bessere!) Bücher gibt...

Zudem sind mir spontan sehr (!) viele Fehler ins Auge gesprungen. Rechtschreibung, Zeichensetzung: da muss sich noch einiges tun! Um mich inhaltlich (in puncto Logik et cetera) zu äußern, fehlt mir einfach die Zeit. Dazu müsste man sich etwas länger mit der Textpassage auseinandersetzen.

Generell wirkt der Text auf mich konzeptlos, unstrukturiert. Wie oft hast Du ihn Dir selbst laut vorgelesen (und zwar auf einem AUSDRUCK!) und ihn daraufhin überarbeitet?!
Solltest Du dringend tun.

Ob du weiterschreiben willst, musst Du selbst entscheiden. Zunächst würde ich Dir eine gründliche Überarbeitung des hier geposteten Textes empfehlen. So kann's jedenfalls nicht bleiben. Auf der Basis würde ich pers. nicht weiterschreiben.
lG,
Anouk

Pauli :)
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Re:

von Pauli :) (12.09.2014, 17:30)
Gib mir mal ein Beispiel (Fehler).

Ach so, ich hab es mir mindestens 100 mal laut und leise durchgelesen.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (12.09.2014, 19:05)
Hallo Pauli,

eben kreuzte ich oben "Ja, auf jeden Fall" an, ohne deine Geschichte komplett gelesen zu haben, denn ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass man weiterschreiben sollte, wenn man Freude daran hat. Wenn dir selbst Zweifel an der Geschichte kommen, würde ich sie an deiner Stelle beiseitelegen und eine neue schreiben. In deinem Portrait schreibst du, dass du 12 Jahre alt bist. Du bist also sehr jung und stehst am Anfang deiner Entwicklung als Autorin. Dass deine Rechtschreibung deshalb noch nicht perfekt ist, ist ganz normal. Das ging uns allen so.

Ich sehe mir einen kleinen Teil deines Texts gleich noch genauer an und nenne dir ein paar Fehler. Es ist schön, dass du dich dafür interessierst, denn diese Einstellung hilft dir, von Jahr zu Jahr besser zu werden, bis deine Texte eine Qualität haben, die man veröffentlichen kann. Aber über eine Veröffentlichung sprechen wir hier momentan sicherlich noch nicht. Zum Inhalt möchte ich lieber nichts sagen, denn ich kenne mich mit dem Genre "Fantasy" nicht aus.

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Pauli :)
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Re:

von Pauli :) (12.09.2014, 19:08)
Danke, am Anfang merkt man noch nicht viel von Fantasy

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Re:

von Monika K. (12.09.2014, 19:23)
Ein paar Fehler-Beispiele:

"Verzweifelt klammerten sich ihre Hände die massiven Holzpfosten, die ihren Käfig eingitterten."
Da fehlt im ersten Teil irgendwie ein Wort. Mein Vorschlag:
"Verzweifelt klammerten sich ihre Hände an die massiven Holzpfosten,"
oder
"Verzweifelt klammerte sie sich mit den Händen an die massiven Holzpfosten,"
Im zweiten Teil klingt das "eingitterten" etwas merkwürdig in diesem Zusammenhang. "Eingittern" bedeutet "mit Gitter umgeben". Die Holzpfosten können aber nicht etwas eingittern. Mein Vorschlag:
aus denen der Käfig bestand.
Vielleicht fällt aber noch jemandem eine bessere Lösung ein, denn mein Vorschlag klingt etwas gestelzt.

"Andere fluchten auch das Volk."
Mein Vorschlag:
"Andere fluchten auf das Volk."
oder
"Andere verfluchten auch das Volk."

"Aber sie sie rief keine Worte."
"sie" ist doppelt

Leider habe ich keine Zeit, mir den ganzen Text anzusehen. Vielleicht kann ich in den nächsten Tagen noch ein bisschen weitermachen. Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Freude am Schreiben! thumbbup

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Bardioc
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Re:

von Bardioc (12.09.2014, 19:53)
Pauli :) hat geschrieben:
Gib mir mal ein Beispiel (Fehler).

Ach so, ich hab es mir mindestens 100 mal laut und leise durchgelesen.


Ich finde den Text interessant, auch wenn es das schon öfters gegeben hat, schließlich wissen wir ja noch nicht, wie's weitergeht.

Wie ANOUK_F schon sagte, solltest Du den Text ausdrucken, am Bildschirm sieht man viele Fehler nicht, die im Ausdruck sofort auffallen.

Lies Dir den Text nochmals durch und versuche, ihn in kleinere Abschnitte zu unterteilen. Nimm Dir ein Lineal und mache da einen Trennstrich. Du scheinst da Absätze drin gehabt zu haben, die aber durch das Hochladen verschwunden sind?
Versuche, eine (vorläufige) Überschrift, einen Titel oder zumindest ein Stichwort zu finden, das diesen Abschnitt beschreibt.

Beispiele:

''Verzweifelt klammerten sich ihre Hände die massiven Holzpfosten, die ihren Käfig eingitterten.''

Da fehlt was! Die Hände klammern sich natürlich um oder an die massiven Holzpfosten.

''Ihre Finger krallten sich tief hinein, so dass sie unter den Fingernägeln zu bluten begann.''

