Hilfe erbeten für letzte Strophe!!!

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ANOUK_F.
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Hilfe erbeten für letzte Strophe!!!

von ANOUK_F. (10.10.2014, 13:07)
Hallo Forum,
wie der Titel bereits sagt, benötige ich Hilfe für die letzte Strophe. Ich finde einfach nicht die passenden Worte ( "halb und halb" klingt ein wenig nach Hackfleisch, Rind und Schwein gemischt! cheezygrin ). Das Ganze sollte in das Schema des gebrochenen Kreuzreimes passen. Die Grundaussage des Gedichts ist hoffentlich klar. Speziell in der letzten Strophe soll deutlich gemacht werden, dass die beiden Seelen sich nicht nur finden, sondern vereinen. Für Tipps/Vorschläge/Anregungen insbesondere in Bezug auf die letzte Strophe wäre ich dankbar, l.G und besten Dank fürs Lesen und etwaige Vorschläge
Anouk


Dunkle Blumen malt die Nacht

Gar dunkle Blumen malt die Nacht
auf deine Stirn – doch ohne Sorgen
kannst du ruh’n, denn meine Hand aus Licht
geleitet dich bis in den Morgen.

Schlaf legt sich auf deine Lider,
dein Atem rasselt gar so schwer.
Treib Wolken fort aus deinem Kopf,
scheuch deine Geister vor mir her.

Oft schütteln Traum und Wahnsinn dich,
es hockt der Alb voll Häme
auf deiner Brust – ich jag ihn fort
trink jede einzeln‘ Träne.

Dein inner’ Wesen bald entsteigt
deinen Gliedern die wie Blei
schwer auf kühlen Kissen ruh’n
– Schlafes Bruder zieht vorbei.

So durchleben wir die Dämmerstunden,
gleiten durch das Netz der Zeit,
zwei rast- und ruh‘los Lichtgestalten
im Anblick der Unendlichkeit.

In Nocturnas Arme sinken wir,
der Puls der tiefen Nacht uns bindet,
dass meine Seele die deine küsst
und halb und halb zusammenfindet.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (10.10.2014, 14:59)
Hallo ANOUK_F.,

könntest Du mal die Silbenzahl hinter jede Zeile schreiben,
das macht vieles leichter.

Klingt irgendwie nach Pfanni halb und halb.

Und beide Teil' zusammenfinden. (9)

Nocturnen, die NACHT und der PULS, wobei alles das in einer bestimmten Relation zueinander steht, gibt es auch bei Perry Rhodan.


Was hältst Du davon:


Gar dunkle Blumen malt die Nacht
auf deine Stirn – doch ohne Sorgen
denn meine Hand aus Licht gemacht
geleitet dich bis in den Morgen.

Schlaf legt sich auf deine Glieder,
dein Atem rasselt gar so schwer.
treib Schatten fort durch deine Lieder,
scheuch' die Dämonen vor mir her.

Oft schütteln Traum und Wahnsinn dich,
es hockt der Alb voll Häme sich
auf deine Brust und würget dich
kostet jede deiner Tränen.

Dein inner’ Wesen bald entsteigt
aus deinem Körper, der wie Blei
und schwer auf kühlen Kissen ruht
doch Schlafes Bruder zieht vorbei.

So fliegen wir durch Dämmerstunden,
geleitet durch das Netz der Zeit,
zwei rast- und ruh‘los Lichtgestalten
im Anblick der Unendlichkeit.

Gebettet In Nocturnas Armen,
der Puls der tiefen Nacht uns bindet,
und meine Seel' die deine küsst
Getrenntes bald zusammenfindet.


Gruß

Bardioc
Zuletzt geändert von Bardioc am 10.10.2014, 15:48, insgesamt 5-mal geändert.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (10.10.2014, 15:00)
... und was getrennt zusammenfindet

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mtg
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Re:

von mtg (10.10.2014, 15:04)
Seshmosis hat geschrieben:
... und was getrennt zusammenfindet

Da würde ich aber nach »getrennt« ein Komma setzen ... :-)

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Monika K.
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Re: Hilfe erbeten für letzte Strophe!!!

von Monika K. (10.10.2014, 15:24)
ANOUK_F. hat geschrieben:
Hallo Forum,
wie der Titel bereits sagt, benötige ich Hilfe für die letzte Strophe. Ich finde einfach nicht die passenden Worte ( "halb und halb" klingt ein wenig nach Hackfleisch, Rind und Schwein gemischt! cheezygrin ).


