Ein fantasyreifer Einstieg?

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Cerander
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Ein fantasyreifer Einstieg?

von Cerander (08.02.2015, 19:15)
Hey liebe Bod-Autoren,

Ich hab mich lange nicht mehr in diesem Forum gemeldet, lag an meinem ersten Roman, der mir viel Zeit und Nerven raubte, aber auch viel Freude und Spannung beim Schreiben zurückgab. Wie auch immer, jedenfalls arbeite ich seit ein paar Tagen an einem neuen Werk, und da würde mich die versierte Meinung einiger Profis auf sachlicher Basis mal interessieren. Ihr wisst schon, Schreibstil, Spannung, Rechtschreibung (falls da was auffällt) usw. Ich denke, der erste Teil der Einleitung sollte da schon reichen :)

(Kurzes Edit: Das ganze soll/wird in den Bereich Fantasy gehen)

Schwache, nahezu gebrechliche Schritte hallten des Morgens durch die gewaltige Vorhalle der Zitadelle der Götter. Obgleich der gewaltigen Ausmaße des Tempels und seiner Lage hoch oben in den Bergen war es doch angenehm warm zwischen den marmornen Mauern.
Hin und wieder schritt eine in gelbliche Gewänder gehüllte Priesterin zwischen den vergoldeten Säulen umher, manch eine hielt den Blick gesenkt und schien in Gedanken versunken, andere grüßten Hama knapp mit einem Nicken. Den Jungen, den sie an der Hand führte, bemerkten sie nicht.
Die Schritte dauerten an, mal leiser, mal etwas kräftiger, doch immer im selben, fast traurigen Rhythmus. Syn war auf dem edlen Steinboden kaum zu vernehmen, seine grob gewebten Fußlappen schluckten jedes Geräusch.
Eingeschüchtert von der Größe der Halle schmiegte sich der Junge enger an den Arm seiner Großmutter und drückte ihre ledrige, alte Hand fester. Sie lächelte ihn nur müde an.
Die Halle mündete in ein imposantes, goldenes Tor, das in die marmorne Mauer eingelassen war. Kleine, bläulich schimmernde Steine von perfektem Schliff schimmerten im Licht der Kohlebecken, doch was Syn direkt ins Auge sprang war das gewaltige Symbol in der Mitte der beiden Torflügel. Es zeigte drei wellenartig ineinander gekräuselte Linien, die in eine Richtung geöffnet waren. Darunter befanden sich merkwürdige Runen, die Syn nicht entziffern konnte.
Hamas Schritte verlangsamten sich, bis sie schließlich vor dem Tor zum Stehen kam und nahezu ehrfürchtig daran empor sah. » Ao Mai«, flüsterte Hama dem Jungen zu und ihre alten Finger wiesen auf die geheimnisvollen Runen. » Der Gott des Windes und der Lüfte«.
Die Schriftzeichen begannen, in einem bläulichen Schimmer zu leuchten und ein Ruck durchlief das massive Tor, bevor es wie von Geisterhand aufschwang.
Syns Herz begann zu klopfen und voller Ehrfurcht folgte er seiner Großmutter erst nach kurzem Zögern und sehr langsam. Auch jetzt bewegten sich die Torflügel wie von Geisterhand und schlossen sich hinter ihnen wieder.