Dieser Satz ist zweideutig: Wenn sich das sie auf das Mädchen bezieht, dann ist er richtig. Wenn es sich aber auf die Finger bezieht, dann muß es ''begannen'' heißen. Ich habe das ''sie'' zuerst auf die Finger bezogen.

''Andere fluchten auch das Volk.''

Andere fluchten auch über das Volk. / Andere verfluchten auch das Volk.

''Jetzt Begann das alte Spiel:''

Jetzt begann das alte Spiel: ...

''Die Kutsche war mit Samt ausgestattet mit Seide behängt. ''

Die Kutsche war mit Samt ausgestattet und mit Seide behängt.
Ich weiß nicht, ob man früher die Kutschen mit Seide behängt hat. Dürfte dann aber ziemlich teuer gewesen sein. Seide kam ja über die Seidenstraße aus China.

''Einige protzige Gold Verzierungen zierten sie.''

Wortwiederholung: Verzierungen, zieren

''In Duft von Fäulnis herrschte im Inneren.''

Ein Duft von Fäulnis herrschte im Inneren.

Nun ja, gewisse Fliegen lieben Fäulnis und würden da von einem ''Duft'' sprechen, wenn sie denn sprechen könnten. Würde da eher von ''Geruch'' sprechen, ...

''Sie reckten ihre Arme so weit wie möglich aus dem Käfig unverkrampften ihre Finger.''

Sie reckten ihre Arme so weit wie möglich aus dem Käfig und verkrampften ihre Finger.
Tippfehler, sieht aber nach dem Wort ''unverkrampft'' aus.

''Sie schrie, kreischten versuchten die Personen zu erhaschen. ''

Wer schrie, das Mädchen oder die Gefangenen?

Sie schrie, kreischte, versuchte die Personen zu erhaschen. (Mädchen)
Sie schrien, kreischten, versuchten die Personen zu erhaschen. (Gefangene)

Das Wort Person würde ich hier durch Leute, Mob, Pöbel, die Umstehenden etc. ersetzen.

''Und sie war herüber gekrochen, umzusehen was mit der Frau war.''

Und sie war herübergekrochen, um zu sehen, was mit der Frau (los) war.

Könnte sein, daß man da nach der Reform die Kommas weglassen kann, würde sie aber der Verständlichkeit halber setzen. Könnte auch sein, daß die Getrenntschreibung nach der Reform erlaubt ist. Und ''um zu sehen'' ist ein ''erweiterter Infinitiv mit zu'' (Das ''um'' genügt, um den Infinitiv mit zu ''zu sehen'' zu erweitern. Nach klassischer Rechtschreibung wird hier vor einen erweiterten Infinitiv mit zu ein Komma gesetzt.

''Schwarzes Blut verkrusteter einen lange Wunde.''

Was bedeutet das? Schwarzes Blut verkrustete eine lange Wunde?

''Blasen hatten sich auf die Haut gebildet und die Wunde war entzündet.''

auf der Haut

Nach klassischer RS käme nach ''gebildet'' ein Komma, da es sich hier um zwei mit und verbundene Hauptsätze handelt. In diesem Fall ist das Fehlen des Kommas für das Verständnis unkritisch.

''Sie hatte auch den Stofffetzen gesehen, mit dem die Frau versucht hatte ihr Bein abzuklemmen, ...''

Nun ja, mit einem Stoffetzen kann man höchstens ein Bein abbinden oder abschnüren, um es abzuklemmen würde ich eher etwas Hartes nehmen.

Finde es gut, daß Du die Verzierung des Grausamen thematisierst.

Ich würde es nicht von anderen abhängig machen, ob Du weiterschreibst oder nicht. Vielleicht sollte man als Forumsregel das Abstimmen über das Weiterschreiben verbieten, zumindest bei so jungen Autoren wie Pauline.

Pauline, egal was aus dieser Geschichte wird, Du wirst daraus viel lernen können, wenn Du sie weiterschreibst.

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Re:

von ANOUK_F. (13.09.2014, 00:28)
Hallo Pauli, Du bist erst 12 Jahre alt?! Das war mir entgangen, als ich Deinen Text las. Nun sah ich es eben bei Deiner Vorstellung hier im Forum. Natürlich erklären sich so gewisse Unsicherheiten oder Rechtschreibfehler. Für Dein Alter schreibst Du ganz hervorragend und ich habe mit großem Interesse das von Dir vorgestellte Gedicht gelesen. Diesbezüglich: Hut ab!
Anouk

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Re:

von Pauli :) (24.09.2014, 16:11)
Wie alt hast du denn gedacht das ich bin?
Merkt man das denn nicht?

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Re:

von ANOUK_F. (24.09.2014, 19:53)
Hallo Pauli,

ich hielt Dich für einige Jahre älter, bis ich deine Vorstellung hier im Forum fand. Aufgrund der Thematiken und deren Ausführung hielt ich Dich ungefähr für 15 Jahre. Wie gesagt, Dein Gedankengut halte ich für "reif" gemessen an Deinem jungen Alter ( auch wenn Bardioc sich an dem ausdruck "reif" stört und den Vergleich mit dem faulenden Fallobst herangezogen hat :lol: )

lG,
Anouk

Pauli :)
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Re:

von Pauli :) (04.10.2014, 18:16)
Kann noch mal jemand was zu meinem Text sagen?
Bitte! Bitte! Bitte! cheezygrin

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