Hallo Anouk,

spontan dachte ich bei "halb und halb" an Klöße und verstehe dein Problem. Ich lese sehr gern Gedichte, schreibe selbst jedoch fast ausschließlich Scherzgedichte und bin auch kein Experte für poetische Sprache, da ich sie immer nur als Kontrast zu Pointen verwende. Wenn mir kein geeigneter Reim oder Ausdruck einfällt, dann ändere ich die Zeile, auf die er sich beziehen soll, und schaue, ob sich dann automatisch etwas findet. Eine andere Lösung fällt mir momentan nicht ein.

ANOUK_F. hat geschrieben:
Das Ganze sollte in das Schema des gebrochenen Kreuzreimes passen. Die Grundaussage des Gedichts ist hoffentlich klar.

Also so ganz 100%ig klar ist sie mir nicht, was aber natürlich an mir liegen kann. Normalerweise kommentiere ich Gedichte, die mir spontan gefallen, und schweige zu denen, die ich nicht so ansprechend finde. Bei dir finde ich die Idee ansprechend, habe jedoch an einzelnen Stellen Probleme mit der Ausführung. Da du explizit um Hilfe bittest, äußere ich mich mal ganz ehrlich zu den einzelnen Zeilen.

ANOUK_F. hat geschrieben:
Dunkle Blumen malt die Nacht

Gar dunkle Blumen malt die Nacht
auf deine Stirn – doch ohne Sorgen
kannst du ruh’n, denn meine Hand aus Licht
geleitet dich bis in den Morgen.


Ich stolpere über das "Gar". Das Wort hat zwei Bedeutungen: "überhaupt" oder "sehr". "Sehr" ist aber nur in Süddeutschland gebräuchlich, und "überhaupt" passt nicht. Es ist deine Entscheidung, ob du von sehr dunklen Blumen sprechen möchtest. Du scheinst im ganzen Gedicht bei der Silbenzahl und der Betonung nicht irgendeinem Schema zu folgen. (Oder habe ich da etwas übersehen?) Du könntest also auch einfach auf das "gar" verzichten und "Dunkle Blumen malt die Nacht" schreiben. Geleitet deine Hand, oder geleitest du? Führt die Hand?

ANOUK_F. hat geschrieben:
Schlaf legt sich auf deine Lider,
dein Atem rasselt gar so schwer.
Treib Wolken fort aus deinem Kopf,
scheuch deine Geister vor mir her.

Ich stolpere über "rasselt". Es bildet einen Kontrast zur der sehr poetischen Sprache, die du für dein Gedicht gewählt hast. Was hältst du von "dein Atem geht (gar) so schwer"? Den Sinn der dritten und der vierten Zeile verstehe ich nicht so ganz. Es ist eine Aufforderung an einen Schlafenden, die sich mir nicht so ganz erschließt. Das kann an mir und meiner Gedankenwelt liegen und spricht nicht unbedingt gegen das Gedicht.
ANOUK_F. hat geschrieben:

Oft schütteln Traum und Wahnsinn dich,
es hockt der Alb voll Häme
auf deiner Brust – ich jag ihn fort
trink jede einzeln‘ Träne.

Ich würde nach der ersten Zeile einen Punkt setzen und nach der dritten ein Komma. Den Reim Häme<->Träne finde ich etwas grenzwertig. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Bei Scherzgedichten ist das zwar üblich, aber hier wirkt es etwas verkrampft. Leider kann ich nicht mit einem Verbesserungsvorschlag dienen.
ANOUK_F. hat geschrieben:

Dein inner’ Wesen bald entsteigt
deinen Gliedern die wie Blei
schwer auf kühlen Kissen ruh’n
– Schlafes Bruder zieht vorbei.