Ein kleiner, rundlich geformter Kasten, an dessen Stirnseite ein einzelner, blauer Edelstein angebracht war, fand sich auf einem goldenen Podest in der Mitte des Raumes. Dahinter lag ein blühender Garten voller Sträucher und Blumen, die Syn noch nie zuvor gesehen hatte. Den angenehmen Luftzug in der Kammer bemerkte er zuerst nicht.
Hama schritt langsam an den kleinen Opferschrein heran und kniete sich davor, während sie bei geschlossenen Augen unverständliche Laute flüsterte. Syn beobachtete abwechselnd sie, dann den Schrein und schließlich den Garten dahinter.
Wie auch zuvor in der Haupthalle war der Boden aus edlem Marmor und die Wände mit reichlich Gold verziert. Syn entdeckte die Klinge eines vergoldeten Schwertes, die aus dem Garten herausragte. Auch sie schimmerte bläulich, was Syn dazu verleitete, zögerlich etwas näher zu treten.
Der Knauf der Waffe war mit dem Zeichen des Luftgottes verziert und die Klinge mit allerlei filigranen Runen beschrieben, die Syn nicht lesen konnte.
» Einer uralten Legende nach soll Ao Mai mit dieser Waffe einst Khari, die Göttin des Wahnsinns, geschlagen und ins ewige Reich verbannt haben. Erst dadurch soll es den ersten Menschen möglich gewesen sein, die Welt zu besiedeln«, erklärte Hama. Syn zuckte kurz zusammen, er hatte sie weder sich erheben noch hinter ihn treten hören. » Ist sie... etwas besonderes, Großmutter?«, fragte der Junge vorsichtig. Hama sah ihn verdutzt an. » Aber natürlich!«, antwortete sie laut, sammelte sich einen Moment lang und fuhr dann ruhig fort: » Nicht wenige behaupten, es sei die mächtigste Waffe dieser Erde. Dennoch hat noch niemand gewagt, sie anzurühren. Es heißt, Ao Mai bestrafe jene, die die Waffe aus Gier nach Macht an sich nehmen«.
Syn schluckte und sah sich langsam um. » Ist er hier, Großmutter?«. Sie lächelte. » Er ist der Herr der Luft, wo immer du einen Atemzug machen kannst, ist auch Ao Mai«. Syn schien unzufrieden mit dieser Antwort, was Hama nicht entging. » Ich weiß, was du meinst. Du kannst ihn spüren, nicht wahr?«, fragte sie wissend und fuhr mit der Hand durch seine zerzausten Haare. Er nickte.
» Ja, er ist hier. Die ersten Menschen haben diese Zitadelle nicht errichtet, wie viele denken. Sie ist sehr viel älter«, erklärte sie. » Was meinst du damit?«, fragte Syn verwundert. » Es gab diesen Tempel lange vor den ersten Menschen und es wird ihn noch lange nach den letzten Menschen geben. Die Götter selbst haben ihn errichtet, er ist ihr zuhause und wir Priesterinnen bewahren ihn für sie«. Syn antwortete nicht mehr und ließ den Blick nachdenklich über die Klinge schweifen.
» Komm, mein Junge«, sagte Hama nach einigen Minuten plötzlich und nahm seine Hand. Sie gingen gemeinsam hinüber zum Schrein des Luftgottes, an dem die alte Priesterin vorhin bereits gebetet hatte, und betrachteten ihn schweigend. Der angenehme Windhauch, der in der Kammer wehte, wurde etwas stärker. Syns Nervosität stieg.
» Er scheint dich zu mögen, Syn. Deine Geist passt gut in sein Gefolge«, meinte seine Großmutter und lächelte ihn aufmunternd an. » Nur zu, leg deine Hand darauf«. Der Junge zögerte.

