Frage zum Thema "Schreibstil"

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Lesebär
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Frage zum Thema "Schreibstil"

von Lesebär (21.11.2014, 23:39)
Hey alle zusammen,

ich habe mich schon immer sehr für Bücher interessiert und viel gelesen, vor
allem Politthriller, Moderne und Sci-Fi, selten auch mal Fantasy.

Ich möchte mich gerne bzw. habe mich mal an was eigenem (Sci-Fi) versucht musste aber feststellen dass mein Schreibstil sich meistens von denen anderer Autoren unterscheidet, mal mehr mal weniger.

Meine Frage ist, ist das zwangsläufig falsch oder ist das eher nicht so schlimm?
LG
Tobi

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Siegfried
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Re: Frage zum Thema "Schreibstil"

von Siegfried (22.11.2014, 00:45)
Hi Tobi!

Lesebär hat geschrieben:
Meine Frage ist, ist das zwangsläufig falsch oder ist das eher nicht so schlimm?


Gegenfrage: Was soll daran falsch oder schlimm sein?

Jeder hat - mehr oder minder - einen eigenen Schreibstil. Asimov schreibt anders als Bradbury schreibt anders als Le Guin schreibt anders als Harris.

Falsch bzw. schlimm ist nur eine Sache beim Schreiben: Langweilig schreiben.
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Lesebär
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Re:

von Lesebär (22.11.2014, 13:26)
Okay, gibt es Standardstile wie ein Buch nicht langweilig zu lesen ist?
Ich meine nur weil es für mich nicht langweilig ist, heißt das ja nicht dass es das für andere nicht ist?
Allerdings hast du mir schon weitergeholfen, danke :)

Lesebär
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Re:

von Lesebär (22.11.2014, 14:18)
Ich meinte natürlich Tipps oder Dinge die man vermeiden sollte damit ein Buch nicht langweilig wird, ich habe natürlich meine eigenen Vorstellungen aber ich bin halt auch noch neu angle:

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.11.2014, 14:47)
Lesebär hat geschrieben:
Okay, gibt es Standardstile wie ein Buch nicht langweilig zu lesen ist?


Natürlich gibt es Standards, wie man ein Buch gestaltet, damit es nicht langweilig ist. Jedoch ist das Empfinden, was langweilig ist und was nicht, oftmals sehr persönlich geprägt.

Spannend schreiben heißt u. a., eine Figur zu schaffen, mit der der Leser mitfiebern - und mitleiden! - kann. Handlungsweisen und Empfindungen der Figur müssen für den Leser nachvollziehbar sein. Oder es muss eine tiefe Faszination von der Figur ausgehen, damit der Leser sich entsprechend gruseln kann (ist Hannibal Lecter sympathisch?)

Die Handlung muss so aufgebaut sein, dass für die Hauptfigur etwas wirklich Wichtiges auf dem Spiel steht. Das eigene Leben; das Leben von wichtigen anderen Menschen, die der Hauptfigur viel bedeuten; Umstände, die gegen das eigene Gewissen laufen; der Weltuntergang schlechthin (diese Liste ist natürlich unvollständig). Auf jeden Fall muss ein Verlust von elementarer Bedeutung die Hauptfigur bedrohen.

Rein vom Ablauf her baut sich Spannung durch Erwartung und Druck (im Sinne von: Es droht etwas) auf. Ein bekanntes Beispiel, wie man eine harmlose Szene spannend machen kann:

Ein Mann will verreisen. Er geht aus dem Haus, steigt in ein Taxi und fährt zum Bahnhof.

Eine harmlose Szene. Nun fügt der Autor den notwendigen Druck ein:

Ein Mann will verreisen. Er geht aus dem Haus und steigt in ein Taxi. Beim Einsteigen fällt sein Blick auf eine Uhr. Entsetzt murmelt er: "Mein Gott, so spät schon? Den Zug bekomme ich nie!" Das Taxi fährt los.

Die Spannung ist sofort da: Bekommt der Mann den Zug oder nicht? Jede Ampel, jeder Stau, jeder Idiot auf der Fahrbahn, jeder Verkehrspolizist, selbst jedes Bremsen steigert die Emotionen in der Hauptfigur - und damit beim mitleidenden Leser.

Ähnlich funktionieren Ankündigungen: In einer Szene wird gezeigt, wie der Gegenspieler eine Bombe unter das Auto den Helden montiert. In einer späteren Szene steigt der Held in das Auto ein. Dreht er den Zündschlüssel, fliegt er in die Luft (das weiß der Leser, aber nicht der Held - daher leidet der Leser mit der Hauptfigur mit). Ankündigungen lösen Erwartungshaltungen beim Leser aus. Wird diese Erwartungshaltung erfüllt oder geschieht doch etwas Unerwartetes?

Spannung erreicht man auch durch Tempo. Lange, verschachtelte Sätze nehmen das Tempo aus der Handlung heraus. Kurze, mitunter unvollständige Sätze erhöhen das Tempo. Hohes Tempo ist immer dort angesagt, wo es spannend werden soll. Je höher das Erzähltempo, desto weniger kommt der Leser zum Nachdenken. Er wird durch die Seiten gehetzt von einer Gefahrenstelle zur nächsten.

Das sind einige Mittel, spannend zu schreiben. Es gibt viele andere. Hier kommt z. B. das Wort "Cliffhanger" zum Zuge: Ein Kapitel einfach in seinem spannendsten Moment beenden und den Handlungsort wechseln. Der Leser wird am Text festgebunden mit der Frage: "Wie kommt der Held jetzt aus dieser Situation heil und gesund heraus?" (Antwort des Autors: Weiterlesen!)

Was auch hilft: Einfach mal ein Buch analytisch lesen. Wie schafft der Autor es, mich in eine Szene so hinein zu ziehen, dass ich die Szene unbedingt bis zum Ende lesen will?

Nochmals: Es gibt Leute, die Spannung völlig anders interpretieren. Die mögen keine Action, die mögen keine kurzen Sätze, die mögen es auch nicht, mit irgendwelchen Figuren mitzufiebern. Hier musst du selbst entscheiden, ob solche Leser deine Leser sind.
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ricochet
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Re:

von ricochet (22.11.2014, 16:32)
Und nicht zu vergessen: überraschende Wendungen, "Perpetie" genannt. Der Leser antizipiert die Handlung, d. h., er nimmt sie gedanklich vorweg. Wenn dann etwas ganz anderes eintrifft, als er erwartet, erhöht dies die Spannung und seine grundsätzliche Neugier. Nichts langweiliger als ein Text, bei dem alles so eintrifft, wie es der Leser erwartet.
Ken Follett soll in einem Interview gesagt haben, ein Roman brauche alle vier oder fünf Seiten eine solche Wendung. Halte ich für ein bisschen üppig, aber bitte.

Ist der Text (wie üblich) im Präteritum geschrieben, kann man auch ins historische Präsens wechseln.

LG


rico
Ich schreibe, also bin ich.

Lesebär
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Re:

von Lesebär (22.11.2014, 16:52)
Das ist doch mal eine Antwort cheezygrin

Ich werde versuchen das umzusetzen, vielen Dank :) thumbbup

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