Hier wurde mir erst klar, worum es geht. Hinter "Gliedern" fehlt ein Komma.
ANOUK_F. hat geschrieben:

So durchleben wir die Dämmerstunden,
gleiten durch das Netz der Zeit,
zwei rast- und ruh‘los Lichtgestalten
im Anblick der Unendlichkeit.

Mit "Netz der Zeit" kann ich nichts anfangen. Ich stelle sie mir nicht als Netz vor. Mein Vorschlag: "gleiten lautlos durch die Zeit". Als Satirikerin habe ich persönlich auch bei dem Wort "Lichtgestalten" andere Bilder im Kopf. Das ist aber vielleicht nur mein Problem.
ANOUK_F. hat geschrieben:

In Nocturnas Arme sinken wir,
der Puls der tiefen Nacht uns bindet,
dass meine Seele die deine küsst
und halb und halb zusammenfindet.

"Nocturna" musste ich erst einmal googeln. Vielleicht geht das aber nur mir so. Die letzten beiden Sätze haben nicht nur ein Problem mit Hack oder Klößen, sondern auch die Grammatik drückt nicht das aus, was du sagen möchtest. Es sollen zwei Seelen zusammenfinden - und nicht nur halb, sondern ganz. Momentan findet aber nur deine Seele halb und halb zusammen. Das bedeutet eigentlich, dass sie vorher aus zwei Hälften bestand, die nun zusammenfinden. Die zweite Seele guckt zu. Die letzte Zeile müsste z.B. lauten: "und sie für immer zusammenfinden". Dann passt aber der Reim nicht mehr. Deshalb kann ich dir da auch nicht weiterhelfen, denn das ist eine etwas größere Baustelle.

Insgesamt gefällt mir das Thema. Das Gedicht enthält ein paar sehr schöne Gedankenbilder. Die poetische Sprache ist nicht so ganz mein Ding, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack und sollte dich nicht irritieren. Ich freue mich dennoch auf die endgültige Fassung und werde sie auf jeden Fall lesen.

Viele Grüße,
Monika

edit: Die Antworten der anderen Forenmitglieder kannte ich noch nicht, als ich meine Stellungnahme schrieb.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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ANOUK_F.
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danke!!!

von ANOUK_F. (10.10.2014, 19:07)
@ Bardioc
Wow, was man mit ein paar Änderungen alles bewirken kann! so klingt es sehr viel besser! Vielen herzlichen Dank fürs Lesen und die Auseinandersetzung und
die tollen Änderungsvorschläge. Du hast Dir sehr viel Arbeit gemacht und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich werde dieses Gedicht auf jeden Fall überarbeiten und gerne auf Vorschläge bzw Formulierungen von Dir zurückgreifen.

Perry Rhodan ist mir leider kein Begriff, auch kenne ich besagten Text nicht, in dem anscheinend ähnliche Wortkombinationen vorkommen wie in meinem. Ich baue dieses Gedicht auf einer Kurzgeschichte auf, die ich vor einiger Zeit veröffentlicht habe, daher kam ich zu diesen Worten ( die in meiner Geschichte ebenfalls Gebrauch finden - nur ist dieses Gedicht quasi das "Konzentrat" meiner Geschichte)

@Seshmosis: danke! Das wäre ein top letzter Satz. Mit dem Komma, das mtg vorschlägt

Die Änderung Deiner Änderung des allerletzten Satzes durch Seshmosis gefällt mir auch sehr gut! Mit jeder Überarbeitung bzw jeder Anmerkung von Euch wird es besser!!!

@Monika
Danke für die ehrliche Stellungnahme. Du hast recht, den Sinn muss ich noch stellenweise deutlicher herausarbeiten. Das "rasseln" mag wirklich ein wenig fehl am Platz klingen ( von der Wortwahl her). Ich habe ursprünglich dieses Wort verwendet, da derjenige, den ich dort beschreibe, ( der Pate sowohl für meine bereits genannte Kurzgeschichte als auch für dieses Gedicht steht) wirklich einen rasselnden Atem hat. Aber Dein Einwand ist berechtigt und ich werde das Wort austauschen.