Also, wer mal Lust hat, ich freue mich über jede sachliche Kritik.

Lg :)
Erfahrung ist eine Illusion
Zum Gruß

Bardioc
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Re: Ein fantasyreifer Einstieg?

von Bardioc (10.02.2015, 10:45)
Bin zwar kein Profi, und ob meine Meinung ''versiert'' ist, weiß ich nicht, meiner Ansicht nach ist der Text sehr gut geschrieben, ich würde gerne weiterlesen.

Hier einige Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind:

» Komm, mein Junge«

Warum ist nach dem öffnenden Anführungszeichen immer eine Leerstelle?

Ein kleiner, rundlich geformter Kasten, ...

Das ist irgendwie widersprüchlich.

» Ist sie... etwas besonderes, Großmutter?«

Auslassungspunkte direkt nach dem Wort, ich würde hier eine Leerstelle setzen, siehe hier.

» Es gab diesen Tempel lange vor den ersten Menschen und es wird ihn noch lange nach den letzten Menschen geben. Die Götter selbst haben ihn errichtet, er ist ihr zuhause und wir Priesterinnen bewahren ihn für sie«.

er ist ihr Zuhause

Siehe http://www.duden.de/rechtschreibung/zu_Hause

Daraus würde ich schließen, daß der Tempel nicht auf die Bewahrung durch die Pristerinnen angewiesen ist, und sie diese Erklärung nur als Entschuldigung brauchen, warum sie ihn übernommen haben.

Den Punkt am Schluß würde ich in die Anführungszeichen hineinnehmen.

Deine Geist ...

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Bärentante
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Re: Ein fantasyreifer Einstieg?

von Bärentante (10.02.2015, 12:28)
Huhu Cerander,
ich mache mal ein paar Bemerkungen:

Schwache, nahezu gebrechliche Schritte hallten des Morgens durch die gewaltige Vorhalle der Zitadelle der Götter.


Hallen ist für mich ein lautes Wort. (Was schreib ich für einen Unsinn, ich hoffe, Du weißt, was ich meine.) Schwache Schritte hallen meiner Meinung nach nicht wirklich. Was sind überhaupt schwache Schritte? Und dass man an dem Geräusch von Schritten auf Gebrechlichkeit schließen kann, ist auch so eine Sache. Und falsch ausgedrückt. Eine Person kann gebrechlich sein, aber Schritte?
des Morgens:
Das klingt so, als ob das jeden Tag am Morgen geschieht. Die Szene spielt aber an einem bestimmten Morgen. Ich würde diese zeitliche Nennung weglassen.
Ebenso weglassen würde ich "der Götter". Es ist der erste Satz eines Buches. Da muss man ja noch nicht alles verraten.

Obgleich der gewaltigen Ausmaße des Tempels und seiner Lage hoch oben in den Bergen war es doch angenehm warm zwischen den marmornen Mauern.


Obgleich? Das kenne ich in diesem Zusammenhang nicht, ist vielleicht eine Dialektfrage. Ich würde "trotz" schreiben, obwohl das natürlich kein sehr schöner Satzanfang ist.

Hin und wieder schritt eine in gelbliche Gewänder gehüllte Priesterin zwischen den vergoldeten Säulen umher, manch eine hielt den Blick gesenkt und schien in Gedanken versunken, andere grüßten Hama knapp mit einem Nicken.


Gelbliche Gewänder. Das ist so vage. Warum nicht gelb?
Manch eine hielt in Gedanken versunken den Blick gesenkt.

Den Jungen, den sie an der Hand führte, bemerkten sie nicht.

Bemerkt haben sie ihn bestimmt. Ich würde sagen, sie beachteten ihn nicht.

Die Schritte dauerten an, mal leiser, mal etwas kräftiger, doch immer im selben, fast traurigen Rhythmus.


Die Geräuschkulisse kann andauern. Schritte nicht.
Unter einem traurigen Rhythmus kann ich mir auch nichts vorstellen. Aber ich muss zugeben, ich lese auch nicht Fantasy.

Syn war auf dem edlen Steinboden kaum zu vernehmen, seine grob gewebten Fußlappen schluckten jedes Geräusch.


Fußlappen können kein Geräusch schlucken. Ein großer Raum kann das. Die Fußlappen verursachen einfach kein Geräusch.

Eingeschüchtert von der Größe der Halle schmiegte sich der Junge enger an den Arm seiner Großmutter und drückte ihre ledrige, alte Hand fester.


Er drückte ihre ledrige Hand. Dass die Hand alt ist, muss nicht mehr geschrieben werden, das wird ja schon durch "Großmutter" ausgedrückt.

Sie lächelte ihn nur müde an.


Sehe ich das richtig? Die Großmutter geht zum ersten Mal mit ihrem Enkel in den Tempel, will ihn den Göttern vorstellen, und sie ist müde?

Die Halle mündete in ein imposantes, goldenes Tor, das in die marmorne Mauer eingelassen war.


Eine Halle kann nicht in ein Tor münden. Sie kann an einem Tor enden, von einem Tor begrenzt werden ...