Lustig, dass jeder von Euch anscheinend bei "halb und halb" an Knödel denkt und nicht an Hackfleisch!!!!

DANKE euch allen fürs Lesen, die Auseinandersetzung mit meinem Gedicht und die tollen Vorschläge!
lg,
Anouk

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ANOUK_F.
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Erster Versuch einer Überarbeitung

von ANOUK_F. (10.10.2014, 19:47)
Dank Eurer Anmerkungen und Vorschläge bin ich zunächst zu folgender Lösung gekommen


Gar dunkle Blumen malt die Nacht
auf deine Stirn – sei ohne Sorgen
denn meine Hand aus Licht gemacht
geleitet dich bis in den Morgen.

Schlaf legt sich auf deine Lider
dein Atem, der geht gar so schwer.
Treib Schatten fort aus deinem Kopf
scheuch die Dämonen vor mir her.

Oft schütteln Traum und Wahnsinn dich,
es hockt der Alb voll Häme
auf deiner Brust – ich jag ihn fort,
trockne jede einzeln‘ Träne.


(@Bardioc: bei Deinem Vorschlag für die 3. Strophe störe ich mich ein wenig an dem dich-sich-dich , daher habe ich hier nur eine geringfügige Abänderung vorgenommen) wobei ich das "kostet jede deiner Tränen" an und für sich gut finde!)


Dein inner’ Wesen bald entsteigt
deinen Gliedern, die wie Blei
schwer auf kühlen Kissen ruh’n
– Schlafes Bruder zieht vorbei.

So fliegen wir durch Dämmerstunden,
schlüpfen durch das Netz der Zeit,
zwei rast- und ruh‘los Lichtgestalten
im Anblick der Unendlichkeit.

(@ Monika, @ Bardioc: das Netz der Zeit leitet nicht, der Ich-Erzähler leitet)
@ Monika: es gibt physikalisch ein Raum-Zeit-Gitter bzw Netz)

Gebettet in Nocturnens Armen,
der Puls der tiefen Nacht uns bindet,
und meine Seel’ die deine küsst,
dass was getrennt, zusammenfindet.

(kann man das so schreiben?? "dass" im Sinne von "sodass" gemeint, denn ich würde mich an zweimal "und am Zeilenanfang " stören")

Erstmal allen vielen herzlichen Dank, so gefällt es mir schon viel besser. Es gibt sicher noch einiges daran zu tun. Ich werde es erstmal ein paar Tage ruhen lassen, um Abstand zu gewinnen, bevor ich es mir noch einmal vornehme.

lG,
Anouk
Zuletzt geändert von ANOUK_F. am 11.10.2014, 09:07, insgesamt 1-mal geändert.

Botticelli
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Re:

von Botticelli (10.10.2014, 20:35)
...und was zusammen gehört, sich findet

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (10.10.2014, 22:12)
Hallo Anouk,

ein bisschen Abstand ist immer sehr hilfreich. Ich erwarte übrigens niemals, dass meine Anmerkungen aufgegriffen werden. Einen Punkt möchte ich dennoch noch einmal ansprechen, weil er vielleicht unterging. Meiner Meinung nach fehlt in "deinen Gliedern die wie Blei" nach "Gliedern" ein Komma.

Wenn du die Zeit als Netz siehst, ist das dein gutes Recht. Jeder kann seine Metaphern frei wählen. Deine Begründung weckt jedoch meinen Widerspruchsgeist. Du schreibst über Zeit und nicht über Raumzeit. Die Zeit ist nur eine Dimension der vierdimensionalen Struktur der Raumzeit. Aber das ist eigentlich egal, und du kannst das Netz natürlich weiterhin als Sinnbild verwenden, wenn du die Zeit so siehst.

Viele Grüße,
Monika
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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (11.10.2014, 09:07)
@ Monika

Klar, da gehört ein Komm hin, danke für Hinweis, werde ich korrigieren.

Ja, ich weiß, das "Netz" ist die Raumzeit ( habe ein paar eindrucksvolle Dokus darüber gesehen, raumzeitkrümmung pipapo) . Ich meine, wenn ich die zeit hier als netz beschreibe ( durch dessen maschen man fallen kann -- was suggerieren soll, welch subjektiven empfindungen die Zeit unterliegt, da man mal das Gefühl bekommt, sie bleibt stehen und man ist quasi im Netz der Zeit verstrickt, und mal überkommt einen das Gefühl, die zeit vergeht wie im fluge und man fällt quasi durch des Netzes Maschen) dann habe ich automatisch auch den Aspekt des Raumes mit aufgenommen. Denn in meinem Gedicht möchte ich darstellen, wie für diese beiden Seelen in der beschriebenen Nacht-Situationen all das quasi empfundenermaßen aufgehoben ist, was sie tags ( getrennt voneinander) hemmt und hindert: Zeit, räumliche Trennung, Ängste, Vorbehalte,...


Wie gesagt, ich bin für JEDE konstruktive Kritik/Anmerkung/Vorschlag dankbar, da ich gerade in der frühen Phase eineres Gedichtes oder einer Geschichte "betriebsblind" bin und nur durch fremde Inputs vorankomme ( und auch die Nötigkeit einer vorzunehmenden Änderung erkenne!)

besten Dank,
Anouk

Bardioc
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Re:

von Bardioc (11.10.2014, 10:13)
ANOUK_F. hat geschrieben:
Ja, ich weiß, das "Netz" ist die Raumzeit ( habe ein paar eindrucksvolle Dokus darüber gesehen, raumzeitkrümmung pipapo) . Ich meine, wenn ich die zeit hier als netz beschreibe ( durch dessen maschen man fallen kann -- was suggerieren soll, welch subjektiven empfindungen die Zeit unterliegt, da man mal das Gefühl bekommt, sie bleibt stehen und man ist quasi im Netz der Zeit verstrickt, und mal überkommt einen das Gefühl, die zeit vergeht wie im fluge und man fällt quasi durch des Netzes Maschen) dann habe ich automatisch auch den Aspekt des Raumes mit aufgenommen. Denn in meinem Gedicht möchte ich darstellen, wie für diese beiden Seelen in der beschriebenen Nacht-Situationen all das quasi empfundenermaßen aufgehoben ist, was sie tags ( getrennt voneinander) hemmt und hindert: Zeit, räumliche Trennung, Ängste, Vorbehalte,...


Wie gesagt, ich bin für JEDE konstruktive Kritik/Anmerkung/Vorschlag dankbar, da ich gerade in der frühen Phase eineres Gedichtes oder einer Geschichte "betriebsblind" bin und nur durch fremde Inputs vorankomme ( und auch die Nötigkeit einer vorzunehmenden Änderung erkenne!)


Time Waits For No One

(@ Monika, @ Bardioc: das Netz der Zeit leitet nicht, der Ich-Erzähler leitet)

Die Zeit hat -- leider? -- eine Richtung, und wir können sie nicht umkehren. (Natürlich gibt es Dokus, in denen behauptet wird, daß das geht, aber da bin ich skeptisch ...)

schlüpfen durch das Netz der Zeit,

Das ''Netz der Zeit'' könnte auch eine Reuse sein, die ja nur in einer Richtung passierbar ist, wie die Zeit. Wir schlagen also der Zeit ein Schnippchen -- oder wir bilden uns ein, das zu tun -- und klinken uns aus dem Lauf der Zeit aus.

@ Monika: es gibt physikalisch ein Raum-Zeit-Gitter bzw Netz)

Nun ja, ''physikalisch'' gibt es das sicher nicht, es ist nur ein Modell, um die Vorstellung von der gekrümmten Raumzeit anschaulich zu machen.

Sachen, die symmetrisch intendiert sind, asymmetrisch zu verwenden ist schon ganz schön grausam.

Vorbehalte,...

Egal was hier für die drei Punkte kommt, nach dem Komma kommt zuerst mal ein Leerzeichen.

Betriebsblindheit würde ich eher in einer fortgeschritteneren Phase erwarten.
Zuletzt geändert von Bardioc am 11.10.2014, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.