Kleine, bläulich schimmernde Steine von perfektem Schliff schimmerten im Licht der Kohlebecken,


Müssen die Steine klein sein? Sonst würde ich diese Beschreibung weglassen.
Schimmernde Steine schimmern - Wortwiederholung

Die Schriftzeichen begannen, in einem bläulichen Schimmer zu leuchten und ein Ruck durchlief das massive Tor, bevor es wie von Geisterhand aufschwang.
... Auch jetzt bewegten sich die Torflügel wie von Geisterhand und schlossen sich hinter ihnen wieder.


Da ist der Schimmer schon wieder und die Geisterhand ist auch doppelt.

Ein kleiner, rundlich geformter Kasten, an dessen Stirnseite ein einzelner, blauer Edelstein angebracht war, fand sich auf einem goldenen Podest in der Mitte des Raumes.


Den Kasten hat Bardioc schon erwähnt. Der Stein war angebracht, das klingt nicht gut, besser: eingelassen
nicht "fand", sondern "befand"

während sie bei geschlossenen Augen unverständliche Laute flüsterte.


mit geschlossenen Augen

Syn beobachtete abwechselnd sie, dann den Schrein und schließlich den Garten dahinter.


abwechselnd bedeutet hin und her. Da passen "dann" und "schließlich" nicht dazu.

Syn entdeckte die Klinge eines vergoldeten Schwertes, die aus dem Garten herausragte.

Aus dem Garten herausragen? Wie soll das gehen. In der Erde stecken, zwischen Sträuchern herausragen ...

Auch sie schimmerte bläulich, was Syn dazu verleitete, zögerlich etwas näher zu treten.


Verleitete? Eher: veranlasste
Warum zögerlich? Doch eher: neugierig

Syn zuckte kurz zusammen, er hatte sie weder sich erheben noch hinter ihn treten hören.


Man kann auch nicht hören, wenn sich jemand erhebt. Diesen Teil einfach weglassen.

» Ist sie... etwas besonderes, Großmutter?«, fragte der Junge vorsichtig.


Hier musste ich nachlesen, wusste nicht, wer "sie" ist. Die Göttin oder die Waffe.
Wie stellt man eine vorsichtige Frage?

... antwortete sie laut, sammelte sich einen Moment lang und fuhr dann ruhig fort


Zu viele Füllsel. "lang" und "dann" weglassen.

» Er ist der Herr der Luft, wo immer du einen Atemzug machen kannst, ist auch Ao Mai«.


Nach Luft würde ich einen Punkt machen.
Wie Bardioc schon schrieb, muss das Leerzeichen nach den ersten Gänsebeinen weg. Und der Punkt des Satzes kommt vor den Schlußzeichen.

... er ist ihr zuhause und wir Priesterinnen bewahren ihn für sie«. Syn antwortete nicht mehr ...

Warum soll er antworten. Sie hat keine Frage gestellt.

» Komm, mein Junge«, sagte Hama nach einigen Minuten plötzlich und nahm seine Hand.

Da stört mich was. Nach einigen Minuten ist lang, plötzlich kurz. Es gibt keinen aktuellen Anlass, warum sie wegmüssen. Also entweder "nach einigen Minuten" oder "plötzlich" oder beide weglassen. :wink:

Sie gingen gemeinsam hinüber zum Schrein des Luftgottes, an dem die alte Priesterin vorhin bereits gebetet hatte, und betrachteten ihn schweigend.


Natürlich gehen sie gemeinsam, wenn die Großmutter seine Hand nimmt. Das muss man nicht wiederholen.
Sie gingen zurück zu dem Schrein, an dem die Priesterin bereits gebetet hatte ... (Vorhin weglassen)


Es muss noch viel gefeilt werden. :wink:
Das ist meine ganz persönliche Meinung zum Text.
Liebe Grüße
Christel

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mtg
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Re: Ein fantasyreifer Einstieg?

von mtg (10.02.2015, 13:07)
Ich schreibe zwar nur Sachbücher und bin eindimensional, aber schau mal, ob nach meinen Kürzungen wesentliche Informationen im Text fehlen. Ich habe nur mal ganz schnell das Radiergummi genommen und ein mir (wie bereits meinen Vorschreibern) drastisch ins Auge gefallenes falsches Bild kommentiert. Am Text selbst habe ich so gut wie nichts geändert; aber das soll nichts heißen. Auch ich glaube, dass da noch viel gefeilt werden muss. Und vor allem – daher mein Beitrag – gekürzt.