Bardioc
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Re: danke!!!

von Bardioc (11.10.2014, 10:57)
ANOUK_F. hat geschrieben:
Perry Rhodan ist mir leider kein Begriff, auch kenne ich besagten Text nicht, in dem anscheinend ähnliche Wortkombinationen vorkommen wie in meinem. Ich baue dieses Gedicht auf einer Kurzgeschichte auf, die ich vor einiger Zeit veröffentlicht habe, daher kam ich zu diesen Worten ( die in meiner Geschichte ebenfalls Gebrauch finden - nur ist dieses Gedicht quasi das "Konzentrat" meiner Geschichte)

Der Text ist die Perry Rhodan-Serie, die mit Abstand größte SF-Serie der Welt.

Nocturnen sind von der Superintelligenz ES bei deren ''Upgrading'' zur Superintelligenz aus den Vojariden entstandene Lebewesen, die sich in ihrer Schwarmphase durch das Weltall bewegen können, anders als ihre Vorgänger, die schmetterlingsartige Wesen waren. Dann vereinigen sie sich zu Nocturnenstöcken und gehen auf Himmelskörpern nieder, die sog. Stockphase.

www.perrypedia.proc.org/wiki/Vojariden hat geschrieben:
Durch eine Reise von Ahn-Visperon nach Ammandul kamen die Vojariden in Kontakt mit einem Geisteswesen, das sich selbst als "Wanderer durch Raum und Zeit" bezeichnete. Dieses Wesen wünschte sich die Vojariden als Vertraute, weil sie ebenso wie es selbst für den Frieden einstanden. Die Vojariden bezeichneten das Wesen zukünftig als ES.

Nach einiger Zeit wurden die Vojariden, ausgelöst durch eine paramentale Vibration, zu Helfern bei der Metamorphose von ES zur Superintelligenz. Sie selbst entwickelten sich dabei zu den Nocturnen.


Bei ''rasseln'' hat man den Eindruck, daß die gemeinte Person schwer krank sei.

Lustig, dass jeder von Euch anscheinend bei "halb und halb" an Knödel denkt und nicht an Hackfleisch!!!!

Nun ja, wir haben halt alle unser Pensum an Werbung hinter uns. Die Werbeabteilung von Pfanni hat ganze Arbeit geleistet!

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Re:

von ANOUK_F. (11.10.2014, 11:35)
@ bardioc

SF-Serie sagst Du?! So etwas lese ich ja gar nicht. Dennoch könnte mir Perry Rhodan natürlich ein Begriff sein, zumal ich oft in Buchläden stöbere (aber eben nicht vor SF- Regalen) Ich werde aber mal Tante google bemühen, denn man sollte schon von einer derart erfolgreichen Serie zumindest gehört haben... böse Wissenslücke!

Wie ich auf Nocturna komme: Als ehemaliger "Lateiner" war mir das Wort natürlich geläufig. Nocturnus (=nächtlich, bei Nacht). Ich habe in bereits erwähnter Kurzgeschichte von mir (die mir nun die Vorlage für mein Gedicht geboten hat) die Göttin der Nacht die "Nocturna" genannt.

Rasselnd: ja, diese Beschreibung erinnert an den Atem eines Kranken. So hört sich der Atem des Mannes, den ich hier darstelle, auch an. Und so sehe ich ihn auch: als Kranken. Nicht unbedingt physisch, sondern psychisch. Als leidend, da er sich alleine sieht. Da er von zahlreichen Ängsten, sowie Gefühlen der Sinnlosigkeit und Leere erdrückt wird. (Bis eben das Zusammenfinden mit der Seelenpartnerin ihm Linderung verspricht.)
Ich habe das Wort "rasselnd" aufgrund von Monika K.'s berechtigtem Einwand, es passe nicht zur der Erzählsprache des Textes, in "schwer atmen" umgewandelt.

Lieben Dank Euch allen, spezielle Dir, Bardioc, für die intensive Auseinandersetzung mit meinem Text. Du hast mir echt viele Inputs geliefert, über die ich noch lange nachdenken werde und von denen ich das eine oder andere sicher auch noch umsetzen werde. Ich verfahre häufig so, dass ich einen frischen, unausgereiften Text, von dem ich weiß, dass er an vielen Stellen noch "krankt" einstelle, um mir Rat und Vorschläge zu holen. Diese baue ich ich dann peu à peu ein, und der Text wird mit jedem Überarbeitungsgang besser. Oft warte ich mehrere Tage, stellenweise bis zu 1-2 Wochen , bis ich den nächsten Überarbeitungsgang starte, um einen nötigen Abstand zum Text gewonnen zu haben. Dann lese ich ihn mit halb-fremden Augen und mir fallen viele verbesserungswürdige Punkte auf, die mir zunächst verborgen waren. Und manchmal kommen passende Formulierungen von ganz allein, beim joggen, beim Kochen, unter der Dusch... eben genau dann, wenn ich mich nicht aktiv mit dem Text beschäftige.
Nach mindestens 3 Überarbeitungsgängen ist der Text meist so, dass ich (erstmal) damit zufrieden bin. Wobei, "fertig" ist ein Text ja nie...

lG,
Anouk

Bardioc
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Re:

von Bardioc (12.10.2014, 13:01)
ANOUK_F. hat geschrieben:
@ bardioc

SF-Serie sagst Du?! So etwas lese ich ja gar nicht. Dennoch könnte mir Perry Rhodan natürlich ein Begriff sein, zumal ich oft in Buchläden stöbere (aber eben nicht vor SF- Regalen) Ich werde aber mal Tante google bemühen, denn man sollte schon von einer derart erfolgreichen Serie zumindest gehört haben... böse Wissenslücke!

Perry Rhodan findet sich zumeist in Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen, die Silberbände dürfte es aber auch in normalen Buchhandlungen geben. Diese Heftserie gibt es bereits seit 1961 und umfaßt mittlerweile 2773 Bände. Und wenn man bedenkt, daß es eine deutsche Serie ist, die so erfolgreich ist -- auch außerhalb Deutschlands -- dann ist das wirklich eine ''böse Wissenslücke''.

Wie ich auf Nocturna komme: Als ehemaliger "Lateiner" war mir das Wort natürlich geläufig. Nocturnus (=nächtlich, bei Nacht). Ich habe in bereits erwähnter Kurzgeschichte von mir (die mir nun die Vorlage für mein Gedicht geboten hat) die Göttin der Nacht die "Nocturna" genannt.

Es gibt auch nocturnale Lebewesen, also Tiere mit nächtlicher Lebensweise.


Ich verfahre häufig so, dass ich einen frischen, unausgereiften Text, von dem ich weiß, dass er an vielen Stellen noch "krankt" einstelle, um mir Rat und Vorschläge zu holen. Diese baue ich ich dann peu à peu ein, und der Text wird mit jedem Überarbeitungsgang besser.

Sollte man aber nicht bei allen Texten so machen, zumindest nicht auf einen öffentlichen Forum, und nicht, wenn man den Text ''professionell'' veröffentlichen will.

Oft warte ich mehrere Tage, stellenweise bis zu 1-2 Wochen , bis ich den nächsten Überarbeitungsgang starte, um einen nötigen Abstand zum Text gewonnen zu haben. Dann lese ich ihn mit halb-fremden Augen und mir fallen viele verbesserungswürdige Punkte auf, die mir zunächst verborgen waren. Und manchmal kommen passende Formulierungen von ganz allein, beim joggen, beim Kochen, unter der Dusch... eben genau dann, wenn ich mich nicht aktiv mit dem Text beschäftige. Nach mindestens 3 Überarbeitungsgängen ist der Text meist so, dass ich (erstmal) damit zufrieden bin.

Ja, Abstand zum Text gewinnen hilft gegen Betriebsblindheit.

Wobei, "fertig" ist ein Text ja nie...

Ja, man findet immer wieder neue Möglichkeiten für Verbesserungen.

Hier noch eine interessante Diskussion zu Albtraum vs. Alptraum und Alben:

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1622#26947

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