Schritte hallten des Morgens durch die Vorhalle der Zitadelle der Götter. Obgleich der Ausmaße des Tempels und seiner Lage hoch oben in den Bergen war es doch angenehm warm zwischen den Mauern.
Hin und wieder schritt eine Priesterin zwischen den Säulen umher, manch eine hielt den Blick gesenkt und schien in Gedanken versunken, andere grüßten Hama knapp mit einem Nicken. Den Jungen, den sie an der Hand führte, bemerkten sie nicht.
Die Schritte dauerten an, mal leiser, mal etwas kräftiger, doch immer im selben Rhythmus. Syn war auf dem Steinboden kaum zu vernehmen, seine Fußlappen schluckten jedes Geräusch.
Eingeschüchtert von der Größe der Halle schmiegte sich der Junge enger an den Arm seiner Großmutter und drückte ihre Hand fester. Sie lächelte ihn an.
Die Halle mündete in ein Tor, das in die Mauer eingelassen war. Kleine Steine von perfektem Schliff schimmerten im Licht der Kohlebecken, doch was Syn direkt ins Auge sprang war das gewaltige Symbol in der Mitte der beiden Torflügel. Es zeigte drei ineinander gekräuselte Linien, die in eine Richtung geöffnet waren. Darunter befanden sich Runen, die Syn nicht entziffern konnte.
Hama verlangsamte ihren Schritt, bis sie schließlich vor dem Tor zum Stehen kam und nahezu ehrfürchtig daran empor sah. »Ao Mai«, flüsterte Hama dem Jungen zu und ihre alten Finger wiesen auf die geheimnisvollen Runen. » Der Gott des Windes und der Lüfte«.
Die Schriftzeichen begannen zu leuchten, und ein Ruck durchlief das Tor, bevor es wie von Geisterhand aufschwang.
Syns Herz begann zu klopfen; erst nach kurzem Zögern folgte er seiner Großmutter. Die Torflügel schlossen sich hinter ihnen wieder wie von Geisterhand.
Ein kleiner Kasten, an dessen Stirnseite [Hinweis nach Kürzung: Ein rundlicher Kasten hat kene Stirnseite. Was ist rundlich? Rund? Oval? Elliptisch? Benenne es einfach!] ein blauer Edelstein angebracht war, fand sich auf einem goldenen Podest in der Mitte des Raumes. Dahinter lag ein Garten voller blühender Sträucher und Blumen, die Syn noch nie zuvor gesehen hatte.
Hama schritt langsam an den kleinen Opferschrein [ist das der rundliche Kasten mit der Stirnseite? Warum benennst Du ihn nicht gleich so?] heran und kniete sich davor, während sie bei geschlossenen Augen unverständliche Laute flüsterte. Syn beobachtete abwechselnd sie, dann den Schrein und schließlich den Garten dahinter.

Du tendierst dazu, den Inhalt der Geschichte mit deskriptiven, teils sich wiederholenden bzw. sich gegenseitig ausschließenden Adjektiven förmlich zuzukleistern, als wärest Du es, der mit diesem Text irgend jemand ein Opfer bringen will. Damit beschränkst Du aber die Imagination des Lesers, der keinen Platz mehr für seine eigenen Bilder findet. Wo ist dann die Fantasy?

Ich bitte das übrigens nicht als Desillusionierung zu verstehen. Im Feilen zeigt sich ja der Meister. Aber gerade bei Fantasy geht es – folge ich meinem Verständnis dieses Genres – um phantasievolle Geschichten und nicht um phantasievolle Beschreibungen ... oder?

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